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Bloodmight

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Draco Malfoy OC (Own Character)
30.09.2012
08.12.2012
27
96.915
8
Alle Kapitel
101 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
30.09.2012 6.268
 
Hi Leute, und gleich vorab ein fettes Dankeschön an meine fleißigen Reviewschreiber. Dieses Kapitel ist extra für euch! Viel Spaß dabei :-)
glg sophie






Shaw Vincent seufzte genervt, während er in dem kleinen Raum ohne Fenster umherging. Rabastan wollte seinen Zauberstab erneut heben, doch Vincent wank mit der Hand ab. Er blieb vor dem blonden Mädchen stehen, die wimmernd auf einem Stuhl saß: „Und willst du jetzt deinen Mund aufmachen?“ „Bitte… ich weiß nichts.“ schluchzte sie leise und Vincent Kiefer spannte sich gefährlich an. „Mit deinem Gejammer kommst du hier nicht weit. Also entweder sagst du mir jetzt was ich wissen will, oder wir machen weiter.“ Ihre Unterlippe zitterte, bevor sie sie fest zusammenpresste. Er warf Rabastan einen vielsagenden Blick zu. Sie schrie auf, als der Todesser erneut seinen Zauberstab auf sie richtete.

Nach einigen Minuten hob Vincent leicht die Hand und Rabastan löste den Cruciatusfluch von dem Mädchen. „Also?“ hakte er nach und Summer begann wieder zu schluchzen: „Ich weiß nichts. Ich weiß es wirklich nicht.“ „Du und deine Familie suchen die Schlüssel und seid bisher auch gut vorrangekommen. Du warst sogar dabei und ich wette das in Palermo war nicht das erste Mal. Also sag mir was ich wissen will.“ „Bitte. Ich weiß es wirklich nicht.“ bettelte sie und Wut stieg in ihm auf: „Belüg mich nicht! Sag mir wo ihr die gefundenen Schlüssel hingebracht habt! Sofort!“

Sie schüttelte den Kopf und als er erneut seine Hand hob, war ihre Stimme beinahe panisch. „BITTE! Ich weiß es wirklich nicht!“ –Er gab Rabastan das Zeichen innezuhalten- „Bitte… ich kann ihnen nichts sagen, weil ich nichts weiß.“ „Wieso sollte ich dir glauben? Vielleicht belügst du mich?“ Sie schüttelte weinend den Kopf: „Nein. Nein ich lüg nicht. Ich… bitte keinen Fluch mehr.“ Ihre verweinten Augen sahen ihn flehenden an und Vincent nickte leicht: „Na schön. Ich höre. Sag mir was du zu sagen hast und ich werde dafür sorgen, dass man dir… nun vorerst keine Schmerzen mehr zufügt. Wieso weißt du nicht, wo die Schlüssel sind? Obwohl du doch bei deren Beschaffung eindeutig dabei warst?“

Sie versuchte ruhig zu atmen und schloss langsam die Augen, als würde sie doch wieder überlegen lieber den Mund zu halten. Weshalb Vincent sie sanft, ja beinahe so anredete, als würde er mit einem kleinen Kind sprechen: „Summer. Du willst nicht das wir dir noch einmal wehtun, oder? Du willst keine weiteren Schmerzen erleiden.“ Sie sah ihn stumm an und er fuhr ruhig fort: „Sag mir einfach, was ich wissen muss und ich sorge dafür. Das ist nicht dein Krieg. Nicht dein Kampf. Wieso solltest du für etwas leiden, was vor vielen Generationen deine Vorahnen vermasselt haben? Mmh?“

Sie wimmerte wieder und Vincent sah sie tröstend an: „Du brauchst keine Angst zu haben. Sag mir einfach was du weißt. Erzähl es mir. Glaub mir, dir wird es besser gehen. Ich verspreche es.“ Sie schluckte, atmete tief ein und aus, bevor sie sprach: „Meine Schwester wollte nicht das ich zu viel weiß. Sie sagte, dass es für mich so sicherer wäre.“ „Weiter.“ verlangte er und Summer sah zwischen ihm und Rabastan hin und her: „Ich… ich… uns wurde immer nur vorher gesagt, was wir machen würden. Wo wir hingehen und suchen würden. Die anderen haben immer geplant. Nicht ich.“

„Wer? Deine Schwester und Matthew Raven?“ „Nicht nur.“ erwiderte sie. „Wer noch?“ wollte Vincent wissen und sie schien zu zögern. „Mach den Mund auf Mädchen!“ drohte Rabastan und Summer zuckte zusammen. „Er hat Recht. Du solltest es uns sagen.“ „Aber…“ Vincent unterbrach sie: „Du willst doch nicht noch mal gefoltert werden oder?“ „Nein.“ wisperte sie leise. „Dann sag mir, wer noch alles geplant hat und wer alles nach den Schlüsseln suchte. Los.“ „Benjamin und Holly haben auch geholfen alles vorzubereiten und ich weiß, dass noch andere Verwandte von uns auf der Suche nach den restlichen Schlüssel sind…“ fing sie an zu erzählen, während Vincent zufrieden mit sich selbst war. Er wusste, dass ein paar Folterungen meistens schon ausreichten um einen Menschen zu brechen. Meistens…






Es lag ein dichter Nebelschleier über dem Gelände. Die Luft war eisig und der Boden bedeckt mit einer frischen Schneeschicht, die sich über das ganze Gelände von Manor ausgebreitete hatte. Es war eine bedrückende Stille die sich gegen Dracos Ohren drückte. Kein Wind war zu hören. Nicht ein Vogel war zu vernehmen. Selbst seine Schritte im Schnee waren lautlos. Weshalb er zusammenschreckte, als jemand schrie. Er sah sich suchend um und konnte aber nicht zuordnen aus welcher Richtung die Schreie kamen. Nur das sie Qualvoll waren und ihn innerlich verletzten. Er zuckte erneut zusammen, als Raben über ihn hinwegzogen und weit von ihm entfernt in großen Bäumen landeten.

