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Wo komm ich her, wo geh ich hin?

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Blaise Zabini Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle
26.09.2012
24.08.2015
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Wo komme ich her, wo gehe ich hin?




Hermine Granger war ein sehr zufriedenes Kind. Sie liebte ihre Eltern über alles, hatte mit Ron, Harry und Ginny, die besten Freunde die sie sich wünschen konnte und war obendrein eine hochintelligente und mächtige Hexe.

Man konnte zweifellos sagen, sie war glücklich. Ihrem Glück war es noch nicht einmal abträglich, dass Trottel wie Draco Malfoy oder die anderen Slytherins sie in einem fort Schlammblut nannten. Ihr Eltern waren Muggel, doch warum sollte sie sich dafür schämen?

Gerade eben saß sie zuhause an ihrem Schreibtisch und begann sorgsam und ordentlich mit ihren Hausaufgaben für Zaubertränke. Snape, die hakennasige Kerkerfledermaus hatte, sehr zur Freude der Slytherins, den Gryffindors eine riesige Menge an Extrahausaufgaben aufgebrummt, doch das störte Hermine nicht. Sie liebte es für die Schule zu lernen, also stürzte sie sich mit Feuereifer auf den vor ihr aufgetürmten Berg.

Als sie soeben letzten Schliff an ihren Aufsatz „Vor- und Nachteile der Verwendung von Bezoaren bei leichten Vergiftungen“ legte klopfte es an der Tür. Erstaunt steckte Hermine ihre Feder zurück in das Tintenfass und wandte sich der Tür um. Eigentlich hatte sie gedacht, dass sie das Haus heute für sich alleine hätte. Ihr Vater war in seiner Zahnarztpraxis und ihre Mutter war schon die ganze letzte Woche sehr komisch gewesen und hatte das Haus häufig verlassen.

„Herein“, rief Hermine.

Die Tür öffnete sich und Jane Granger trat ein. Hermine musterte ihre Mutter. Sie sah abgespannt aus, auch wenn das wohl nur jemandem auffallen konnte der sie wirklich gut kannte. Mrs. Granger verstand es fabelhaft ihre Gefühle hinter einer Mauer aus kühler Arroganz zu verbergen. Etwas das Hermine immer bewundert hatte. Die ältere Frau trug wie immer eine elegante schwarze Jeans, dazu eine farbige Bluse, heute in tiefem azurblau, was hervorragend zu ihren Augen passte.

Wenn Hermine so darüber nachdacht hatte sie ihre Mutter eigentlich noch nie in legerer Kleidung gesehen. Schmunzelnd musste sie an die Diskussionen ihrer Eltern denken, wenn Mr. Granger mal wieder in Jogginghosen das Haus verlassen wollte.

„Unterbreche ich dich bei etwas, Hermine?“, erkundigte sich ihre Mutter.

„Nein, Mum, bin gleich fertig.“, erwiderte Hermine und winkte die Frau herein. Aus den Augenwinkeln beobachtete Hermine wie ihre Mutter sich auf ihrem Bett niederließ und versonnen aus dem Fenster sah.

Schnell schreib Hermine ihren Aufsatz fertig und wandte sich ihrer Mutter zu. Erst jetzt viel ihr auf, dass die sonst so selbstsichere Frau verunsichert, ja beinahe klein und zerbrechlich wirkte. Sie musste sich wegen irgendetwas Sorgen machen, denn sie wirkt als läge die letzte vernünftige Mahlzeit einige Zeit zurück. Zwar war ihre Mutter, wie auch sie selbst inzwischen, immer groß und zierlich gewesen, hatte dabei aber nie abgemagert gewirkt. Die lange schwarzen Haare, die ihr sonst immer sanft den Rücken hinunter hingen, waren in einen strengen Knoten gezwungen, was Hermine zusammen mit dem unterkühlten Blick, den sie dem Fenster zuwarf, grotesker Weise an Malfoys Mutter erinnerte. Angewidert, ob dieses Gedanken schüttelte Hermine ihren Kopf und zog die Nase kraus.

„Hermine, wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst kein Gesicht ziehen, die Falten bleiben dir sonst.“, sprach Mrs. Granger vorwurfsvoll.

„Sehr oft, Mum. Ich lass es in Zukunft bleiben.“, beschwichtigte Hermine.

