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Durchgeplant

von CherryCat
Kurzbeschreibung
OneshotHumor / P12 / Gen
Der elfte Doctor (Eleven)
20.09.2012
20.09.2012
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1.102
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Hallo :)

Dieser Oneshot entstand aus einem kleinen Spiel zwischen einer Freundin (Katha aka Sententia) und mir, da ich gerade nicht dazu imstande bin, selbstständig Geschichten zu schreiben. Zumindest keine längeren.
Die Regeln sind folgendermaßen: Katha nennt mir ein Fandom und einen Begriff und ich habe eine Stunde Zeit, dazu eine Geschichte zu schreiben. Es ist die einzige Art der Schreiberei, zu der ich momentan in der Lage bin *sigh* Aber es macht irrsinnig viel Spaß :D
In diesem Fall war das Fandom, wie unschwer zu erkennen, Doctor Who. Der Begriff war ein ganzer Satz und lautete „Die Russen gehen nicht mal aufs Klo ohne einen Plan.“. (Katha glaubt, er kommt aus Jagd auf Roter Oktober, ist sich aber nicht sicher. Ich hab nicht genug Zeit, um nachzugucken.)
Weitere Vorgabe: Eleven.
Und Katha? Ich hasse dich gerade. Ganz ehrlich.

Viel Spaß mit dem Ergebnis :)
Sämtliche Fehler gehen allein auf mein Konto und sind der knappen Zeit zu verschulden, denn es ist mir nicht mehr erlaubt, irgendetwas an dieser Geschichte zu verändern, wenn die Stunde vorbei ist.
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Durchgeplant

Der Doctor hatte es schon lange aufgegeben, immer alles genau durchplanen zu wollen. Im Endeffekt endete sowieso alles in einem einzigen Chaos, warum sollte er sich also die Mühe machen? Improvisieren sparte Zeit, manchmal sogar Nerven und funktionierte schließlich genauso gut.
Vielleicht auch nur, weil der Doctor einfach verdammtes Glück hatte. Normal war das ganz sicher nicht.
Deshalb wunderte es ihn absolut nicht, als er im Gefängnis der Mi-u-Tenala landete. Irgendwann musste sein Glück ja ausgeschöpft sein. Er hätte sich nur gewünscht, dass es um etwas banaleres ginge. Das letzte Stück Schokotorte war weg, die Tardis wurde mit pinker Farbe übermalt, sein Screwdriver gab den Geist auf, einfach irgendwas.
Stattdessen saß er in einer verdreckten Zelle gegen eine kalte Steinwand gelehnt, weil er scheinbar das Oberhaupt dieser latent aggressiven Rasse beleidigt hatte. Aber wer hatte denn auch ahnen können, dass eben jenes Oberhaupt kein Mann, sondern eine ausgesprochen leicht zu reizende Frau war?

Er seufzte und durchsuchte zum gefühlt hundertsten Mal die Taschen seiner Tweetjacke, aber er konnte ebenfalls zum hundertsten Mal nichts finden, was ihm weiterhelfen würde. Besagter Screwdriver hatte nämlich tatsächlich den Geist aufgegeben, zusätzlich zu dem ganzen Schlamassel rund um Tenorun – und wirklich, der Name klang irreführend männlich –, zum schlechtesten aller Zeitpunkte.
Er schloss die Augen und rieb sich die Schläfen.
Vielleicht hätte er doch planen sollen. Zumindest dieses eine Mal. Es war ja nicht so, als hätte er nicht bereits geahnt, dass etwas schieflaufen würde, und das nicht nur deshalb, weil immer etwas schieflief. Die Mi-u-Tenala waren bekannt für ihre Gastfeindlichkeit und konnten ausgesprochen ungemütlich werden, wenn jemand gegen eine ihrer Regeln verstieß.
Blöd war, dass diese Regeln sich alle paar Jahre änderten. Geschehen seit dem letzten Besuch des Doctors exakt siebeneinhalb Mal (sie befanden sich gerade mitten in einer neuen Gesetzesänderungsphase) und demzufolge war es unmöglich, schrittzuhalten.
Bei seinem letzten Aufenthalt auf Tenala war es ein körperlich männlicher Herrscher gewesen, der allerdings auch kein Problem damit hatte, für eine Frau gehalten zu werden.
Vielleicht hätte der Doctor das neue Oberhaupt doch als Frau ansprechen sollen. Damit schien er weniger falsch machen zu können.

