I want you, come after me

GeschichteFantasy / P16 Slash
25.08.2012
16.02.2013
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Titel: I want you, come after me
Fandom: Nightrunners
Comment: Ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin von mir – hoffen wir mal, sie gefällt. :)
Disclaimer: „Nightrunners“ und alle darin vorkommenden Charaktere gehören Lynn Flewelling. Ich habe nicht den notwendigen Mangel an Ehrgefühl um zu behaupten, es wäre anders. Ich will nur ne Runde mit denen spielen und sie dann ganz brav zurück an ihren Platz stellen, ok?


Kapitel 01

Der Herbstwind wehte ihnen feuchten Regen ins Gesicht als sie durch die Straßen ritten, die Tropfen so scharf und spitz wie Nadeln.
Seregil schüttelte sich und die nasse Kapuze seines Mantels schlug ihm ins Gesicht. „Hoffentlich hat Thero ein paar Handtücher da“, murmelte er. „Und was heißes zu trinken.“
Alec lächelte ein wenig mitleidig. „Am besten nach einem heißen Bad?“
„Ja, bitte. Und dazu ein Glas heißen Wein.“ Seregil musste sich jetzt doch anstrengen, nicht mit den Zähnen zu klappern. An solchen Tagen kam er nicht umhin, Alec um seine Kälteresistez zu beneiden.
„Na dann, schauen wir, dass wir schnell hin kommen. So ein Handtuch klingt wirklich nicht schlecht.“
Sie ritten von der Silbermondstraße ab und auf die Prachtallee, die zum Orëskahaus führte. Eine Windbö stieß ihnen einen weiteren Schwall Regentropfen entgegen.
„Brr. Komm, mein Mädchen, ab ins Warme mit uns.“ Seregil trieb Cynril in einen flotten Trab, der das Wasser in den Pfützen aufspritzen ließ. Alec ließ Windläufer die Zügel und den Wallach aufholen und sie beeilten sich, durch das Tor in die Gärten des Orëska-Hauses zu reiten.
Noch immer regnete es, aber kaum hatten sie das Tor passiert, veränderte sich die Luft, wurde weicher und milder, frühlingshafter.
Seregil atmete ein und aus. Eine erste Verbesserung.
Sie übergaben ihre Pferde einem Stallburschen und gingen dann zum Haupttor des Gebäudes.
Hier mussten sie sich nicht anmelden. Lord Seregil, selbst ehemaliger wenn auch erfolgloser Schüler des Orëska-Hauses ging schon seit Jahrzehnten ein und aus und seit einigen Jahren galt das Gleiche auch für Alec.
Sie zogen eine feuchte Spur hinter sich her als sie die Treppen hinauf gingen, die zu Theros Turmzimmer führten und die Magier, die an ihnen vorbei kamen hoben missbilligend die Blicke.
Immer noch besser als nekromantische Ausdünstungen zu verströmen, dachte Seregil und streckte ihnen mental die Zunge heraus. Es war ja nicht so, dass das selten passierte – weder dass er die Teppiche auf den Treppen goss, noch dass er bei seiner Rückkehr halbtot war und nach schwarzer Magie stank. Seiner Auffassung nach waren nasse Teppiche das kleinere Übel, aber natürlich ließ er diesbezüglich jedem seine eigene Meinung.
Theros Tür war geschlossen und Alec klopfte ein paar Mal kräftig. Allen Dummheiten zum Trotz, die sie immer wieder anstellten, so viel Verstand hatten sie dann doch noch.
„Herein!“
Sie schoben die Tür auf und Thero drehte sich zu ihnen um. Eine seiner schmalen Augenbrauen hob sich auf eine beinahe abfällige Weise. „Ihr wisst doch eigentlich, dass auf den Teppichen nichts wächst, warum gießt ihr sie denn?“
„Der Teppich hat größere Erfolgsaussichten als der Marmor im Bad“, meinte Seregil. „Können wir uns abtrocknen, bitte?“
„Sicher. Ich hab euch was rausgelegt.“
„Danke.“ Seregil machte eine halbe Drehung zu der kleinen, dunklen Tür, die zu einem kleinen Schlafzimmer führte, erwischte sich dabei und lachte verlegen. „Oh. Muss mich immer noch daran gewöhnen, dass da wieder jemand drin wohnt.“ Er drehte sich zurück in die Richtung, in die Thero nickte, zu dem großen Esstisch und begann rasch, sich aus seinen nassen Kleidern zu schälen. Alec neben ihm tat es ihm gleich, doch er achtete darauf, Thero den Rücken zuzudrehen. Selbst nach all der Zeit mit Seregil hatten sich einige Reste seiner Schamhaftigkeit erhalten.
