Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

L.S.C. - Logan Shepard Chronicles: Geschichten aus dem Mass Effect Paralleluniversum. "Auf der Erde gestrandet"

GeschichteSci-Fi / P18 / Gen
Commander Shepard Doctor Chakwas Garrus "Archangel" Vakarian Jack "Subject Zero" Liara T'Soni Tali'Zorah vas Normandy
23.08.2012
03.07.2016
90
226.139
7
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.06.2016 5.094
 
Das neue Kapitel ist endlich fertig! Es ist ein wenig länger geworden, als üblich. Aber es hatte sich nicht gelohnt es noch einmal aufzusplitten. Ich hoffe, es gefällt euch.

Vorhang auf:

....................


Die Quarianerin machte noch einen Schritt mit ihrem linken Fuß, dann brach sie auch mit diesem durch den porösen Boden. Miranda und Angel, die Tali wenige Schritte voraus waren, blieben abrupt stehen, als sie das Krachen und ihr überraschten Aufschrei hörten. Sie drehten sich um und konnten gerade noch sehen, wie die Quarianerin in dem aufgebrochenen Boden verschwand. Im letzten Moment breitete Tali ihre Arme aus. Mit einem metallischen Krachen landete die Schrotflinte auf dem unstabilen Boden und diente der Quarianerin als letzter Rettungsanker. „Verdammt! Wie tief geht es hier nach unten?“, beschwerte sie sich. Tali versuchte sich hoch zu ziehen, doch der Fußboden knirschte gefährlich und vor ihr entstand ein langer Riss, der sich weiter noch vorne ausbreitete. Miranda und Angel stoppten. „Vorsicht, Tali. Sonst brichst du komplett durch den Boden.“ „Hör auf  Klugzuscheißen und helf mir lieber hier heraus“, erwiderte die Quarianerin unwirsch. Vorsichtig setzten die beiden Frauen einen Fuß vor den anderen. Der brüchige Boden unter ihren schweren Stiefeln knirschte verdächtig. „Nun macht schon“, knurrte Tali. „Meine Füße hängen in der Luft und ich kann nicht erkennen, was da unten ist!“ Sie drehte den Kopf und versuchte in die Tiefe zu schauen. Der Boden unter ihrer Waffe knackte und kleine Metallteile rieselten in die Tiefe. „Lass das“, ermahnte sie Miranda leise und machte einen weiteren, vorsichtigen Schritt. Angel hatte unterdessen einen Bogen um die Quarianerin gemacht und näherte sich ihr von hinten. Vorsichtig trat sie an den Rand des Loches. Metallspäne rieselten ins Loch. „Willst du mich umbringen?“, motzte Tali. Wagte es aber nicht ihren Kopf nochmals zu drehen. Angel versuchte an Tali vorbei in die Tiefe zu schauen. „Was ist unter diesem Boden? Ich kann überhaupt nichts erkennen.“ „Das ist mir im Augenblick völlig egal!“, schnauzte die Maschinistin und Tech-Spezialistin sie an. „Ich weiß nur, dass ich mich nicht mehr lange halten kann, wenn ihr mich nicht endlich hier herauszieht!“ Tali bewegte sich und der Riss vor ihr verbreiterte sich mit einem Knacken. „Nicht bewegen“, flüsterte Miranda. Die beiden Frauen hatten ihre Positionen erreicht. „Warum flüsterst du so? Außer uns ist doch niemand hier.“ „Da wäre ich mir nicht so sicher“, erwiderte die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin und schaute sich unbehaglich um. „Denk an Edi. Das hörte sich nicht so an, als wären wir alleine.“ „Wir können den anderen nur helfen, wenn ihr mich endlich aus dem Loch befreit“, antwortete Tali missmutig. Sie versuchte sich hochzustemmen. Der Boden knarzte und ächzte. Die Quarianerin erstarrte in ihrer Bewegung. „Holt mich hier endlich raus“, flüsterte sie.

