Warehouse 13 Claudias Verbündete

KurzgeschichteMystery, Freundschaft / P12
24.08.2012
24.08.2012
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Hey!
Meine erste Fanfiction :D Es geht um Claudia Donovan aus Warehouse 13, einer der besten Serien, die es gibt! Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen und vergesst eine kurze Review nicht :D
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Nach einem langen Tag im Warehouse hatte Claudia immer noch nichts gefunden, womit sie Jinksy helfen konnte, es war schon spät und man würde sie im B&B sicher vermissen. Pete, Myka, Artie oder Leena, einer von ihnen würde sich sicher Sorgen machen, wenn sie noch länger hier blieb. Sie stieg in den roten Prius, den sie vor dem Warehouse geparkt hatte und den außer ihr niemand auch nur berühren durfte. Sie passte nur auf das Auto auf, das rief sie sich ins Gedächtnis, als sie einstieg. Nur, bis Jinksy wieder hier ist.

Als Claudia aus ihrem Wagen ausstieg und ins B&B gehen wollte, fiel ihr eine Person die auf der Treppe vor dem Eingang saß auf. Es war mitten in der Nacht und das einzige Licht hier draußen kam von den Sternen. Selbst im B&B war es dunkel, die anderen mussten schon ins Bett gegangen sein.  Vorsichtig nährte sie sich dem Schatten. Je näher sie kam, desto besser konnte sie ausmachen, was es für eine Person war, die dort saß. Als erstes fielen ihr die langen Haare  und die schmale Gestalt auf. Eine Frau also. Trotzdem zog sie sicherheitshalber den MiniTesla. Als das leise Sirren, dass der Stromkreislauf erzeugte in der stillen Wüstennacht anschwoll, blickte die Person auf und – war das ein Lächeln oder täuschte sich Claudia? – kam auf sie zu. Mit ihrem Finger auf dem Mund bedeutete sie Claudia still zu sein und ihr zu folgen. Als sie nahe genug an Claudia herangetreten war, nahm sie ihre Hand und zog sie mit sich. Claudia starrte die junge Frau einfach nur an. Träumte sie gerade? Anders konnte sie es sich nicht erklären. Sie konnte nicht hier sein. Das war unmöglich. Das war... ja wie war das eigentlich? So als würde Jinks, der ja nun mal tot war neben ihr stehen. Das konnte nicht sein. Wahrscheinlich saß sie am Schreibtisch in Arties Büro und sabberte schlafend vor sich hin.

In ihrem Schock ließ sie sich einfach von dem Mädchen bis zur Hauptstraße ziehen, wo ein Auto parkte, dass sie schnell aufschloss und Claudia bedeutete auf der Beifahrerseite einzusteigen. Claudia zögerte einen Moment, dann öffnete sie die Türe und setzte sich in den so vertrauten Raum. Denn das Auto des Mädchens war ein Prius, genau derselbe, den Jinksy fuhr nur in blau. Als sie sich jetzt im inneren befand, fiel ihr auf, dass der Wagen sogar dieselben Extras besaß. Von Sekunde zu Sekunde wurde dieser Abend unheimlicher.

„Okay, hier können wir reden. Ich war mir nicht sicher, ob uns draußen oder im B&B vielleicht jemand belauschen würde, deshalb...“, sie hielt inne, als ihr auffiel, dass Claudia sie anstarrte. Ihre Haare waren länger als auf dem Foto, sie lächelte gerade nicht wie auf dem Foto und trug auch nicht den grünen Blazer, den Claudia auf dem einzigen Foto, dass sie je von diesem Mädchen gesehen hatte, bemerkt hatte, aber sie war es. Die Ähnlichkeit zu Jinksy war unverkennbar.

„Entschuldige, du weißt ja noch nicht mal, wer ich bin.“, sagte sie und für einen Moment war da dieses schiefe Lächeln. Jenes, dass Claudia bei Jinksy so vermisste und das irgendwie mit Schmerz verbunden zu sein schien.