„Wo ist er eigentlich?“, fragte Alec während er rasch eine schmale, lederne Mappe aus den nassen Falten seines Mantels fischte und auf den Tisch legte.
„Mika war für zwei Tage bei seinen Eltern in der Stadt“, sagte Thero. „Sie bringen ihn heute zum Abendessen zurück.“
Sie trockneten sich ab, warfen ihre nassen Sachen und die Handtücher in einen Korb und zogen sich die trockenen Hosen und Hemden an, die Thero ihnen heraus gelegt hatte. „Ah, viel, viel besser!“, verkündete er zufrieden. „Und? Wie geht es voran mit dem Lehrmeisterdasein?“
Thero grinste breit genug, dass Seregil einen kleinen Schritt zurück ging. Nicht, dass ihm noch was abgebissen wurde. „Erstaunlich gut.“ Er zog an einer kleinen Schnur. „Mit Zauberei haben wir noch nicht wirklich angefangen, ich zeige ihm ein paar kleine Tricks und bringe ihm bei, wie er seinen Geist kontrollieren kann – und versuche ansonsten, ihm Geschichte und schon ein bisschen Politik einzutrichtern.“ Er schlenderte um den Tisch herum. „Aber vor allem versuche ich momentan, ihm ein paar naturkundiche Kenntnisse zu vermitteln – schaut.“ Er zog ein kleines, in Leder gebundenes Büchlein von einem Regal und reichte es ihnen. „Das macht er jeden Tag – Pflanzen, Tiere und Steine suchen, abbilden und über sie lernen.“
Seregil lächelte und schlug das Heft auf. In großer und noch ein wenig unbeholfener Kinderschrift war da sehr sorgfältig aufgeschrieben, welche Pflanzen wo wuchsen und wo welche Tiere und Steine gefunden worden waren. Daneben waren getrocknete Blüten und Blätter geklebt oder eine unbeholfene Kinderzeichnung hinzugefügt und eine kleine Auflistung der Eigenschaften des entsprechenden Objekts.
„Ist es sehr anstrengend?“ Alec schielte in das Buch hinein und schmunzelte.
„Es geht eigentlich. Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt, wenn ich an meine eigene Lehrzeit denke.“ Thero verzog das Gesicht. „Wenn ich mich so daran erinnere, war ich wohl ein ziemliches Ekel.“
„Hast es erfasst“, meinte Seregil abwesend.
Alec trat ihn gegen das Schienbein.
„Au! Was denn, er wird ja wohl die Wahrheit vertragen können.“
Alec rollte die Augen.
„Also, ihr beiden, was gibt’s, dass ihr euch bei dem Wetter raustraut?“ Thero ging zu seiner Vitrine und nahm drei Tassen aus dickem, geschliffenen Glas heraus, die von einem weichen, vollen Gelbton waren. „Ihr werdet wohl eher etwas Warmes bevorzugen?“
„Ja, bitte.“ Seregil spazierte schon wieder wie selbstverständlich durch den Raum und ließ sich in einen Sessel fallen.
Alec setzte sich in den neben ihn und sie beobachteten, wie Thero ihnen einen sehr dunklen, schon beinahe roten Met einschenkte und kurz über den Rand jeder Tasse strich. Sofort dampfte es heiß auf. „Bitte sehr.“ Er reichte ihnen ihre Tassen. „Also, was gibt es, dass ihr euch bei dem Wetter aus dem Haus traut?“
Alec drehte sich in seinem Sessel, streckte sich und griff nach der Mappe, die er vorher beim Ausziehen auf den Tisch gelegt hatte. „Da. Wir waren letzte Nacht bei Herzog Altheus.“
„Ah, sehr gut, danke.“ Während er einen Schluck nahm, öffnete Thero die Mappe und blätterte die Abschriften durch, die sie in der letzten Nacht angefertigt hatten.
„Ich hoffe, du weißt das zu schätzen“, knurrte Seregil. „Er hat unten gefeiert, also mussten wir die Schatulle und das Schreibzeug nehmen und auf den Dachboden steigen. Zum Glück waren grad keine von den Dienstmädchen da.“
„Wie tragisch“, kommentierte Thero.
