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Magic Wonderland

GeschichteMystery, Fantasy / P12 / Gen
Alice Oz Vessalius Raven (Gilbert Nightray) Rufus Barma Vincent Nightray Xerxes Break
24.09.2012
26.01.2020
40
41.631
 
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24.09.2012 861
 
Sarah eilt den Fußgängerweg entlang. "So ein verdammter Mist. Er wird ganz bestimmt wieder sauer sein, dass ich zu spät komme."
Nach der Schule war sie mit ihrem Freund im Einkaufscenter gewesen und hatte die Zeit völlig vergessen. Als sie schwungvoll um eine Ecke biegt, prallt sie mit jemandem zusammen, stolpert nach hinten und landet auf ihrem Hintern. "Autsch."
"Kannst du nicht aufpassen, wo du hinläufst, du Trampel?", schimpft eine Stimme über ihr. "Jetzt muss ich das alles wieder aufsammeln!"
"Häh? Oh." Sarah schaut verlegen auf die Zettel, die überall um sie verstreut sind. "Tut mir leid. Ich  werde dir natürlich helfen."
"Das will ich auch hoffen." Das Mädchen mit den langen braunen Haaren hat die Arme vor der Brust verschränkt. "Na los, fang endlich an. Es war schließlich deine Schuld."
"Was?"
"Bist du taub? Ich habe gesagt, es war deine Schuld. Du hast mich angerempelt, deshalb habe ich die Zettel fallen lassen. Also, heb sie gefälligst wieder auf."
"Alice, beruhige dich." Ein Junge mit blonden Haaren ist zu ihnen getreten. "Es war doch nur ein dummer Unfall." Er beugt sich zu Sarah hinunter und reicht ihr seine Hand. "Komm, ich helfe dir aufstehen."
"Danke." Sarah lässt sich von ihm auf die Beine ziehen.
"Ich bin Oz Bezarius." Der Junge schaut sie mit strahlenden grünen Augen an. "Es ist mir immer eine Freude, einem hübschen Mädchen helfen zu können."
"Äh..." Sarah blinzelt, aus den Augenwinkeln bemerkt sie, wie sich Alice´s Gesichtsausdruck weiter verfinstert hat. "Ich..." Das Läuten der großen Turmuhr hallt durch die Straßen. "Oh nein, es ist schon sieben Uhr. Jetzt muss ich mich aber wirklich beeilen." Sie befreit ihre Hand aus Oz´s Griff und hastet weiter.

Ein wenig außer Atem erreicht sie schließlich, zwanzig Minuten später das Anwesen. Vorsichtig öffnet sie die Eingangstür und streckt ihren Kopf herein. Die Eingangshalle scheint leer vor ihr zu liegen. Mit einem erleichterten Seufzer geht sie auf die breite Treppe zu, die zu den oberen Stockwerken führt.
"Du bist über eine Stunde zu spät." Die strenge Stimme hinter ihr lässt sie zusammenzucken und sich umdrehen. "Ich habe dir verboten, nach 6 Uhr noch draußen zu sein."
"Aber..."
Der Mann mit den langen rotbraunen Haaren und grauen Augen unterbricht sie gleich wieder. "Geh jetzt deine Schuluniform ausziehen und dann kannst du dir in der Küche noch dein Abendessen holen."
"Yes, Sir." Sarah salutiert, was ihn ärgerlich die Augenbrauen zusammenziehen lässt und macht sich auf den Weg zu ihrem Zimmer.
Einige Minuten später öffnet sie die Tür zu der modern eingerichteten Küche. "Hey, Gilbert."
Der Schwarzhaarige rührt gerade Teig an. Er richtet den Blick seiner goldenen Augen auf sie, als sie sich auf einen Hocker an den Küchentresen setzt. "Bist du jetzt erst wieder heimgekommen?"
Sarah zuckt mit den Schultern, taucht einen Finger in den Teig und leckt ihn ab. "Ich bin schon fünfzehn und außerdem ist es immer noch hell draußen."
"Trotzdem herrschen dort draußen Gefahren, von denen du nicht einmal etwas ahnst." Gil zieht die Schüssel zur Seite, als sie erneut die Hand ausstreckt. Er geht zum Kühlschrank, nimmt einen Teller heraus und stellt ihn zum Aufwärmen in die Mikrowelle.
"Was gibt es denn heute?" Sarah nimmt einen tiefen Schluck aus der Dose Cola, die er ihr reicht.
"Spaghetti Carbonara." Gil hat begonnen, den Teig in Muffinförmchen zu füllen. "Du hättest es essen sollen, als ich es frisch zubereitet habe."
"Ach, dein Essen schmeckt auch so noch sehr lecker." Sarah holt sich ihren Teller und Besteck und stellt beides auf den Tresen. Als sie sich die erste Gabel in den Mund schiebt, betritt eine weitere Person die Küche. "Oh. Guten Abend, Miss Sarah."
Sarah seufzt innerlich, als Gil´s Bruder sich direkt neben ihren Hocker stellt. Eine Weile gelingt es ihr, ihn zu ignorieren. Bis sie die letzten Spaghetti zusammenkratzt und er ihr unaufgefordert den Teller wegzieht und zur Spüle trägt. "Danke, Gil. Das war wirklich wieder sehr lecker. Gute Nacht und bis morgen."
"Warten sie, Miss Sarah." Vincent folgt ihr, als sie die Küche verlässt. "Sir Rufus hat mir befohlen, sie ab morgen zur Schule zu bringen und direkt nach dem Unterricht wieder abzuholen. Seien sie also bitte um sieben Uhr fertig, damit wir fahren können."
"Darauf verzichte ich." Sarah stapft die Stufen hoch. "Bis heute bin ich gelaufen und werde das auch weiterhin tun. Lass mich einfach in Ruhe, ok?"
"Nein, das werde ich nicht." Vincent packt sie am Arm und drängt sie gegen das Treppengeländer. "Sie werden sich von mir fahren lassen, auch wenn ihnen das nicht gefällt. Haben sie verstanden?" Er blickt sie noch einen Moment mit seinen verschiedenfarbigen Augen an, dann lässt er sie los und tritt zurück. "Ich wünsche ihnen eine angenehme Nacht, Miss Sarah."
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