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... I wish this Goodbey would be not for ever ...

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
15.09.2012
15.09.2012
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1.885
 
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Eine kleine Geschichte die mich durch ein Bild und durch ein Lied inspiriert hat. Viel spass beim lesen.... Lied (http://www.youtube.com/watch?v=FtXs_6MSqeg)
Bild (http://sadlovequotesforhim.com/wp-content/uploads/2012/02/sad-love-quotes.jpg)




Mit schweren Schritten ging ich auf das große weiße Haus zu. Immer schleppender wurden meine Schritte, je näher ich kam. Ich musste mich zwingen diesen Fahrstuhl zu betretten, der im innern des Hauses war. Mit zitternden Händen drückte ich den Knopf. Mit jedem Stockwerk, schnürrte sich meine Kehle immer weiter zu. Es war als würde ich Rasierklingen einatmen. Ich stieg aus und blieb vor der  Brandschutztür stehen. Ich wollte und konnte nicht durch diese Tür gehen. Diese Tür die mich in den langen Flur führen sollte und dann in das Zimmer, welches mir zu sehr Angst machte vor dem was auf mich wartete. Meine eigene Schuld. Heiße salzige Tränen quillten aus meinen Augen und bahnten sich ihren Weg über meine Wangen. Das Wissen, dass ich Schuld an all dem hatte, machte es nicht einfacher. Zu mal ich glücklich darüber war. Ich wollte es nicht einfach haben. Wollte nicht, dass man mir sagte es sei nicht meine Schuld. Doch so war es nun mal. Es war meine Schuld. Wäre ich nicht gewesen. Wäre es nie dazu gekommen. Quälend langsam setzte ich einen Fuß vor dem anderen. Ich lief den unendlich langen grauen Flur entlang. Immer mehr Tränen liefen mein Gesicht entlang und kaum hörbar schluchzte ich vor mich hin. Zitternd legte ich meine Hand auf die Türklinke, kaum lag sie auf ihr verkrampfte sie sich schon. Ich lehnte meinen Kopf gegen die Tür. Für ein paar Minuten verweilte ich so. Mein Schluchzen ließ meinen Körper beben und ich wünschte dies alles wäre nur ein Traum. Ich ließ die Türklinke nach unten schnellen und betrat den Raum. Leise viel die Tür hinter mir zu. Kurz zuckte ich zusammen. Bedacht sah ich auf den Boden, denn ich wusste welche Szene vor mir ablief. Trotzdem zwang ich mich auf zu schauen. Verzweiflung machte sich in mir breit als ich die ganzen Apparate sah. Im Sekundentakt war ein Zischen zu vernehmen und das ständige Piepen des Monitors, der das schlagen des Herzens wiedergab. Zögernd drehte sich mein Kopf nun auch zu den Körper der auf dem Bett lag. Lauter Schläuche waren an ihr befestigt. An meiner besten Freundin. Nun ließ es sich nicht mehr länger aufhalten. Das Schluchzen wurde lauter. Die Tränen flossen schneller. Mit tauben Fingern nahm ich ihre Hand. Ich ließ mich auf die Knien fallen und presste ihre Hand gegen mein Gesicht. „Es tut mir so leid. So unendlich leid. Ich müsste hier liegen nicht du. Ich müsste hier liegen... nicht du.“, mit Tränen erstickter Stimme sprach ich die Worte aus. „Es tut mir leid Tara. So hätte es nicht kommen sollen. Dieser Tag... warum? Warum du? Warum nicht Ich?“, ich brach wieder in Tränen aus die kurz versagten doch jetzt wieder erbarmungslos über mein Gesicht rollten. Schließlich kehrten auch die verdrängten Erinnerungen an den Tag zurück.