Miranda und Angel beugten sich zu Tali herunter. Sie griffen ihr vorsichtig unter die Arme. Miranda blickte zu Angel. „Bereit?“
„Bereit.“
„Bei drei ziehen wir Tali aus dem Loch.“
„Alles klar.“
„1“
„2“
„Halt. Wartet.“
„Was ist los, Tali?“
Die Stimme der Quarianerin hatte sich verändert. Von wütend ungeduldig zu irritiert schockiert. „Ich glaube, mich hat gerade etwas am Fuß berührt.“ „Das bildest du dir nur ein“, antwortete Miranda nervös. „Nein. Irgendetwas hat mich am Fuß berührt.“ Angel versuchte in der Tiefe irgendetwas zu erkennen. Sie hätte eine Lampe mithilfe ihres Multitools entstehen lassen können. Aber das hätte auch bedeutet, dass sie Tali hätte loslassen müssen. „Verdammt! Ich kann einfach nichts erkennen.“ Unter ihnen ertönte ein unheimliches Keuchen und Schmatzen. „Zieht mich hier heraus. Schnell!“ Die beiden Frauen griffen zu und wollten die Quarianerin gerade herausziehen, als diese plötzlich mit Gewalt nach unten gezogen wurde. Tali schrie überrascht auf. Miranda und Angel versuchten verzweifelt dagegen zuhalten, doch die Kraft von unten war einfach zu groß. Tali schrie vor Schmerzen auf. Ihre Gelenke knackten und beide Frauen ließen erschrocken los. Sekunden später war ihre Freundin im Loch verschwunden. Sie hörten sie noch verzweifelt schreien, dann erschien eine krallenbesetzte kybernetisch veränderte Knochenhand und der bleiche, übelriechende Totenschädel eines Husks reckte sich aus dem Loch. Angel prallte entsetzt zurück. Sie stolperte und fiel auf ihren Hintern. Ihre Waffe fiel scheppernd neben sie. Ungläubig starrte sie auf den kybernetisch veränderten menschlichen Untoten. Angels Gedanken überschlugen sich. Wie kam ein Husk auf das Schiff? Hatten die Reaper etwas damit zu tun? Instinktiv griff sie zur Mattock neben sich und richtete den Lauf gegen den Kopf des Husks, der sich immer weiter aus dem Loch erhob. Seine toten Augen starrten sie die ganze Zeit über an.

Es war gerade so, als ob er in ihre Seele schauen würde! Sie von innen heraus zerstören wollte! Ihr Finger glitt ganz automatisch zum Trigger und drückte diesen durch. Die Geschosse verließen die Waffe und stanzten große Löcher rund um das Einsturzloch. Miranda hechtete zur Seite. „Bist du irre! Willst du mich oder Tali vielleicht umbringen?“ Angel blinzelte und starrte sekundenlang auf das von ihr angerichtete Chaos. Der Lauf ihrer Waffe rauchte und rings um die Einsturzstelle knackte der malträtierte Boden. Der Husk war genau so schnell, wie er gekommen war, auch wieder verschwunden. Angel blickte verwirrt zu Miranda. „Da...da war ein Husk.“ „Wo?“, fragte Miranda wütend. Angel zeigte aufs Loch. „Dort...dort ist er herausgekommen.“ Die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin sah sie an, als hätte sie den Verstand verloren. „Du spinnst ja! Da war kein Husk!“ „Ich...habe ihn doch deutlich gesehen“, stammelte Angel verwirrt. „Genauso, wie du die nackte Captain Kilpack gesehen gesehen haben willst?“, fragte Miranda höhnisch. „Ich habe sie genauso gesehen, wie ich den Husk gesehen habe“, verteidigte sich Angel. Miranda stand kopfschüttelnd auf. „Während wir hier über deine Gehirngespinste diskutieren, schwebt Tali wahrscheinlich in Lebensgefahr!“ Wut stieg in Angel auf. Wut und leise Zweifel. Hatte Miranda Recht? Begann sie wirklich durchzudrehen? Ihre Stirn legte sich in Falten und sie umfasste den Griff der Mattock härter. Das gab Miranda trotzdem nicht das Recht so mit ihr zu sprechen! Angel rappelte sich auf und machte drei Schritte auf das Einsturzloch zu. „Was soll das werden, Angel?“ Sie drehte ihren Kopf in Mirandas Richtung. „Du hast doch selbst gesagt, dass ich Schuld an Talis Misere bin. Also werde ich jetzt in dieses Loch springen...“ Der Lauf ihrer Waffe zeigte in die dunkle Öffnung. „...und Tali hinterhergehen.“ Angel machte Anstalten in das Loch zu springen. „Bist du jetzt gänzlich verrückt geworden?“, schrie Miranda sie an. „Du weißt doch gar nicht, was dich da unten erwartet? Vielleicht überlebst du den Sturz nicht oder….“ „Ich dachte dafür sind wir Shepards bekannt“, erwiderte Angel spöttisch. „Wir gehen hohe persönliche Risiken ein, um unsere Freunde zu beschützen.“ Sie machten einen Schritt. „Wenn ich mich recht erinnere, dann wärst du beinahe bei der Befreiung deiner Schwester aus den Fängen deines Vaters gestorben.“ Angel schloss kurz die Augen, dann sprang sie. Ehe Miranda Logans Frau widersprechen konnte, war diese schon im Einsturzloch verschwunden. „Genau so stur, wie Logan“, knurrte die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin und machte einen Schritt auf das Loch zu.

