Die Rückkehr der Wölfe

von Leolay
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
23.09.2012
21.04.2013
18
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Die Rückkehr der Wölfe

Kurzbeschreibung: Cassia ist total HdR-verrückt und natürlich ist es ihr großer Traum, mal nach Mittelerde zu gelangen. Tja, durch einen unglücklichen Zufall wird dieser Traum wahr. Aber sie landet nicht mit zwei Freunden dort, sondern mit einem verhassten Feind, der sie in der Schule durchgängig mobbt und verspottet und einem ehemaligen Nachhilfelehrer, der drei Jahre älter ist als sie und zu der Zeit, in der sie Nachhilfe bei ihm hatte, noch Schüler war. Von diesem unglücklich zusammengewürfeltem Dreiergespann, von dem sie einen hasst und einen kaum kennt, ist sie die Einzige, die weiß, wo sie sich befinden. Und zusätzlich erfährt sie etwas über sich, was sie nicht einmal im Traum geahnt hätte. Der anfänglich größte Traum wird unweigerlich zum Alptraum.

Disclaimer: Mir nur die Idee und meine OCs, der Rest J.R.R Tolkien. *unterwerf*

AN: Schon wieder ne neue Story… Ich weiß, ich sollte keine neue Story anfangen, aber wenn sowas kommt, dann lässt es mir keine Ruhe, bis ich es aufschreibe… Ich bleib dran an den anderen Storys! Versprochen, hoch und heilig!


Kapitel 1:

„Hey, seht mal Jungs! Der Freak kommt!“, lacht Bastian. Ich hasse ihn. „Hör nicht auf die Deppen.“, sagt Jessy, wie immer. Jessy ist meine beste Freundin, sie hält trotz der Mobbingattacken von Bastian und seiner Gang zu mir. Es hat schon in der 5. Klasse angefangen. Sie sind durch meine Augen auf mich aufmerksam geworden. Was kann ich denn dafür, wenn ich als einziger Mensch zwei verschiedene Augenfarben habe?!

Seufzend streiche ich meine schwarzen Locken zurück. „Die sind nur neidisch, glaub mir.“, sagt Jessy wieder. „Seit wie lange schon? Das geht schon sechs Jahre so, Jessy. Ich hab keine Lust mehr!“, rege ich mich auf. „Man sollte wirklich mit jemandem darüber reden können…“, seufzt nun Jessy. Ja, das sollte man. Aber mit wem? Den Lehrern ist sowas egal. An die kann ich mich nicht wenden. Meine Eltern sind so gut wie nie zu Hause, daher fällt diese Option auch weg. Bleibt nur Jessy und die kann mir nicht helfen, auch wenn sie es will.

Es klingelt zur letzten Stunde. „Endlich, gleich geht’s nach Hause!“, sagt Jessy. „Ja, endlich. Wochenende!“, stimme ich ihr zu. Als letztes haben wir Geschichte. Die Geschichtsstunden bei dieser Lehrerin sind immer sterbenslangweilig, daher zeichne ich lieber. Ich zeichne erst einen Drachen, dann einen Wolf, auch eine Katze bekomme ich noch hin. Jessy sagt immer, ich sei die beste Zeichnerin die sie kennt, aber ich bin da anderer Meinung. Naja.

Das Klingeln erlöst uns schließlich. In Windeseile ist die Klasse leer. Jessy und ich gehen, wieder gut gelaunt, zum Fahrradständer. Ich bin gerade dabei, mein Fahrrad aufzuschließen, da werde ich so stark angerempelt, dass ich zu Boden falle. Hinter mir lacht sich jemand halb tot. Ich drehe mich um. Bastian, wer sonst?

„Wieso lässt du mich nicht einfach in Ruhe?!“, schreie ich ihn an. „Ganz einfach: Du bist der größte Freak der Schule und es macht verdammten Spaß!“, damit geht er einfach. Ich stelle mich wieder hin und schließe schnell mein Fahrrad auf, verstaue meine Tasche, schwinge mich aufs Rad und fahre los. Jessy  kommt kaum hinterher.

Schließlich hat sie mich aber doch eingeholt. „Dieser verdammte Penner, was ist so lustig daran, Leuten das Leben schwer zu machen?!“, rege ich mich auf. „Keine Ahnung, er ist einfach ein Arsch.“, sagt Jessy nur.

