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Faked Strong

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Ed Lane Julianna "Jules" Callaghan Sam Braddock Sergeant Gregory Parker
06.09.2012
07.01.2013
21
23.683
 
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06.09.2012 1.127
 
Hey Leute!
Ich bin ganz neuer Fan! Also wenn ich mal irgendwie nen Fehler mache, weist mich darauf hin!
Liebe Grüße
eure Sammy
PS: Ja, ich heiße wirklich Samantha *einmal freundlich in die Runde lächel* :D

Erster Teil
Jenny's Geschichte
Will I ever belong somewhere?


Es war bestimmt der schlimmste Tag in meinem Leben, als ich zum ersten Mal nicht aus Notwehr tötete.
Ich drückte den Abzug durch und die Kugel traf genau in seinen Kopf.


10 Jahre vorher:
„Ich habe die Lösung!“, gebe ich durch und warte auf die Antwort. Gregs Stimme gibt nur eine Sekunde später den Befehl zum Schießen. Und ich schieße.
Mir wird schlecht, als ich sehe, wie der Familienvater zusammenbricht.
„Jen, alles okay?“ Ich kann nicht antworten. Ich liege wie gelähmt auf dem Fensterbrett.
Was habe ich da gerade getan?
„Jen! Gottverdammt antworte!“ Ich reagiere wieder nicht, ich bekomme meinen Mund einfach nicht auf und außerdem darf ich jetzt gar nicht reden.
Plötzlich berührt mich jemand an der Schulter und weckt mich so aus der Starre. Ich zucke zusammen, springe auf und wirble, das Gewehr im Anschlag, herum.
„Hey! Ruhig! Erstklassiger Schuss, Kleine!“ Sam steht vor mir und greift langsam nach dem Lauf, da hab ich die Waffe auch schon gesenkt.
„Erschreck mich nie wieder so, Sam und jetzt lass mich in Frieden! Du weißt das ich eigentlich nicht reden darf!“, fauche ich und stürze an ihm vorbei die Treppe hinunter.
Ich spüre seinen Blick im Rücken, drehe mich aber nicht um.
Ich laufe auf der Treppe Jules in die Arme, die mich sofort schweigend tröstet.
Oder versucht mich zu trösten. Ich stoße sie nämlich weg und marschiere ungestört weiter.
Erst vor meinem Boss bleibe ich stehen, gebe ihm mein Gewehr und den sonstigen Kram, dann lasse ich mich von dem Dienstaufsichtstypen, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe, abführen.
Nur noch einmal drehe ich mich um und schaue zu dem Fenster von dem aus ich geschossen habe.
Sam steht dort und sieht zu mir. Ich kann zwar nur seine Umrisse ausmachen, aber ich weiß, dass er mich ansieht.
„Kommen Sie.“
Ich steige in den Wagen und wir fahren los.
Mir werden meine Rechte verlesen, aber ich bekomme es nur am Rand mit. Ich schwimme in einer Art Nebel.
Ich weiß nicht einmal, wer mich nachhause fährt.

