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To(o) Young

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Lou "Lewis" Young
07.09.2012
20.09.2012
6
7.821
 
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.09.2012 972
 
Meine erste Flashpoint-ff!            Lous Tod hat mich total umgehaut – obwohl ich schon Trailer auf youtube gesehen hatte. Aber es ist so traurig! Und ich war zwei Tage lang dermaßen durch den Wind, dass ich es mir von der Seele schreiben musste…bin sehr dankbar für Kritik aller Art, bitte!!





Laura Young hielt sich tapfer, als man ihren Bruder beerdigte. Sie war vier Jahre gewesen, als Lou auf die Welt gekommen war. Diese vier Jahre waren sehr wichtig geworden, als es ums Autofahren und Ausgehen ging. Sie waren ein Streitpunkt gewesen, weil der Jüngere immer schon zielstrebiger gewesen war als sie. Schon mit sechs hatte er gewusst, dass er zur Polizei gehen wollte, und er hatte es getan. Tränen rollten über Lauras Gesicht, als sie an den Tag vor knapp fünfeinhalb Jahren dachte. Mit dreiundzwanzig war ihr kleiner Bruder befördert worden: Er gehörte zu Team Eins der SRU.

Seit damals hatte es keinen Tag gegeben, an dem nicht entweder Laura oder ihre Mutter Angst um den Kleinen gehabt hatten. Jeder Job, der einen zum Helden machen konnte, konnte einen auch zur Leiche machen. Lou hatte es gewusst, und trotzdem hatte er seinen Job geliebt. Sein Team. Er hatte jeden Tag geliebt.

Und jetzt war ihr tapferer, mutiger, fröhlicher, großer kleiner Bruder tot.

Laura Young hielt sich tapfer, aber als sie die vierte Strophe des Requiems begann, zitterte ihre Stimme ein wenig. Sie heftete ihren Blick auf den großen, braunhaarigen Mann, der jetzt vor dem Sarg stand. In respektvollem Abstand standen eine wunderschöne Frau und drei Mädchen. Familie, die Lou niemals haben würde.  Niemals mehr.

Wordy schluckte. Er hatte nicht viel Zeit, die Trauergmeinde hinter ihm war riesig – Lous Familie, seine Nachbarn, sein Team, die Hälfte von Team drei, seine erste Polizeieinheit – sie waren alle gekommen. Der Grabstein war strahlend weiß, das Gras darum noch frisch vom Regen der letzten Nacht und beleuchtet von der Sonne. Es war fast kitschig, und an jedem anderen Tag hätte er jetzt mit seinen Mädchen einen Ausflug gemacht, aber das hier war nicht jeder andere Tag. Es war dieser Tag. Er schloss kurz die Augen. Warum hatte er eingewilligt, als erster zum Grab zu gehen?

„Hey, Mann.“ Seine Stimme war leise, aber das spielte jetzt wohl keine Rolle mehr.

„Ich…ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin nicht gut in sowas. Naja, schätze mal, das ist keiner von uns. Wozu auch?

Wir sind gut als Team. Wir sind gut in unserer Arbeit, wir sind einfach…gut.

Du bist gut. Das heißt…du warst es. Du warst gut, Lou. Ich weiß, dass du das immer bezweifelt hast, aber es ist so. Weißt du…als der Priester vorhin von Erinnerungen gesprochen hat, da ist mir sofort unsere Party für Ed eingefallen, damals, als wir ihn zum Teamchef gewählt haben. Eine Überraschungsparty mit allen in den Räumlichkeiten der SRU… du und Spike, ihr habt ein Wahnsinnsfeuerwerk organisiert, es war wirklich fantastisch. Emily war acht, und Maggie war gerade mal drei, aber sie schwärmen immer noch davon.

Erst später ist mir klargeworden, dass das der vermutlich einzige Moment in all den Jahren war, in denen du uns erlaubt hast, dich wie einen Helden zu feiern. In dem du es dir selbst erlaubt hast, deinen Ruhm zu genießen. Du hast, ohne dich je zu beklagen, mehr Zeit im Truck verbracht als jeder von uns. Unser Job ist es, Leben zu retten, und nicht den Helden zu spielen, aber… wen auch immer wir je gerettet haben, den haben wir alle zusammen gerettet. Als Team.  Ich hoffe, das war dir klar.

Du warst… mehr als gut genug. Du warst ein Held, Lou. Und du warst“, er holte tief und zitternd Luft. Tränen rollten über sein sonst so ruhiges Gesicht. „Lou, du warst einer der anständigsten und loyalsten Männer, die ich je kennen durfte. Und du warst ein guter Freund.“  Er schluckte. Shelley räusperte sich hinter ihm, und er nickte. Seine Zeit war um.

„Lou, ich verspreche dir, ich werde alles tun, alles, hörst du, um auf das Team aufzupassen. Und auf deine Familie und…oh Mann, ich bin nicht gut in sowas. Du fehlst uns, Mann. Du wirst uns immer fehlen.“

Wordy  machte einen Schritt zurück, um dem nächsten Trauernden Platz zu machen. Shelley überwand den Respektsabstand und nahm ihren Mann in den Arm. Emily, Maggie und Sarah folgten ihrer Mutter vorsichtig. Auch sie weinten, wenn auch eher der Situation als des Toten wegen. Wordy legte einen Arm um seine Frau, den anderen um die Kinder, und machte sich bereit, zu gehen, da löste Maggie sich aus dem Kreis und kniete vor dem Grabstein nieder. „Lewis Young“, las sie leise vor, die Stirn gerunzelt vor Anstrengung. „Em?“, flüsterte sie, und die Ältere kam zu ihr. „Ist das der Feuerwerksmann?“

Bei diesen Worten verging Wordys letzte Beherrschung. Er hatte sich fest vorgenommen, stark zu sein für sein Team, für seine Familie, aber er konnte nicht mehr. Shelley stützte ihn, als die Tränen ihn blendeten, und Sarah packte entschlossen ihre älteren Schwestern an den Händen und lief ihren Eltern nach.

Sophie Lane hatte Lou erst zweimal gesehen, und Ed erzählte nicht allzu viel. Er wollte sie nicht belasten. Aber sein Gesicht sagte ihr mehr, als Worte es je tun konnten. Sie hatte das stolze Lächeln gesehen, als er ihr von Lous Beförderung berichtet hatte – und von der kaum beherrschten hoffnungslosen Trauer an dem Tag, an dem der junge Mann von einer Landmine gesprengt worden war. „Es tut mir leid“, flüsterte sie dem Grabstein zu, „es tut mir so leid. Du warst ein großartiger Mensch. Und hast diesem Team sehr viel bedeutet.“ Sie warf einen Blick auf ihren Mann, doch Ed starrte stumm zu Boden und Sophie verstand. Sie folgte Wordys Familie.

Ed Lane trat vor das Grab seines toten Freundes.
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