„Doch!“, unterbrach Claudia sie. Sie merkte selbst, dass ihre Stimme nicht so fest war, wie sie es gewohnt war. „Doch, ich weiß wer du bist. Jinksy hat mir von dir erzählt, Olivia... aber...“ Ungläubig musterte sie Jinksys Schwester. Das hier musste ein Traum sein. Olivia Jinks war vor Jahren gestorben, das war der Grund, warum Steve Jinks zum ATF gegangen war. Und jetzt saß sie einfach so hier mit Claudia, in einem Prius, der dem ihres Bruders bis aufs Haar glich, wenn man die Farbe mal außer Acht ließ. Es war Claudia egal, dass Olivia wahrscheinlich auffiel, dass sie sie angaffte, aber die Situation war zu verrückt. Das lange braune Haar hatte sie zu einem strengen Pferdeschwanz zurückgebunden und sie trug einen dunkelblauen Blazer... mit einer Brosche. Claudia sah genauer hin. „Okay, das ist der schrägste und abgedrehtes Traum, den ich je hatte! Und ich hatte schon eine Menge abgedrehter Träume, immer hin war ich in der Psychiatrie. “

„Das ist kein Traum, Claudia. Wieso sollte es einer sein?“, fragte Olivia mit ruhiger Stimme,

„Weil... naja... du bist tot und...“, Claudia deutete in Ermanglung an Worten auf Olivias Brosche.

„Du willst wohl, dass ich dir alles erkläre, oder?“, fragte sie. Claudia nickte. „Gut, aber du musst mir eine einzige Sache versprechen, ja?“

„Von mir aus.“, gab Claudia zurück.

„Schwöre, dass du Stevie nie von mir erzählst, kein Sterbenswörtchen, nicht einmal eine Andeutung, nichts! Ist das klar?“ Claudia verschlug es die Sprache. Als sie sie wiederfand begann sie Olivia wütend anzuschreien: „Ich soll ihm nichts von dir sagen? Weißt du eigentlich, wie sehr er dich vermisst? Wie traurig er immer ist, wenn ihn etwas an dich erinnert? Weißt du,  dass du der Grund bist, wieso er zum ATF gegangen ist? Ohne dich...“

„Ich weiß Claudia. Ich weiß, dass ich Stevie weh getan habe, aber ich tat es nur im ihn zu beschützen. Ich tat immer alles um ihn zu beschützen.“

„Das ist dir aber nicht sonderlich gut gelungen.“, blaffte Claudia. Olivias Gesicht wurde auf einmal unendlich traurig. Claudia konnte sehen, wie sich Tränen in ihren Augen sammelten, ehe sie das Gesicht abwandte.

„Alles was ich je in meinem  Leben getan hab war falsch.“, flüsterte Olivia. Plötzlich tat es Claudia leid, sie so angefahren zu haben. Immerhin hatte sie ihren Bruder verloren... irgendwie, schließlich dachte er ja, er hätte sie vor Jahren verloren.

„Wollen wir rein gehen? Ins B&B, meine ich.“, bot sie an. Olivia hob ihren Blick, wischte eine Träne aus ihrem Gesicht und atmete tief durch. „Ist Jane noch da?“, fragte sie.

„Jane?“ Claudia verstand nur Bahnhof. „Meinst du Jane Lattimar?“ Olivia nickte. „Ich glaub schon das sie noch da ist, falls sie nicht heute abgereist ist.“

„Dann können wir nicht ins B&B. Sie darf nicht wissen, dass ich hier bin, sie würde es den anderen Räten erzählen und ich wäre geliefert.“

„Okay, könntest du vielleicht mal von Anfang an erzählen, wieso du hier bist und nicht tot? Und vielleicht könntest du mir auch noch erklären, wieso du eine Brosche in Form des Horusauges trägst, was eigentlich eher eine Gewohnheit der Räte ist.“ Olivia nickte, dann überlegte sie, es schien ihr nicht leicht zu fallen Claudia ihre Geschichte zu erzählen, aber es war offensichtlich, dass sie es wollte.

„Ein halbes Jahr, bevor es in der Zeitung hieß „ College Sophmore, Olivia Jinks Killed By Stray Bullet... damals hat die Geschichte eigentlich begonnen. Damals wurden die Räte auf mich und Stevie aufmerksam. Stevie stand unter einem Artefakt, natürlich wusste ich damals noch nicht, dass so etwas existiert und es sah so aus, als müsse er bald sterben. Ich hab mir höllisch Sorgen gemacht, weil ich ihm nicht helfen konnte. Ich wusste, dass die Ärzte logen, als sie sagten, sie würden schon eine Lösung finden.“

„Du kannst auch erkennen, wenn jemand lügt?“, fragte Claudia ungläubig. Olivia nickte.

