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Magic Wonderland

GeschichteMystery, Fantasy / P12 / Gen
Alice Oz Vessalius Raven (Gilbert Nightray) Rufus Barma Vincent Nightray Xerxes Break
24.09.2012
26.01.2020
40
41.631
 
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24.09.2012 1.055
 
"Nii-san?" Vincent öffnet die Tür zur Küche.
"Ich bin hier." Gil kommt mit einer Kiste Champignons aus dem Kühlraum, schiebt die Tür mit dem Fuß hinter sich zu. "Was willst du? Du kommst doch sonst nie hier herein."
"Warum hast du riskiert, Sir Rufus´ Wut auf dich zu ziehen? Du hättest Miss Sarah doch einfach direkt nach der Schule heimbringen müssen."
"Und du hättest dich nicht für mich einsetzen brauchen", brummt Gil, während er die Champignons in Scheiben schneidet.
Vincent tritt an den Küchentresen heran. "Dieses Mädchen ist es doch nicht wert, dass du für sie bestraft wirst. Ich könnte es nicht ertragen, wenn man dich genauso behandeln würde wie "Ihn."
"Ich werde bestimmt nicht den gleichen Fehler machen. Es war leichtsinnig von dem Schwachkopf, sich offen gegen Sir Rufus zu stellen."
"Ich bin froh, das zu hören. Und, kann ich dir bei irgendwas helfen jetzt?"
"Nein, nicht nötig." Gil verteilt die Champignonscheiben auf den Pizzablechen. "Ich muss nur noch eben den Käse holen und drüberstreuen, dann bin ich schon fertig."
"Das kann ich doch für dich machen." Vincent steuert bereits auf die Metalltür zu, die zum Kühlraum führt.
"Nein!"
"Nii-san?" Vincent dreht sich verwirrt und fragend um, als Gil ihn regelrecht anbrüllt.
"Äh, du weißt doch gar nicht, wo der Käse ist. Ich hole ihn selbst. Vielleicht könntest du ja zu Sir Rufus gehen und ihn fragen, ob Miss Sarah mit uns zusammen essen wird?"
"Natürlich, das mach ich doch gern."
Gil stößt einen tiefen Seufzer aus, dann geht er selbst zum Kühlraum und öffnet die schwere Tür. "Er ist jetzt erst mal weg."
Mit einem verlegenen Lächeln kommt Break hinter einem der Regale hervor. Er zittert vor Kälte. "Das war ganz schön knapp, oder? Einen Moment hatte ich schon befürchtet, er würde wirklich hier reinkommen."

