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Everything is different now

von Katie1993
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Alaric Saltzman Caroline Forbes Damon Salvatore Elena Gilbert Jeremy Gilbert Katherine Pierce / Katerina Petrova
23.09.2012
25.01.2023
49
78.165
10
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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25.01.2023 1.632
 
Damons Sicht:

Ich falle meinem besten Freund in die Arme und ignoriere dabei den pochenden Schmerz der kaum verheilenden Wunde an meiner Schulter. Fest drückt mich der ehemalige Lehrer an sich und ich bilde mir sogar ein, ein leises Schluchzen zu hören.
„Na, na“, sage ich und tätschle lachend seine Schultern. „Jetzt wollen wir mal nicht emotional werden.“ Ric schnaubt: „Nicht emotional werden? Dein Ernst? Verflucht, wir dachten, du seist tot!“ Und obwohl meine Lippen immer noch ein höhnisches Grinsen ziert, weiß ich, dass diese Situation eigentlich absolut nicht zu lachen ist. Ich will gar nicht wissen, was meine Freunde in den letzten Tagen durchstehen haben müssen. Meine seit Kindheitsbeinen gegebenen Minderwertigkeitskomplexe tänzeln in meinem Inneren dennoch ausgelassen, aufgrund der ungewohnten Zuwendung.
„Ich weiß“, erwidere ich nun ernster, erstarre aber, als ich Schritte von weiteren Personen wahrnehme.
„Das sind Bonnie und Jeremy“, erklärt Ric und wischt sich unbeholfen mit dem Handrücken über die feuchten Wangen. „Nur durch Bonnie konnten wir euch finden, wir hatten ja nicht einmal eine Ahnung, wo wir suchen sollten. Abgesehen von der Tatsache, dass ich bis gerade eben, nicht überzeugt davon war, dich überhaupt lebend zu finden.“ In dem Moment treten auch die beiden durch die hölzerne Dachbodentüre und strahlen bis über meine Ohren, als sie mich sehen. Obwohl unsere Abneigung gegeneinander nur marginal nachgelassen hat, fallen auch sie mir in die Arme und Bonnie verdrückt ein kleines Tränchen. Mir entgeht allerdings nicht, dass niemand so richtig weiß, wie er Stefan begrüßen soll. Auch sie haben in Erinnerung, wie er die letzten Jahre gewesen ist, aber das kann man ihm nicht vorwerfen. Unbeholfen nickt Stefan ihnen zu und an seinem Blick erkenne ich, wie schwer es ihm fallt, in Bonnies und Jeremys Nähe zu sein. Ihr verlockend schlagendes Herz, dass das das dünnflüssige Warme Blut durch ihre Venen pumpt, macht ihm zu schaffen und macht mir klar, dass wir schnellstmöglich von hier weg müssen.
„Elijah wartet draußen“, erklärt Jeremy schließlich mit einem Nicken in besagte Richtung.
„Elijah?!“, frage ich überrascht und ärgere mich über meine nichtvorhandenen Sinne. „Was macht er hier?“
„Er hatte wohl ein schlechtes Gewissen nach allem, was passiert ist. Er hat nicht durchschaut, was seine Schwester im Schilde geführt hat und das tut ihm leid“, sagt die Hexe, als wäre sie seine beste Freundin.
„Aha“, entgegne ich trocken und steige die knarzende Treppe hinab. Am Weg in Richtung Mystic Falls schweigen fast alle. Elijah hat sich bereit erklärt nachhause zu laufen und dabei die Gegend nach Spuren abzusuchen. Es war offensichtlich gewesen, dass er selbst wissen wollte, wo sich seine Schwester nun befindet und nicht nachgeben würde. Stefan saß neben mir auf der Rückbank und spielte nervös mit dem Saum seiner angekokelten Jacke. In einem geschlossenen und so kleinen Raum mit drei Menschen eingesperrt zu sein, muss für ihn die wahrgewordene Hölle sein. Zudem entgeht mir auch nicht, dass er seitdem wir eingestiegen sind, die Luft anhält.