„Muss wohl irgendwie in der Familie liegen.“, sagte sie mit einem schmerzlichen Lächeln. „Dann, als es aus Sicht der Ärzte vollkommen aussichtslos wurde tauchten plötzlich Adwin Kosan und Jane Lattimar auf. Jane kennst du glaub ich, Adwin ist...“

„... auch einer von den Räten.“

„Ja, genau. Sie sagten, sie könnten ihm helfen, aber sie wollten eine Gegenleistung dafür.“

„Seit wann wollen wir Gegenleistungen für das was wir tun?“, fragte Claudia.

„Claudia, die Räte sind nicht wie ihr oder wie Mrs. Fredrick.“ Plötzlich schien sie wegzurutschen, ihre Gedanken waren plötzlich irgendwo anders, als ob sie etwas beobachten würde, was Claudia nicht sehen konnte.

„Olivia, hey, Olivia, komm zu dir!“, rief Claudia und rüttelte sie an der Schulter. Der Blick des Mädchens klärte sich und sie sah Claudia wieder an, allerdings mit einem leicht verschwommenen Blick. „Was ist los?“

„Nichts, es war nur... Genau deshalb ist Stevie in all das hineingeraten. Er hat festgestellt, dass Mrs. F nicht wie Artie und ihr handelt, dass sie foltert und er... naja, du weißt ja selbst, was er getan hat.“

„Er hat seine Waffe auf Mrs. F gerichtet.“, erklärte Claudia.

„Ja, hat er. Aber egal, es war meine Schuld und die der verdammten Räte, dass es so weit gekommen ist, wie es jetzt ist.“ In Olivias Augen funkelte Zorn.

„Du hast gesagt, Kosan und Jane wären im Krankenhaus aufgetaucht und wollten eine Gegenleistung.“, versuchte Claudia Olivia zum weitererzählen zu bewegen. Sie schob sich eine Haarsträhne hinters Ohr und fuhr fort: „Ja, eine Gegenleistung. Sie wollte mich. Sie hatten irgendwie erfahren, dass ich sagen konnte, wenn jemand log und wenn er die Wahrheit sagte, außerdem, so sagte sie. wäre ich clever genug dafür.“

„Sie wollten dich als Warehouse Agent?“, fragte Claudia, die nicht ganz verstand.

„Nein, als Rat. Mir war klar, dass sie nicht logen, dass sie Stevie wirklich helfen konnten.“

„Also hast du eingewilligt.“

„Also hab ich eingewilligt. Ich hätte alles getan um mein Bruder zu beschützen, ich hätte mein eigenes Leben aufgegeben... Und darauf lief es schließlich auch hinaus. Die meisten Räte schaffen es eine normales Leben zu führen und nur Räte zu sein, wenn es nötig ist. Andrere nicht. Außerdem fiel mich nach wenigen Monaten auf, wie gefährlich die ganze Geschichte ist und wenn Stevie davon Wind bekommen hätte... Ich wollte, dass er sicher war und das er unter keinen Umständen von Warehouse 13, von den Räten oder von Artefakten erfuhr, aber ich konnte ihn ja auch nicht anlügen... Also hab ich...“

Claudia wurde langsam klar, worauf das hinauslief. „Du hast deinen eigenen Tod vorgetäuscht.“

Olivia nickte. „Ja, dass hab ich und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr es mir das Herz gebrochen hat, meinen kleinen Bruder dermaßen leiden zu sehen. Aber ich wollte ihn nur beschützen, vor dieser grausigen Welt. Ich konnte ja nicht ahnen, dass mein Tod der Auslöser sein würde, der ihn dazu bewog zum ATF zu gehen. Claudia ich hab ihn die ganze Zeit im Auge behalten, hab aufgepasst, dass ihm nichts passiert. Ich hab alles getan was in meiner Macht stand... und als Rätin hat mein eine Menge Macht. Ich hab geheim gehalten, dass er auch unterscheiden kann, ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt.“

„Und was ist dann passiert? Wenn du ihn doch vor dem Warehouse schützen wolltest, wie...“, sie ließ die Frage unbeendet, es war schon klar, was sie fragen wollte.

