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Russisch Roulette

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Fuji Syusuke Tezuka Kunimitsu
16.09.2012
18.04.2015
14
16.198
 
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16.09.2012 923
 
Wenn Echizen einen Ball verfehlte war das für die Seigaku Grund genug, ihren jüngsten liebevoll zu verhätscheln. Eiji drückte ihn an sich, Momo klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter, Inui bot ihm ein Glas Milch an, Kaidoh zischte etwas unverständliches und Ooishi lächelte besorgt und sah dabei zu. Tezuka verzog keine Miene, und Fuji lächelte lediglich interessiert. Es gefiel ihm, dass Echizen seine Fassung seit dem letzten Abend nicht zurück gewonnen hatte. Heute Morgen hatte er das Training verpasst und auch nach dem Unterricht schien es ihm nicht besser zu gehen. Ein annehmbarer Ausgleich dafür, dass Tezuka ihm bewusst auswich. Die kurzen, verstohlenen Blicke, die nervösen kleinen Bewegungen die nicht zu ihm passen wollten, diese Details verrieten Fuji den Zwiespalt, in dem er steckte. In ihrem Alter begann man allmählich nicht nur den eigenen Körper zu erforschen, sondern auch den der anderen. Auch Tezuka machte da keinen Unterschied und Fuji hatte das schamlos ausgenutzt. Ryoma war zu jung, viel zu jung und Tezuka war ein Mensch, der diesen Umstand kompromisslos annahm und akzeptierte. Wie es bei Echizen selbst aussah wusste Fuji nicht genau, doch er konnte sich vorstellen dass es ausser Tennis, Katzen und Tezukas Fürsorge nicht viel gab, das ihn bereits interessierte. Er konnte ihn verstehen, auch ihn faszinierte es noch nicht lange. Dennoch war es sein entscheidender Vorteil. Mit einem süffisanten Lächeln wandte er den Blick Tezuka zu, der ihn zu seiner Verzückung sogleich von ihm abwandte. Den Blick, den er hinter den Brillengläsern erhaschen konnte zeigte deutlich, dass er etwas verlegen war. Er liebte es, in seinem Gesicht zu lesen. Inui war jedoch genauso interessant, was das betraf. Die stechend grünen Augen hinter den verspiegelten Gläsern blitzen nur hin und wieder auf, doch es stand ihm ausgesprochen gut. Zu Tezuka hingegen passte die unauffällige Brille. Es war erstaunlich, wie viel so ein kleiner Gegenstand im Gesamtbild ausmachen konnte.
Das Training verlief erwartungsgemäss chaotisch und endete damit, dass Tezuka seinen Augenstern mit einem Seufzen frühzeitig unter die Dusche schickte. Die katzenhaften Augen funkelten verletzt und wütend, und kosteten Fuji einen wertvollen Punkt gegen Kawamura.
Seine Laune war nicht zu trüben während er darauf wartete, dass die Regulars im Clubhaus verschwanden. Tezuka überwachte die Aufräumarbeiten aufmerksam und achtete im Moment nicht auf ihn. Eine gute Chance, die Echizen ebenfalls kannte und dazu genutzt hatte, die Zeit ihres Captains zu beanspruchen. Nun war es Fuji, der es tat.
„Es scheint euch beide zu beschäftigen…“, begann er lächelnd und strich nur kurz über Tezukas Ellenbogen. Die Gänsehaut, die sich darauf bildete, liess ihn einen Schritt näher an ihn heran treten.
„Wir haben lange geredet“, erwiderte Tezuka leise und entlockte damit Fuji ein Lachen. Die Vorstellung, dass sich diese beiden eher Wortkargen Menschen lange unterhielten war sehr amüsant. Einzelne kurze Sätze zwischen langen Pausen, natürlich wurde es dann bei einem wichtigen Thema spät.
„Dann bin ich beruhigt, wenn Echizen lediglich erschöpft war. Ich habe befürchtet, es sei meine Schuld“, rettete er sein unangemessenes Verhalten. Passende Ausreden  zu erfinden fiel einem Genie seines Kalibers natürlich leicht.
„Nein….aber wir sind zusammen“, gestand Tezuka und verdeutlichte mit seinem gesenkten Blick, wie unangenehm es ihm war das zuzugeben. Mit einem milden Lächeln legte Fuji eine Hand auf Tezukas Schulter und stand ihm nun so nahe, dass er seine Körperwärme spüren konnte.
„Das habe ich mir nach gestern gedacht. Ich war etwas verwirrt…“, behauptete er frei heraus und sah Tezuka in die Augen. Seine Augen weiteten sich, als er die warme Hand an seiner Wange fühlte. Sofort umschloss er Tezukas Handgelenk um ihn daran zu hindern, sie wieder fort zu ziehen.
„Ich wollte dich nicht verletzen Fuji.“ Seine Stimme hatte er zu einem Flüstern gesenkt und brachte Fujis Herz zum Rasen. Der Kuss hatte nichts von dem Feuer des vergangenen Tages, dennoch verlangte es den Brünetten danach. Als sich Tezuka wieder von ihm löste, war ihm als würde der Luft kurzzeitig die 20.942% Sauerstoff entzogen werden und er musste sich erst wieder dazu besinnen, einzuatmen.
„Ich kann nicht mit dir zusammen sein.“ Mit diesen Worten liess Tezuka ihn einfach stehen und Fuji starrte ihm fassungslos nach. Erst ein Kuss, und dann diese Nachricht? Hätte er etwas weniger Stabiles als den Tennisschläger in der Hand gehalten, hätte er es zerbrochen. Düster und säuerlich sah er ihm nach bis er ebenfalls im Klubhaus verschwunden war. Um Beherrschung bemüht, da die zwei Erstklässler mit ungläubigem Blick zu ihnen hinüber gesehen hatten, schenkte er ihnen eines seiner dämonischsten Lächeln.

„Mizuki-san…muss das wirklich sein?“, seufzte Yuuta nervös und blickte mit einem mulmigen Gefühl zu Mizuki hinunter, der hinter einem Busch kauerte und das Opernglas an seine Augen hielt, ein diabolisches Grinsen auf den Lippen.
„Alles was mit deinem Bruder zu tun hat, ist sogar unverzichtbar“, säuselte er und schien tatsächlich glücklich zu sein. Yuuta verdrehte die Augen. Die Besessenheit, die Mizuki an den Tag legte, wenn es um ihn oder seinen älteren Bruder ging, war unheimlich. Bisher hatte er es zwar nicht gewagt, mehr zu tun als ihm auf die Pelle zu rücken und seine Hände auf seine Schultern zu legen, dennoch war er unsicher. Eigentlich war sich keiner von St-Rudolph sicher, wenn es um ihren Manager ging. Zu duschen wurde zu einer regelrechten Herausforderung. Das hinterhältige Kichern jagte Yuuta einen Schauer über den Rücken. Er für seinen Teil wollte nicht wissen, was im Moment vor sich ging und Mizuki diese erschreckend gute Laune bescherte. Seufzend lehnte er sich wieder an den Baum hinter dem er sich versteckte um zu warten, bis es dem Manager zu langweilig wurde.
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