Ewige Liebe

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Baron Haru Yoshioka Muta Run / Lune Toto Yuki
10.09.2012
30.12.2013
18
30.212
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1.Kapitel: Träume werden wahr

Eine laue Brise wehte über die Hauptstraße und das Sonnenlicht brachte die Fassaden der Häuser so zum Glänzen, dass es schien, als ob sie leuchten würden. „Wie eine Lichtshow“, murmelte ein junge Frau mit kastanienbraunen Haaren leise und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Sie war in sommerlicher Manier gekleidet und zwar in Shorts und Top. Ihre Haare hatte sie zu einem Zopf gebunden, da sie in letzter Zeit sehr gewachsen waren. Im Gegensatz zu ihrer dunkelblonden Freundin achtete sie nicht auf ihre Umgebung, sondern blickte verträumt umher. Wie am jeden Tag war unheimlich viel los in ihrer Heimatstadt Tokio, nicht nur durch die vielen Touristen. Viele Bewohner schienen die Gelegenheit genutzt zu haben und das schöne Wetter auszukosten, was ausnahmsweise nicht aus Regen bestand. „Ob es dort wohl auch regnet? Oder ist dort immer strahlender Sonnenschein?“, fragte sie sich in ihren Gedanken und seufzte.

Drei Jahre waren vergangen, seit Haru das Abenteuer ihres Lebens erlebt hatte. Es verging kein Tag, an dem sie nicht an ihr Erlebnis im Königreich der Katzen zurückdenken musste. Sie hatte nun zu sich selbst gefunden und neue Freunde noch dazu. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie an Muta, den dicken Kater und an Toto, die schwarze Krähe dachte und an ihre ständigen Streitereien. Aber vor Allem musste sie an ihn denken. Sie konnte nicht diese glänzenden grünen Augen vergessen oder sein gepflegtes, makelloses, goldgelbes Fell. Sein hinreißendes Lächeln war noch immer präsent in ihren Gedanken und ebenso war dieses merkwürdige Gefühl geblieben das ihr Herz, so bald sie an ihn dachte, Luftsprünge zu machen schien. Wie sehr sie sich nach dem Baron sehnte, wusste nur allein ihr Herz. Sie vermisste ihn mit jeder Faser ihres Körpers, doch sie musste die Realität so akzeptieren wie sie war. Sie war ein Mensch und er war eine Katzenpuppe, vermutlich war er mit ganz anderen Dingen beschäftigt und verschwendete nicht einen Gedanken an sie. Geschweige denn hatte sie nicht die leiseste Hoffnung, dass sie sich jemals wiedersehen würden. Jedes Mal hatte sie nach Muta bei den Crossroads Ausschau gehalten, doch nie war er zu finden. Sie war langsam am Verzweifeln, denn ihr Gedächtnis schien nicht mehr den genauen Weg zu kennen. Und solange dieses Problem nicht geklärt war konnte sie ihn nicht besuchen, was ihr ein wahres Grauen bereitete.