Draco hatte keine Ahnung warum, aber er rannte ihnen hinterher. Nach Luft ringend blieb er stehen, als er neben den Raben im Baum, einen im Schnee hocken sah. Eindeutig Kohlraben. Zögerlich ging er auf den Raben zu und hielt an, als dieser ihn ärgerlich an krähte. Erst jetzt bemerkte Draco, dass er anscheinend verletzt war. Er sah ein wenig Blut auf den weißen, reinen Schnee. „Bist du verletzt?“ fragte er das Tier und ging leicht in die Hocke. Er streckte seinen Arm nach dem Vogel aus: „Ganz ruhig. Ich tu dir nichts. Ich will nur helfen.“ Er wich vor dem Tier zurück, als es erneut krächzte und urplötzlich sich aufplusterte und in alle Einzelteile zerfiel. „Was zum…“ presste er hervor und ging einige Schritte zurück, bis er mit etwas zusammenstieß.

Als er sich umdrehte war er wieder dort. Bei ihr. In diesem Zelt. Das hier war kein Traum. Das war ein Teil seiner Erinnerung. „Pass auf wo du hingehst.“ –fuhr ihn Holly an, als sie das Schlafzimmer betrat- „Du bist wie damals. Immer muss man dir sagen, was du tun und was du lassen sollst.“ Er sah ihr dabei zu, wie sie eine kleine Tasche packte und plötzlich zu ihm trat und ihm drei Phiolen hinhielt: „Hier. Das ist das Gegengift für diese komische Droge. Ich kann dir nicht mehr geben, wir haben selbst kaum etwas davon. Ben hat sie entwickelt. Du wirst sicher welche noch brauchen.“ Draco sah verdutzt auf die Phiolen mit dem orangen Inhalt.

Holly seufzte genervt und drückte sie ihm in seine Hand: „Nimm sie schon. Stell dich doch nicht so an.“ „Danke.“ murmelte er leise und Holly wandte sich schnaubend von ihm ab. Er ließ sie vorsichtig in seinen Mantel gleiten und trat an Holly ran. „Bitte lass mich mitkommen.“ „Nein.“ erwiderte sie knapp und packte weiter. „Ich kann helfen Holly. Bitte. Verstehst du nicht, dass…“ Sie sah kalt auf und er brach ab. „Dir geht es besser. Wir sind Quitt. Wir apparieren kurz vor Malfoy Manor und das war´s dann. Dort trennen sich unsere Wege, für immer. Das heißt du unterlässt es, dein Leben zu riskieren nur damit man dich wieder retten muss. Hast du das verstanden Malfoy?“ „Aber…“ „Nichts aber.“ unterbrach sie ihn und ging an ihm entschieden vorbei. Als er ihr folgte schreckte er zurück, als er wieder im Garten war und die Raben auf ihn herabsahen. Wie Richter auf einen Verurteilten. Er schlug die Hände über den Kopf zusammen, als sie knapp an ihm vorbeiflogen und in den Himmel dann aufstiegen.



Draco riss im fast selben Moment die Augen auf und brauchte ein paar Sekunden um zu begreifen, dass er in einen der Gästezimmer von Blaises Haus lag. Er fuhr sich leicht ausatmend durch sein Haar, ehe er sich auf die Seite drehte und versuchte den Traum aus seinen Kopf zu verdammen. Doch schon nach wenigen Minuten wurde ihm klar, dass ihm das nicht gelingen würde. Er stand auf, draußen war es noch stock dunkel. Er konnte kaum geschlafen haben. Zielsicher suchte er nach der Kette, die er immer noch hatte. Er lehnte sich leicht gegen das kühle Fenster, während er über den Anhänger fuhr.

Für sie hatte es angeblich keine Bedeutung mehr. Aber sollte er ihr das glauben? Angeblich hatte sie ihn nur nicht zurückgelassen, weil sie ihm es schuldig war. Aber war dies wirklich der einzige Grund? Er wollte es nicht wahrhaben. Nicht daran denken, dass es keinen anderen Weg gab. Er fuhr sich leicht an die Brust als er das Gefühl von Unwohlsein wieder aufkommen spürte, wie schon vor ein paar Stunden zuvor, weshalb er früh schlafen gegangen war. Es war ein seltsames Gefühl. Fast wie eine Vorahnung. Ein schlechtes Omen. Er zuckte zusammen, als etwas gegen die Scheibe klackerte und erstarrte, als vor dem Fenster ein Rabe saß.

Er wich ein paar Schritte zurück und der Rabe schlug wieder gegen die Scheibe mit seinem Schnabel, als wollte er einlas. Er krächzte und als Draco das Fenster zögerlich öffnete, flog er wieder davon. Wurde er jetzt schon verrückt? Seine Finger fuhren wieder über das Wappen, als er plötzlich innehielt und ganz langsam das Wappen vor seine Augen hielt. „Der Rabe…“ murmelte er leise und rannte aus dem Zimmer: „Blaise! Blaise!“ Er stürmte in das Zimmer seines besten Freundes und dieser zuckte heftig zusammen, bevor er vom Bett runterfiel. „Verdammt Draco! Musst du mich so erschrecken?“

„Wir müssen los. Wir müssen Holly suchen.“ sprudelte es aus Draco heraus und sein bester Freund sah ihn verwirrt an: „Was?“ „Ich hab geträumt… da waren Raben und gerade eben war ein Rabe vor meinen Fenster.“ versuchte er zu erklären und Blaise kniff die Augen zusammen: „Stopp. Verstehe ich dich richtig? Du willst Holly suchen, weil du schlecht geträumt hast? Und weil ein Rabe draußen zu sehen war? Hast du sie eigentlich noch all?“ „Verdammt Blaise das ist mein Ernst. Sie ist in Gefahr! Komm schon, wir dürfen keine Zeit verlieren.“ drängte Draco seinen besten Freund an.