„Danach musste die Schatulle nur dummerweise wieder an ihren Platz“, brummte Alec nicht weniger misslaunig bei der Erinerung. „Das nächste Mal lass uns überlegen, wann wir einbrechen. Wir wären fast erwischt worden.“
„Wäre ein ziemlicher Skandal, ohne Zweifel“, stimmte Thero zu. „Warten ging aber nicht. Es hat geeilt.“
„Wissen wir. Aber wenn das nächste Mal ein, zwei Tage mehr zur Verfügung stehen, gib sie uns“, sagte Seregil. „Und richte das bitte vor allem Korathan aus. Anscheinend ist er taub, wenn ich sage, dass unsere Methoden manchmal Zeit brauchen.“ Er nahm ebenfalls einen Schluck Met. „Hm, der ist gut.“
„Mikas Vater schickt mir ab und zu etwas.“ Thero trank ebenfalls. „Mal sehen, falls Mika Interesse daran hat, kann er später auch gern das Handwerk lernen, wenn es ihm nicht zu viel ist. Schaden kann es nicht. Und ich müsste später nicht darauf verzichten.“
„Werd uns nicht zum Säufer“, scherzte Alec.
„Ich doch nicht.“ Thero blätterte wieder die Briefe durch und presste die Lippen zusammen. „Oh weh. Das wird Elani gar nicht gefallen.“
„Unsere neuesten Umstürzler haben wohl wirklich jemanden gefunden, oder?“, fragte Seregil.
„Ja. Die Liste hier“, Thero hob besagtes Stück Papier hoch und wedelte damit, „zählt alle weiblichen noch lebenden Nachfahren von Prinzessin Nalia auf.“
„Gattin des Ursupators Korin, der von Tamir II vom Thron vertrieben wurde, ja“, meinte Seregil. „Und?“
„Sie hatte von Korin und später von ihrem zweiten Mann ein paar Kinder, darunter zwei Töchter.“
„Ich sehe das Problem nicht. Sie war die Frau eines Usupators. Ihre Kinder waren nur über ihn aus Ghërilains Blutlinie.“
„Eben nicht. Nysander hat das von seinem Meister Arkoniel gehört. Nalia war selbst eine direkte Tochter von Ghërilain. Eine kleine Nebenlinie.“ Thero nahm einen Schluck Met. „Hat irgendwie das Massaker überlebt, das König Erius damals veranstaltet hat – Arkoniel hat wohl gemeint, man hätte sie verschont und aufgezogen, um sie mit Korin zu verheiraten, damit wieder eine rechtmäßige Königin auf dem Thron sitzt... ach was weiß ich, was die sich damals alle dachten, ich müsste mich dazu einmal genauer in die Aufzeichnungen darüber einlesen.“ Leiser fügte er hinzu: „Und nicht mal da werd ich alles finden, was damals los war.“
Alec verzog das Gesicht. „Bedauernswert.“
„Ist es. Nalia hat nach Tamirs Sieg für sich und ihre Kinder auf alle Ansprüche am Thron verzichtet und ihr Loyalität geschworen. Im Gegenzug wurde sie mit allen Ehren behandelt, die ihr als Verwandte der Königin zustanden und danach hat man nicht mehr viel von ihr oder ihren Nachkommen gehört. Bis jetzt jedenfalls.“ Wieder wedelte Thero mit dem Blatt. „Es gibt etliche Leute, die Elani überhaupt nicht gern auf dem Thron sehen.“
„Ich dachte, die Klia-Fraktion hätte sich jetzt endgültig zerschlagen“, wandte Alec ein. „Nachdem Klia auf ihren Thronanspruch verzichtet hat..“
„Die würden auch Klia nicht gern auf dem Thron sehen wollen“, erklärte Thero.
„Leraner also, um dein Ratespiel zu beenden?“, fragte Seregil.
„Die oder eine ähnliche Gruppe.“ Thero faltete die Liste wieder zusammen. „Aber eher die Leraner, denke ich. Nalia ist kaum mehr als eine historische Fußnote. Man muss schon sehr tief graben, um auf sie zu stoßen.“
„Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, das wir uns bei Altheus umsehen sollten?“, fragte Alec.
„War nur so eine Eingebung.“ Thero winkte ab. „Ich habe ihn vor ungefähr einer Woche das erste Mal getroffen. Auf einem Bankett das Gräfin Miselle ausgerichtet hat, um meine und Klias Verlobung zu feiern, wie sie meinte.“
Seregil und Alec grinsten einander an. Wie es aussah, würde Klia zumindest verhindern, dass Thero sich noch zum Einsiedler entwickelte.