Mrs. Granger nickte nur und sah kurz zum Fenster hinaus bevor sie sagte: „Hermine, Schatz, ich habe lange darüber nachgedacht und nun einen Entschluss gefasst. Prof. Dumbledore hat letzte Woche einen Brief geschrieben, in dem er die Vorfälle von vor drei Monaten erklärt hat und auch was es mit deiner Verletzung auf sich hat.“

Hermine schauderte bei dem Gedanken an die Vorkommnisse in der Mysteriums Abteilung, besonders bei dem Gedanken an das Gesicht von Antonin Dolohov bevor er ihr einen Fluch aufgehalst hatte. Madam Pomfrey hatte ihr unmissverständlich klar gemacht, dass, wenn Dolohov seinen Fluch hätte aussprächen können sie nicht nur einen feine Narbe quer über ihren Körper gehabt hätte, sondern sie den Angriff nicht überlebt hätte. Sie war an ihrem Tod beinahe so eng vorbei geschlittert wie Harry als Baby. Der Gedanke ängstigte sie und bescherte ihr immer wieder Albträume. Allerdings erklärte es wohl auch den Zustand ihrer Mutter, wenn Dumbledore ihr das geschrieben hatte.

Hermine schluckte und sah ihre Mutter an, in deren Augen ein gequälter Gesichtsausdruck getreten war.

„Ich hätte diesen Entschluss viel früher fassen sollen. Es ist meine Schuld, dass du, mein einziges Kind, beinahe gestorben wärst.“ Mrs. Granger lehnte sich vor und schloss ihre Tochter in eine feste Umarmung. „Ich hätte es mir nie verzeihen können, wenn ich dich verloren hätte.“

Hermine erwiderte die Umarmung ihrer Mutter, auch wenn ihr Gesicht zu einer schneeweißen Maske gefroren war. Ihre Mutter würde sie doch nicht aus Hogwarts herausnehmen, oder? Die Schule war ihr Leben. Ihrer Mutter hatte schon immer eine scheinbare Abneigung gegen die Zaubererwelt gehegt. Zwar hatte sie sich über Hermines Hogwarts-Brief gefreut, war jedoch nie mit in die Winkelgasse gegangen oder auch nur zum Bahnhof. Sie hatte sogar einen sehr plötzlichen Termin, als sie erfahren hatte, dass Mr. Weasley sie vorletztes Jahr zur Weltmeisterschaft abholen würde.

„Mum, ich will weiter nach Hogwarts gehen!“, entfuhr es ihr plötzlich und sie löste sich aus der Umklammerung ihrer Mutter.

Mrs. Granger sah sie einen Moment ratlos an, bevor ihre Gedanken offenbar mit denen ihrer Tochter Schritt gefasst hatten.

„Ich möchte dich doch nicht aus der Schule nehmen, ich möchte dir etwas erzählen; wobei ich glaube, dass es dich genauso schmerzen wird.“, schluchzte sie.

Hermine sah ihre Mutter jetzt beinahe erschrocken an, noch nie hatte sie ihre Mutter weinen sehen.

„Mum, alles ist gut, was willst du mir sagen.“

Mrs. Granger nickte und sah ihre Tochter dann liebevoll an, während sie ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich.

„Du bist hübsch geworden, habe ich dir das schon einmal gesagt?“, erkundigte sich Mrs. Granger mit einem traurigen Lächeln.

„Nein, Mum, aber danke.“

„Schatz, versprich mir, was auch immer ich dir jetzt erzählen werde, du bleibst sitzen und lässt mich aussprechen.“, forderte Mrs. Granger nachdrücklich und sah ihre Tochter unablässig an. Hermine nickte.

„Hast du dich je gefragt, warum ich all die Jahre einen weiten Bogen um die Zaubererwelt gemacht habe?“

„Ich habe angenommen, weil sie dir unheimlich war oder du Angst hattest.“

„Angst trifft es gut, aber ich habe keine Angst vor Hexen oder Zauberern, ich hatte Angst jemand könnte mich erkennen.“

„WAA?“, setzte Hermine an, doch ihre Mutter hob die Hand und schnitt ihr so das Wort ab.

„Es hat keinen Sinn lange um den heißen Brei herum zu reden, wie die Muggel so schön sagen.“ Sie griff in ihre Tasche und zog einen Zauberstab hervor. „Ich bin eine Hexe.“

Hermine musste bei diesen Worten wenig intelligent dreigeschaut haben den ihre Mutter grinste und schloss ihren Mund, damit keine Fliegen hineinflögen.

„Aber, wie … ich verstehe nicht. Das kann nicht sein, das glaube ich dir nicht.“, stellte Hermine fest und sah ihre Mutter beinahe trotzig an.

Beinahe amüsiert hob Mrs. Granger ihren Zauberstab und deutete auf Hermines Kissen, mit einer eleganten Bewegung verwandelte sich das Kopfkissen in einen Eule und dann wieder zurück. Hermine starrte völlig entsetzt auf das Kissen, bevor sie sich langsam ihrer Mutter zuwandte.

„Warum?“, das war das Einzige was sie sagen konnte. Doch ihre Mutter schien zu verstehen.

„Warum ich es dir nicht früher gesagt habe? Ich habe dir einiges zu erzählen, so auch diese Geschichte und glaube mir, es wird dir nicht gefallen.“, ihr kurzzeitige Freude schien jetzt wieder wie weggeblasen.

