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[♪ | ⚑] Ein Stern am Pinguinhimmel

von - Leela -
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Kowalski
13.09.2012
13.09.2012
11
10.582
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13.09.2012 1.265
 
Ein Stern am Pinguinhimmel (Alles ändert sich)

Kapitel 1 – Ein durchschlagendes Ergebnis


„Heureka!“
      Skipper zuckte zusammen. Er hatte es bis heute noch immer nicht geschafft, sich an Kowalskis euphorische Ausbrüche zu gewöhnen, wenn er wieder eine neue, vermeintlich funktionierende Erfindung in’s Leben gerufen hatte. Nun zählte er runter: ‚3… 2… 1…’
      Die Tür zum Labor flog auf, und Kowalski raste völlig aufgedreht mit einem mittelgroßen Kasten in den Flossen in die Basis. „Ich hab’s! Ich hab’s wirklich!“
      „Was hast du wirklich?“ fragte Skipper unbeeindruckt und nahm einen Schluck Fischsud.
      „Das hier ist die bedeutendste Erfindung dieses und des nächsten Jahrtausends!“ Kowalskis Stimme zitterte vor Aufregung.
      „Und was genau kann sie?“ erkundigte sich Skipper.
      Der Wissenschaftler stellte die Maschine neben ihnen auf den Tisch und lehnte sich lässig darauf. „Das hier ist ein Futtermaterialisierer! - Das ist natürlich nur der Arbeitstitel! - Auf jeden Fall empfängt der Kasten die Gedanken eines Tieres, wenn es Hunger hat, und materialisiert dann genau das Essen, was es sich wünscht! Komm’ schon, Skipper, denk an etwas zu Essen!“ Kowalski klatschte aufgeregt in die Flügel.
      Einen Augenblick hielten sie Blickkontakt, Skipper ausdruckslos, Kowalski angespannt vor Euphorie. Als sich nach einer Weile nichts tat, klopfte Kowalski ärgerlich auf den Kasten. „Warum funktioniert es nicht?“
      Skipper warf die Flügel in die Luft. „Tut mir leid, Kowalski! Ich bin gerade nicht hungrig!“
      Kowalski stöhnte auf. „Na gut! Dann werde ich die Maschine eben mit einem kooperativeren Publikum testen!“ Ein wenig eingeschnappt nahm er sich den Kasten und beförderte ihn die Luke hinaus.
      Skipper sah ihm nachdenklich nach, nahm einen weiteren Schluck Fischsud und beschloß dann, ihm zu folgen. Noch fiel es ihm schwer, an einen Erfolg zu glauben, doch wenn die Maschine tatsächlich funktionieren sollte… Auf jeden Fall wollte er sich das weitere Spektakel nicht entgehen lassen!
      Er kam gerade darauf zu, als Kowalski seine Maschine an einem zentralen Punkt des Zoos auf einem der Zoowege aufstellte und justierte. „Was tust du da?“ erkundigte er sich.
      Es kam so unerwartet, daß Kowalski zusammenzuckte. „Ich justiere die Reichweite!“ erklärte er. „Irgend ein hungriges Tier wird es im Zoo geben! Mit der richtigen Einstellung müßte mein Gerät die Wellen auffangen und die gewünschte Nahrung materialisieren können!“
      „Klingt ja alles ganz faszinierend, Kowalski, im Moment kann ich mir nur nicht vorstellen, wie das funktionieren soll“, erwiderte Skipper skeptisch.
      „Pf!“ Kowalski machte eine abwinkende Geste. „Das erwarte ich auch nicht von dir! Wer ist denn das Supergenie in unserem Team, hä?“
      Skipper ließ die Bemerkung unkommentiert. Er stellte sich etwas abseits, beobachtete und wartete.
      Kurze Zeit später gesellte sich Private neugierig zu ihm. „Testet Kowalski eine neue Erfindung?“
      „Jap!“
      „Und, wird sie funktionieren?“
      „Mein Bauchgefühl sagt: Nein!“
      Private schwieg einen Moment. „Und was, wenn die Erfindung nun doch funktioniert?“
      „Nun…“ meinte Skipper gedehnt. „Dann haben wir hier eine 1A Fütterungsmaschine! Von daher würde ich es ihm durchgehen lassen!“
      Von der anderen Seite stellte sich Rico dazu und starrte ebenfalls auf Kowalski, der noch immer mit der Feinjustierung beschäftigt war. „Wa tut er da?“
      „»Feinabstimmung«!“ erklärte Skipper. „Du weißt doch, Wissenschaftlerjargon für: ‚Ich gebe noch nicht zu, daß es nicht funktionieren wird!’“
      „Ah…!“ meinte Rico verstehend.
      „So!“ sagte Kowalski gerade, und es war nicht ganz sicher, ob diese kleine Bemerkung seinen Kameraden, oder nur ihm selbst galt. Er richtete sich auf und schaute auf das Bedienfeld. „Mit dieser Reichweite sollte ich von hier bis zum Elefantengehege kommen! So sollte mir ein aussagekräftiger Testlauf garantiert sein!“
      Skipper hatte die Flügel verschränkt, während er Kowalski beobachtete. „Na, ich bin gespannt!“
      „Du wirst erstaunt sein!“ meinte Kowalski, während er bereits das Bedienfeld betätigte. Er zog einen Regler, trat einen Schritt zurück und wartete.