Den Großteil des Weges legen wir schweigend zurück. Dann fragt Jessy: „Hast du heute vielleicht Zeit? Wir könnten mal wieder einen Herr der Ringe Abend machen.“, schlägt Jessy vor. „Gerne, aber ich hab doch heute Tanzen bis acht.“, Jessy zuckt die Schultern. „Dann komm ich halt um acht.“ „Ich weiß nicht, ob meine Eltern da sind. Ich ruf dich dann an.“, Mittlerweile sind wir an der Kreuzung angekommen, an der wir uns trennen müssen. „Okay, dann ruf an. Bis dann!“, Jessy winkt, dann biegt sie ab. „Bis dann!“, rufe ich ihr nach, dann fahre ich nach Hause. Meine Eltern verdienen sehr gut, daher wohnen wir in einem großen Haus. Da ich keine Geschwister habe, habe ich das Obergeschoss für mich allein. Ich stelle mein Fahrrad in unseren Schuppen, dann gehe ich ins Haus.

„Hallo?“, rufe ich. Keine Antwort. „Mama? Papa? Jemand zuhause?“, immer noch keine Antwort. Ich gehe seufzend in die Küche. Ein Zettel liegt auf dem Tisch. Ich nehme ihn und beginne zu lesen:

Cassia,
dein Vater und ich sind übers Wochenende beruflich unterwegs.
Tut uns Leid, Schatz, ich weiß, wir sehen uns so selten, aber daran können wir nichts ändern.
Dein Essen ist in der Tiefkühltruhe.
Bis Montagabend,
Mama


Sie sind schon wieder über das Wochenende weg. Ich greife nach dem Telefon und rufe Jessy an. Sie meldet sich sofort: „Jessica Parker?“ „Hey Jessy, ich bin’s, Cas.“ „Hi Cassy!“ „Hi. Meine Eltern sind übers Wochenende weg, du kannst also kommen.“ „Super! Ich bin dann um acht bei dir. Bestellen wir Pizza?“ „Ja, hört sich gut an.“ „Super, die Special Extended Edition hast du ja zuhause.“ „Natürlich, ist doch klar!“ „Ich Dummerchen, wieso erwähn ich es denn überhaupt?“, sie lacht. „Dann sehen wir uns um acht.“ „Jap, um acht. Bis denne!“ „Ciao!“,

Ich lege auf und stelle das Telefon wieder in die Ladestation. Dann mache ich mir mein Essen warm und stelle mir den Fernseher an.

Später gehe ich hoch, um meine Hausaufgaben zu erledigen. Ich habe Glück: Ich werde pünktlich um viertel vor fünf fertig. Schnell räume ich mein Zeug vom Schreibtisch, packe meine Sporttasche und ziehe mich an.

Ich greife meine Schüssel und flitze zur Tür hinaus. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und radele zu meinem Breakdance-Unterricht.    

Der Unterricht selbst vergeht ziemlich schnell, wir machen eigentlich auch nur Wiederholungen. Nach dem Unterricht gehe mit meinen Freunden zum Fahrradständer. Mit einem Mädchen hab ich mich ganz besonders gut angefreundet. Lea ist ebenso wie ich Herr der Ringe und Musicalverrückt.

Nach Hause fahren muss ich jedoch alleine. Ich verabschiede mich von allen und radele dann los. Ich beeile mich, schließlich will Jessy in fünf Minuten auf der Matte stehen. Daher schlage ich die Abkürzung durch den Park ein. Großer Fehler.

Auf einer Parkbank sitzt nämlich niemand anderes als Bastian und seine Gang. Mist, da müsste ich eigentlich vorbei. Soll ich…? „Hey, der Freak kommt!“, lacht Bastian in dem Moment. Nein! Da fahr ich nicht lang! Schnell schlage ich den Umweg nach rechts ein. „Wo willst du denn hin, Freak? Angst?!“, ruft er mir hinterher.

Mir egal was er denkt. Ich habe keine Lust, mit irgendwas beworfen zu werden. Ich will gerade an einer weiteren besetzten Parkbank vorbeiradeln, da höre ich, wie eine bekannte Stimme meinen Namen ruft. „Cassia! Hey!“, ich bremse ab und drehe mich um. „Ben! Hi!“, lache ich meinem ehemaligen Nachhilfelehrer zu.

„Wie läuft‘s?“ „Es könnte besser sein. Und bei dir?“, er sieht mich wissend an. „Was ist denn los?“, ich seufze und erzähle ihm von meinen Problemen mit Basti-Spasti und seiner Clique. „Das ist ja mies!“, sagt Ben mitfühlend und klopft mir die Schulter. „Ja. Aber naja, damit komm ich schon irgendwie klar… Was ist denn bei dir so los?“ „Ach, nichts Besonderes. Studium läuft gut, was will man denn mehr? Aber es ist Arbeit, sag ich dir!“, lacht Ben nun. „Solange es klappt! Du kriegst das hin!“ „Haha, ich hoffe es.“, er sieht auf die Uhr. „Mist schon viertel nach Acht… Ich muss los, hab gleich noch eine Vorlesung.“ „Viertel nach Acht?! Ach du scheiße! Jessy, meine Freundin, wollte um acht bei mir sein, so ein Mist!! Viel Erfolg dann weiterhin. Vielleicht sieht man sich ja noch mal.“, verabschiede ich mich. „Okay, danke, dir auch. Bis irgendwann mal!“. Er hebt die Hand, dann geht er. Und ich trete in die Pedale.

