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Magic Wonderland

GeschichteMystery, Fantasy / P12
Alice Oz Vessalius Raven (Gilbert Nightray) Rufus Barma Vincent Nightray Xerxes Break
24.09.2012
26.01.2020
40
41.631
 
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24.09.2012 1.076
 
"So, da sind wir wieder."
Break und Sarah sind auf dem gleichen Weg zurück ins Schulgebäude geschlichen, wie sie es auch verlassen haben. An der Treppe, die aus dem Keller herausführt, lässt sich der Weißhaarige auf eine Stufe sinken. "Und was haben sie nun vor?"
"Ich werde bis zum Mittagessen warten." Sarah lehnt sich gegen das Treppengeländer. "Jetzt wäre ich eigentlich in einer Doppelstunde, aber so
kann ich die Zeit besser nutzen. Ich muss mir eine überzeugende Entschuldigung einfallen lassen, warum ich den halben Schultag verpasst habe."
"Darf ich fragen, welchen Unterricht sie jetzt hätten?"
"Sport. Und bestimmt wird er draußen abgehalten." Sarah verzieht das Gesicht. "Wenn ich mir vorstelle, ich müsste mich jetzt mit den anderen herumscheuchen lassen bei dem Wetter."
"Hahahaha. Sie sind wohl kein Fan davon." Break hat mal wieder einen Lolli aus seiner Tasche gezogen und wickelt das Papier ab. "Nun, sie könnten auch einfach..."
"Was habt ihr hier zu suchen?", ertönt eine aufgebracht klingende Stimme über ihnen. "Du da, du bist doch eine Schülerin! Weißt du nicht, dass es verboten ist, in den Keller hinunter zu gehen? Für diesen Regelverstoß wirst du mich zu unserer Direktorin begleiten."
"Oh je, das ist aber unerfreulich, nicht wahr?" Knackend beisst Break ein Stück von seiner Süßigkeit ab. "Aber wir haben wohl keine andere Wahl, nachdem wir von einem Schüler erwischt wurden."
"Ich bin der Schulsprecher, Elliot Nightray." Stufe für Stufe kommt er herunter. "Und egal, wer sie auch sind, sie haben hier nichts verloren. Ich muss sie auffordern, das Schulgebäude auf der Stelle zu verlassen."
"Nun, aber ich habe nicht die Absicht, zu gehen. Schließlich habe ich sie ja in diese Situation gebracht, Miss."

"Rayne, hast du mir zugesehen?" Madison klopft sich den Sand von ihrer kurzen Turnhose, sie hatte gerade ihren Weitsprung hinter sich gebracht. "Ich habe wieder einmal das beste Ergebnis erreicht."
"Alice!" Der Lehrer hat sich in ihre Richtung gedreht. "Komm, du bist die Nächste."
"Bleib lieber da liegen", meint Madison abfällig. "Du hast doch eh keine Chance."
"Das wirst du gleich sehen." Alice geht zum Anfang der Bahn und rennt los, mit einem kräftigen Sprung landet sie knapp vor den Fußspuren von Madison.
"Eine tolle Leistung", lobt Oscar sie.
Mit einem selbstzufriedenen Lächeln kehrt sie zu den anderen zurück. "Siehst du, so macht man es richtig."
"Tssss! Du hattest doch nur Glück, Kleine!", zischt Madison. "Aber ich warne dich, das wirst du nicht noch einmal machen! Niemand hat es bisher gewagt, besser zu sein als ich!"
"Ich lass mir doch von dir keine Vorschriften machen!" Alice gibt ihr einen kräftigen Schubs, dass sie einen Schritt nach hinten stolpert.
"Das kriegst du zurück!" Madison krallt ihre Finger in die langen braunen Haarsträhnen.
"Au! Lass los!" Alice stürzt sich nun auf das schwarzhaarige Mädchen. Beide gehen zu Boden und rollen über die Grasfläche.
"Aufhören." Oscar trennt schließlich die Streitenden, indem er sie am Kragen der Sporthemden packt und auf die Füße zieht. "Ist das vielleicht das angemessene Verhalten von jungen Damen?"
"Lassen sie mich los, das ist doch nur ihre Schuld." Madison betrachtet ihre Hände. "Du blöde Kuh, wegen dir ist mir ein Nagel abgebrochen."
"Geschieht dir Recht, wenn du immer so einen Blödsinn quatscht", erwidert Alice ungerührt.
"Schluss jetzt. Wenn ihr nicht aufhören wollt, könnt ihr euren Streit eben bei der Rektorin weiterführen."