      Alle warteten.
      Doch nichts passierte.
      Skipper lächelte noch immer.
      „Och, das kann doch nicht angehen!“ brummte Kowalski genervt und ging zur Maschine zurück. „Wir sind hier im Zoo! Ein Tier wird doch sicher an etwas zu Essen denken!“
      „Was soll ich sagen, Kowalski?“ begann Skipper. „Ich hab’s dir doch gesagt!“
      Kowalski nahm eine Verdeckplatte von dem Kasten ab und schaute in’s Innere. „Sag’ von mir aus, was du willst! Wenn die Maschine erst mal funktioniert, wirst du darum betteln, daß du die Fische, die sich aus deinen Gedanken materialisieren auch essen darfst!“ grummelte er, ohne den Blick von den Verkabelungen abzuwenden. Er testete einige Verbindungen. „Irgendwo muß hier ein Fehler liegen!“ sagte er zu sich, während er versuchsweise an dem einen oder anderen Kabel zog. „Vielleicht bei der Energiezufuhr…“
      Ein ohrenbetäubender Knall erschütterte den ganzen Zoo! Eine Druckwelle riß die Pinguine von den Füßen, Vögel flogen erschrocken auf, und alle Tiere schreckten in dem, was sie gerade taten hoch, und sondierten, nachdem sie den ersten Schock überwunden hatten, was gerade passiert sein mochte.
      Skipper sammelte sich als erster vom Boden auf. „Siehst du, was habe ich dir gesa…“ Die Worte blieben ihm schier im Halse stecken. Die Explosion der Maschine hatte nicht nur das Gerät selbst völlig in Stücke gerissen, Kowalski war von der Druckwelle erfaßt worden und bis an die gegenüberliegende Seite direkt an das Gitter eines Geheges geschleudert worden, wo der Pinguin besinnungslos zu Boden gegangen war. Alarmiert sprang Skipper auf, und während Private und Rico sich noch von dem Schock erholten, lief er bereits auf seinen Kameraden zu. „Kowalski!“ In diesem einen kleinen Ausruf schwang seine ganze Panik mit.
      Private schlug die Flügel vor’s Gesicht und wandte sich schwer atmend von der Szenerie ab. Mit zusammengebissenem Schnabel kämpfte er darum, seine schlimmsten Gedanken nicht zuzulassen.
      Während Skipper sich neben seinen Kumpanen kniete, kamen die Tiere des ganzen Zoos zum Ort des Geschehens, um zu ermitteln, was passiert war, und stockten erschrocken, als sie Kowalskis leblosen Körper erblickten. Betroffene Stille breitete sich aus.
      Skipper versuchte, Panik zu unterdrücken. „Kowalski! Rede mit mir! So sag’ doch was!“ Verzweiflung mischte sich in die Stimme des Anführers, als er die Lebenszeichen seines Kameraden checkte.
      Private beobachtete die Szene mit angehaltenem Atem aus der Ferne. Wenn Skipper etwas konnte, dann erste Hilfe! Er beobachtete die immer hektischer werdenden Reaktionen seines Anführers, und sein Magen verkrampfte sich mehr und mehr. An Skippers Gesicht konnte er ablesen, daß es nicht gut um Kowalski stand, doch noch wollte er es einfach nicht wahrhaben.
      Die Affen kamen sondierend näher und unterstützten Skipper. Auch Phil und Mason kannten sich gut in erster Hilfe aus und taten ihr möglichstes. Bald schon mußten die Helfer jedoch feststellen, daß ihr Repertoire erschöpft war.
      Skipper wollte es nicht wahrhaben. Als Mason und Phil bereits einen bedeutungsvollen Blick getauscht hatten, machte er noch immer weiter, und spulte seine Kenntnisse mittlerweile zum dritten Mal ab in der Hoffnung, ein Lebenszeichen von Kowalski zu bekommen.
      „Skipper, wir können nichts mehr für ihn tun“, sagte Mason leise.
      So sanft hatte er noch nie zu dem Pinguin gesprochen, doch dieses Mal konnte er nicht anders, auch wenn seine Worte dem Anschein nach nicht bis zu Skipper vordrangen.
      Private hatte dagegen längst das unausweichliche realisiert. Er zitterte, während er versuchte, Tränen zurückzuhalten.
      Marlene schob sich an ihm vorbei bis zu Rico, der wie gebannt auf die Szene blickte, in blankem Entsetzen erstarrt. „Ist er…?“ Ihre dünne Stimme war nicht in der Lage, den Satz zu beenden.
      Skipper hatte panisch mittlerweile alles versucht, Kowalski in’s Leben zurückzuholen, ohne jeden Erfolg. Nun konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Wie kannst du mir das antun?“ schrie er und schlug auf den leblosen Körper ein. „Wie kannst du nur?“ Dann brach er über dem Körper seines Freundes zusammen, und in bitteres Schluchzen aus.
      Betroffenheit senkte sich herab und ersetzte den Lärm, den die Explosion verursacht hatte durch Stille – eine furchtbare, schmerzhafte Stille.
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