Auf die Liebe!

von envy1
GeschichteRomanze / P12 Slash
Reyn Shulk
25.09.2012
25.09.2012
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„Dunban, kann ich kurz mit dir reden?“, fragte Shulk, als er sich von seinem Platz auf dem Baumstamm erhob, auf dem er neben Fiora Platz genommen hatte.
„Sicher…“, Dunban ahnte, über was Shulk mit ihm sprechen wollte und so erhob auch er sich. Der Rest der Gruppe, welcher aus Fiora, Sharla, Melia, Alvis und Riki bestand, schaute den Beiden verdattert nach, während Reyn nur seinen Blick starr zum Feuer gerichtet hatte, welches vor ihnen brannte und den Flammen betrübt beim Tanzen zusah. Die Gruppe hatte sich entschieden einen Lagerfeuer Abend zu veranstalten und Geschichten zu erzählen, wie dies an solchen Abenden so Tradition war.

„Es geht um Reyn, hab ich Recht, Shulk?“, fragte Dunban, wobei er es eher als eine Annahme betonte und weniger als eine Frage. Er hatte sich auf einen Felsen gesetzt, nachdem die beiden ein wenig in den umliegenden Wald gegangen waren. Shulk setzte sich langsam neben ihn, den Blick beschämt zu Boden gerichtet, nicht fähig Dunban in die Augen zu blicken.
„War das so offensichtlich?“
„Ziemlich, ja. Dann erzähl mal, was liegt dir auf dem Herzen?“, Shulk war für Dunban unentbehrlich und dieser wusste, er könne ihm alles anvertrauen.
„Ich… Ich kann ihn einfach nicht hinter mir lassen…“
„Du liebst ihn immer noch, oder?“
„Ja, über alles! Versteh mich nicht falsch. Ich mag Fiora, aber als eine gute Freundin… Es gab wirklich mal eine Zeit, da hab ich sie geliebt. Aber nachdem sie starb war Reyn für lange Zeit der Einzige, mit dem ich reden konnte, und er hat mir Mut und Kraft gegeben, diese schwere Zeit durchzustehen. Er war immer für mich da und er hat mich mit seinem Leben geschützt. Auch wenn Fiora nun zurück ist, meine Gefühle haben sich verändert“, Shulk spürte, wie ihm das Blut in den Kopf schoss und er rot wurde. Er versuchte es zu verstecken, indem er sein Gesicht von Dunban abwendete.
Dieser fixierte mit seinem Blick die Dunkelheit vor ihm und setzte zu einem Satz an: „Glaub mir, Reyn liebt dich von ganzem Herzen. Es mag sich zwar absurd anhören, aber er hat eure Beziehung nur beendet, damit du mit Fiora eine Familie gründen kannst. Vermutlich dachte er, eine Frau und eine richtige Familie wären das Beste für dich. Er hat dein Glück über sein eigenes gestellt, Shulk. Reyn ist ein herzensguter Mensch, zwar ist er etwas voreilig und hitzköpfig, aber das sind doch auch Eigenschaften, die du an ihm liebst, oder etwa nicht?“
„Natürlich tue ich das, aber denkst du nicht er wird mich abweisen, nachdem ich ernsthaft versucht habe eine Beziehung mit Fiora einzugehen, und ihn einfach allein zu lassen?“, sprach Shulk mit zitternder Stimme. Es kostete ihn viel Überwindung, das zu fragen, denn er fürchtete sich vor Dunbans Antwort.
„Reyn wäre nicht Reyn, wenn er dich wegen etwas abweisen würde, was er selbst in die Wege geleitet hat. Er wusste ganz genau was es heissen würde, wenn er dich Fiora überlassen würde. Ich sehe ihm jedes Mal den zerreissenden Schmerz in seinem Gesichtsausdruck an, wenn Fiora dich umarmt. Ich bin sicher er würde nicht zweimal überlegen wenn du ihm sagst, dass du ihn noch liebst. Das erste Mal hat er dir seine Liebe gestanden und jetzt liegt es an dir, eure Beziehung zu retten und das gleiche zu tun“
„D-Denkst du wirklich? Aber ich weiss nicht wie und wann ich es ihm sagen sollte.“
„Am besten jetzt gleich. Der Abend ist etwas Besonderes und viel zu schön um ihn als Single zu verbringen. Und zu der Frage mit dem „Wie“, sag es ihm doch einfach so wie du es mir jetzt erzählt hast, dass du ihn liebst und dass sich deine Gefühle für Fiora gelegt haben.“
„Bist du mir nicht böse? Immerhin ist sie deine Schwester…“
„Nein, ich würde dich niemals dazu zwingen mit ihr zusammen zu sein, wenn du das nicht willst. Sie wird jemanden finden, der zu ihr passt“, mit diesen Worten stand Dunban auf und reichte Shulk seine Hand um ihm behilflich zu sein.
„Und nun ab mit dir, du willst ihn doch nicht noch länger warten lassen?“
„Danke Dunban, vielen, vielen Dank. Ich schulde dir etwas“, Shulk umarmte Dunban als Ausdruck seines Dankes und die Beiden gingen wieder zurück zu dem Lagerfeuer, wo Sharla gerade dabei war, vom Leben in Kolonie 6 zu berichten.
Melia lag in Alvis‘ Armen und er strich mit den Fingern durch ihr silbernes Haar, während er den Geschichten lauschte. Riki war bereits eingeschlafen und lehnte sich an Reyns Bein, während dieser immer noch mit starrem Blick ins Feuer schaute.
Dunban nahm neben Sharla Platz, während Shulk hinter Reyn stehen blieb.
„Reyn, ich will mit dir reden!“
Dieser blieb einen kurzen Moment regungslos sitzen, bevor er sich erhob und ohne auch nur ein Wort Shulk in den Wald folgte. Riki kippte ohne seine Stütze zur Seite und wachte verträumt auf. Er streckte sich, kletterte dann auf den Baumstamm und setzte sich neben Melia und Alvis. Fiora schaute den beiden Jungs mit einem nachdenklichen Blick hinterher.

