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Anne auf Green Gables

von Sarah0606
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Anne Shirley/Blythe Diana Barry Gilbert Blythe Marilla Cuthbert Rachel Lynde
15.09.2012
03.10.2012
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15.09.2012 757
 
Als Anne gerade gehen wollte, klopfte es an der Tür. Diana war es und kam außer Atem auf Green Gables an. „Anne du glaubst nicht, was passiert ist, Gil…."
Diana sprach den Satz nicht zu Ende, als sie sah, dass Marilla mithörte.
„Was trägst du denn für eine schöne Halsette? Hast du sie von deinen Eltern bekommen?“ , fragte Marilla neugierig. Diana errötete leicht und Anne konnte sich ihr Gelächter nicht verkneifen und prustete los. „Was ist denn daran so komisch, ist es eine falsche Frage?“ Marilla verstand die Sache nicht ganz.
„Nein, es ist keine komische Frage, Marilla, die Kette hat Gilbert Blythe mir geschenkt.“, sagte Diana stolz. „Oh, ganz schön edel, Wie kommst du denn zu dieser Ehre?“
„Äh….
Doch dann meldete sich Anne schon zu Wort. „Ich denke, das kannst du dir denken, Marilla. Schließlich schenkt er nicht jedem Mädchen eine Kette mit einem rötlichen Granatanhänger.“ Marilla wollte gerade etwas sagen als Anne Diana am Ärmel packte und die Tür hinter sich zog.
Nun standen die beiden in der herbstlichen Nachmittagssonne.
„Puh, das war ganz schön peinlich, Marilla kann aber auch viele Fragen stellen.“
Anne grinste. „Ja, das stimmt, aber was wolltest du mir denn jetzt eigentlich sagen?"
„Gilbert will sich in einer Stunde mit mir treffen, er möchte mich Heute Nachmittag besuchen. Oh Anne, das kann ich nicht verkraften. Meine Eltern wissen es noch gar nicht und ich bin so aufgeregt. Minni May würde mich bestimmt auslachen und wenn es nach den Ferien die ganze Klasse weiß und auch Josie…."
„Beruhig dich erstmal Diana, erst muss ich wissen, ob du das überhaupt von ganzem Herzen möchtest?“
Anne sah sie an. Was würde ihre Freundin wohl jetzt sagen?
„Nun ja, eigentlich schon.“
„Gut, dann sagen wir es jetzt deinen Eltern und tu mir einen Gefallen, bitte plappere nicht so ein dämliches Zeug, wenn du dich mit Gilbert triffst, in Ordnung?“
Als die beiden Mädchen wenig später mit Dianas Eltern geredet hatten und sie damit einverstanden waren, klopfte Dianas Herz immer schneller.
„Diana, was ist denn?“ fragte Anne besorgt.
„Oh Anne, ich schaffe das niemals. Ich werde bestimmt vor Aufregung kein Wort heraus bringen, ich schaff das nicht. Sollen wir es nicht lieber absagen?“
„Arme Diana, so muss sich Lady Cordelia gefühlt haben, als ihr Prinz Jared einen Heiratsantrag gemacht hat.“
„Mit Lady Cordelia kannst du mir im Moment auch nicht helfen, Anne. Außerdem ist das ja vollkommen übertrieben. An Heiraten könnte ich noch nicht denken.“
Diana zupfte sich eine Fluse von ihrem Kleid und kaute nervös an ihren Fingernägeln.
„Ich gehe jetzt mal, schließlich möchte ich nicht stören, wenn Gilbert dir seine Liebe gesteht.“ Anne nahm ihren Poncho und zog ihn sich über.
„Aber nein, du hast mich wohl falsch verstanden, Gilbert und ich sind nicht zusammen. Außerdem glaube ich... er ist verliebt in jemand anderen.“
Diana seufzte und setzte sich aufs Bett. In der Hand hielt sie ein Buch
'Alice im Wunderland', das sie sich in ihrer Kindheit öfters vorgelesen hatten.
„Das ist doch Humbug! Wen sollte er denn sonst lieben? Etwa Josie Pye? Also, auch wenn ich ihn nicht sonderlich leiden kann, traue ich das ihm dann doch nicht zu."
Anne schüttelte kräftig den Kopf und brach erneut in schallendes Gelächter aus.
„Ich denke, er lieb" Karotte“ Diana lächelte Anne an.
Anne verstand nicht, wen Diana mit 'Karotte' meinte, Oh Gott und dann fiel ihr ein, wer mit Karotte gemeint war, nicht Ruby, Jane, Diana und nicht Josie.
Sie erinnerte sich an den Tag, an dem sie Gilbert ihre Schiefertafel auf den Kopf geschlagen hatte. Wie hatte er sie genannt? KAROTTE…..
Anne sah Diana erschrocken an, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen. Sie musste einfach nur weg. Gilbert würde sicher gleich kommen und sie musste so schnell wie möglich verschwinden. Diana sagte sie noch nicht einmal ein Auf Wiedersehen. Sie lief einfach nur aus dem Haus der Barries. Sie rannte und rannte, als hätte sie nie etwas anderes getan. Das wollte einfach nicht in ihr Kopf. Gilbert liebte sie.
Nein, das wollte sie einfach nicht wahrhaben. Den Menschen mit dem sie eine jahrelange Feindschaft beschlossen hatte, war in sie verliebt. Oh mein Gott!
Wieder einmal hatte sie Diana einfach stehen lassen. Sie war eine schlechte Freundin. Sie hatte Diana einfach im Stich gelassen, vielleicht hätte Diana sie gebraucht, aber nein, sie war einfach weggelaufen. Diana würde jetzt von ihr denken, das auch sie Gilbert liebte, aber das tat sie nicht. Was für ein fürchterlicher Tag! Konnte es etwa einen schlimmeren noch geben?
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