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Großes und Kleines aus Münster

von Baggeli
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Herbert Thiel Kriminalhauptkommissar Frank Thiel Kriminaloberkommissarin Nadeshda Krusenstern Rechtsmediziner Professor Karl Friedrich Boerne Rechtsmedizinerin Silke Haller Staatsanwältin Wilhelmine Klemm
01.10.2012
20.04.2016
57
106.592
7
Alle Kapitel
166 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
06.02.2015 987
 
A.N.: Letztes Jahr ist der Ficathon an mir vorbeigezogen, aber dieses Jahr habe ich ein paar Prompts bearbeitet. Mehr oder weniger erfolgreich, aber egal. Ich teile sie jetzt trotzdem.



Dein Fandom, Dein Pairing, erste Begegnung
Das laute Auflachen des Pförtners, als sie sich erkundigt hatte, ob Professor Boerne schon im Haus sei, erschloss sich ihr erst in der Sekunde, in der sie ihn in den ansonsten verlassenen Räumen der Rechtsmedizin vorfand; eindeutig war er nicht schon im Institut, sondern immer noch.
Seinem völlig übernächtigten Aussehen nach zu urteilen war der Professor wohl schon ziemlich lange nicht heimgekommen, er hing zusammengesunken neben dem Elektronenrastermikroskop auf dem Tisch und sein Schlaf war offensichtlich so tief, dass er die Geräusche der vielen Laborgeräte, die mit penetranten Piepstönen sein Eingreifen forderten, nicht wahrnahm.
Ein kurzer Rundumblick zeigte ihr, dass sicher die Hälfte seiner Proben hinfällig sein würde, wenn er sich jetzt nicht darum kümmerte und mit einem Stich des Bedauerns weckte sie den eindeutig erschöpften Mann; und nachdem er sich mühsam aufgerappelt und sie mit hochgezogenen Augenbrauen gemustert hatte, sie erst einmal unverfrorenen Kaffee holen gescheucht und dann wie selbstverständlich mit eingespannt hatte, sie einen kniffligen DNA-Test hatte durchführen lassen, mit dem ein Doppelmörder überführt werden konnte und sie schließlich dem Kommissar, der begeistert die Ergebnisse abholen wollte, als seine neue Assistentin vorgestellt hatte, wusste sie, das Vorstellungsgespräch hatte sich erledigt.


Tatort Münster, Thiel/Boerne - im Treppenhaus
Wie in neun von zehn Fällen öffnete sich die gegenüberliegende Wohnungstür in der Sekunde, in der Thiel seine eigene abschloss. Ohne sich umzudrehen grummelte er ein noch morgenheiseres „Moin“ über die Schulter, doch statt der erwarteten Antwort ertönte in seinem Rücken ein viel zu hell klingendes „Guten Morgen Herr Thiel!“. Verblüfft fuhr er herum fand sich Frau Haller gegenüber; und die erste Frage, die ihm durch den Kopf geschossen war, nämlich ob Boerne krank sein könnte, erübrigte sich in dem Moment, in dem er in ihr strahlendes Gesicht blickte.


Tatort Münster, Thiel/Boerne, erste Male
A.N.: Episodenbezug zu "Die chinesische Prinzessin"
Noch nie hatte er Boerne so… hilflos gesehen: abwesend, durcheinander, regelrecht verstört; dabei war der Professor in der Vergangenheit weiß Gott schon öfter in brenzlige Situationen geraten, aber zum ersten Mal war der sonst so stolze Mann vollständig auf Unterstützung angewiesen gewesen.
Und es erstaunte Thiel selber, wie weit er bereit gewesen war zu gehen, um Boernes Unschuld zu beweisen - er hatte zwar schon öfter Dienstvorschriften für seine Zwecke etwas „zurechtgebogen“, zum ersten Mal hätte sein Handeln aber auch das Ende seiner Karriere bedeuten können. Eine glatte Anweisung von Frau Klemm zu missachten und den Professor, statt ihn in die JVA zurückzubringen mit auf Verbrecherjagd zu nehmen, war nun wirklich grenzwertig gewesen, aber der Erfolg hatte ihm Recht gegeben, Boerne war entlastet; und auch wenn er hoffte, dass ein solcher Zwischenfall auf Ewigkeiten der einzige seiner Art bleiben würde, wusste er, er würde es sofort wieder tun.