„Er war mir später am Abend aufgefallen. Hat draußen im Garten zu einigen Bekannten erklärt, dass die königliche Familie natürlich nichts für ihr Erbe könnten und niemand solle der Königin einen Strick draus drehen.“ Thero sah in seinen Met, der in wenig abgekühlt war, und erhitzte ihn wieder mit einem Strich seines Daumens. „Er klang schon ein wenig angetrunken.“
„Nysander meinte immer, dass Wein dazu neigt, die Wahrheit ans Licht zu bringen“, bemerkte Seregil.
„Meine Rede.“ Thero hob wie zum Salut seine Tasse. „Außerdem bemerken Betrunkene nicht so leicht, dass man sie belauscht, selbst wenn ich es bin, der hinter den Büschen hockt.“
Alec gluckste bei dem Bild, das Thero da mit seinen Worten herauf beschwor.
„Er hat weiter geredet, dass Phoria zumindest nie diesem Erbe nachgegeben hat, sondern sich immer wie eine oedentliche Skalanerin verhalten und gehandelt hat. Was man nicht immer von Korathan und ganz sicher nicht von Klia sagen könnte.“
„Ja. Sehr unskalanisch, wie sie im Krieg an vorderster Front gekämpft hat und nebenher in langwierigen diplomatischen Verhandlungen für kriegswichtige Versorgungswege gesorgt hat.“ Seregil bewegte mehrere Male den Kopf, ohne das klar war, ob diese ruckartigen Bewegungen nun ein Nicken oder ein Kopfschütteln waren. „Wirklich sehr unskalanisch.“
„Ich vermute, eine aurënfaie-freundliche Haltung wiegt mehr als politisches und militärisches Geschick“, kommentierte Thero trocken. „Jedenfalls hat er dann weiter seinen... Unmut darüber ausgedrückt, dass Elani wohl sehr unter dem Einfluss ihres Onkels und Klias gestanden hätte und noch immer tut.“ Thero rieb sich das Ohr. „Er war sehr illustrativ.“
„Und das hat dich bewogen, uns auf ihn anzusetzen?“, fragte Seregil.
„Ja, aber wirklich Wert darauf habe ich erst gelegt, als er sich weiter darüber ausließ, dass Skala eine andere Königin braucht, eine Skalanerin. So was sagt man normalerweise nicht, wenn man nicht schon wüsste, wen man auf den Thron setzen könnte. Danach haben seine Begleiter ihn zum Schweigen gebracht. Sie schienen nicht begeistert. Ich hab es später am Abend noch geschafft, ihnen in die Gedanken zu blicken. Keiner von ihnen ist unloyal, so weit ich das beurteilen kann.“
„Wenigstens was. Weiß Klia davon?“, fragte Alec.
„Ich werd ihr die Liste geben. Ich wollte sie nicht beunruhigen so lang ich keine Egebnisse hatte. Am besten, ich rede auch gleich mit Korathan und Elani.“ Thero klappte die Mappe wieder auf und blätterte durch einige der Briefe. „Ich vermute, hier finden wir auch noch etwas. Danke für die gute Arbeit.“
„Dafür nicht.“ Seregil leerte seinen Met und schielte nach draußen. Noch immer regnete es und er grinste Thero zu. „Und? Planst du uns auch für das Abendessen ein?“

Sie hatten dann doch Glück, noch vor dem Abendessen gehen zu können. Mika kannte Seregil und Alec schon von einigen ihrer letzten Besuche bei Thero, aber das gleiche galt nicht für seine Eltern und Thero wollte sich nicht bis auf die Knochen vor ihnen blamieren, wie er erklärte als er sie vor die Tür setzte, kaum dass der letzte Regentropfen gefallen war- „Und auch wenn Alec weiß was Manieren sind und wie man sie verwendet, du würdest jede Gelegenheit nutzen, irgendeine peinliche Begebenheit aus meiner eigenen Schülerzeit zu erzählen“, hatte er erklärt und sie zur Tür geführt. „Kommt gut nach Hause.“
„Was meinst du wird Elani machen?“, fragte Alec als sie die Allee verließen und auf die Silbermondstraße einbogen.
„Sie wird keinen offiziellen Prozess gegen Altheus anstreben können“, sagte Seregil. „Dazu ist Theros Grund, uns auf ihn anzusetzen zu wackelig. Und nur eine Liste gibt auch nicht viel. als Beweis her.“ Er zuckte die Achseln. „Mal sehen. Ihr fällt schon was ein.“ Seregil runzelte die Stirn. „Alec, ist etwas?“
„Hm, Reiten wir weiter. Nicht stehen bleiben.“ Alec drehte den Kopf ein wenig und schielte aus den Augenwinkeln hinter sich die Straße hinunter. „Ich dachte uns folgt jemand, aber jetzt seh ich grad niemanden.“
Seregil ritt ein wenig näher an ihn. „Dann hängen wir ihn mal ab.“ Er nickte in eine Seitengasse und sie ritten hintereinander hinein. Es war ein wenig eng hier, Hinterseiten der prächtigen Villen, deren Fronten man von den Prachtboulevards sehen konnte und Dienstboteneingänge, deren Benutzer dem adeligen Auge verborgen bleiben sollten..