kurzer Rückblick
Nach ihrer Rückkehr war langsam ein Unwetter herangezogen. Der Himmel hatte sich verdunkelt und der Wind war deutlich stärker geworden. Und starker Regen hatte auch eingesetzt, begleitet von Donnergrollen und rasch aufeinanderfolgenden Blitzen.
Als es auf den Abend zugeht, macht sich Gil auf den Weg in die Küche. Als er durch die Tür geht, spürt er einen starken Luftzug und schaltet rasch die Lampen ein. Eins der Fenster ist geöffnet und klappert im Wind. Darunter, auf dem Boden, hat sich eine Pfütze gebildet und nasse Fußspuren führen hinter den Küchentresen. Langsam folgt Gil der Spur und findet einen tropfnassen Break. Der Weißhaarige hockt mit dem Rücken an einer Schranktür gelehnt, unter ihm hat sich eine große Wasserlache gebildet. "Oh, Gilbert. Es macht dir doch nichts aus, dass ich mich hierher vor dem Sturm geflüchtet habe, oder?"
"Hast du jetzt völlig den Verstand verloren? Was hättest du denn gemacht, wenn ich jetzt jemand anderer wäre? Oder wenn jemand bei mir gewesen wäre?"
"Deshalb sitze ich ja hier, damit man mich beim Eintreten nicht sofort sieht."
"Aber die Spuren, die du hinterlassen hast, sind mir sofort aufgefallen", entgegnet Gil. "Du hättest wenigstens das Fenster wieder schließen können."
"Dafür bin ich leider nicht groß genug, ich komm nicht an den Griff dran."
Mit einem resignierenden Seufzen schließt Gil selbst das Fenster und holt einen Eimer und Aufnehmer aus dem Putzschrank. Er drückt beides Break in die Hände. "Mach wenigstens den Boden wieder trocken."
Während Break das Wasser aufwischt, mit einem leicht schmollenden Gesichtsausdruck, sucht Gil im Wandschrank nach den Zutaten für den Pizzateig. Als er ihn fertig geknetet hat und auf den Blechen ausrollt, gießt Break das Wasser in die Spüle und lässt den durchweichten Aufnehmer in den Eimer fallen. "Ich bin fertig. Und, ist das Ergebnis für dich zufriedenstellend?"
"Stell den Eimer einfach zurück in den Schrank und häng den Lappen ordentlich darüber. Und dann..."
"Du willst mich doch nicht in das Unwetter rausschicken?"
"Sei nicht albern. Aber hier kannst du auch nicht bleiben." Gil überlegt einen Moment. "Am besten schleichst du dich wieder in mein Zimmer..."
Das Geräusch von näherkommenden Schritten lässt ihn verstummen und zur Küchentür blicken.
Rückblick Ende


"Du hast nicht viel Zeit, Vincent wird nicht lange wegbleiben. Also sieh zu, dass du aus der Küche verschwindest. Geh in mein Zimmer und bleib da."
"Ok, verstanden." Break klettert rasch wieder aus dem Fenster, Gil schließt es hinter ihm. Kaum eine Minute später kommt Vincent wieder durch die Tür. "Sir Rufus wünscht, dass Miss Sarah ihr Abendessen in ihr Zimmer gebracht wird. Er hat mir den Schlüssel gegeben."
"Gut." Gil schiebt die Bleche in den Ofen. "In einer halben Stunde sind sie fertig."

Sarah liegt in ihrem Zimmer auf dem Bett und beobachtet die Blitze draußen. Der Regen, der gegen ihre Fensterscheiben prasselt, macht sie allmählich schläfrig. Und sie beginnt zu träumen.
Um sie herum herrscht tiefschwarze Finsternis. Mit stolpernden Schritten tastet sie sich vorwärts.
"Sarah." Vor ihr bewegt sich etwas. Ein gewaltiger Wolf stapft auf sie zu, seltsamerweise kann sie ihn ganz deutlich erkennen. Er bleibt dicht vor ihr stehen. "Es hat lange gedauert, Sarah. Aber bald schon werde ich dir in dieser Gestalt gegenübertreten. Und dann gehören wir endlich wieder zusammen."
"Was meinst du damit? Wer bist du?"
"Es tut mir leid, aber ich kann dir meinen Namen jetzt noch nicht nennen. Erst, wenn du deine Erinnerungen zurückbekommen hast." Der Wolf dreht sich um und entfernt sich in die Richtung, aus der er gekommen ist.
"Warte!" Sarah versucht, ihm zu folgen. Aber er ist bereits in den dichten Nebelschwaden verschwunden.

Mit einem Ruck wacht Sarah auf, in ihrem Zimmer brennt jetzt die kleine Lampe auf ihrem Schreibtisch. Daneben steht ein Tablett mit einigen quadratischen Pizzastücken, einer Flasche Cola und einem Glas.
"Das muss mir wohl Gilbert gebracht haben."
Als sie von dem ersten Stück einen Bissen nimmt, hört sie ein Klopfen an ihrer Fensterscheibe. Neugierig schiebt sie die Vorhänge zur Seite und blickt in ein verlegen lächelndes Gesicht.
"Guten Abend, Miss Sarah. Können sie mich wohl hereinlassen?"
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