-Flashback-

„Die wichtigste Lektion, die du lernen musst ist nicht nur dich anzupassen oder stark zu sein. Wichtig ist, dass du die Kontrolle nicht verlierst Holly. Feinde können dich fangen und quälen und das werden sie mit Sicherheit, wenn es ihnen gelingt. Aber du darfst deshalb nicht die Kontrolle über dich selbst verlieren. Du darfst Schmerz zeigen, aber du darfst nicht aufgeben.“ erklärte Elvira nach einer Lektion, als sie draußen zusammensaßen und die Sonne langsam unterging. „Aber wenn sie mich fangen, habe ich schon verloren.“ warf Holly ein und Elvira schüttelte den Kopf: „Nein. Das meinen sie. Aber du bist nie verloren, solange du nicht aufgibst und noch lebst.“

Holly runzelte leicht die Stirn und Elviras Augen schienen aufzublitzen: „Stellen wir uns vor, man hat dich festgenommen. Stellen wir uns vor, sie bringen dich in ein Versteck um dich zu Foltern und zu Befragen. Was tust du?“ „Ich weiß nicht… versuchen zu fliehen bevor es soweit kommt?“ Elvira schüttelte den Kopf: „Nein. Das ist ein Fehler. Das wird dir nicht gelingen. Du würdest nur Kraft und deine Sinne vergolden. Präge dir lieber deine Umgebung ein. Nimm sie mit allen Sinnen wahr die dir bleiben.“ „Was wenn sie mir die Augen verbinden, damit ich nicht sehe wie ich entkommen kann?“ Elvira stand auf: „Hast du nur Augen? Was ist mit deinen Ohren? Deiner Nase, deinen Füßen?“

Holly runzelte skeptisch die Stirn und Elvira grinste: „Komm ich zeig´s dir. Steh auf.“ Holly tat wie ihr geheißen und Elvira wank sie zu sich: „Eigentlich wollte ich damit erst in ein paar Tagen anfangen. Aber wie es aussieht haben wir nicht mehr lange.“ Holly zögerte, als ihr Elvira die Augen verband. Sie kam sich Blind und Hilflos dabei vor. „Hörst du die Tiere im Dschungel? Riechst du deine Umgebung?“ Holly nickte stumm und Elvira nahm sie an beiden Händen, während sie sie einige Meter führte. „Vorsicht Baumstamm.“ sagte sie und Holly stieg vorsichtig darüber, bevor Elvira ihre Hände losließ. „Lauf.“ „Was?“ fragte Holly verwirrt. „Ich sagte Lauf.“ wiederholte die Frau und gab Holly einen Schubs.

Sie fiel unsanft über den umgefallenen Baumstamm und riss sich die Binde von den Augen. „Was sollte das denn?“ „Ich hab dir doch vorher noch gesagt, dass dort ein Stamm liegt oder? Du hast nicht zugehört? Und deine Umgebung nicht in dich aufgenommen.“ Holly schnaubte verächtlich und Elvira setzte sich im Schneidersitz auf den Stamm. „Ein Kämpfer ist nur so gut, wie er seine Umgebung kennt und nutzt Holly.“ „Du sagst, sie werden mich fangen und quälen. Wieso sollten sie dann unvorsichtiger werden?“ „Weil dieser Männer so sind. Sie lassen nach, wenn sie glauben das ihre Opfer bereits am Boden besiegt liegen bleiben.“ Holly dachte darüber nach und Elviras Stimme war ruhig, als sie weitersprach.

„Dieses Mittel was sie verwenden. Kann für euch gefährlich werden.“ „Ja ich weiß. Es schwächt die Sinne. Es ist… ein starkes Halluzinogen. Zumindest so eine Art davon.“ sagte Holly und dachte über die Erklärung ihres Bruders nach. „Es wird euer größter Feind sein, falls ihr in die Hände von Todesser geratet. Sie werden es sicherlich verwenden um euch damit zu betäuben.“ „Und somit uns außer Gefecht setzten.“ fügte Holly hinzu und verstand was es bedeutete. „Deshalb solltest du deine Sinne schärfen. Du wirst sicherlich nicht so gut, wie jemand der das Jahrelang erlernt, aber es kann dir vielleicht doch recht nützlich sein.“

Flashback Ende


Ja es war nützlich. Es war mehr, als nur nützlich stellte Holly fest, als sie über diese Erinnerung nachdachte. Holly wusste nicht wo sie hin appariert waren. Es war ein Wald. Aber er konnte überall auf der Erde sein. Aber sie kannte den Weg in die Freiheit. Raus aus diesem Bunker. Jedenfalls ähnelte es einem Bunker. Vielleicht war er es auch irgendwann einmal. Sie kannte den Weg von ihrer Zelle bis nach draußen. Wusste die Gänge und Räume. Und doch hatte sie momentan nicht das Gefühl, hier überhaupt rauszukommen. Die Kraft dafür aufzuwenden. Ihre Glieder fühlten sich schwer an. Ihr Atem ging viel zu schnell und ihr Herz pumpte ohne Unterlass, dass Blut in ihrem Körper umher.

Man hatte sie gefoltert und befragt. Doch Vincent Shaw bekam keine einzige Antwort von ihr. Selbst nach dieser Droge, mit der sie jetzt zu kämpfen hatte. Bevor sich Shaw dann doch beschlossen hatte, erst die anderen zu befragen. Die anderen. Wen hatten sie noch alles geschnappt? Wer war entkommen und wer nicht? Sie kniff angestrengt die Augen zusammen um wachzubleiben und sich nicht wieder von dem Mittel unter Kontrolle zwingen zu lassen. Sie ächzte leicht und versuchte ihren Oberkörper anzuheben, doch es gelang ihr nicht. Es brannte. Das Mittel brannte wie Gift in ihren Adern. Ihr Puls raste.

