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Chummer

von Einhard
GeschichteSci-Fi / P12 / MaleSlash
16.09.2012
16.09.2012
9
11.064
 
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16.09.2012 456
 
Eine neue Nacht voller Geheimnisse und Chancen lag bereit für diejenigen, die ihr Glück versuchen wollten.
Ein Hauch von Nebel hatte sich in den tiefen Straßen-schluchten verfangen, trübte den Blick auf naheliegenden Glanz und Elend einer Metropole, dämpfte die zahllosen Geräusche, die sonst schrill und übermäßig laut die Stille der hereinbrechenden Nacht durchbrochen hätten.
Kalt blinkende Neonleuchtreklamen und häusergroße digitale Werbetafeln ersetzten das warme Licht der hinter der mächtigen Skyline versinkenden Sonne; die Schatten wurden länger, dunkler.
Ein nachtblauer, antiker Rolls-Royce Silvershadow hielt nahezu geräuschlos vor dem soliden schmiedeeisernen Gittertor, neben einem kleinen, gepanzerten Verschlag, aus dem zwei grauuniformierte Wachmänner –ein farbiger Ork und ein weißer Norm- mit entsicherter Uzi im Anschlag traten. Nur für den Fall der Fälle.
Der Weiße näherte sich von seinem Kollegen gedeckt dem Wagen, als die getönte Seitenscheibe mit leisem summen herunterglitt und eine schlanke, lederbehandschuhte Hand sichtbar wurde, die einen Ebenholzfarbenen Credstick hielt.
Der Pförtner griff danach und schob den Stick in ein Lesegerät und Seine blauen Augen weiteten sich, als die SIN bestätigt wurde.
 „Sie werden erwartet, Sir.“ Stotterte er beinahe ehrfürchtig und hastig gab er den Stick zurück, salutierte förmlich und gab gleichzeitig seinem Kollegen einen Wink, endlich die Durchfahrt passierbar zumachen.
Die Seitenscheibe schloß sich und das Tor öffnete sich auf einen kurzen Wink des immer noch verwirrten Kongardisten.
Ständig von wachsamen Kameraaugen überwacht glitt der Oldtimer träge auf das mittlere der drei Gebäude zu, fuhr an der breitflügligen Tür mit der Aufschrift HAUPTEINGANG: VERWALTUNG/PRODUKTION vorbei, auf die Rückseite, wo er vor einer unscheinbaren Stahltür zum halten kam.
Der Fahrer – ein schlanker Asiat in klassischer Chauffeursuniform unter dessen Schirmmütze eine Datenbuchse aufblitzte- stieg behende aus und öffnete den Fond.
Seine Verbeugung war tief und respektvoll, als eine gutgekleidete brünette Norm mit einem Notepad in der linken ausstieg, gefolgt von einem kleinen, dicklichen Elfen im mattgrauen Lodenmantel, dessen schlohweißes Haar ihm offen und lang über die kräftigen, breiten Schultern fiel.
Sein Gesicht war faltig und hatte eine ungesunde, gelbliche Farbe; an seinen kurzen, breiten Stummelfingern glitzerten Diamantbesetzte Goldringe.
Gemächlich schlenderte er, dicht gefolgt von der Norm, auf die Tür zu, die sich geräuschlos wie von Geisterhand öffnete und den Blick in einen dunklen Flur freigab.
Während das seltsam anmutende Paar das Gebäude betrat, stieg der Chauffeur wieder in den Wagen.
Es dauerte fast zehn Minuten, ehe aus dem matten glimmen einer Nachtbeleuchtung im zweiten Stock das helle strahlen der Arbeitsraumbeleuchtung wurde und sich dort die scharfe gezeichnete Schattensilhouette der Norm hinter den Vorhängen abzeichnete.
Eine Stunde später verließ der Silvershadow mit seinen Insassen wieder das Kongelände, verschwanden rasch und beinahe lautlos im Nebel, in den Schatten, während weit entfernt, im Herzen Berlins fünf erfahrene Runner die Schatten verließen.
Endgültig.
Die Jagd war eröffnet.
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