Plötzlich sah sie nur wenige Schritte vor sich eine undeutliche Gestalt, die sich langsam aus dem dunklen Bereich des Korridors bewegte. Ein Gesicht schälte sich heraus, als die Gestalt neben einer, in die Wand eingelassene, Leuchtquelle vorbei kam. „Nein!“, keuchte Miranda. „Du...du bist tot! Ich habe dich sterben sehen!“ Henry Lawson grinste und zog eine Pistole. Neben ihm erschien ein Cerberus-Kommandosoldat, der ebenfalls seine Waffe auf sie richtete. „Komm her, Miranda. Schließe dich uns an. Oriana ist bereits bei uns.“ „Das ist eine Lüge“, schrie Miranda. „Und du bist nicht wirklich hier! Du bist ein Trugbild aus meiner Vergangenheit!“ Henry Lawson lächelte gekränkt. „Das ist jetzt nicht sehr nett von dir.“ Er hob seine Pistole und schoss. Die Kugel wurde vom Energiefeld ihres Anzuges abgelenkt und schlug als Querschläger irgendwo in der Korridorwand ein. „Das...das kann nicht sein“, murmelte Miranda geschockt. „Du...bist tot.“ Ihr Vater knackte mit seinem Halswirbel. „Tod oder lebendig. Was spielt das für eine Rolle?“ Er starrte vor sich auf das Loch im Boden. „Wie ich das sehe, hast du jetzt nur zwei Möglichkeiten.“ „Und die wären?“, warf sie ihm voller Hass entgegen. Er lächelte kalt. „Entweder du springst deiner kleinen Freundin hinterher in dem irren Glauben sie und die Quarianerin retten zu können...“ „Oder?“ Henry Lawson grinste gehässig. „Du machst einem mit deiner Art aber auch jede Pointe kaputt.“ Miranda hob ihr Gewehr und richtete den Lauf auf Höhe seines Kopfes. „Kaputt ist genau das richtige Stichwort….Vater.“ Der Cerberus-Soldat schaltete sein Ziellaser ein und ein roter Punkt erschien auf ihrem Brustpanzer. Genau auf Höhe ihres Herzens. Der eigentlich tote Unternehmer schüttelte unzufrieden seinen Kopf  und seufzte.
„Der Umgang mit diesem Shepard ist dir eindeutig nicht bekommen, meine Liebe. Kinder sollten sich nicht gegen ihre Eltern auflehnen.“
„Welche Eltern? Du hast uns immer wie deine Marionetten behandelt...“
„Das tut jetzt aber weh, Miranda.“
Miranda grinste grimmig hinter ihrem Helm. „Damit hast du ausnahmsweise einmal recht...Henry“ Sie bog ihren Zeigefinger durch und drückte ab. Das Geschoss verließ den Lauf ihrer Waffe und flog auf den Kopf ihres toten Vaters zu.

