Burning the Skies: Buch 2

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Engel & Dämonen
15.09.2012
06.04.2013
28
66330
6
Alle Kapitel
42 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Kapitel: 1/27
Updates gibt es jeden Samstag.

Wundervolle Bilder zu Burning the Skies könnt ihr hier anschauen: http://lionblade17.deviantart.com/gallery/39385479
Allesamt gezeichnet von meiner wunderbaren Kratü; außerdem mit ihrer Erlaubnis verlinkt.

Charakterbeschreibungen zu allen Charakteren findet ihr hier.

Disclaimer: Burning the Skies, sowie sämtliche Charaktere daraus gehören genauso mir wie die Handlung. Nichts davon darf ohne meine ausdrückliche Erlaubnis in irgendeiner Form weiter veröffentlicht werden. Ähnlichkeiten mit anderen Werken sind rein zufällig.

A/N: Dies ist die vollkommen offizielle Fortsetzung zu Burning the Skies: Buch 1. Es wäre von Vorteil, den ersten Teil gelesen zu haben, bevor man sich hierauf stürzt, aber wer nicht will, der kann auch hiermit anfangen. Viel Spaß.

~*~

„Menschen sind faszinierend.“ Léan saß breitbeinig auf einem im Vergleich zu ihm sehr klein und schmal wirkenden Sofa und schaute Vaith direkt an. „Ich habe gestern eine Menschenfrau getroffen; unglaublich, wie einfältig sie war. Als ich das letzte Mal hier war, war alles noch ein bisschen prüder.“
„Schön, dass du deinen Spaß hast“, erwiderte Vaith sarkastisch. „Ab morgen kannst du dir so viele Weiber und Männer einladen, wie dein Durchhaltevermögen zulässt.“„Oh, stimmt, ab morgen geht für dich der Ernst des Leben los.“ Léan machte eindeutig Späße auf seine Kosten. Aber Vaith konnte das nachvollziehen; er würde es nicht anders machen. Eigentlich war es schon schlimm genug gewesen, in der Welt der Menschen leben zu müssen – so richtig, mit Haus und allem, auch wenn das Geld, von dem sie all das bezahlten, nicht mit Arbeit verdient war – weil es zu viel Kraft kosten würde, jeden Abend in die Unterwelt zurück zu kehren, aber um irgendwie in Finley Nähe gelangen zu können blieb Vaith nichts anderes übrig, als die örtliche Schule aufzusuchen. Schule! Wenn er daran dachte, dass er in der Unterwelt seine Tage mit Poker, Essen und Sex verbracht hatte, erschien es ihm fast schon lächerlich, den halben Tag auf einem Stuhl sitzen zu müssen, um einem Menschen zuzuhören, der allerhöchstens einen winzigen Bruchteil so alt werden würde, wie Vaith jetzt war. Es war wirklich lächerlich, und wenn er so direkt daran dachte, dann erstrecht. Und er war froh, dass ihn niemand außer Léan jetzt sehen konnte. Er würde zum Gespött der Unterwelt werden. Das wollte er sich nicht unbedingt antun, zumal sie ohnehin das Gesprächsthema Nummer 1 sein würden, sobald ihre andauernde Abwesenheit bemerkt wurde. Nicht einmal Ragnar hatten sie in ihr Vorhaben eingeweiht; er würde eine Möglichkeit finden, sie zu kontaktieren, wenn er davon Wind bekam. Begeistert wäre er wohl nicht, aber vermutlich wäre es wie an dem Tag, als Vaith ihm offengelegt hatte, dass er sich regelmäßig im Himmel herumtrieb: er würde lachen und ihn als anders als die anderen bezeichnen. Für einen Teufelsfürsten war er eigentlich ein wenig zu… Nein, gutmütig war das falsche Wort. Ragnar schien lediglich nicht viel darauf zu geben, was sein Volk zu tun pflegte. Vaith konnte das nur recht sein.
„Wie lange werden wir bleiben?“, fragte Léan schließlich und bestimmt schon zum vierten Mal, seit sie hier angekommen waren.
„Du kannst jederzeit gehen“, antwortete Vaith knapp.
„Und wie lange wirst du bleiben?“
„Sein ganzes Leben lang.“„Das sind bestimmt noch 70 Jahre!“ Léan zog eine Augenbraue hoch, ein lächerlicher Versuch, spöttisch zu wirken. Vaith fand, dass er einfach nur dämlich aussah. „Willst du 70 Jahre an seiner Seite verbringen, um zuzusehen, wie er nach und nach dem Alter verfällt? Das kann nicht mal er wert sein!“„Das ist der Preis, den ich zahlen muss. Ich hätte ihn so oder so überlebt.“ Er machte sich nicht die Hoffnung, niemals zu sterben, denn er wusste, dass auch seine Zeit irgendwann gekommen war. Aber er wusste auch, dass es noch sehr, sehr lange dauern würde. 70 Jahre waren eine kurze Zeit, verglichen mit den Jahren, die ihm danach noch blieben. Aber er tat es für Finley und er war nicht auf Léans Unterstützung angewiesen.
„Ich versteh’s nicht“, seufzte Léan und lehnte sich zurück. „So viel Aufwand für ein bisschen Sex, den du auch bei uns in der Unterwelt bekommen könntest.“„Du verstehst nichts, Léan, deshalb dachte ich, du hättest dich langsam daran gewöhnt.“ Vaith klang ungewohnt bissig und fragte sich, warum er so aus der Fassung geriet. Vermutlich war es diese Welt, die ihn fertig machte, die Sonne, die jeden Tag durch die Fenster schien, der Wind in seinen Haaren, wenn er das Haus verließ und die Vögel die ihn jeden Morgen weckten. Er hasste die Welt der Menschen. Aber lange Zeit war er auch dem Himmel gegenüber abgeneigt gewesen, weshalb er hoffte, dass seine schlechte Laune sich bald in Rauch auflöste. Er wollte sich von seiner Umgebung nicht beeinflussen lassen; seine Launen sollten lieber von seiner Einstellung abhängen.
„Wieder beruhigt?“, fragte Léan nach einer Weile, bekam als Antwort jedoch nur einen kühlen Blick aus zwei verengten Augen. Abwehrend hob er die Hände. „Tut mir leid, Prinzessin. Ich wollt dir nicht auf den Schlips treten.“ War das eine Entschuldigung gewesen? Vaith hob misstrauisch eine Augenbraue. Das wäre ja etwas ganz neues, denn normalerweise verzichtete Léan auf Entschuldigungen. Und er hatte schon weitaus schlimmere Dinge getan, als Vaith ‚auf den Schlips zu treten‘, wie er es formuliert hatte.
„Am besten hältst du einfach eine Weile den Mund“, forderte Vaith schließlich und klang nur noch ein klein wenig genervt, keineswegs aber wütend. Dann warf er einen Blick aus dem Fenster. Die Sonne kroch langsam über den Horizont und wich somit der Nacht. Der nächste Morgen war nur noch ein paar Stunden entfernt. Nach 16 Jahren würde er Finley menschliche Gestalt zum ersten Mal ansehen können. Ein kurzes Lächeln huschte über sein ansonsten beherrschtes Gesicht. Gott war zu leichtfertig mit seiner Herausforderung gewesen. Er hatte bereits verloren, noch bevor das Spiel richtig begonnen hatte.