„Komm jetzt! Man, Lia!“, wütend sah mich meine Freundin an. „Mach dir keinen Kopf. Ich will mir doch nur den Schuh zu machen.“, immer noch kniete ich und band mir meinen Schuh zu. Diesmal einen Doppelknoten. Tara machte sich immer Sorgen wenn ich mitten auf der Straße stehen blieb. Meistens auch berechtigt. Doch diese Straße ist so gut wie ausgestorben. Es war sehr selten das hier ein Auto lang kam. „So. Fertig.“, ich wollte gerade aufstehen als ich zur Seite gestoßen wurde. Hart landete ich auf den Boden. Ein schriller Schrei durchbrach die Stille und quitschende Reifen waren zu hören. Es ging alles so schnell. Ich sah zu der Stelle wo ich vor kurzem kniete und dort lag sie. Blut überströmt. „Neeiiin!“, kreischte ich, rannte auf sie zu und kniete neben ihr. Behutsam nahm ich ihren Körper in meine Arme. Ich sah auf sie hinab. Ihre Augen sahen in meine. „Tara...wieso?“
„Ich... musste... ich bin... doch... deine... Beschützerin.“, es fiel ihr sichtlich schwer bei Bewusstsein zu bleiben. Immer wieder schlossen sich ihre Augen, öffneten sich aber wieder. „Nein. Nein. Bleib wach. Oh Gott! Ruft doch mal endlich einer den Krankenwaagen. Meine Freundin...“, hysterisch schrie ich rum. Endlich kamen Menschen. Mehrere tätigten Anrufe. Wann kommt endlich Hilfe? Verzweifelt sah ich in das Gesicht von Tara. „Weine... nicht. Es war... das... rich-tige.“, lächelnd hob sie den Arm und wischte mir eine Träne aus dem Gesicht. Was blieb war eine blutige Spur auf meiner Wange. „Warum lächelst du? Es ist meine Schuld. Ich bin Schuld... du solltest mich hassen. Ich habe dir das angetan...“, meine Stimme war schrill. Angsterfüllt vor dem was kommen würde. „Weil, ich glücklich bin...“, eine kurze Pause entstand. Es fiel ihr sichtlich schwer zu sprechen. Ich schüttelte mit dem Kopf. „Ich... habe das... gerettet... was mir wichtig ist. Denk immer... daran... Ich liebe dich... meine Schwester... vergiss das nie... . Trauere nicht. Leb weiter... für mich...“, Sirenen ertönten, unterbrachen meine Freundin. Diese schloss die Augen. „Nein. Tara. Bleib wach! Bleib bei mir! Rettung kommt. Du wirst bald wieder mit mir raus gehen können. Spaß haben. Weißt du noch. Freunde bis das der Tod uns scheidet? Er wird uns nicht trennen. Du kannst ihn besiegen. Wir schaffen das. Zusammen! Du darfst mich nicht verlassen. Du bist die einzige. Die einzige die mich versteht!“, ich wurde immer hytserischer. „Sch... du wirst... nie. Nie alleine sein. Das verspreche... ich...“, ihr Kopf sakte weg. Für einen kurzen Moment war es so als ob die Zeit stehen blieb. Wieso? Ich merkte wie ich weggezogen wurde und mir eine Decke umgelegt wurde. Jemand sprach mit mir. Doch meine Aufmerksamkeit galt nur der Straße. Dort wo noch vor kurzen Tara lag. Wo nun eine große Blutlache die Straße markierte. Dort wo meine Welt zerbrach. Ich wurde genommen und weggetragen. Schließlich fand ich mich in einem Krankenwaagen wieder. Mit glasigen Blick sah ich stur geradeaus. Ignorierte alle und ließ mich von der Schuld erdrücken...



„Ich kann mich nicht verabschieden. Will nicht leb wohl sagen. Doch ich weiß... dass, die Zeit gekommen ist. Ich will dir noch einmal für alles danken. Für alles was du für mich getan hast. Kein Mensch, könnte dich ersetzen und wird es auch nie. Das verspreche ich dir. Niemals werde ich dich vergessen. Ich kann nur immer wieder sagen, wie leid es mir tut. Ich hätte auf dich hören sollen. Hätte die Straße überqueren sollen. Doch ich war dumm. So dumm. Tara. Ich wünschte du könntest antworten. Mir sagen das es wirklich dumm war und mir dann gegen die Schulter boxen. So wie du es immer tatest, wenn ich einen Fehler eingestand. Wie sehr wünsche ich mir das. Dein Lachen, wenn ich was dummes sagte. Deinen grimmigen Blick, wenn ich was falsches tat. Oder deine tröstende Worte, deine Umarmungen... deine ehrlichen Augen. Du bist wohl die reinste, erhlichste und einzigartigste Freundin die man sich wünschen könnte. Ich hatte sie. Und verlor sie durch mich selbst. Ich weiß, dass ich mir selbst nie verzeihen werde. Doch ich hoffe, dass du Frieden findest. Wo auch immer du dann bist. Tara? Glaub mir der Tod wird uns nie trennen, das schwöre ich. Ich liebe dich, meine Schwester. Ich liebe dich so unendlich sehr.“, ich stand auf und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Dieser zog sich zu einem sanften Lächeln. Dann ertönte ein langes endloses Piepen. Sie ist tot. Fort für immer. Ich lächelte schmerzverzerrt. Stumm liefen Tränen über mein Gesicht. „Ich liebe dich.“, flüsterte ich. Die tür wurde aufgerissen und ich wurde beiseite gestoßen. Ich wand mich ab. Die Geräusche der Defibrillatoren waren zu hören, als sie versuchten meine Freundin ins Leben zurück zu holen. Doch ich wusste, dies würde nie passieren. Weinend ging ich aus dem Zimmer. Sie war fort... .