---

Ohne sich noch einmal um Miranda zu kümmern sprang Angel mit geschlossenen Augen in das Loch. Sie wollte nichts sehen, wenn sie irgendwo da unten aufschlagen und elendiglich verrecken sollte. Was mache ich hier nur Logan dachte sie verzweifelt. Sie hatte impulsiv und unüberlegt gehandelt. Aber jetzt war es zu spät, um umzukehren. Hoffentlich konnte sie wenigstens Tali retten. Aber wenn sie nicht einmal auf sich selbst…. Ihre gepanzerten Füße berührten plötzlich festen Boden und durch die Schwerkraft wurde Angel automatisch in die Kniebeuge gezwungen. Die Luft wurde ihr aus den Lungen gequetscht und sie sah für ein paar Sekunden lauter Sterne. Die Mattock schepperte irgendwo neben ihr zu Boden. Angel schüttelte benommen den Kopf und versuchte ganz langsam ein- und aus zu atmen. Die Sterne vor ihren Augen verblassten allmählich. Angel schaute sich um, doch es war stockdunkel. Sie schnaubte leise, denn sie hatte wohl mehr Glück, als Verstand gehabt. Die Anzeige in ihrem Helmdisplay gab eine Fallhöhe von mehreren Kilometern an. Was in Anbetracht ihres doch recht kurzen Sturzes nicht möglich sein konnte. Angel schätzte ihren Fall auf höchstens fünf Meter. Sie blickte nach oben und konnte einen blassen Lichtschimmer erkennen. Ihre rechte Hand wanderte vorsichtig über die Wand vor ihr. Plötzlich berührte sie einen Gegenstand, der anscheinend in die Wand eingelassen worden war. Angel stöhnte, als sie den Gegenstand erkannte. Eine Steigleiter! Sie tastete ihre unmittelbare Umgebung mit ihren Händen ab. Verdammt! Sie war in einem Schacht gelandet. Sie hätte ganz bequem an den Sprossen nach unten…. Mit wem redete Miranda dort oben? Ein Stöhnen und Keuchen ganz in ihrer Nähe lies Angel innehalten. Zwei bläulich leuchtende Punkte erschienen in der Dunkelheit. Angels Eingeweide zogen sich zusammen. Nein! Lieber Gott lass das kein Husk sein! Sie aktivierte die Lampen an ihrem Multitool und konnte gerade noch sehen, wie der übelriechende, synthetische Körper eines Husks auf sie zugeschossen kam. Er erwischte Angel in Höhe ihres Bauches und riss sie um. Ihr rechter Arm mit dem Multitool schlug hart auf den Boden auf. Das virtuelle Gebilde flackerte. Dann erlosch es mitsamt der Lampe. Angel wurde panisch. Sie konnte den Körper des Husks auf sich spüren. Sein verwesender Gestank raubte ihr, trotz der Filter in ihrem Helm, fast die Sinne. Denn trotz der ganzen synthetischen Teile, die in ihm steckten, war er nichts weiter, als ein pervertierter High-Tech-Zombie, dessen Weichteile verlangsamt, aber dennoch stetig vor sich hin verrotteten!