„Wo fang ich am besten an? Ich denke mit meiner Familie. Du hast mich kennengelernt als Jane Granger, mein wahrer Name jedoch ist Antea Rosier. Meine Mutter hieß Kassiopeia Rosier, mein Vater Augustus Rosier und mein Bruder Evan Rosier.“

„Mum, Harry hat mir von Evan Rosier erzählt, er war ein Todesser und wurde von Mad-Eye Moody umgebracht. Harry hat gesagt Moody hat dabei ein Stück Nase eingebüßt.“

„Sehr richtig, auch mein Vater war ein Todesser und du hast vielleicht von seiner Schwester gehört Druella Rosier, Ehefrau von Cygnus Black und Mutter von …“, die Stimme von Mrs. Granger stockte und erstarb dann.

„Mutter von Bellatrix Lestrange, Andromeda Tonks und Narcissa Malfoy. Mum, das muss ein Irrtum sein, du kannst nicht mit einem Monster wie Bellatrix verwand sein, sie hat vor nicht einmal 3 Monaten Sirius umgebracht und, und …“ Hermine sah ihre Mutter mit einem Blick an, der nur darauf wartete, dass Mrs. Granger lacht und sagte das sei alles nur ein Scherz.

„Das ist leider kein Scherz, sie ist meine Cousine und damit deine Tante [2. Grades für die Korinthenkacker ;)]“

Hermine keuchte erschrocken, bevor sie dann den Blick ihrer Mutter bemerkte „Mum, das ist aber nicht der Grund warum du mir nie etwas gesagt hast, oder?“

„Nein, Schatz, das Ganze mag dir zwar nicht gefallen ist, aber nicht weiter schlimm.“ Hermine wollte protestieren, doch Mrs. Granger fuhr fort. „Nein, der Grund warum ich nie etwas gesagt habe ist, der weil ich mich gewissermaßen vor der Zaubererwelt und meiner Familie versteckt habe. Meine Familie wollte, dass ich heirate, jemanden, den ich in etwa so gut ausstehen konnte wie du Draco Malfoy. Damit hätte ich unter Umständen leben können, wenn nicht gewisse Ereignisse ein sehr schnelles Handeln verlangt hätten.“

Hermine hielt kurz den Atem an, jedoch als ihre Mutter nicht fortfuhr fragte sie vorsichtig. „Welche Ereignisse?“

„Ich wurde schwanger, von ihm, sodass ich nur die Wahl hatte sofort heiraten oder das Kind töten. Ich war damals noch nicht einmal zwanzig und wollte auf den Tod noch nicht diesen Mann heiraten, genauso wenig, aber wollte ich das Kind töten, also bin ich über Nacht geflohen. Andromeda hat mir damals geholfen. Es war auch ihre Idee, dass ich einen Muggel heirate um eine bessere Deckung zu haben. Ich habe Robert Granger geheiratet.“,

„Mum, das Kind, wer war das?“

„Du, mein Schatz, dein „Vater“ weiß, dass du nicht sein Kind bist, trotzdem hat er sich immer gut um dich gekümmert, wofür ich ihm sehr dankbar bin, auch wenn Robert und ich ansonsten wenig voneinander halten. Er brauchte einen Frau, ich einen Mann, Ende der Geschichte.“, Hermines Mutter ratterte diesen Teil ihrer Geschichte mit stoischer Gelassenheit herunter, als kümmerte es sie nicht sonderlich.

Hermine starrte ihre Mutter an, sicher sie hatte immer schon gewusst, dass ihre Eltern sich nicht sehr nahe standen und hatte in späteren Jahren eine Zweckehe vermutet, aber nie im Leben hätte sie so etwas erwartet.

„Das ist zu viel, ich bin nicht Dads Tochter. Wer ist dann mein Vater?“, erkundigte sich Hermine.

„Schatz, ich glaube ich habe dir genug zum Nachdenken gegeben, es gibt noch zwei Dinge, doch über diese werden wir ein anderes Mal sprechen.“, sagte Mrs. Granger und erhob sich.

„Nein, Mum, ich will es wissen auch das andere und zwar jetzt.“, forderte Hermine trotzig.

„Glaub mir Schatz, du wirst es bereuen danach gefragt zu haben, wenn ich es dir sage. Denke erst einmal über das nach was du schon weist und finde dich damit ab. In drei Tagen werden wir zum Haus meiner Familie gehen, dort beantworte ich deine restlichen Fragen.“, damit verließ sie den Raum und ließ Hermine allein mit einem Haufen diffuser Gedanken.

[sry, dass ich euch hier allein lasse, aber ich bin sonderlich gut darin Emotionales zu schreiben, also macht euch eure eigenen Gedanken wie es Hermine geht]
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