Ihre fiebrigen Augen huschten zur Tür, als Rabastan Lestrange wieder eintrat und leicht theatralisch seufzte: „Du bist ja tatsächlich noch wach meine Süße.“ Holly schluckte, ihr Hals fühlte sich so trocken an. Sie zuckte zusammen, als er sich leicht über sie beugte und die Pritsche auf der sie lag, leicht ächzte, als er sich mit seinen Händen leicht daran festhielt. „Du bist ganz schön dickköpfig, anders als deine Cousine.“ Ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken, als er über ihre Wange, hinab zu ihrem Hals strich. „Eigentlich eine Schande. Du hättest Besseres verdient. Sieh dich an.“ –Seine Augen wanderten über ihre Gestalt- „Reinblütig und so schön.“ Holly konnte das Schluchzen nicht unterdrücken.

Rabastan schüttelte den Kopf und zwang sie ihn wieder anzusehen, als sie ihren Kopf wegdrehen wollte. „Nein, nein. Du musst nicht weinen. Du bist doch bei mir.“ Holly sah ihn tränend an und fragte sich wie verrückt der Kerl wohl war. „Das ist immerhin besser, als bei Greyback oder Rookwood. Glaub mir.“ fügte er hinzu, als würde das schon alles sagen. „Sie gehen mit Frauen grob um. Sie sind Idioten, die so eine Schönheit wie dich nicht richtig wertzuschätzen wüssten.“ Holly hielt direkt die Luft an, als seine Hand leicht über ihr Schlüsselbein strich, weiter hinunter und bei ihrer Taille liegen blieb.

Sie spürte seine Finger sogar durch die Kleidung durch und unterdrückte das aufkommende würge Gefühl. Alles nur nicht das. „Ich werde ein gutes Wort bei Vincent für dich einlegen. Er ist mir etwas schuldige.“ sagte er und es hörte sich ganz beiläufig an. „Ein gutes Wort?“ brachte Holly leise hervor und Rabastan nickte: „Ja. Er will euch tot sehen. Das hat er bisher mit allen anderen aus deiner Familie auch gemacht. Nun ja… wenn sie ihm nichts mehr von Nutzen waren und die anderen vorher ihren Spaß damit hatten. Er hat mir deine Cousine angeboten, aber sie ist nicht du. Sie hat nicht so lange die Folter durchgehalten.“

„Ist sie tot?“ fragte Holly und ihre Stimme bebte. „Nein. Aber sie hat schnell geredet.“ erklärte er knapp. Holly schloss die Augen und atmete tief durch. Sie war nicht tot. Sie lebte. Noch. Sie blickte ihn wieder an, als er erneut über ihre Wange strich und erschauderte, als er sprach: „Sie ist auch schön. Ja das sind viele aus deiner Familie. Aber sie ist nicht du. Es ist nicht nur deine äußere Schönheit die mich fasziniert Holly Raven. Sondern dieses innere, dass direkt zu strahlen scheint. Es beeindruckt mich.“ Sie versuchte die Tränen und das Zittern zu unterdrücken, als er ihr über die Lippen strich und atmete fast erleichtert auf, als er urplötzlich aufstand und zum Tisch hinüber ging.

Sie sah dabei zu wie er eine Phiole aufzog in einer Spritze: „Was tust du da?“ erkundigte sie sich leicht ängstlich und er fuhr unbeirrt fort. „Shaw will das wir die Gefangenen ruhig stellen, während er weiter befragt. Es wundert mich, dass die Dosis noch nicht ausgereicht hat. Das Zeug ist ziemlich stark… ein wenig zu viel und es kann dich töten.“ Holly versuchte sich etwas aufzusetzen, was ihr nur schwer gelang. „Nein… bitte… bitte nicht.“ schluchzte sie und versuchte bei ihm Mitleid zu erwecken. Wenn er schon einen Narren an ihr gefressen hatte, dann konnte Holly das auch ausnutzen. „Befehl ist Befehl.“ „Aber ich will nicht. Ich bin auch brav. Versprochen.“ versuchte sie es weiterhin und weinte noch mehr.

Es schien zu wirken, denn Rabastan setzte sich zu ihr an die Pritsche, legte die Spritze zur Seite und Holly ließ sich nur wiederwillig ihr Gesicht von seinen Händen umfassen. „Du musst keine Angst haben. Ich hab doch gesagt, dass ich auf dich aufpasse. Dir wird nichts zustoßen. Du bist jetzt mein kleiner Schatz. Mein Eigen.“ Er riss die Augen auf und verkrampfte sich, als Holly ihm die Nadel der Spritze in den Körper rammte. Er atmete schwer, bevor er sie losließ und zuckend auf den Boden fiel. „Ich bin nicht dein.“ presste sie leise hervor und stand wankend auf. Er lag schwer atmend auf den Boden mit geschlossenen Augen, als Holly sich zu ihm beugte und nach seinem Zauberstab suchte. Sie fand nicht nur seinen, sondern auch gleich ihren und den von Summer.

Der Raum drehte sich, als sie aufstand und sie hatte Mühe die Tür aufzubekommen. Eine vermummte Gestallt stand davor und brachte nur ein: „Was zur…“ bevor Holly ihn schockte und er leblos auf den Boden liegen blieb. Sie versuchte ihren Atem zu kontrollieren und ihr Gehirn weiterarbeiten zu lassen. Suchend sah sie kurz nach rechts und nach links. Sie musste Summer und die anderen finden und zwar schnell. Sie zuckte zurück, als sie in einen weiteren fensterlosen Gang trat und rutschte dabei fast die Wand hinunter. Ein Schmerz breitete sich in Höhe ihres Bauchnabels aus und als sie an sich herunterblickte, sah sie dabei zu, wie sich ihr Oberteil blutrot färbte.

Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Es brauchte drei Versuche, bevor sie den Todesser traf und im Anschluss über den geschockten Mann stieg. Sie war anscheinend genau richtig, als sie Summer Schreien hörte: „Lass mich los! NEIN! Ich hab alles gesagt, bitte!“ Holly überlegte nicht lange, sondern sprengte die Tür aus den Angeln. Der blonde große Mann konnte gar nicht so schnell reagieren. Summer sah blass auf, während sie selbst in einer Ecke kauerte. „Holly?“ Holly zog sie hoch: „Alles in Ordnung? Hat er dir was getan?“ Summer schüttelte heftig den Kopf: „Nein. Nein er wollte. Du blutest ja…“

Holly ging gar nicht darauf ein, sondern zog sie mit. Summer knickte immer wieder ein, weshalb Holly eine ihrer Arme über ihre eigene Schulter zog. Wahrscheinlich hatten sie ihre Cousine ebenfalls mit diesem Zeug vollgepumpt. „Holly ich… sie haben mich gefoltert. Ich wollte nichts sagen. Ich wollte wirklich nicht.“ wehklagte Summer weinend, während sie Richtung Ausgang gingen. Wo waren die ganzen Todesser hin? Konnte es tatsächlich sein, dass Shaw nur so wenige bei sich behielt, weil er dachte alles unter Kontrolle zu haben? „Es tut mir so leid Holly.“ heulte Summer und Holly keuchte: „Schon in Ordnung Summer. Das wird schon wieder.“

Sie atmete erleichtert, als sie Summer losließ und feststellte, dass sie inzwischen selbst stehen konnte. Sie stiegen gemeinsam die wenigen Stufen zum Ausgang empor und waren beide erstaunt, dass auch hier niemand zur Wache stand. Holly stieß die schwere Eisentür auf und drückte Summer ihren Zauberstab in die Hand. „Was… Was hast du vor?“ fragte ihre Cousine irritiert. „Du rennst jetzt Summer hörst du? Immer gerade aus. Versteck dich und wenn es dir besser geht, apparier zu dem Versteck, dass wir ausgemacht haben. Hörst du?“ „Aber… was ist mit dir?“ hakte ihre Cousine nach. „Ich komme nach. Aber ich muss erst Matt suchen.“ erklärte Holly.

Sie wollte sich umdrehen, als Summer sie festhielt. „Nein. Geh nicht. Ich will nicht alleine gehen! Und das sollen wir doch auch nicht. Wir sollen fliehen. Komm mit mir.“ Holly stieß Summer leicht von sich weg: „Lauf endlich. Ich muss erst Matt suchen. Na los!“ Summer rührte sich nicht, weshalb Holly sie erneut anstieß: „Summer lauf schon! Vertrau mir.“ Sie sahen sich einen Moment schweigend an, bevor Summer sich umdrehte und rannte. Holly hinkte wieder nach unten und umklammerte erneut ihre Mitte, bevor sie sich an der Wand anlehnte und tief durch ihre Nase einatmete. Sie wusste nicht was schlimmer war, die Wunde oder das Mittel, dass ihrem Körper zu schaffen machte.

Sie schwankte weiter und hinterließ dabei rote Abdrücke mit ihrem eigenen Blut auf der Wand. Sie blinzelte schwer, als für einen Moment alles drohte schwarz um sie herum zu werden. Sie durfte jetzt nicht die Kontrolle verlieren. Noch nicht. Erst wenn sie ihren Bruder gefunden hatte. Und sie musste wissen, wer hier noch alles war. Sie linste vorsichtig in das Zimmer hinein, indem sie befragt worden war. Das einzige Zimmer, deren Tür ein kleines eingelassenes Glas hatte und entdeckte dabei ihren Bruder auf den Stuhl sitzend, auf den sie auch schon gesessen hatte. Als sie leise die schwere Tür aufschob, sah er auf und seine Augen zeigten Erleichterung: „Du lebst.“

Er sah schlimm aus. Er hatte einige Schrammen im Gesicht und wirkte gespenstisch bleich. Hollys Stimme war leise: „Wir müssen hier raus.“ „Wo ist Summer?“ „Schon weg. Sind noch andere von uns hier?“ „Nicht hier. Aber sie haben welche geschnappt. Das hat mir dieses Arschloch unter die Nase gerieben.“ Holly vermutete, dass Matt Shaw meinte. Sie beugte sich zu seinen Füßen und machte die Fesseln los. „Du bist verletzt.“ stellte ihr Bruder fest, als sie sich aufrichtete und begann seine Hände zu befreien. „Ja ich weiß. Das heilen wir später. Erst müssen wir hier raus und…“ Sie brach ab, als sie eine Bewegung im Raum hinter Matt wahrnahm und keuchte schwer auf, als sie gegen die Wand flog.

Sie hatte nicht aufgepasst, dass Shaw im Raum nebenan war. Matt, der immer noch nicht ganz befreit war, brüllte als Shaw auf Holly zuging. „Lass sie in Ruhe!“ Holly konnte gar nicht so schnell reagieren, als Shaw sie an den Haaren hochzog. „Langsam gehst du mir wahrlich auf die Nerven! Jemand sollte dir beibringen Respekt vor Autoritäten zu haben!“ Sie schlug verzweifelt um sich, als Shaw drohend mit seinem Stab umherschwenkte und Holly sich nicht anders zu helfen wusste, als ihn zu treten. Er ließ sie zwar los, schlug ihr aber im selben Moment wutschreiend ins Gesicht. Für einige Sekunden, sah Holly Sterne vor ihren Augen aufblitzen und sie schwankte wieder leicht gegen die Wand.