Seine zu Krallen mutierten Finger kratzen über ihre Rüstung. Versuchten zwischen die weicheren Verbindungsstücke zu gelangen, um an ihr lebendes Fleisch zu gelangen. Verzweifelt suchte Angel mit ihrer linken Hand nach der Mattock, während sie mit der rechten Hand versuchte den Husk abzuwehren. Ihre Finger griffen nach einem metallenen Gegenstand. Der Husk über ihr stockte für einen Moment mit seinem Angriff. Ihre Hand fuhr über den Gegenstand und Angel erkannte sofort ihre Waffe. Ihre Finger fanden wie von selbst den Abzugsmechanismus. Der Husk, der das mitbekommen haben musste, trommelte mit seinen Händen auf ihrer Brustpanzerung herum. Seine Krallen bohrten sich in Höhe ihrer linken Brust in die Panzerung. Angel spürte einen stechenden Schmerz. Sie verpasste den Husk mit ihrer rechten Hand einen Haken gegen seinen Kopf. Das synthetische Geschöpf musste seinen Griff ein wenig lockern, so dass Angel ihre Beine unter seinen Körper bekommen konnte. Mit aller Kraft stieß sie ihn von sich weg. Der Husk landete irgendwo vor ihr in einem Gang. Soviel hatte Angel noch sehen können, bevor dieser Mistkerl es irgendwie geschafft hatte ihr Multitool zu deaktivieren. Sie riss die Waffe hoch und feuerte zwischen ihre Beine hindurch. Sie hoffte, dass sie das stinkende Monster treffen und sich nicht aus versehen in die Beine schießen würde. Die bläulichen Augen leuchteten wieder vor ihr auf und sie zielte darauf. Angel hörte ein Knacken. Es hörte sich so an, als würde eine reife Frucht platzen und ihren Inhalt in der Gegend verteilen. Sie ließ sich erschöpft zurücksinken. Angel zitterte am ganzen Körper. Aus irgendeinem Grunde waren die Husks von Anfang an ihr ganz persönlicher Albtraum gewesen! Vielleicht weil sie schon immer eine Aversion gegen diese ganzen Zombiefilme gehabt hatte! Sie schreckte hoch und richtete den Lauf ihrer Waffe erneut zwischen ihre Beine. Lebte dieses Scheißding etwa noch? Sie horchte und atmete schließlich erleichtert auf, als sie nichts hören konnte. Plötzlich hörte sie dumpfe Schüsse. Angel richtete sich abrupt auf und lauschte. Ein Stich schoss durch ihre linke Brust und sie fasste sich an den Brustpanzer. Verdammt! Es fühlte sich so an, als hätte der Husk mit seinen Krallen den Panzer an dieser Stelle aufgeschlitzt. Angel aktivierte ihr Multitool und das Gerät generierte den letzten Gegenstand, den es vor der plötzlichen Deaktivierung erstellt hatte. Zwei Lichtfinger erhellten den Schacht und einen niedrigen Gang vor ihr.

Von dem Husk, den sie erschossen hatte, war nirgends etwas zu sehen. Angel starrte ungläubig auf die zahlreichen Einschusslöcher vor ihr. „Aber...aber das ist unmöglich. Ich...ich habe ihn doch eindeutig gesehen.“ Von oben waren weitere Schüsse zu hören. Sie schwenkte ihre virtuellen Lampen an der Schachtwand entlang. Die Lichtkegel erhellten Steigeisen, die wirklich nach oben führten. Angel richtete die Lampen auf sich. Oberhalb des Brustansatzes war ein tiefer Schlitz in ihrer Panzerung. Sie schwenkte ihre Lampen hektisch hin und her. Sie hatte eindeutig gehört, dass sie den Husk getroffen hatte. Doch nirgends entdeckte sie eine Spur von ihm. Nur die Einschusslöcher zeugten davon das...das sie durchgedreht war? Aber der Husk hatte sie verletzt. Sie konnte die Verletzung spüren. Sie brannte wie Feuer. Angels
Hand fand wie von selbst in ihre Beintasche und holte eine Spritze mit Medigel heraus. Sie setzte das Medizingerät am Riss in der Panzerung an und verteilte das Gel über die gesamte Länge der Beschädigung. Das Medigel drang durch die Rüstung in ihre Wunde ein. Sofort verschwand das Brennen. Die Wunde wurde desinfiziert und es entstand ein elastischer Wundverschluss, der die Wundheilung beschleunigte. Erneute Schüsse rissen sie aus ihren Gedanken. Jetzt war nicht die Zeit sich über dieses Paradoxon Gedanken zu machen, dachte Angel grimmig. Sie und Logan hatten über dieses Phänomen gesprochen und er hatte ihr geraten es vorerst zu akzeptieren. Und das hatte sie jetzt auch vor. Sie verstaute die Spritze wieder in ihrer Beintasche und hakte die Mattock an der Rückenhalterung fest. Dann setzte sie ihren  rechten Fuß auf das Steigeisen. Tali war unter Umständen verloren, aber vielleicht konnte sie Miranda noch retten! Plötzlich  hörte Angel aus dem niedrigen Wartungsgang, aus dem der Husk gekommen war, erneute Geräusche. Jemand oder etwas näherte sie ihr. Sie blickte unschlüssig nach oben und in den Wartungsgang. Kreischende Geräusche von Krallen auf Metallwänden ließen Angel kalte Schauer über den Rücken laufen. Vor ihrem geistigen Auge stürzten sich tausende von geifernden Husks auf sie, rissen ihr die Rüstung vom Leib und gruben ihre scharfen Krallen in ihr weiches Fleisch. In Panik taumelte Angel rückwärts und stürzte in den Wartungsgang, der links von ihr gelegen war. In ihrer Furcht dachte sie nicht mehr an die niedrige Höhe des Ganges, so dass sie mit ihrem Helm gegen die Decke stieß. Das durchsichtige Visier splitterte und bekam mehrere Risse. Angel wurde durch ihre eigene Wucht nach hinten geschleudert. Benommen rappelte sie sich auf und kroch auf allen Vieren in den Gang hinein. Sie wollte nur weg! Nur weg von den schauerlichen Geräuschen! Weg von den Albträumen!

