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Gefrierpunkt

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
26.08.2012
09.01.2013
28
32.324
1
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Dieses Kapitel
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26.08.2012 896
 
(Tracys Erzählungen)



Ich bat Ray mir ein paar Minuten zum Nachdenken zu geben. Vorsichtig erinnerte ich mich zurück, wie er erzählte Ed und das restliche Team seien eben bei der Bibliothek angekommen und mussten sich nun trennen. Jules und Spike sollten zur vermeintlichen Bombe fahren, in dieses Abbruchhaus keine fünf Minuten entfernt von der Bibliothek. Wie spät war es zu dem Zeitpunkt? Vielleicht war es kurz nach siebzehn Uhr. Ganz bestimmt sogar. Es war…


[17:13]
Als Jules und Spike beim Abbruchhaus ankamen, sahen sie schon wie mehrere Streifenpolizisten die nächstgelegene Umgebung räumten.
Spike lief zwischen den Polizeiwagen hindurch zu ein paar Jugendlichen. „Habt ihr den Notruf gewählt?“
„Ja.“ Ein Mädchen, nicht älter als sechzehn, beäugte den uniformierten Mann skeptisch.
„Gut. Okay.“ Spike nickte, während Jules zu ihnen trat. „Und ihr seid sicher, dass es sich um eine Bombe handelt?“
„Alter. Das ist ein Abrisshaus. Gibt’s nur kahle Mauern, alte Möbel, Holzlatten und sonst nichts. Alles verstaubt und völlig verdreckt. Und irgendwo steht plötzlich ein ganz sauberes Kästchen an der Wand aus dem lauter Kabeln stehen. Was sollte das sonst sein?“
Spike blieb trotz der provozierenden Antwort ruhig. „Okay, un-“
„Da war auch noch eine Zeit, die ablief.“
Jules blickte zu einem anderen Mädchen, das sich bisher im Hintergrund gehalten hatte. Sie wirkte schüchtern, nicht so vorlaut wie die anderen. Jules war sofort klar, dass sie von dem Mädchen gewissenhaftere Informationen bekommen konnten. „Wie viel stand drauf als ihr das Gebäude verlassen habt?“
„Ich weiß nicht genau. So etwa zwanzig Minuten?“
So leise dass es nur Jules hören konnte, flüsterte Spike. „Dann sind es jetzt nur noch etwas über fünfzehn. Ich schätze die Detonation ist für 17 Uhr 30 geplant. Und die Sprengstoffexperten wären nicht rechtzeitig hier.“
Jules nickte, gab eine schnelle Auskunft an Winnie weiter und stellte dem Mädchen noch eine letzte Frage. „Wo genau befindet sich diese Bombe?“


[einige Minuten zuvor, anderer Ort. 17:10]
„Raf?“ Ed blieb vor dem Eingang zum großen Lesesaal stehen. Jules und Spike waren auf schnellstem Wege mit einem der Chevrolets davon gerast. Nun kümmerten sich die Restlichen des Teams um den schießfreudigen Bücherwurm.
Ed wagte einen Blick hinein, doch das erste was er erblickte waren Bücher. Bücher nach rechts, und einige Meter Bücher nach links. „Hast du Einblick in den Saal? Von hier sieht man nur Bücherregale.“
Leise kam die Antwort zurück. Bei mir sieht es genauso aus. Wir müssen um die Regale herum. Die Lesetische befinden sich in der Mitte des Raumes.
„Wir arbeiten uns langsam vor.“ Ed bewegte sich vorsichtig in den Raum. Dicht hinter ihm folgte Greg. Sie bewegten sich zwischen zwei endloslangen Regalwänden entlang. Greg sah kurz nach oben. Die Regale mussten gute vier Meter hoch sein. Alle waren randvoll mit alten und neuen Büchern bestückt. Imposant erhob sich die Decke des Raumes.  Sie besaß eine Kuppel, die an eine Kirche erinnern ließ.

Am Ende der Regale blieb Ed stehen. Greg schloss zu ihm auf. Gemeinsam beobachteten sie, wie ein Mann seine Waffe in der Hand durch die Luft fuchtelte und auf eine der Geiseln einredete.
„Cole Hartman? Mein Name ist Sergeant Greg Parker von der SRU.“ Greg bewegte sich gemeinsam mit Ed in Coles Richtung, dabei blieb er stets hinter seinem Teamleader. Er beobachtete im Augenwinkel wie Raf auf der anderen Seite zwischen Bücherregalen auftauchte.
Cole machte keine Anstalten mit Greg reden zu wollen. Er ignorierte ihn beinhart. Greg versuchte es erneut, während Ed konzentriert seinem Sergeant zuhörte und dabei jede kleine Bewegung von Hartman studierte. Es fiel ihm auf, dass dessen Hände keineswegs zitterten, wie er angenommen hatte. Greg sah es ebenfalls.
„Cole? Sie haben nach mir verlangt, ist das richtig?“
„Ja, ja. Na endlich.“, stellte der Angesprochene zufrieden fest. „Ich warte schon viel zu lange auf sie, Parker.“
„Greg.“, begann Ed warnend.
Greg ignorierte seinen Freund und fuhr unbehindert fort. „Okay. Hören sie. Wenn sie ihre Waffe niederlegen, könnten wir das mit ihrem ehemaligen Chef durchgehen, Cole. Sie tun mir einen Gefallen und ich erwidere dies.“
Cole knirschte mit den Zähnen, machte keine Anstalten sich auf dieses Angebot einzulassen.
„Wollen sie mir vielleicht verraten, wie ich ihnen helfen kann? Schließlich haben sie nach mir gerufen.“, versuchte Greg es erneut.
Raf beobachte den Mann von hinten. Ich habe die Lösung.
„Verstanden, Raf. In Position bleiben.“, gab Ed leise durch.

Raf hockte. Er konnte jede einzelne Person im Saal ausmachen. Im seitlichen Blickfeld beobachtete er eine männliche Geisel. Es war ein junger Mann, eventuell ein Student. Nicht unweit standen ein Mann mittleren Alters und eine junge Frau. Sie trug eine Tasche der Universität, wahrscheinlich eine Studentin, schlussfolgerte Raf.
„Cole, ich-“, doch Greg wurde unterbrochen.
„Wie sie mir helfen können? Ist ihr Einser Team denn vollständig hier angetanzt, hm?“
Murmelnd gab Ed Greg zu verstehen, dass er nicht viel von der Zielperson hielt. „Er weiß zu viel. Woher weiß er, dass wir Team Eins sind. Und warum verlangt er nach dem gesamten Team.“
„Ich weiß.“ Greg unterstütze die bösen Ahnungen seines Freundes.
Sie wirken viel zu ruhig. Raf meldete sich über das Headset. Die Geiseln. Wartet! Ed und Greg hielten inne, studierten nun aufmerksamer die Bewegungen der Geiseln. Allerdings war Raf auf der anderen Seite näher an den Geiseln dran und konnte mehr erkennen. Eine Ausbeulung am Hosenbund. Rafs Stimme klang aufgeregter als vorher, alarmierender. Ed gab einen unmissverständlichen Laut von sich, Greg hielt ihn zurück. Die tragen Waffen, Leute!
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