„Haru du solltest mir lieber zuhören und nicht träumen!“
Gerade noch rechtzeitig bemerkte die Brünette den Laternenpfahl vor ihrer Nase und hörte ihre beste Freundin lachen. „Das kommt davon, wenn du immer in deinen Träumen versunken bist.“ Peinlich berührt wich Haru zur Seite aus und schritt mit Hiromi weiter die Straße entlang.
"Tut mir Leid Hiromi, ich war einfach voll in Gedanken. Du weißt doch, dass ich in letzter Zeit ziemlich viel Stress hatte. Unser Schulabschluss, der neue Freund von meiner Mutter, und das ständige Denken an unsere Zukunft. Momentan bin ich einfach überfordert mit der ganzen Situation." Haru wusste, dass ihre Worte nicht ganz der Wahrheit entsprachen. Natürlich war da etwas dran, aber den wirklich Grund ihrer gedanklichen Abwesenheit konnte sie nicht verraten. Obwohl Hiromi und sie beste Freundinnen seit dem Kindergarten waren,  war es Haru unmöglich ihr von ihrem Abenteuer und von ihren Freunden zu erzählen. Es war nicht so, dass sie ihrer Freundin nicht vertraute, aber diesen Teil ihres Lebens wollte sie lieber für sich behalten. Es war mittlerweile zu ihrer eigenen, kleinen Welt geworden, wenn auch nur in ihren Träumen.
„Ist schon gut Haru, ich kann es auch nicht fassen das wir es endlich hinter uns haben."
Mit diesen Worten umarmte Hiromi ihre Freundin. Haru erwiderte die Umarmung und schaute auf ihre Uhr. Entsetzt blickte sie auf: „Was? Schon fast 3 Uhr!? Hiromi, sei mir nicht böse, aber  ich muss los. Meine Mutter tapeziert heute die Küche neu und ich soll ihr dabei helfen.Wir sehen uns morgen." Haru winkte ihr zum Abschied nach und rannte so schnell es ging in Richtung Heimat.Vor ihrer Haustür stockte sie und erblickte einen roten Umschlag auf dem ihr Name stand. Sie schaute sich um, aber sah niemanden.Sie steckte den Brief ein und betrat das Haus, wo man einen starken Farbgeruch vernahm.Anscheinend war die Tapezierung schon voll im Gange. Sie beschloss erst nach oben zu laufen und sich neue Kleidung anzuziehen. Als sie dies tat, fiel ihr der Brief hinunter. Haru hob ihn auf, setzte sich auf ihr Bett und öffnete ihn. Sie entfaltete das Papier und begann mit klopfendem Herzen zu lesen:

Meine liebste Haru,
nun sind schon drei Jahre vergangen seit ich dich das letzte Mal sah
und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denke.
Das Abenteuer war das Allerschönste was ich je erlebt habe, denn ich durfte
dich kennenlernen. Und dies war mir eine Freude, als auch eine Ehre Haru.
Ich möchte dich wiedersehen, dort wo wir uns das letzte Mal sahen.
Eine angemessene Uhrzeit wäre um 11Uhr.
In der Hoffnung dich bald zu sehen

Baron Humbert von Gikkingen


Haru konnte ihr Glück nicht fassen und musste ein Freudenschrei unterdrücken. Er hatte sie nicht vergessen, nein er hatte jeden Tag an sie gedacht. Genauso, wie sie es getan hatte. Aufgeregt presste sie den Brief an sich und hörte ihren Herzschlag in ihren Ohren. Sie würden sich wiedersehen!
Endlich würde ihre Sehnsucht enden und ihr Traum würde sich erfüllen. Sie musste nicht lange überlegen, sie wusste nur allzu gut wo sie sich einst verabschiedet hatten.Das Dach ihrer alten Schule, dort würde sie ihn um 11 Uhr sehen. Mit einem breiten Grinsen und zog sie sich ein altes T-Shirt über und platzierte den Brief vorsichtig auf ihren Schreibtisch.
„Haru, wo bleibst du denn?“
„Ich komme, Mum.“
Mit einem letzten Blick auf den Brief verließ sie ihr Zimmer und eilte die Treppe hinunter ins Erdgeschoss. Haru konnte den nahenden Abend kaum erwarten.

