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Child of a nobleman - The fight for the free live

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
Österreich Preussen
11.10.2012
26.08.2013
89
88.232
2
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
11.10.2012 958
 
Wieder einmal PruAus, bitte schlagt mich nicht dafür, ich liebe das Pair einfach!

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Er rannte stolperte über Steine, fiel hin, rappelte sich auf und rannte weiter.

Regen prasselte auf ihn nieder, es schüttete wie aus Kübeln.

Er konnte kaum noch atmen, seine Luftröhre war wie zugeschnürt, sein Hals brannte bei jedem Atemzug mit dem er die feucht-kalte Luft einsog.

Langsam wurde er langsamer, seine Beine wurden taub, ihm fehlte die Kraft um weiter zu rennen.

Er presste eine Hand in die schmerzende Seite und versuchte weiter zu laufen, doch er schaffte es nicht.

Gut zweihundert Meter weiter brach er zusammen und blieb still liegen.

Ihm fehlte die Kraft, sich aufzurappeln.

`Sollen sie mich doch kriegen´, dachte er und schloss die Augen.

Stumme Tränen rannen über seine Wangen bei dem Gedanken an das, was dann passieren würde.

Sie würden ihn einsperren, für immer wegsperren von jeglichem Licht und irgendwann würde er tief unter der Erde in der Dunkelheit das Zeitliche segnen.

Er rollte sich zusammen und schickte ein Gebet zum Himmel, dass jemand ihn finden und von seinem Elend befreien würde.

Seine ohnehin schon nasse Kleidung weichte nun völlig durch, sie klebte an seinem Körper und er fror erbärmlich.

Verzweifelt schlug er die Augen auf und sah in den von grauen Wolken verhangenen Himmel.

War das das Ende?


~*~


Seit Stunden lief er nun schon durch diesen Wald.

Inzwischen hatte es zu regnen begonnen und er war klitschnass.

Alles was er noch wollte, war Zuhause vor dem Ofen zu sitzen und sich aufwärmen zu können.

Zitternd zog er den nassen Umhang fester um sich, er fror.

Nur langsam kam er voran, es zu stürmen begonnen und die Bäume um ihn herum schienen sich bis zur Erde zu biegen.

`Hoffentlich entwurzelt es keinen, wenn ich darunter durch laufe´, dachte er bei sich und lief etwas schneller.

Das Wetter war ihm nicht geheuer und er wollte nicht länger als nötig durch diesen Wald laufen.
Plötzlich zog etwas seine Aufmerksamkeit auf sich.

Ein Stück vor ihm auf dem Weg lag ein Junge, etwa in seinem Alter.

Er sah nass und durch gefroren aus, das braune Haar hing ihm nass und wirr ins Gesicht.

Verwirrt blieb er stehen und betrachtete den Jungen.

Vorsichtig trat er näher an ihn heran.

„Hey, du! Was machst du hier?“

Keine Antwort.

Der Junge machte nicht einmal den Eindruck als ob er ihn gehört hätte.

Er blieb einfach still auf dem Boden liegen, nass und voller Dreck.


~*~


Er war kurz davor das Bewusstsein zu verlieren als er eine Stimme vernahm.

Er lauschte.

Tatsächlich, da rief jemand, doch wer?

Er kannte die Stimme nicht, dennoch war es eindeutig die eines Knaben.

Zu gerne hätte er sich umgedreht und nachgesehen, wer sich da um ihn scherte, doch er blieb liegen, seine schmerzenden Glieder erlaubten keine Bewegungen.

Eine Berührung an der Schulter ließ ihn zusammenzucken.

Wer auch immer ihn da gefunden hatte, hatte sich neben ihn gekniet.

„Lebst du noch?“, hörte er die Person fragen.


~*~


Der Junge regte sich leicht und blickte ihn aus zwei violetten Augen erschöpft an.

Er schien zusammen gebrochen zu sein und lag nun hier, unfähig alleine aufzustehen.

Vorsichtig berührte er den kleinen Braunhaarigen erneut an der Schulter, wieder zuckte er zusammen und wich mit schmerzverzerrten Gesicht ein Stück zurück.

„Geh weg...“, seine Stimme war rau und brüchig.

„Ich werde nicht gehen, ich will dir helfen. Wie heißt du und was ist passiert?“


~*~


Ungläubig sah er dem Jungen an, welcher sich über ihn beugte.

Er hatte weißes Haar, rote Augen und seine Haut war sehr, sehr bleich, wirkte fast schon blutleer.

Warum wollte er ihm helfen?

Ihm, einem Jungen, den er mitten im Wald auf den matschigen Waldboden gefunden hatte und das auch noch bei so einem Wetter?

Welches anständige Kind wagte sich schon bei diesem Wetter vor die Türe ohne einen triftigen Grund dafür zu haben?

Ach ja, er vergaß.

Er war nicht anständig und einen Grund sich vor die Tür zu wagen hatte er auch, würde er sonst gesucht werden?

„Ich werde verfolgt“, antwortete er schließlich leise und hoffte, der Junge würde gehen und ihn einfach hier zurück lassen.

Ihn würden nur Schwierigkeiten erwarten, wenn er sich seiner annahm.

„Warum?“, stellte dieser mit neugierig funkelnden Augen die nächste Frage.

„Weil meine Eltern gegen eine Sache sind, die so ein paar Leute beschlossen haben und alle Leute, die dagegen sind sollen zur Strecke gebracht werden.“

„Aber du hast doch gar nichts damit zu tun! Nur, weil deine Eltern dagegen sind, musst du das doch nicht auch gleich sein!“

„Das ist denen egal.“

In den roten Augen des Jungen konnte er Entsetzen und Entrüstung sehen.

„Ich werde dir helfen!“, sagte der Junge schließlich entschlossen. „ich werde dich mit zu mir nehmen!“

„Du kannst doch nicht einfach...“

„Kein Widerrede!“

Seufzend ergab er sich seinem Schicksal und ließ sich von dem Jungen aufhelfen.

Dieser nahm ihn auf den Rücken und trat den lagen, beschwerlichen Heimweg an.


~*~

Ohne sich zu beschweren trug er den Jungen den ganzen Weg auf dem Rücken.

Im ihm hatte sich ein Gefühl von Freude breit gemacht, Freude diesem Jungen helfen zu können.

„Wie heißt du jetzt eigentlich?“, fragte er als ihm die Frage wieder einfiel, die der Braunhaarige ihm noch nicht beantwortet hatte.

„Mein Name ist Roderich“, sagte dieser leise und vergrub das Gesicht wieder zwischen den Schulterblättern seines Trägers.

Roderich also.

Klang ziemlich nach dem Kind eines Adligen.

„Ich bin Gilbert!“

Ein Nicken an seinem Rücken.




Gilbert trug Roderich weiter dem bescheidenen Heim seiner Eltern entgegen. Ihm war noch nicht bewusst, was für Probleme er sich und seiner Familie einhandelte, doch im Moment war es für ihn das wichtigste dem Jungen auf seinem Rücken zu helfen.

Alles andere konnten sie später noch klären.
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