„Ich war Undercover, hatte keinen Kontakt zu Außenwelt. Gleichzeitig machte sich eine von Jimi Hendrix Gitarren -  wie soll ich sagen – selbstständig.“

„Jimi Hendrix Gitarre? Damals haben Artie und ich Steve zum ersten Mal getroffen.“

„Genau und damals ist Mrs. F aufgefallen, was er kann und sie rekrutierte ihn fürs Warehouse. Als ich wieder in der Zivilisation war und nach ihm sehen wollte, warst du mit ihm bei einer Nachstellung des Bürgerkriegs. Er war schon mitten drin. Ich hatte keine Chance mehr ihn da raus zu holen. Er war genau dort, wo ich ihn nie haben wollte, wovor ich ihn immer beschützen wollte. Und dann ging alles schief und ich ... ich hab einfach versagt.“ Plötzlich begann Olivia immer schneller zu reden, alles brach aus ihr heraus, die ganze Geschichte und all die Tränen, die sie als Rätin hatte zurückhalten müssen. „Ich wollte ihn vor dem Warehouse und den Artefakten beschützen und dann war er plötzlich Warehouse Agent und dann hat er seine Waffe wegen dieser blöden Stukowski auf Mrs. F gerichtet und ich konnte die Räte nicht davon abbringen ihn Undercover zu schicken und ich war kurz davor zu ihm zu gehen und ihn davon abzubringen, aber er dachte ja ich wäre tot. Niemand wollte mir helfen und er ... und... Sie sagten, ich solle mir keine Sorge machen, er wäre geeignet für diese Mission und dann... Claudia, ich war da, im Wald ich wollte mit ihm reden... und da warst du und er hat dir gesagt, dass er Undercover ist und dass er dich beschützen will, weil er mich nicht beschützen konnte! Dabei hatte doch ich ihn beschützen wollen. Ich hab nichts getan. ich konnte nichts tun. Ich stand nur ein paar Meter von euch beiden entfernt hinter einem Baum.“ Sie begann zu weinen, schlug die Hände vor ihr Gesicht und wischte sich die Tränen ab. Ihr Blick fokussierte sich wieder auf Claudia, die still geworden war und einfach nur noch zuhören konnte.  

„Ich konnte es nicht. Ich wusste nicht, wie ich ihm helfen sollte, ohne dass...  Und nicht mal eine Stunde später wart ihr in Skybrook 3 und...“ Claudia erinnerte sich an Skybrook 3. Sie erinnerte sich daran, wie sie und Myka gedacht hätten, sie wären zu spät. Sie erinnerte sich an Petes Stimme, als er ihr zurief, sie solle zurück ins Auto. Sie erinnerte sich an Steve. Die beiden saßen eine ganze Weile stumm da. Alleine mit ihren Erinnerungen, gemeinsam in ihrer Trauer.

„Ich wollte dir nur sagen, was auch immer ich tun kann, um dir zu helfen, sag bloß Bescheid, ich tu alles dafür, dass wir ihn zurückbringen. Und ich werde die Räte davon überzeugen, dass es in Ordnung ist.“

Claudia hielt Olivias Hand fest.

Oder war es umgekehrt? Hielt Olivia Claudias Hand tröstlich fest?

Es war egal, beide wussten es, aber keiner musste es aussprechen, denn in dieser kleinen Geste lag ein großes Versprechen. Wir schaffen es. Wir bringen Steve zurück.

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So das war´s dann also, ich hoffe dieser kleine One-Shot gefällt euch, vielleicht schreib ich ja noch mehr dazu...
Ich war von Olivia Jinks- so wenig auch über sie in der Serie gesagt wird (und obwohl sie eigentlich tot ist)- einfach fasziniert. In meinem Kopf schwirren eine Vielzahl von Szenen mit ihr herum, eigentlich eine ganze Geschichte... wie sie im geheimen zu Claudias Verbündeter wird - wie sie es schafft die Räte zu überzeugen Steve zurück zu bringen - wie sie schließlich auffliegt und die Konsequenzen auf sich nehmen muss - und dass alles, ohne dass ihr Bruder von ihr erfährt...
Falls ihr mehr über Olivia erfahren wollt, hinterlasst eine Nachricht, ich würde mich freuen :D

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele- Cicero
Eine Fanfiktion ohne Reviews ist... einfach nur blöd!
Also bitte reviewen, ich bin offen für Kritik und hoffe diese kleine Geschichte (nennt man das One-Shot) hat euch gefallen.

Liebe Grüße
Debbie
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