Im Katzenbüro:
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages streiften das Schaufenster auf dem großen Platz und trafen direkt die minzgrünen Augen einer Katzenpuppen, die wie eine Statur auf ihrem Posten verharrte. Bis diese sich aus der Starre löste und sogleich eine wohlvertraute Stimme vernahm.
„Lass deine Flügel von mir, du lästiges Federvieh" "
„Dann entschuldige dich gefälligst dafür, dass du meinen Keks gefressen hast, du reudige Katze." Der Baron lächelte diese Stimmen kannte er nur zu gut. Er entfernte sich von seinem Podest, öffnete die Tür und betrachtete schmunzelnd seine beiden Freunde. Er schüttelte den Kopf.
„Das ihr zwei euch auch immer streiten müsst. Worum geht es denn diesmal?“
Toto bemerkte ihn und nickte ihm zu.
„Guten Abend Baron, frag lieber mal diesen dicken Kater. Er hat sich schließlich meinen Keks geschnappt, denn mir eine alte Dame geschenkt hat. Außerdem hat er genug zu fressen.“
„Baron das stimmt gar nicht, glaub ihm kein Wort…..HEY, du Krähe du hast mich DICK genannt?Na warte."
Muta sprang auf Toto zu, der gekonnt auswich und einen direkten Angriff auf Muta verübte. Er pickte mit seinem schwarzen Schnabel auf den Kopf des Katers herum.
„Lass das du dämliche Krähe, was fällt dir eigentlich ein?"
„Was fällt dir ein dir meinen Keks zu schnappen?"
Baron lächelte amüsiert und schloss leise lachend die Tür. Ohne Zweifel, die beiden würden sich niemals ändern, da war er sicher. Er erinnerte sich nur zu gut an Harus Blick, als sie die beiden zum ersten Mal streiten sah.

„Keine Sorge, dass machen sie ständig. Ich wüsste nicht einen Tag, wo es mal anders gewesen wäre.“
Sie lachte, wobei ihre Augen glänzten. Er wunderte sich, nie hatte er solch einen ähnlichen Menschen wie sie getroffen. Sie schien völlig anders, als andere ihrer Art zu sein. Und das nicht nur weil sie ihr Leben riskiert hatte, um einen Katze zu retten. Auch wenn es sich dabei um den Kronprinzen gehandelt hatte.
„Lass mich raten, sie können nicht mit- , aber auch nicht ohneeinander?“
Er lächelte und nickte.
„Exakt.“

Bei dem Gedanken an seine menschliche Freundin seufzte er und machte sich daran seinen Tee zuzubereiten. Er hatte keine große Hoffnung, dass es ihn ablenken würde, aber er konnte es zumindest versuchen. Baron vernahm es nur am Rande, wie Muta und Toto das Haus betraten. Toto hockte auf dem oberen Fensterbrett und Muta hatte es sich auf dem Sofa mit seiner Zeitung bequem gemacht.
„Habt ihr euren kleinen Zwist endlich beendet?“
Anstatt seine Frage zu beantworten, zuckte Muta die Schultern und blätterte durch die Seiten.
„Hast du Kuchen da, Baron?“
„Muta!“
„Was denn, ich habe Hunger! Was meinst du, Baron?“
Keine Antwort.
„Baron?“
Toto schüttelte den Kopf und deutete mit seinem Flügel in Richtung der Katzenpuppe. Diese stand vor seinem Schreibtisch und blickte gedankenversunken auf seine silberne Maske, die in seinen Händen lag. Es war jene, die er im Königreich der Katzen getragen hatte. Muta hatte sich widerwillig und dennoch neugierig aufgerappelt und sah fragend zu seinem Freund.
„Hey, Baron, was ist los?“
„Ich glaube nicht, dass er darüber reden will, Muta“, entgegnete der Rabe und bedachte Baron mit einem besorgten und zugleich traurigen Blick. Dieser schien die Stimmen seiner Freund gar nicht wahrzunehmen, sondern starrte wie eingefroren weiter auf die Maske.
„Wieso denn nicht? Ey, Baron bist du unglücklich oder was?“
„Muta! Kannst du nicht ein einziges Mal taktvoll sein?“, seufzte Toto und verdrehte die Augen.
„Wieso? Ich hab ihm nur ne normale Frage gestellt. Sag bloß, du weißt was mit ihm los ist, Spatzenhirn.“
„Das du das nicht bemerkt hast.“ Toto schüttelte seinen Kopf. „Seine Gedanken kreisen seit einiger Zeit immer um dieselbe Person, Muta. Soll ich dir noch weiter auf die Sprünge helfen oder schafft dein Erbsenhirn das allein?“
Mutas Augen weiteten sich und er sah ungläubig zu seinem gefiederten Freund.
„Du meinst..?“
Toto nickte.
„Er denkt an Haru.“
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