Sie stand haltsuchend auf und Shaws Augen funkelten vor Zorn. „Das war deine letzte Handlung gegen mich.“ knurrte er gefährlich und Holly stand wie gelähmt einfach da. Es geschah viel zu schnell, obwohl es Holly vorkam, als würde sich plötzlich die Zeit wie zähflüssiger Sirup dahin wälzen. Matt der loskam vom Stuhl und „Nein“ schrie. Shaw der seinen Stab hob und einen Fluch aussprach den Holly nicht kannte und ihr Bruder, der sich vor sie stellte. Sie sahen sich in die Augen, als Matt dicht vor ihr stand und der Fluch, was auch immer für einer er war, seinen Körper durchbohrte, als würde man ihn mit einem Schwert durchstechen. Matts Augen wurden groß und Holly schrie vor Entsetzen auf. Schrie so laut, dass sie das Gefühl hatte ihre Kehle würde zerspringen.

Matt fiel stöhnend auf die Knie und dann erst nach hinten, wo er liegen blieb und sich an seinen Oberkörper faste. Holly weinte und jammerte zugleich, als sie auf Matt zustürzte und dabei ihren Stab vom Boden aufhob. Ihre Finger zitterten, als sie versuchte die Wunde zu heilen. Immer mehr Blut sickerte durch seine Kleidung und auf den Boden. Unaufhaltsam, als hätte man einen Wasserhahn aufgedreht. „Es wird alles gut. Es wird… ich krieg das hin…. ich…“ Sie verstummte, als Matt fast röchelnd ihren Namen aussprach. Sie schüttelte heftig den Kopf und drückte ihre bebenden Hände auf das klaffende Loch: „Du darfst nicht sterben Matt. Bitte.“ Immer mehr warmes Blut benetze ihre Hände.

Sie schlug um sich, als Vincent sie unsanft hochzog und schnappte nach Luft, als er sie gegen den schweren Holztisch drängte. Für einen Moment dachte sie, dass Bewusstsein zu verlieren, als ihr Kopf mit der Tischplatte Bekanntschaft machte, weshalb sie kurz innehielt und erst jetzt erkannte, was Vincent vorhatte. Die Spritze, die ihr schon so bekannt war, ließ sie panisch werden. Sie wusste nicht wie viel sie von diesem Zeug schon intus hatte, aber eins war ihr klar, es fehlte nicht mehr viel um sie umzubringen. „NEIN!“ schrie sie unbändig und versuchte sich von Vincent zu befreien. „HILFE! Helft mir! NEIN!“ „Halt endlich still, hier hört dich niemand!“ verlangte Shaw, der Mühe hatte sie festzuhalten.

Der Stich war nichts gegen die Schmerzen, als sich eine erneute Dosis des Giftes in ihren Adern breitmachte. Sie spürte das brennen, als Shaw immer mehr von dem Zeug ihr spritzte und Holly merkte die Auswirkung sofort. Sie bekam kaum noch richtig Luft und spürte, wie ihr Herz beschleunigte. „Siehst du, gleich ist es vorbei.“ zischte Vincent ihr zu und ließ nicht von ihr ab. Holly merkte das dünne Holz, als sie immer noch gegen ihn schlug, umklammerte es und im selben Moment, als sie an den Fluch dachte, krachte es. Vincent wurde von ihr geschleudert und Holly riss es samt Tisch um. Die halb leere Spritze klackerte davon.

Eine Sekunde war es einfach nur Still, bis Holly verzweifelt versuchte Luft in ihre Lungen zu bekommen. Ruhiger zu atmen oder sich aufzusetzen, doch nichts von beiden gelang ihr. Sie konnte sich nicht bewegen. Sie schnappte verzweifelt nach Luft, während sie immer schneller atmete. „Holly.“ krächzte Matt tödlich verletzte und sie hob schwer ihren Kopf. Sein Blick war so ruhig, während Holly unaufhörlich weinte. Er streckte seine Hand nach ihr aus und Holly brauchte einige versuche, bis sie es schaffte ihre Hand zu ihm zu strecken.

Es beruhigte sie ein wenig, als die warme Hand, sich um ihre Finger schloss. Matts Griff schien stärker zu werden, als sie wimmernd vor Schmerz zusammenzuckte. „Hab keine Angst.“ –flüsterte Matt- „Du bist nicht allein.“ Sie wollte etwas sagen, doch konnte nicht. „Holly?“ fragte Matt und ein Schrei blieb ihr in der Kehle stecken. Sie hatte das Gefühl, alles in ihrem Körper lief auf Hochtouren. Ihr Herz, ihre Lunge, ihr Gehirn. Ja sogar jede Zelle schien den Schmerz intensiver wahrzunehmen. Sie wusste nicht ob es Panik oder Angst war die sie verspürte. Sie merke nur, dass der Tod unaufhaltsam auf sie zukam und plötzlich war dieses Gefühl weg.

Irritiert wich sie von ihrem leblosen Körper zurück, als um sie herum es dunkler zu werden schien. „Was geht hier vor?“ fragte sie und ihre Stimme hallte immer wieder. „Wir sterben.“ erwiderte eine viel zu vertraute Stimme und Holly wandte sich von ihren regungslosen Körper ab. Wandte sich ab von dem Raum und sah ihren Bruder. „Cody?“ fragte sie leise und ging einige Schritte auf ihn zu. Der Raum, wenn es überhaupt einer war, indem sie sich befanden war dunkel, an den Wänden schienen dünne Lichtleisten nach oben zu laufen. Es wirkte so unecht. Nicht real. „Wir sterben Holly.“ sagte er noch einmal und seine Stimme zitterte dabei.