Müde lehne ich meine Stirn gegen die vom Tau nasse Fensterscheibe und schließe meine Augen. Ich gewähre mir den Luxus an Elena zu denken, daran zu denken, wie sie reagieren würde, wenn sie mich sieht, und ob ich so glücklich sein würde und vielleicht sogar eine ehrliche Umarmung bekäme. Es fällt mir viel zu leicht, mich in den Traumvorstellungen zu verlieren und obwohl ich weiß, dass ich mir auf lange Sicht gesehen damit nur Schmerzen zufüge, schwelge ich weiter. Ein Lächeln tritt auf meine Lippen bei dem Gedanken sie in wenigen Stunden wiederzusehen und ich lasse mich von einer Mischung aus Erinnerungen und Träumereien in Richtung Mystic Falls tragen.


Carolines Sicht:

Angespannt und ziemlich genervt sitze ich am Esstisch und spiele mit der leeren Tasse vor mir. Im Augenwinkel sehe ich Elena, die nach ihrem emotionalen Ausbruch, wieder in einen traumlosen Schlaf abgedriftet ist. Regungslos liegt sie da und ich frage mich, wie sie das nur überleben soll. Sie hat schon so viele Menschen verloren, hat sowohl ihre leiblichen Eltern als auch ihre Adoptiveltern sterben sehen, hat viel zu viele Leichen zu Grabe getragen und doch, habe ich sie so noch nie gesehen. Es ist, als hätte sie jeden Grund zu leben verloren, als wäre sie in dem Feuer ebenfalls gestorben.
„Care“, haucht Matt, der mir schon seit einigen Stunden gegenübersitzt und den ich geflissentlich versuche zu ignorieren.
„Nein“, erwidere ich trotzig und starre auf die vom Blut roten Ränder der Tasse.
„Komm schon“, fleht er und ich höre die Sorge in seiner Stimme, aber es ist mir egal.
„Nein“, sage ich nun etwas lauter und verziehe das Gesicht, „Nicht so lange du mir nicht sagst, wo du warst und wenn du mir noch einmal diese lahme Geschichte aufbindest, dass du dich bei Ric zuhause betrunken hast und dabei eingeschlafen bist, bringe ich dich eigenhändig um, Matt Donovan!"
Ich kann es nicht verstehen. Zuerst ist es mir gar nicht merkwürdig vorgekommen, dass Matt so lange weg gewesen ist. Viel zu sehr bin ich mit Elena und mit meinem eigenen Schmerz beschäftigt gewesen, um zu realisieren, dass irgendwas faul ist. Erst nach Elenas Ausbruch und einem weiteren Tränenausbruch von mir versteckt im Badezimmer, habe ich bemerkt, dass wir bereits seit über einem Tag alleine hier waren. Nicht nur Matt hat gefehlt, auch Jeremy, Bonnie, ja sogar Ric! Die würden ja nicht alle fernbleiben, wenn sie wissen, dass Elenas Wohl am seidenen Faden hängt. Als ich das schließlich realisierte, habe ich Matt, Bonnie und auch Jeremy mehrfach angerufen, aber keiner hat abgehoben. In den darauffolgenden Stunden bin ich fast wahnsinnig geworden vor Sorge, habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt, sie suchen zu gehen, brachte es aber schließlich nicht über mich Elena alleine zu lassen. Zu allem Überfluss hat Matt mir, nachdem er endlich nachhause gekommen ist, irgendeine dämliche Ausrede aufgetischt, die ich ihm nicht einmal eine Sekunde lang abgekauft habe. Nun sitzen wir hier, er stammelt nur wage Aussagen vor sich hin und ich versuche all meinen Schmerz auf ihn zu projizieren und mich zumindest für eine kurze Dauer vor der unendlichen Trauer in meinem Inneren zu verstecken.
Matt greift nach meiner Hand, doch ich ziehe sie hastig vom Tisch und verschränke die Arme vor der Brust. Alles schmerzt und ich weiß nicht wohin mit meinen Gefühlen.