Ich sitze auf der Couch und verfluche mich selbst zum sicher hundertsten Mal.
Da klingelt mein Telefon.
„Schätzchen? Ich hab es im Fernseher gesehen! Ist jemand bei dir? Du armes Ding, du!“, schluchzt meine Mutter.
Ich werde wütend. Ich bin nicht arm! Ich habe sie doch alle weggestoßen.
„Mom! Mir geht es gut! Und glaub mir, aus meinem Team kümmert sich sicher niemand um mich.“, knurre ich unleidlich.
„Schatz! Ruf sie an, sag ihnen, dass du sie brauchst! Ich würde ja selber kommen, aber du weißt, wie krank deine Schwester ist! Bis morgen habe ich jemanden gefunden, der auf sie aufpasst und dann komm ich vorbei!“, plappert sie. Ja es ist Plappern, denn was sie sagt, ist absoluter Schwachsinn.
Ich bin erst 20 Jahre alt. Sam hält mich für eine kleine, eingebildete Zicke. Und der Rest versucht nur mich zu beschützen. Selbst als ich auf einen Papptypen geschossen habe, hat mich Jules gefragt, ob es mir gut geht.
Ich habe sie damals nur angeschnauzt, wie alt sie mich schätzt und dass ich bei den Marines war.
Ich habe sie alle angeschnauzt, dass ich keine Hilfe brauche. Und jetzt, wo ich nichts dringender brauche, als jemanden der für mich da ist… Jetzt glauben sie mir, dass ich keine Hilfe brauche.
„Schatz, du magst besser sein, als sie alle zusammen, aber du bist jünger. Du hast nicht ihre Erfahrung.“, redet Mom auf mich ein. Ich lege einfach auf. Ihre Weisheiten brauche ich nicht.
Sie kümmert sich doch sowieso nur um meine Schwester. Ich war ihr immer egal.
Genauso wie ich dem Team egal bin. Ich gehöre doch nicht wirklich dazu. Ich bin eine gottverfluchte Einzelkämpferin. Ich habe nie dazugehört, ich tue es jetzt nicht und wahrscheinlich werde ich es auch nie tun.
Wieder klingelt es, diesmal an der Wohnungstür. Genervt stehe ich auf. Wer außer Emilia, meine Möchtegern-Freundin könnte das nur sein, denke ich spöttisch. Ich habe keine Freunde.
„Sam?“, frage ich erstaunt, als es nicht Emilia ist, sondern Sam.
„Schweigepflicht aufgehoben?“
Ich nicke.
„Was willst du?“ Sam grinst, legt den Kopf schief und zuckt mir den Schultern.
„Keinen blassen Schimmer. Vielleicht mit dir reden, Jen…“
„Komm rein.“ Ich könnte mich gerade selbst erschießen.  Sam ist ein Idiot.
Ich setze mich wieder auf die Couch und starre an die Wand, wie die ganze Zeit schon.
„Wir hätten dich nicht wie ein Kleinkind behandeln sollen.“, meint Sam irgendwann. Ich sehe zu ihm rüber.
„Du bist eine verflucht gute Schützin, Jen. Aber dein Eispanzer bringt dir nichts, glaub‘ mir. Tu nicht so, als würde es dir nichts ausmachen, zu töten.“
Ich schaue ihn weiter schweigend an. Im Grunde weiß ich, dass er Recht hat, aber ich kann einfach nicht aufhören eisig zu sein. Ich vertraue ihm nicht.
Ich vertraue ja nicht einmal meiner Mutter.
Und wenn einer von denen, die jetzt sagen, ich müsse meinen Eispanzer ablegen, das erlebt hätte, was ich erlebt habe, dann würde keiner mehr verlangen, dass ich das tue.
„Wenn du hier bist, um mir eine Moralpredigt zu halten. Das hat meine Mutter schon versucht. Erfolglos.“
Sam lacht bitter.
„Ich bin nicht hier um dir irgendeine Predigt zu halten. Ich bin hier, weil ich dich vor dir selbst schützen muss.“ Oh, jetzt wird’s spannend.
„Mich vor mir selbst schützen?“, frage ich sarkastisch.
„Ich bin nicht einer von den Typen, die wir abknallen, Sam! Stell mich nicht als Verrückte hin! Ich brauch euch nicht, das Corps würde verdammt viel dafür geben, wenn ich zurückkäme! Ich habe kein Problem damit, zurück in die Staaten zu gehen! Und schon gar nicht brauche ich jemanden, der meint, mich trösten zu müssen!“
Das klang jetzt böser, als ich es beabsichtigt habe. Außerdem war es gelogen. Ich habe zwar nicht die leiseste Ahnung, warum, aber es war gelogen.
„Na dann, Jennifer. Geh!“, rät Sam mir. Sein Blick ist kalt.
Seltsamerweise versetzt mir das einen Stich, genauso wie seine Worte.
Ich wende mich wieder ab und starre erneut die Wand an. Warum geht er nicht einfach und überlässt mich meinem Schicksal?
So vergeht einige Zeit, die sich für mich wie Stunden anfühlt. Ich werde bestimmt nicht nachgeben und das Schweigen zuerst brechen. Dazu bin ich zu stolz und zudem ist Sam ein überheblicher Idiot, der immer noch meint, er sei besser als ich… Als ich, die Mörderin.
Aber tief in mir, flüstert eine Stimme: „Ach wirklich, Jen? Warum tut es dir dann weh, wenn er sagt, du sollst gehen? Ist er ein Idiot oder vielleicht eher du?“
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