---

Zur selben Zeit, als Miranda auf ihren eigentlich toten Vater schoss, konnte sie von unten mehrere Schüsse hören. Angel ist in Schwierigkeiten konnte sie noch denken, dann schoss der Cerberus-Kommandosoldat zurück. Seine Kugel trafen ihren Schirm und ließen ihn schwanken, während sie zur Seite hechtete. Aus den Augenwinkeln konnte Miranda gerade noch sehen, wie ihr Vater wie eine Seifenblase zerplatzte. Wie ist das möglich, dachte sie schockiert. Die Kugeln hätten den Schild beinahe durchbrochen. Der Cerberus-Soldat schoss erneut auf sie und es gab hier keine Deckung hinter der sie sich hätte verstecken können. Geistesgegenwärtig aktivierte Miranda ihre Biotik und erschuf eine Barriere zwischen sich und ihren Gegner.  Die Kugeln prallten ab uns stanzten zahlreiche Löcher in die Korridorwand. Wie können Trugbilder Schaden anrichten? „Du bist nicht echt!“, schrie sie dem Soldaten entgegen. Dieser legte erneut auf sie an. Miranda schleuderte ihren Gegner biotisch gegen die Wand. Sie konnte seine Wirbelsäule brechen hören. Der Soldat rutschte an der Wand nach unten und blieb regungslos liegen. Ich muss sofort zu Angel, dachte die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin und machte zwei Schritte auf das Loch zu. Schwere Schritte von mehreren gepanzerten Personen hallten ihr entgegen. Schon näherten sie ihr fünf Cerberus-Soldaten. Kaum das sie sie gesehen hatten, fingen sie auch schon an zu schießen. Miranda starrte aufs Loch während die Kugeln in den Schild ihrer Panzerung einschlugen. Dessen Anzeige verfärbte sich bereits hellrot. Miranda warf einen letzten verzweifelten Blick in das Loch. Wenn sie Tali findet, dann sind sie wenigstens zu zweit, dachte sie. Der Schild der Panzerung begann zu wanken. Nur noch wenige Treffer und er würde zusammenfallen. Miranda drehte sich um und lief davon. Das ist nur ein strategischer Rückzug redete sie sich ein. Doch in Wahrheit hatte sie das kurze Zusammentreffen mit ihrem totgeglaubten Vater  ziemlich aufgewühlt. Ihr Vater war auf Horizon gestorben. Sie hatte ihn biotisch durch eine Scheibe gestoßen und er war in die Tiefe gestürzt. Er war tot...verdammt! Ein Gedanke zuckte durch ihren Kopf. Liara! Miranda beschleunigte ihre Schritte. So groß war die Maschinensektion nun auch wieder nicht. Wie lange konnte es schon dauern die anderen zu erreichen?