Jetzt allerdings half ihm das auch nicht weiter. Er saß in dieser Zelle fest, mit nichts weiter als einem defekten Screwdriver (den er ohne Screwdriver nur schwer reparieren konnte, welche Ironie), einer Rolle Garn, einer Kuchengabel, einer Schwanenfeder, einem angebissenen Rinde-und-Salz-Keks von Malan 13 und einem winzigen Stoffkätzchen, das er sich auf seinem letzten Erdenbesuch auf einem Flohmarkt hatte andrehen lassen.
Hilfreich. Ausgesprochen hilfreich.

Der Doctor seufzte ein weiteres Mal und stopfte alles zurück in seine Taschen.
„Ich glaube, ich bräuchte dann doch mal einen Plan“, murmelte er leise zu sich selbst, als würde das auf magische Weise dabei helfen, von hier zu entkommen. Leider funktionierte es nicht.
Da er nicht einfach nur nichts tun konnte, stand er auf und lief unruhig in seiner Zelle auf und ab. Jetzt kam er sich zumindest so vor, als würde er produktiv sein, auch wenn es absolut nichts brachte.
Die Wände blieben massiv, die Tür blieb geschlossen und die Wachen davor blieben nicht gerade gut auf ihn zu sprechen. Großartig, wirklich, ganz toll.
Frustriert ließ er sich zurück auf die Holzbank fallen, die ihm hier als Bettersatz zur Verfügung stand, und starrte die Decke an. Das half zwar auch nicht, erschien ihm aber passend. Er durfte jetzt frustriert sein. Nach diesem Dilemma, an dem noch nicht einmal Daleks, Cybermen oder sonstige Kreaturen verantwortlich waren, hatte er wirklich jedes Recht dazu.

Zwei Stunden später saß er immer noch in der Zelle fest. Mittlerweile hatte er das Gefühl, Muster im Dreck der Wände erkennen zu können. Aber einen Plan hatte er immer noch nicht.
Verzweifelt ging der Doctor zur schweren Eisentür und klopfte dagegen. Auf Kopfhöhe öffnete sich eine kleine Luke und das Gesicht eines Mi-u-Tel erschien darin.
„Ja?“ Es klang wie ausgespuckt.
Der Doctor setzte sein gewinnenstes Lächeln auf. „Hallo, ahm … Du könntest mich nicht zufällig rauslassen, oder?“ Einen Versuch war es immerhin wert. Gerade jetzt konnte er nur noch improvisieren.
Der Wärter runzelte die ohnehin schon runzelige Stirn. „Wieso nicht?“
„Wieso … nicht?“ Der Doctor glaubte, er hätte sich verhört. „Aber … Heißt das, ich darf hier einfach raus?“
„Natürlich.“ Die Luke schloss sich; stattdessen wurde die Tür geöffnet. „Du darfst dich frei auf Mi-u-Tenala bewegen. Wieso solltest du auch nicht?“
„Aber … aber ...“ Er fand einfach keine Worte, also schwieg er einige Sekunden lang und versuchte es dann erneut. „Sind das hier nicht die Gefängniszellen?“
„Nein, das sind die Gästezimmer.“
„Die … Gästezimmer“, wiederholte der Doctor dumpf. „Und wer bist du?“
„Ich bin Chilari, dein Diener für die Zeit deines Aufenthalts.“
Diener … Sein Diener?! „Aber ich habe Tenorun beleidigt. Ich dachte ...“
„Ach nein.“ Der Wärter – Diener! – machte eine wegwerfende Handbewegung. „Beleidigung steht schon seit Jahren nicht mehr unter Strafe. Sie ist heute nur nicht gerade guter Laune, deshalb hat sie darum gebeten, dich in einen anderen Raum bringen zu lassen. Ich dachte, du wolltest vielleicht dein eigenes Zimmer, also ...“
„Warum hat mir das keiner gesagt?!“
„Ich dachte, du wüsstest, dass das hier ein Gästezimmer ist. Für eine Gefängniszelle ist es viel zu gemütlich.“
Der Doctor starrte ihn einige Sekunden lang nur an, ehe er langsam und betont ruhig sagte: „Ich würde dann gerne mit Tenorun sprechen.“

Eine halbe Stunde später stand der Doctor wieder an der Steuerkonsole seiner Tardis und werkelte an seinem Screwdriver herum. Er wusste zwar immer noch nicht genau, warum er kaputtgegangen war, aber das würde er schon wieder hinkriegen.
Manchmal war kein Plan eben doch der beste Plan.
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