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Magic Wonderland

GeschichteMystery, Fantasy / P12
Alice Oz Vessalius Raven (Gilbert Nightray) Rufus Barma Vincent Nightray Xerxes Break
24.09.2012
26.01.2020
40
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24.09.2012 1.051
 
"Kann ich dir noch helfen, Nii-san?" Vincent öffnet die Tür, damit sein Bruder den Küchenwagen mit dem schmutzigen Geschirr hindurchschieben kann.
"Nein, ich räum es jetzt hier rein und bring dann noch den Rest Lasagne ins Kühlhaus." Gil hatte bereits die Klappe der Spülmaschine geöffnet. "Du kannst dich ruhig mit Lotti auf den Weg machen, um Fang und Lily abzulösen."
"In Ordnung, dann werden wir jetzt hinfahren. Wünsch uns Glück, dass wir Mad Hatter dort finden und diese Jagd endlich ein Ende hat."
"Das werden sie bestimmt nicht." Gil stellt Teller für Teller in das Gitter und auch die Gläser, umgedreht. "Break ist nicht blöd. Selbst wenn er bei Reim ist, wird er sich eine Möglichkeit offenhalten, wie er entkommen kann." Er schiebt das Besteck in den dafür vorgesehenen Korb und nimmt einen Tabs aus der Packung, legt sie in das Fach.

"Reim?" Break hebt den Kopf vom Kissen und schaut zu ihm hinüber. Da sein Freund keine Reaktion zeigt, schiebt er seine Beine über den Bettrand und schleicht sich leise aus dem Schlafzimmer.
"Hoffentlich ist Reim nicht zu sauer, dass ich jetzt einfach verschwinde. Doch diesem Chain im "Wonderland" dürfen nicht noch weitere Menschen zum Opfer fallen." Rasch wechselt er das Hemd, das Reim ihm geliehen hatte, gegen seine Kleidung und schlüpft in seine Stiefel. Doch als er die Wohnung verlassen will, erlebt er eine Überraschung. "Was soll das?"
Reim hatte ein kleines Vorhängeschloss an der Sicherheitskette angebracht, was es unmöglich macht, die Tür zu öffnen. "So ein Blödmann. Aber das hält mich nicht auf, es gibt schließlich noch einen anderen Weg."
Zurück im Wohnzimmer, geht er zum Fenster und zieht die Vorhänge zur Seite. "Wenn ich aufpasse, komm ich vielleicht die Feuertreppe runter, ohne dass die Baskervilles mich sehen." Entschlossen schiebt er das Fenster hoch und schwingt sich durch die Öffnung. Bis zum dritten Stock kommt er problemlos runter, doch dann hört er ein deutliches Knirschen. Das Gerüst erzittert unter seinen Füßen und kippt mit einem Ruck zur Seite.
"Was zum Teufel..." Break klammert sich hastig an eine Verstrebung, um nicht abzustürzen.
"Guten Abend, Mr. Hatter. Endlich habe ich einmal das Glück, dich direkt vor mir - oder besser gesagt, über mir, zu sehen. Und ich dachte, ich könnte deinen Abstieg auf die Straße ein wenig beschleunigen."
"Miese Ratte!" Mit zusammengebissenen Zähnen starrt Break zu Vincent hinunter. "Was für ein Chain hat das gemacht? Es kann auf keinen Fall Dormouse gewesen sein, sie ist nicht dazu fähig."
"Da hast du Recht." Ein hinterhältiges Lächeln erscheint auf Vincents Gesicht. "Aber da ich dich kenne, behalte ich mein kleines Geheimnis lieber für mich. Jetzt sei so gut und komm runter, oder ich verwandle das ganze Haus in einen Trümmerhaufen. Mit deinem Freund darin."
"Verfluchter Dreckskerl!"
"Darf ich das als deine Kapitulation verstehen?" Vincent legt den Kopf ein wenig schief. "Dann komm jetzt zu mir runter oder ich zeige dir eine kleine Demonstration und lasse das oberste Stockwerk einstürzen."
"Ich denke nicht, dass du so weit gehen musst." Fang war neben Vincent getreten. "Mad Hatter sitzt fest, er kann nirgendwohin und das weiß er. Nicht wahr?"
"Ich hasse es, das zuzugeben, doch er hat Recht. Aber wenigstens kann ich dafür sorgen, dass Reim nichts zustößt." Langsam löst Break seine Finger von der Metallstange und arbeitet sich bis zur nächsten Treppe vor. Doch als er seinen Fuß auf die oberste Stufe setzt, schwankt das Gerüst und neigt sich noch etwas mehr zur Seite.
"Das sieht nicht gut aus. Du hast es übertrieben, Vincent, er wird jeden Moment abstürzen."
"Wenn er sich verletzt, kann er wenigstens nicht mehr weglaufen. Und solange wir ihn noch lebend zu Sir Rufus schaffen, ist alles in Ordnung. Also, gib mir schon mal die Handfesseln, Fang."
"Ich muss mir etwas einfallen lassen." Break hat die Treppe in den zweiten Stock hinter sich gebracht. "Es muss eine Möglichkeit geben, wie ich ihm doch noch entkommen kann."
"Spring, Mad Hatter. Ich werde dich wegbringen."
"Was?" Vincent und Fang blicken sich überrascht um - direkt hinter ihnen
war der Wolfchain erschienen, mit einem kräftigen Hieb bringt er die beiden zu Fall.
"Komm, beeil dich. Wir verschwinden, bevor die anderen Baskervilles aufmerksam werden. Ich will hier, wo normale Menschen wohnen, keinen Kampf gegen sie führen."
"Ich verstehe." Break schwingt sich über das Geländer und lässt sich fallen, landet auf dem Rücken des Wolfs. "Es kann losgehen."
"Halt dich gut fest, du darfst auf keinen Fall loslassen." Der Wolf eilt mit weiten Sprüngen die Straße entlang und taucht in ein Tor zum Abyss ein, dass sich vor ihm öffnet.

"Warum sind wir hier?" Break lässt seinen Blick über die düstere Umgebung wandern. "Ich wusste nicht, dass wir in den Abyss flüchten würden."
"Das tut mir leid, aber ich versichere dir, dass wir nicht lange bleiben werden. Ich brauche nur ein paar Minuten, um einen weiteren Weg in die Welt zu schaffen."
"Na gut." Break hüpft auf eine halbzerfallene Hauswand und schlägt die Beine übereinander. "Während wir warten, könntest du mir ja erzählen, warum du mir geholfen hast?"
"Weil ich deine Hilfe brauche. Du hast früher für Rufus Barma gearbeitet, du kannst mir zeigen, wie ich in sein Haus komme und Sarah befreien kann." Der Wolf schaut Break mit seinen silbern-leuchtenden Augen an. "Versteh mich nicht falsch, aber ich halte dich nicht für eine vertrauenswürdige Person. Ich habe keine Ahnung, warum du dich Sarah genähert hast und welche Gründe du für dein Tun hast. Und wenn ich nicht auf deine Kenntnisse und Fähigkeiten angewiesen wäre, würde ich wahrscheinlich nichts mit dir zu tun haben wollen."
"Damit kann ich leben. Und im Grunde weiß ich ja auch kaum etwas über dich. Welche Verbindung hast du zu Miss Sarah?"
"Sie und ich haben eine gemeinsame Vergangenheit, mehr musst du nicht wissen. Und jetzt werden wir den Abyss wieder verlassen."
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