Die Zeit vergeht und als sich Elena schließlich bewegt, schieße ich augenblicklich zu ihr. Sachte lege ich ihr eine Hand auf die Schulter und drücke sie. Schweigend blicken wir uns an und mir bricht erneut das Herz. Unter ihren Augen prangen dunkle Ringe, obwohl sie unsterblich ist und ihre Haut auf solche Befindlichkeiten nicht reagieren sollte, wirkt sie ausgezerrt, blass und leblos. Viel Schlimmer ist allerdings der Ausdruck in ihren Augen, der nichts anderes wiedergibt, als endlose Qual.
„Ich…“, setzt sie an, ihre vom Weinen raue Stimme versagt jedoch. „Ich muss mal ins Bad“, bringt sie schließlich hervor und erhebt sich stöhnend von der kleinen Couch, die sie seit rund drei Tagen nicht verlassen hat. Traurig blicke ich ihr hinter her, wie sie ohne Matt eines Blickes zu würdigen, an ihm vorbeischlurft und schließlich die Badezimmertür geräuschlos hinter sich zu zieht.
„Und du willst mir immer noch nicht sagen, wo du warst?“, frage ich fassungslos an meinen Freund gerichtet, doch gerade als er mir antworten möchte, vibriert sein Handy. Entsetzt sehe ich dabei zu, wie er es aus der Hosentasche zieht und dran geht, ohne mich auch nur irgendwie zu beachten.
Ich höre Jeremys Stimme am anderen Ende der Leitung, höre seinen ausgelassenen Tonfall und die für mich verständnislosen Worte. Wer ist bei ihnen? Wer kommt jetzt her und wieso klingt er so verflucht glücklich? Ich werde noch verwirrter, als sich auch aufs Matts Gesicht ein breites Grinsen ausbreitet und Blut in die blassen Wangen schießt.
„Okay, dann bis gleich“, beendet er das Gespräch und strahlt mich an.

„Was zur Hölle ist los?“, frage ich, nun da ich nicht mehr auf meine schlafende Freundin achten muss, in einem unangenehm lauten und hohen Tonfall. „Kann mir irgendwer verraten, was hier eigentlich vor sich geht?!“
„Du wirst es gleich sehen“, erwidert Matt strahlend, überbrückt den Abstand zu mir und packt mich bei den Armen, nur um mir anschließend einen Schmatzer direkt auf den Mund zu drücken. Perplex starre ich ihn an, weiß aber nicht, wie ich darauf noch reagieren soll – egal, was es ist, egal, was ihm solche Freude bereitet, ich weiß, dass es mich nicht berühren wird. So schüttle ich den Kopf, bringe erneut einen Meter Abstand zwischen uns beide und warte darauf, dass Elena aus dem Bad kommt. Mein Vampirgehör verrät mir, dass ein Auto vor dem Haus vorfährt und stehen bleibt. Ich höre Jeremy und Bonnies Stimme, wie sie aufgeregt flüstern und ich muss das Bedürfnis unterdrücken, zu ihnen zu gehen und sie zu fragen, ob sie vergessen haben, was vor wenigen Tagen erst geschehen ist. Ich weiß, dass weder Bonnie noch Jeremy je viel von Damon gehalten haben, aber es wird doch nicht zu viel verlangt sein etwas Respekt zu zeigen!
Anstatt etwas zu sagen, wende ich mich von der Eingangstür ab und recke das Kinn empor. Wenn ich ihnen nicht die Meinung sage, dann werde ich sie wohl einfach ebenso ignorieren wie meinen Freund!
Die Tür öffnet sich und ich versuche Matts dämliches Grinsen mir gegenüber zu ignorieren. „Was ist los, Blondie?“, erklingt plötzlich eine Stimme, von der ich sicher war, das ich sie nie wieder hören werde. Ich drehe mich um, so langsam, als würde ich mich in Zeitlupe fortbewegen, einfach weil ich nicht dazu in der Lage bin, meinem Körper sinnvolle Befehle zu erteilen. Als ich ihn sehe, entkommt meiner Kehle ein leises Zischen und ich spüre wie sich die angestaute Luft in meinem Brustkorb einen Weg nach Außen bahnt.
„Oh Gott“, presse ich hervor und schlage die Hände vors Gesicht, während sich hinter mir die Badezimmertür öffnet und Elena zu uns ins Wohnzimmer tritt.
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