Sie schüttelte hilflos den Kopf und schluckte hart. „Wo bist du?“ „Ich weiß nicht… ich glaub in einem Lagerhaus. Faye wollte uns befreien… sie haben auch andere. Ich hab Laura gesehen. Irgendetwas ist fürchterlich schief gegangen.“ sagte er mit einer merkwürdigen abwesenden Stimme und sah Holly dann direkt an. „Ich hab Angst Holly.“ Holly ging eilig auf ihn zu und nahm ihn in den Arm. „Das musst du nicht. Das musst du nicht Cody.“ Er schien zu zittern und er erwiderte die Umarmung fest. Seine Stimme war brüchig. „Ich will nicht sterben Holly. Ich hab Angst davor. Ich will noch nicht sterben.“ Sie schluchzte selbst. Was sollte sie dazu sagen? Das alles gut werden würde? Das würde es nicht. „Vater hat immer gesagt, wir müssen den Tod nicht fürchten. Weißt du noch?“ warf sie nach einiger Zeit ein und merkte wie Cody stumm nickte.

Sie schienen eine Ewigkeit so dazustehen, als Holly keuchend sich von ihrem jüngsten Bruder löste. Ein Schmerz jage erneut durch ihren Körper. „Holly? Was ist mit dir?“ fragte er alarmierend und Holly schnappte nach Luft: „Ich weiß es nicht.“ Sie konnte nur schwer, einen Schmerzensschrei unterdrücken und krümmte sich leicht im Stehen, als sie erneut die Wunde deutlich am Körper fühlte. Ihre Finger tasteten nach dem Schnitt und sie sah Blut auf ihren Fingern. „Was geht hier vor?“ fragte sie in die Stille hinein und sah zu Cody auf. „Sie holen dich zurück.“ „Was?“ fragte sie verständnislos und Cody wich zwei Schritte von ihr zurück. „Jemand heilt dich. Jemand holt dich zurück. Wiederbelebt dich.“

Holly schüttelte aufgebracht den Kopf: „Nein. Ich geh nicht. Ich lass dich nicht alleine.“ „Es ist gut so Holly.“ sagte ihr Bruder ruhig und Holly wollte auf ihn zugehen, fiel jedoch auf die Knie: „Cody!“ „Lass los Holly. Es ist in Ordnung. Lass einfach los.“ „Ich lass dich nicht im Stich.“ „Das musst du aber jetzt. Du kannst mir nicht mehr helfen.“ erwiderte Cody ruhig und seine Stimme schien leiser zu werden. Als Holly aufsah war er verschwunden und sie schrie verzweifelt nach ihm, bevor eine erneute Schmerzwelle über sie hineinbrach und sie in die Tiefe des Unbekannten fiel.




„Das ist doch krank. Woher willst du wissen, dass sie hier ist? Dieser Shaw könnte sie überall hingebracht haben.“ schimpfte Blaise, als sie durch einen Wald rannten. „Irgendwo müssen wir doch anfangen, oder?“ warf Draco ein und lief weiter. „Du weißt doch gar nicht, ob sie sie gekriegt haben. Das ist bescheuert. Deine Mutter hat gesagt, du sollst dich da raushalten.“ Er sagte nichts, sondern rannte unbeirrt weiter. „Was willst du denn denen sagen? Hast du darüber mal schon nachgedacht?“ sagte Blaise und Draco blieb suchend stehen. Er wusste, dass hier irgendwo ein Versteck der Todesser lag. „Draco, ich rede mit dir.“ fuhr ihn Blaise an.

Sie zuckten beide zusammen, als eindeutig jemand in ihrer Nähe zu hören war. Zumindest stolperte anscheinend jemand auf sie zu. Sie irrten sich nicht. Denn nur Sekunden später, rannte einige Meter von ihnen entfernt eine blonde junge Frau an ihnen vorbei. „Summer?“ brachte Blaise verwirrt von sich, bevor er ihr hinterherlief. „SUMMER!“ rief er lauter, doch sie hörte nicht. Draco fluchte leise, als er seinen besten Freund folgte. Er suchte Holly und nicht Summer. Aber anderseits, konnte Holly nicht weit von ihrer Cousine entfernt sein. „Summer.“ wiederholte Blaise erneut, als sie sie fast eingeholt hatten, doch sie versuchte weiter zu rennen.

Als Blaise Summer eingeholt hatte und sie am Handgelenk packte, um sie am weiterrennen zu hindern, schlug sie schreiend um sich. Es wurde auch nicht besser, als Blaise sie an der Taille packte und festhielt: „Summer beruhig dich, ich bin´s nur. Blaise. Summer!“ Sie atmete schwer und ließ nur wiederwillig davon ab, sich weiter zu befreien. „Blaise?“ fragte sie erstickt und Blaise hielt sie weiterhin fest: „Ja. Ruhig. Ganz ruhig. Ich bin´s wirklich.“ sagte er sanft und sie begann zu schluchzen und wäre bestimmt auf den Boden zusammengesunken, wenn Blaise sie nicht weiterhin festgehalten hätte.