Als ich bei mir bin ist es halb neun und Jessy sitzt auf der Treppe und dreht Däumchen. „Jessy! Sorry, ich hab die Abkürzung durch den Park nehmen wollen, aber da war dann Bastian mit seiner Clique, ich hab den längeren Weg genommen und dann noch Ben getroffen. Sorry!“ „Ist doch nicht schlimm! Komm, ich hab die Nummer der Pizzeria wir bestellen uns erst mal was. Ich hab Mordshunger!“ „Ich auch!“, lache ich, dankbar, dass sie nicht sauer ist.

Die Pizza ist zum Glück schnell da, wir machen uns nur so über sie her. Dann gehe ich mich schnell duschen, ehe ich das Bad für Jessy freimache. Als sie duscht, mache ich alles für den Videoabend bereit. Da klingelt das Telefon. Ich erkenne die Nummer auf dem Display. „Hi, Mama.“ „Hallo Schatz! Wie geht’s dir?“ „Och, gut. Und dir?“ „Naja, es geht. Das Seminar ist ziemlich anstrengend. Ist dir sehr langweilig?“ „Nein, Jessy übernachtet hier.“ „Oh, gut. Dann wünsch ich euch viel Spaß! Was macht ihr denn?“ „Herr der Ringe schauen, wie immer.“ „Ihr und euer Herr der Ringe.“, sie lacht. „Aber dann ist ja gut, wenn alles in Ordnung ist bei euch. Morgen soll übrigens ein starkes Gewitter sein, also pass auf, nicht das dir was passiert!“, meine Mutter und Gewitter… Keine gute Mischung. „Keine Sorge, Mama, mir passiert nichts.“ „Ich hoffe es. Ich muss leider auflegen Schatz, dein Vater und ich müssen gleich noch zu der Abendschulung. Bis Montag, mein Schatz, wir haben dich lieb!“ „Bis Montag, Mama, ich hab euch auch lieb.“,

Ich stelle das Telefon zurück in die Ladestation, als Jessy die Treppe runterhüpft, im Schlafanzug mit nassen Haaren. „Wer war das?“ „Meine Mutter.“ „Ach so… kann’s losgehen?“, ich lache. „Na logisch! Die CD ist schon drin!“, ich greife nach der Fernbedienung und drücke auf Play.

Es wird ein lustiger, langer Abend. Vor allem, weil Jessy und ich gerne mal Zwischenkommentare brüllen. Zum Beispiel, als Frodo Cirith Ungol verlassen will, Kankra über ihm.

Jessy brüllt an dieser Stelle immer: „Frodo! Du Lusche! Schau nach oben! Nein nicht nach hinten, nach OBEN du Vollhorst! Komm schon! Nein!! Nicht mehr umdrehen! RENNEN!!! … Tja. Das passiert wenn man nicht hört.“, ich erleide einen Lachflash, der auch noch hält, als Frodo eingespinnt wird.

Dann die Szene, in der Sam mit Galadriels Geschenk an Frodo und Stich kommt. Als er sagt: „Lass ihn los, du Scheusal!“, übertöne ich ihn mit: „Oii! Schau mo hiaaa, ich hob a Lutscher!“,

Wie gesagt, sehr lustiger Abend. Am nächsten Morgen wachen wir auch erst um zwölf auf, da wir eigentlich bis ungefähr fünf oder sechs Uhr geschaut haben.

Beim Frühstück frage ich Jessy: „Wann musst du Zuhause sein?“ „Um drei, wir wollen noch weg, meine Großmutter besuchen.“, ihre Eltern sind wenigstens zu Hause… „Oh, okay“,

Als sie um drei dann fährt, zeichnen sich schon dunkle Wolken am Himmel ab. Um halb vier, ich sitze gerade im Wintergarten und studiere aus Spaß und Langeweile die Karte Mittelerdes, die sich im roten Buch befindet, in dem alle Bänder niedergeschrieben sind, kracht es dann richtig. Ich zucke zusammen und sehe aus den Fenstern. Es beginnt wie aus Kübeln zu schütten. Oh Mist, ich hab die Wäsche nach draußen auf die Terrasse gestellt!

Schnell stecke ich mir die gefaltete Karte in die Hosentasche, keine Ahnung warum, um dann nach draußen zu rennen und den metallenen Wäscheständer hineinzustellen.

Da passiert es: Ein Blitz schlägt in den Garten ein, geht auf den Wäscheständer über und somit auch auf mich. Ich bekomme einen heftigen Stromschlag verpasst, dann lasse ich den Wäscheständer fallen, bevor ich bewusstlos auf der harten Terrasse aufkomme.
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