Dein Fandom, Dein Pairing – gestern, heute, morgen
A.N.: Episodenbezug zu "Satisfaktion"
Gestern war doch alles noch so gewesen wie immer; sie hatten sich angeschrien und gelacht, sich gegenseitig genervt und entspannt beieinander gesessen, sie hatten sich gestritten und dennoch zusammengehalten, sie hatten zusammengearbeitet, sie hatten sich vertraut.
Heute, innerhalb einer Nacht lag all das, was sich über Jahre entwickelt hatte, in Trümmern; und wenn er Pech hatte, war Boerne morgen auf und davon, auf dem Weg nach Berlin oder wo auch immer diese scheiß Charité angesiedelt war, von der Frau Haller da gefaselt hatte, würde einfach abhauen, ohne sich noch einmal umzublicken.
Nie hatte Thiel sich so verraten gefühlt.


Tatort Münster, Thiel/Boerne - Autopanne
Entspannt lehnte Herbert an seinem Taxi, nahm genüsslich einen Zug von seiner Selbstgedrehten und lauschte auf die Atemzüge des auf der Rückbank zusammengesunkenen, tief schlafenden Mannes. Es würde wohl noch ein Weilchen dauern, bis der Abschleppwagen hier in der Pampa zwischen Münster und Flughafen ankommen würde, aber das war Herbert nur recht; und seinen Taxifahrerkumpel, den der von seiner Reise eindeutig völlig übernächtigte Boerne ihn kurz zuvor faktisch gezwungen hatte anzurufen, um trotz dieser gottlosen Uhrzeit noch so schnell wie möglich in die Rechtsmedizin zu gelangen, hatte er wieder abbestellt. Zwar würde Boerne das anders sehen, wenn er erst wieder aufwachte, aber Herbert war das egal;  diese Zwangspause war nur zu seinem Besten.


Tatort Münster, Thiel/Boerne - Schneeballschlacht
Das Geschrei der Kinder, die auf dem Gehweg vor dem Haus eine Schneeballschlacht angefangen hatten, drang so laut bis in den ersten Stock, dass Thiel irgendwann aufgestanden und ans Fenster getreten war. Boerne hatte damit gerechnet, dass er es öffnen und mal kurz für Ruhe sorgen würde, doch nichts dergleichen geschah; irritiert schaute er von den auf dem Esstisch verstreuten Unterlagen ihres aktuellen Falles auf und wollte schon eine gefrustete Bemerkung darüber fallen lassen, bis er den Gesichtsausdruck bemerkte, mit dem Thiel nach unten auf die Straße sah.
Stumm schloss er den Mund und konzentrierte sich wieder auf die grausigen Bilder des verstümmelten Mordopfers; den Anblick konnte er gerade jedenfalls besser ertragen, als das stumme Sehnen in den Augen eines Vaters, der seinen Sohn viel zu lange schon nicht hatte sehen dürfen.


Tatort Münster, Boerne/Thiel - Keine Winterreifen
„Meine Herren, wie kann dieser Vollidiot bei diesen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen rumgurken, er kann froh sein, dass er mit dem Leben davongekommen ist!“, fauchte Thiel aufgebracht, während er in einer Unruhe, wie sie sie noch nie an ihm beobachtet hatte, Runde um Runde durch den Neuschnee stapfte.
Nadeshda ließ ihn in Ruhe, ließ ihn einfach Dampf ablassen, während sie konzentriert das Wrack inspizierte, das einmal Boernes Wagen gewesen war; sie wusste, ihr Chef wusste seine Sorge um den schwerverletzten Professor anders nicht in den Griff zu bekommen. Doch mit einem Mal erstarrte sie, blickte dann zu ihm auf und flüsterte heiser: „Das hat mit der Straßenglätte nichts zu tun; hier im Reifen ist ein Einschussloch“; und Thiels Gesicht wurde noch weißer als es ohnehin schon war.
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