„Reyn… Ich weiss nicht genau was ich sagen soll“, gab Shulk unsicher von sich, während er daran zurückdachte, was Dunban ihm gesagt hatte.
„Reyn, du sagtest Fiora wäre besser für mich, aber mein Herz sagt mir, dass ich mit dir zusammen sein will. Als Fiora starb warst du der einzige, mit dem ich reden konnte und du hast zu mir gehalten und mir Kraft gegeben, diese schwere Zeit zu überstehen. Auch wenn Fiora nun wieder da ist, sind meine Gefühle für sie nicht mehr die Gleichen. Ich liebe dich, Reyn!“, sprudelte es aus Shulk heraus, der mit knallrotem Kopf vor Reyn stand und eine Antwort ersehnte.
Reyn war verdattert über dieses umfassende Liebesgeständnis von Shulks Seite. Aber er war überglücklich und schloss Shulk in die Arme. Tränen hinterliessen nasse Spuren auf seinen Wangen.
„Ich hab nicht einen Moment aufgehört dich zu lieben, Shulk! Nicht einen einzigen Moment!“
Reyn sah Shulk in seine tiefblauen Augen, hob mit dem Zeigefinger sein Kinn und versiegelte ihre Lippen. Auch Shulk kullerten Tränen über das Gesicht, doch er erwiderte den Kuss glücklich.

Gejubel und Geklatsche ertönte hinter den Bäumen und die beiden Liebenden drehten ihre Köpfe zu der Seite aus der die Geräusche kamen.
All die Andern standen einige Meter hinter einer Gruppe Bäumen versteckt und hatten das rührende Spektakel mitverfolgt.
„Ich wusste du schaffst es, Shulk!“, rief Dunban, zog Sharla zu sich und küsste sie stürmisch.
Melia hauchte Alvis einen sanften Kuss auf den Mund, worauf er rot anlief.
„Auf die Liebe!“, rief Fiora und warf Riki, welchen sie in ihren Armen gehalten hatte in die Luft.
„Riki freu, freu! Freunde wieder vereint! Riki freu, freu!“, schrie das kleine Fellknäuel als er in die Luft flog und wieder in Fioras Armen landete.
„Riki will zu Fraupon gehen und umarmen! Riki Fraupon und Jungpon lieb!“
„Ich freue mich für euch, Jungs“, ein sanftes Lächeln, in dem aber auch etwas Trauer mitschwang lag auf Fioras Lippen.
Shulk sah zu Reyn auf und küsste ihn. Dieser erwiderte und blendete das Gejubel um sich herum aus.
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