„Schon gut. Schon gut.“ murmelte Dracos bester Freund leicht gegen ihren Hinterkopf und Draco trat vor sie. Seine Vermutung wurde bestätigt, als er sah, dass Summers Pupillen nicht auf das Licht seines Zauberstabs reagierten und sie weiterhin Stecknadelkopfgroß blieben. „Dieses Teufelszeug?“ fragte Blaise, als Draco aufsah und er nickte leicht, bevor er eine von den dreien Phiolen hervorzog und Blaise reichte. Blaise schaffte es, dass Summer die Phiole in einem Zug leerte und sie schien tatsächlich ruhiger zu werden. „Summer, weißt du wo Holly ist?“ fragte Draco, als Blaise ihr half sich gegen einen Baum zu setzten. „Bei denen.“ –erwiderte sie und deutete in die Richtung wo sie hergekommen war- „Sie hat gesagt, sie sucht noch Matt.“

„Schön ich hol Holly, ihr wartet hier.“ verkündete Draco und wurde im gleichen Moment von Blaise zurückgehalten. „Du kannst nicht alleine da hin.“ „Du solltest bei ihr bleiben.“ erklärte Draco und nickte in Richtung Summer. „Ich komm schon klar Blaise.“ „Draco. Das ist kein Spiel. Die werden dich ohne mit der Wimper zu zucken töten, wenn sie dich dabei erwischen wie du Holly bei der Flucht hilfst.“ Er wollte etwas erwidern, als man eindeutig einen Unerträglichen Schrei hörte. „Holly.“ murmelte Draco und rannte los, ohne auf Blaise einwürfe zu warten. Er fand den Bunker und die geöffnete Tür. Mit gezücktem Zauberstab, ging er langsam die wenigen Stufen nach unten.

Es war verräterisch ruhig hier unten und er hielt kurz inne, als er Blut an einer Wand sah. Kleine Handabdrücke. Er wollte am liebsten nach Holly rufen und hastig weiterrennen, doch er zwang sich dazu langsam voran zu gehen und nach und nach, nach ihr zu suchen. Er fand mehrere geschockte Kollegen von ihm, darunter Rabastan, der nach näheren Betrachten anscheinend mit dem eigenen Mittel außer Gefecht gesetzt worden war. Sein Herz überschlug sich, als er den Raum mit der Tür erreichte, die ein kleines eingelassenes Fenster hatte und er das angerichtete Chaos erblickte. Er sah einen umgekippten Stuhl und eindeutig Matthew Raven am Boden liegen, bewegungslos. Er sah auch Shaw, der in einer Ecke lag und sich nicht rührte.

Seine grauen Augen wanderten zu dem umgekippten Tisch und dann sah er sie. Es musste sie sein, auch wenn er nur ihre Rückseite sah. „Holly.“ rief er aus und riss gleichzeitig die Tür auf. Er brauchte kaum zwei Schritte um bei ihr zu sein und drehte sie vorsichtig auf den Rücken, während er sich über sie beugte. Sie gab kein Zeichen von sich und es war Angst die Draco zu überwältigen schien, gefolgt von Panik, als er feststellte, dass sie nicht atmete. Er sah eine Wunde, quer zu ihrem Nabel, die aber auf gar keinen Fall tödlich war. „Du darfst nicht sterben.“ murmelte er und versuchte ihren Puls zu finden. Er tastete nach nichts, an ihrem Hals und stellte fest, dass ihr Herz nicht schlug. Nein, nein sie konnte nicht tot sein. Seine Hände bebten, ihr Körper war noch warm. Viel zu warm. Das Mittel, es musste das Medikament sein. Es verursachte im schlimmsten Fall einen Herzstillstand.

Er überlegte gar nicht lange, sondern kniete sich besser hin und legte einen Ballen seiner Hand auf das untere Drittel ihres Brustbeins und den anderen Ballen auf die bereits aufgelegte Hand. Er drückte dreißigmal zu und zählte dabei leise mit. Er neigte ihren Kopf weiter nach hinten und hielt ihr die Nase zu, bevor er sie zweimal beatmete, um dann nur wieder mit der Herzmassage fortzufahren. „Holly verdammt atme.“ –fuhr er sie an- „Wenn du mich hier alleinlässt, verzeih ich dir das nie.“ Er sah nur kurz von seinem Tun auf, als Blaise eintrat und keuchend stehen blieb. „Meine Fresse.“ murmelte er und stürzte erst auf Matt zu. „Tot.“ sagte er knapp und krabbelte regelrecht zu Draco, der erneut seinen Mund auf ihren legte.

Blaise sah sich suchend um, als könnte er irgendwo Hilfe finden, als Draco mehr zu sich selbst sagte: „Sie atmet nicht. Sie atmete einfach nicht.“ Aus den Augenwinkeln heraus, sah er wie Blaise eine Spritze hochhob um nur nach Hollys Arm zu greifen und Draco zwei Einstichstellen zu zeigen. „Wie viel überlebt ein Mensch von diesem Zeug?“ „Ich hab keine Ahnung.“ fuhr Draco ihn an und kämpfte damit nicht völlig von der Verzweiflung überrannt zu werden. Er sah kurz auf, als Blaise aufsprang und nach etwas suchte und nach wenigen Minuten aus dem Nebenraum zurückkam mit einer verpackten leeren Spritze und einer Nadel. „Gib mir eine dieser Phiolen.“ „Was?“ fragte Draco leicht angestrengt, ohne von Holly abzulassen. „Die Phiolen! Gib mir eine davon.“ verlangte Blaise und Dracos Hände zitterten, als er kurz nach einer von den übrigen zwei suchte und sie Blaise reichte.

Er schien seine Anstrengungen Holly wiederzubeleben zu steigern, während Blaise das Gegengift in der Spritze aufzog. Er sah dabei kurz zu, wie Blaise Holly die Spritze verabreichte und sich dann an der Wunde zu schaffen machte um sie zu heilen. Sein bester Freund tastete wie Draco zuvor nach Hollys Puls und schüttelte leicht den Kopf, weshalb Draco fester zudrückte. „Komm schon. Komm schon Holly. Seit wann lässt du dich von ein paar Todessern unterkriegen?“ Er hielt inne, als sie selbst nach Luft schnappte und angestrengt ausatmete. „Holly?“ er beugte sich besorgt zu ihr und Blaise sah ihn an. „Wir müssen sie hier weg bringen. Sie braucht einen Heiler Draco.“ Draco nickte obwohl er lieber dem Gefühl nachgeben wollte zu weinen. Sie atmete. Sie atmete…



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