Leise setzte ich mich auf die erste Bank in der Kirche. Der Platz der für die Eltern, Geschwistern, reserviert wäre. Doch sie hatte keine Familie. Nicht mehr. Sie war ein Heimkind. So saß nur ich auf der ersten Bank. Hinter mir saßen ihre Betreuer und andere Leute die ich nicht kannte. Vor dem Pult stand ein großer weißer Sarg. Daneben ein großer Kerzenleuchter und lauter weißer Blumen. Musik ertönte. Der Pfarrer begang zu sprechen.

„Wir haben uns hier versammelt, um Tarja Johnson die letzte Ehre zu erweisen. Sie war ein nettes höfliches Mädchen, dass zu früh von dieser Welt ging. Sie hinterließ eine Spur der Trauer. Tarja schenkte ihrer Freundin das Leben. Wissend was das zu bedeuten hatte. Aufopferungsvoll ließ sie es geschehen. Darum danken wir dir noch einmal. Und wir hoffen das du deinen Seelenfrieden gefunden hast.
Ganz gleich wie es weitergeht, es gibt jemanden der deiner gedenkt. Ganz allein bist du nicht. Was auch immer du in deinem Leben getan hast, es hat Spuren im Leben anderer hinterlassen.  Menschen denen du die Hand gereicht hast, Menschen denen du durch einen Hinweis den Weg gewiesen hast. Werden dich auf ewig im Herzen behalten.
Doch nun ist es Zeit zu gehen und wir werden dich auf diesen Weg begleiten. Nun hat noch Lilian Gear etwas zu sagen.“, ich stand auf und nahm den Platz am Pult ein. „Ich weiß nicht genau wo ich anfangen soll. Es gibt so viel was man über Tara erzählen kann, aber die Zeit würde nicht genügen. Tara war ein wundervoller Mensch. Hat mir geholfen wenn ich Probleme hatte, in meiner Familie und stellte sich immer an zweiter Stelle. Natürlich wusste ich ebenso alles über sie, wie sie über mich. Das hat nun mal eine Freundschaft an sich. Doch wir waren nicht nur Freunde. Wir waren Schwestern. Sind es immer noch und werden es immer bleiben. Ich kann ihr nicht danken. Ich kann ihr nicht danken, dass sie mein Leben gerettet hat. Wir sind in keinen Film. In Filmen gibt es immer ein Happy End. Im waren Leben jedoch nicht. Und ich weiß das man an meiner Stelle genauso denken würde.  Und trotzdem bin ich ihr dankbar. Tara? Auch wenn du mich nicht hören kannst, so weiß ich doch das du es kannst. Danke. Danke für die wundervollen Jahre. Danke für deine Freundschaft. Danke das ich, dass wichtigste für dich bin. Du bist es ebenso für mich. Leb wohl.“, ich ging zu dem offenen Sarg in dem Tara lag. Sie sah so friedlich aus. Ihre braunen Locken umspielten ihr Gesicht und ließen sie wie ein Engel wirken. „Ich hoffe du hast Frieden gefunden.
Ich liebe dich.“, ich strich über ihr Gesicht und wand mich dann ab. Nach und nach gingen die anderen zum Sarg um sich zu verabschieden. Letztendlich wurde der Sarg geschlossen.  
Die Sargträger nahmen den ihn und trugen ihn hinaus. Ich ging als erstes hinter ihnen los, dann folgten die anderen. Mit jedem Schritt kamen wir dem Grab näher das für sie bestimmt war. Unter einer wunderschönen Trauerweide. Langsam wurde der Sarg hinab gelassen. Diesmal ließ ich den anderen den Vortritt. Jeder von ihnen nahm eine Schaufel Erde und bedeckte den Sarg nach und nach damit, sowie mit rote Rosen. Als letztes war ich dran. Ich bedeckte ihn mit drei Schaufeln und zum Schluss warf ich eine blaue Lilie hinab. Ihre Lieblingsblume. Ich warf einen Blick zu dem Grabstein.


Der Tod ist das Tor zum Leben.

          Tarja Johnson

  11.03.1994 – 13.03.2012




Sie hatte sich an ihren Tag für mich geopfert.
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