"Mrs. Rainsworth?" Elliot öffnet die Tür des Büros der Direktorin. "Hier ist eine Schülerin, die den Unterricht schwänzt. Und dieser Mann ist unerlaubt in die Schule eingedrungen. Ich habe ihn aufgefordert zu gehen, aber..."
"Vielen Dank, Elliot." Die alte Dame im Rollstuhl deutet lächelnd auf die Stühle vor dem Schreibtisch. "Bitte, kommt herein und nehmt Platz."
"Nur einen Moment noch." Break knabbert genüßlich die Reste von seinem Lollistiel. Dann drückt er ihn Elliot in die Hand. "Sei so nett und entsorge ihn für mich." Rasch betritt er das Büro und schließt die Tür hinter sich. Der Schulsprecher bleibt sprachlos auf dem Flur stehen.
"Hören sie, Mrs. Rainsworth", beginnt Break, nachdem er sich auf den zweiten Stuhl gesetzt hat. "Miss Sarah hat mich gebeten, ihr zu helfen..."
Mit einem Blick bringt die Direktorin ihn zum Schweigen und wendet sich an Sarah. "Warum bist du nicht im Unterricht?"
"Äh..." Unsicher blickt Sarah zu Break. Auf seinem Gesicht liegt das übliche Lächeln, aber er hält den Kopf ein wenig gesenkt und schaut irgendwie betreten. Oder kleinlaut.
"Nun, meine Liebe?", hakt Cheryl noch einmal nach.
"Es ist so, wie Break gesagt hat. Er hat mir geholfen, weil ich etwas - für mich sehr wichtiges - herausfinden wollte. Aber ich hätte nicht einfach die Schule verlassen dürfen, aus welchem Grund auch immer. Das weiß ich und es tut mir leid."
"Schön, dass du so ehrlich bist." Die Rektorin faltet die Hände auf dem Schreibtisch. "Und da dir bewusst ist, welchen Fehler du gemacht hast, lasse ich es heute bei einer Ermahnung. Wenn du versprichst, dass es nicht noch einmal vorkommen wird."
"Wird es nicht, bestimmt nicht", versichert Sarah ihr erleichtert. "Vielen Dank." Sie steht auf und auch Break macht anstalten, sich zu erheben.
"Bleiben sie bitte noch einen Moment", hält Cheryl ihn zurück. "Mit ihnen habe ich noch etwas zu besprechen."
"Aber natürlich. Warten sie bitte draußen auf mich, Miss Sarah."
"Klar, von mir aus." Ein wenig verwirrt verlässt Sarah das Büro. In dem kurzen Moment, wo sie die Tür öffnet und wieder schließt, dringt eine laute wütende Stimme herein. "Lasst mich gefälligst auf der Stelle los! Ich werd diese Schnepfe jetzt fertig machen!"
Oz und Rayne halten die zeternde und um sich schlagende Alice mühsam fest. Madison hat sich hinter Oscars Rücken in Sicherheit gebracht. Auf ihren Armen zeichnen sich frische Kratzspuren ab und sie presst ein Taschentuch vor die blutende Nase. "Haltet mir diese verrückte Furie bloß vom Leib. Die tickt ja nicht mehr richtig."
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