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Ein Happy End?

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe
11.09.2012
21.12.2016
29
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11.09.2012 899
 
Inzwischen war Miyako wieder gegangen, nachdem Maron sie darum gebeten hatte. Maron wollte in diesem Moment einfach nur noch alleine sein. Zwar war sie generell nicht gerne alleine, aber in dieser Situation war es wohl das Beste, denn was sollte denn Miyako schon großartig leisten können, damit sich Maron nicht mehr benutzt und schmutzig fühlte. Zudem wollte Maron Miyako nicht mit ihrer geradezu miserablen Laune runterziehen.
Maron hatte sich auf ihr Sofa gesetzt und starrte auf ihren Fernseher, der ausgeschaltet war. Sie betrachtete ihr Bild, dass sich im Display des Fernseher spiegelte. Sie sah erbärmlich aus. Am Liebsten wäre sie aufgestanden und weggelaufen, doch dazu war sie nicht mehr in der Lage. Außerdem, wo hätte sie denn schon großartig hinlaufen können. Sie hatte kaum noch Erinnerungen an irgendwas. Weder an ihre Eltern, noch an ihre Kindheit. Sie könnte nicht mal ihre Eltern aufsuchen und um Hilfe oder ähnliches bitten. Doch sie wunderte sich schon, warum ihre Eltern sich noch nicht bei ihr gemeldet hatten. Sie hatten sicher von Miyako oder vom Krankenhaus erfahren was passiert war. Aber weder Vater noch Mutter hatten sich bei ihr nach dem Befinden erkundet. Ihr kamen furchtbare Gedanken. Waren ihre Eltern etwa tot? Maron ließ dieser Gedanke irgendwie kalt. Immerhin hatte sie keine emotionale Bindung zu diesen Personen, die ihre biologischen Eltern sein sollten. So lang sie sich nicht erinnern konnte, würde sich dies auch nicht ändern. Sie beschloss also sich auf das Schicksal zu verlassen. Denn sollte es Zeit sein, dann würde sie sich auch mit Sicherheit wieder an alles erinnern. Und wenn sie es wirklich wissen wollte, dann könnte sie ja immer noch Miyako fragen. Sie ist immerhin ihre beste Freundin, sie würde sicher wissen was mit ihren Eltern passiert ist. Irgendwie fühlte Maron sich wohl, wenn sie sich selbst daran erinnerte, dass Miyako ihre beste Freundin ist. Dass Miyako sie nie im Stich lassen würde, egal was passiert. Vielleicht deutete dieses Gefühl ja auch an, dass Maron sich langsam an etwas erinnern könnte. Aber ging das nicht alles zu schnell? Und Maron bildete sich diese Gefühle und Emotionen nur ein? Sie seufzte. Ohne Erinnerungen war sie einfach völlig verloren. Sie wusste nicht mehr weiter. Was sollte sie nur tun? Sollte sie sich versuchen an irgendetwas zu erinnern oder sollte sie es einfach passieren lassen und darauf hoffen durch einen glücklichen Zufall sich an alles erinnern zu können?
Durch ein Klopfen an der Türe wurde Maron aus ihren Gedanken gerissen.
Als sie öffnete stand Bruce vor ihr und hielt einen Strauß voller Rosen in den Händen. Er begann zu strahlen, als Maron in der Tür erschien.
"Hallo Maron, ich hoffe ich störe nicht. Ich wollte nur nach dir sehen."
Maron schüttelte nur den Kopf, trat zur Seite und machte eine einladende Geste mit ihrer Hand und Bruce verstand, dass Maron wollte, dass er die Wohnung betrat.
Maron ging stumm voraus ins Wohnzimmer. Ihren Blick hatte sie dabei stets auf den Boden gerichtet.
Bruce setzte sich auf das Sofa und Maron nahm die Rosen entgegen und stellte sie sofort in eine Vase mit Wasser.
Dann setzte sie sich mit großem Abstand neben Bruce auf das Sofa.
"Maron, ist alles ok? Du bist so still."
Maron schaute auf und lächelte Bruce an.
"Ja, ich bin nur ein wenig erschöpft von den letzten Tagen. Und erinnern kann ich mich auch noch nicht, was mich sehr traurig macht."
Bruce wusste nicht so recht was er sagen sollte, immerhin hatte er keinerlei Erfahrung mit solchen Problemen. Also versuchte er so elegant wie möglich das Thema zu wechseln, ohne dass es irgendwie peinlich erschien.
"Vielleicht würde es dir ja irgendwie helfen, wenn wir einen Spaziergang durch die Stadt machen würden?"
Maron wirkte von dieser Idee nicht überzeugt.
"Nun ja, du siehst vertraute Orte und Geschäfte und Leute, vielleicht hilft dir das ja irgendwie weiter."
Maron wusste nicht so recht, ob das wirklich eine gute Idee war, doch sie selbst hatte auch keinen besseren Vorschlag, also willigte sie mehr oder weniger überzeugt ein.
"Ja, klar, können wir machen. Aber ich bin wirklich echt müde. Können wir vielleicht erst in 2 Stunden gehen?"
"Na klar. Dann hole ich dich in 2 Stunden bei dir ab."
Maron lächelte und nickte.
"Dann leg dich hin, Maron, damit du später auch fit für unseren Spaziergang bist."
Maron musste kichern.
"Den Weg raus finde ich schon. Tschau."
"Tschüss, Bruce."
Nachdem Bruce gegangen war, fühlte sich Maron irgendwie komisch. Doch sie konnte ihre Gefühle irgendwie nicht richtig einordnen. Sie war sich nicht sicher. Entweder fühlte sie sich komisch, weil Bruce nun gegangen war und sie wieder alleine da saß. Oder sie fühlte sich komisch, da sie sich ja quasi auf ein Date mit ihm eingelassen hatte.
Hatte sie etwa Gefühle für ihn? Aber eigentlich war sie doch der festen Überzeugung Gefühle für Chiaki zu hegen. Oder hatte sich Maron in Bruce verliebt und deshalb mit Chiaki schlussgemacht. War Chiaki deswegen abgehauen? Andererseits, wieso sonst sollte Chiaki gehen ohne etwas zu sagen. Und die Rosen die Bruce Maron mitgebracht hatte, wollte er sie davon überzeugen, dass er der Richtige für sie war?
Maron konnte sich einfach nicht richtig erklären und zusammen reimen was es mit den beiden auf sich hatte. Doch sie spürte ganz genau, dass es mit Bruce noch etwas auf sich haben würde.
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