Das hatte den Vorteil, dass kaum jemand hier entlang ging, so spät am Nachmittag. Das hieß, dass man sie leicht sehen konnte wenn man ihnen sofort hiein folgte, aber andererseits konnten sie auch hier galoppieren und dann schnell eine andere Richtung einschlagen.
Alec ließ Windläufer rennen und warf einen Blick über die Schulter. Hinter ihm war Seregil. Und dahinter niemand mehr.
Sie hatten ihren Verfolger wohl abgehängt, aber sicher war sicher. Auch auf der nächsten breiten Hauptstraße ließen sie die Pferde traben und gallopierten dann erneut durch eine Hintergasse. Das Spiel wiederholten sie noch drei Mal, ehe Seregil seufzte. „Gut – selbst zu Pferde sollten wir ihn abgehängt haben.Machen wir, dass wir nach Hause kommen, mir ist schon wieder kalt.“
Alec nickte. „Gute Idee.“

Es dauerte eine gute halbe Stunde im Trab ehe sie endlich in die Radstraße einbogen und Cynril und Windläufer in dem öffentlichen Stall abgeben konnten, der in der Nähe des Hauses lag.
Den Rest des Weges legten sie zu Fuß zurück und Alec war erleichtert, als sie durch die Haustür traten.
„Endlich wieder im Warmen.“ Seregil schüttelte sich wohlig und schnupperte. „Oh, und das Abendessen riecht auch hervorragend. Krabben, Runcer?“, fragte er ihren Hausdiener, der sich leicht verbeugte, als er so direkt angesprochen wurde. „Exakt, Mylord, eine Krabbenpastete. Speisen sie unten oder sollen wir ihnen das Essen oben anrichten?“
„Im Speisezimmer, danke“, sagte Alec. „Wir erfrischen uns noch vor dem Essen.“
„Sehr wohl, Mylord.“ Runcer verneigte sich, als sie die Treppe hinauf gingen.
Alec schloss die Tür zu ihrem Schlafzimmer hinter sich. „Tut mir Leid wegen dem Umweg.“
Seregil hob eine Augenbraue. „Du sagtest, uns folgt anscheinend jemand.“
„Hätt ich mir auch einbilden können. Wir haben niemanden gesehen.“
„Heißt nicht, dass da niemand war.“ Seregil setzte sich auf das Bett und klopfte neben sich.
Alec folgte der stummen Aufforderung sich zu setzen und Seregil zog ihn mit eiem Arm zu sich heran. „Lieber einmal zu oft einen Verfolger abgeschüttelt, den es gar nicht gab als dass wir einen nicht bemerkt haben, den es gibt.“ Er strich über Alecs Hinterkopf und begann einige honigblonde Strähnen aus seinem Zopf zu lösen und um seine Finger zu wickeln. „Wir leben schon gefährlich genug, talí. Ein wenig Vorsicht im Alltag kann uns nur gut tun.“
Alec nickte, doch sein Gesicht war immer noch verzogen. „War vermutlich nur Einbildung.“
„Vielleicht. Wir waren als Ihre Lordschaften unterwegs, ganz offen und bei Tageslicht. Keiner hätte da Grund uns zu folgen.“ Er drückte Alec einen Kuss auf die Schläfe. „Aber wenn ich die Wahl zwischen Logik und deinem Bauchgefühl habe, verlasse ich mich lieber auf dein Bauchgefühl.“
Alec lehnte sich gegen ihn. „Dann würde ich sagen, dass wir die Stadt für ein, zwei Tage verlassen, bevor wir das nächste Mal in die Wirtschaft übersiedeln.“
„Gute Idee. Wir haben schon mehr Aufwand um geringere Probleme als einen möglichen Verfolger betrieben.“ Seregils Hand spielte noch immer mit Alecs Haar, doch schließlich ließ er die Hand sinken. „Was sagt dein Bauchgefühl zu Krabbenpastete?“
Alec grinste. „Ja, bitte, sofort. Nicht unbedingt in der Reihenfolge.“
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