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Die letzte Hoffnung ist das Ende.

KurzgeschichteDrama, Tragödie / P16 / Gen
24.09.2012
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Es war dunkel. Alles war still. Nur leise hörte man das Summen, das immer näher kam und das Unheil
verkündete. Lautes Knallen und ein grelles Licht. Schreie durchbrachen die Nacht. Voller Angst und
Hoffnungslosigkeit. Immer wieder erhellte sich der Himmel. Lautes knallen war die Folge. Überall
Panik.

Mitten in diesem Massaker saß eine junge Frau. Ihre Augen leer, völlig ohne Emotion. Hatte das alles
nun endlich ein Ende? Ihr Leben lag in Trümmern. In diesem Krieg gab es keine Gewinner. Es würde
sie nie geben. Das Volk litt, doch niemand scherte sich darum. Ob man hier mit jungen Jahren von
den Rebellen vergewaltigt wurde, oder durch eine der vielen Angriffe ums Leben kam… Niemand
half den Opfern oder den Verbliebenen. Es gab zu viel Leid, um all das zu lindern, was in den
Menschen vorging. Auch diese Frau war ein Vergewaltigungsopfer. Ihr Kind starb kurz nach der
Geburt an einer Infektion. Ihre Familie war schon lange fort. Sie war allein. Ohne Hoffnung saß sie da
und wartet auf den Tot, der unvermeidlich war. Doch diese Frau war froh darüber. Zum ersten Mal
spürte sie wieder so etwas wie Erleichterung. Das Leiden würde enden und sie wäre endlich frei.
Müde schloss sie ihre Augen und lächelte. Das Jenseits. Der Himmel. Das Ende. Sie stellte es sich
vor. Ihre Familie, ihr Baby. Alle warteten auf sie. Alle umarmten sie und würden sie willkommen
heißen. Alles wäre bunt. Voller leuchtender Farben. Es gab Essen und Trinken, so viel sie brauchten.
Keiner würde mehr Schmerz verspüren, keiner wäre mehr allein. Ihre Mutter würde sie halten und
sie trösten. Wie schön es wäre, wenn es wirklich so enden würde. Doch diese Frau hatte kein
Glück. Zwar wurde sie von einer Explosion umgeworfen und konnte nicht mehr aufstehen, war aber
noch am Leben. Dies schien die letzte Bombe gewesen zu sein.

„Nein…“, hörte man sie hauchen. Das durfte nicht sein. Sie wollte nicht, dass es so weiter ging. Da
trat ein Rebell in ihr Blickfeld. Entsetzen war ihr ins Gesicht geschrieben. Nein, sie wollte das alles
nicht noch einmal durchleben. Nichts war schlimmer, als das. Sie hatte keine Kraft mehr, doch
rappelte sie sich auf und ging so schnell wie möglich auf den Mann zu. Sie erhob ihre Hände, tat so,
als würde sie ihn angreifen. Seine Waffe richtete sich blitzschnell auf sie. Die Kugel durchlöcherte
beinahe Herz und sie viel schlaff zu Boden. Noch war sie am Leben und sah denn Mann an, der ihr
leiden nun beendetet hatte. „Danke..“, flüsterte sie und lächelte beinahe zaghaft, ehe ihre Augen
wieder alles Leben verloren. Doch diesmal würden sie nie wieder voller Leben leuchten…
 
 
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