---

Ashley rollte sich durch den Spalt und ging sofort danach in Angriffsposition. Sie schwenkte ihre Mattock hin und her, doch von Edi oder vom Gegner fehlte jegliche Spur. Liara war lautlos durch den Spalt gehuscht und leuchtete jetzt mit ihrer virtuellen Lampe den Vorraum aus. Aus dem Boden kamen etliche Versorgungsleitungen, die zu den Triebwerken führten. Liara konnte die Wärme, die von einigen von ihnen ausging, geradezu durch ihre Panzerung spüren. Davon mal abgesehen, dass die Scanner in ihrer Rüstung eine gestiegene Temperatur hier drinnen feststellten. „Spürst du das auch?“, fragte sie Ashley. Die Soldatin stand langsam auf. Noch immer richtete sie den Lauf ihrer Waffe in den dunklen Versorgungsgang hinein. „Ja“, flüsterte sie zurück. „Es ist ziemlich warm hier.“ Ashley legte ihre Hand auf eines der Rohre und zuckte zurück. Selbst durch die gepanzerten Handschuhe konnte sie die Hitze spüren, die von dem Rohr ausging. Ashley blickte irritiert zu Liara. „Der Antrieb ist tot. Die Rohre dürften eigentlich gar nicht heiß sein.“ „Und dennoch sind sie es“, grübelte die Asari. Sie gingen vorsichtig weiter. Immer darauf bedacht die heißen Leitungen nicht zu berühren. „Wenn der Antrieb noch aktiviert ist, dann sollte sich niemand hier aufhalten“, flüsterte Ashley. „Wir müssen Edi finden“, flüsterte die Asari zurück. „Ich weiß“, erwiderte die Soldatin gereizt. Die Temperatur in dem Versorgungsgang wurde immer heißer. Dampfschwaden stiegen von den Rohren auf. Schon nach wenigen Schritten konnten sie kaum noch etwas erkennen. „Das ist doch jetzt ein Scherz oder?“, fragte Ashley grimmig und blickte nach rechts. Liara, die die ganze Zeit neben ihr gelaufen war…..war verschwunden. Die Soldatin drehte sich verwirrt um die eigene Achse. „Liara?“ Sie lauschte. „Liara! Lass den Scheiß! Das ist überhaupt nicht witzig!“ Ashley machte mehrere Schritte zurück. „Liara?“ Sie drehte sich erneut im Kreis. Dieser verdammte Nebel! Ashley konnte überhaupt nicht mehr erkennen, wo vorne und hinten war. Der Gang und die heißen Rohre waren ebenfalls….verschwunden. Panik kam in ihr hoch. Sie war ganz alleine! Auf sich selbst gestellt! Ashley riss die Mattock hoch und starrte, während sie vorsichtig in irgendeine Richtung ging, angestrengt durch den Zielvisor der Waffe. Da...von vorne konnte sie dumpf Stimmen durch den Nebel hören. Sie blieb stehen und lauschte. Das hörte sich so an, als würden sich zwei Personen streiten. Liara hat Edi gefunden, dachte Ashley erleichtert. Doch gleich darauf meldete sich ihre Disziplin zu Wort. Und warum streiten sie dann, dachte sie genervt. Diese Mission verlief alles andere, als perfekt!

Ashley ging vorsichtig weiter. Plötzlich lichtete sich der Nebel vor ihr und es wurden zwei Personen sichtbar, die ihre Pistolen auf den jeweils anderen richteten. Ashley schüttelte ungläubig den Kopf. Es war gerade so, als würde der Nebel so eine Art Arena um die beiden Kontrahenten bilden. Und dann erkannte Ashley die beiden Personen. „Sam! Logan! Was macht ihr denn hier?“ Die beiden Männer drehten sich zu ihr um. Ihre Waffen hatten sie nach wie vor auf den anderen gerichtet. „Schön das du gekommen bist“, sagte Sam und winkte sie zu sich. „Wir haben hier ein kleines Problem“, sagte Logan zur Begrüßung. Ihr Freund nickte. „Ein klitzekleines Problemchen um genau zu sein“, pflichtete er Shepard bei. „Seid ihr verrückt! Warum bedroht ihr euch mit euren Waffen?“ Logan seufzte. „Und genau darin liegt unser Problem, Ash“ Sam nickte zustimmend. „Welches Problem?“, fragte Ashley verwirrt. Wie kamen die beiden hier überhaupt an Bord? Suchten sie nach ihnen? „Was macht ihr hier?“ Sam schaute zu Shepard. Doch dieser zeigte mit einer gütigen Geste zu ihrem Freund. „Nach dir.“ „Sehr freundlich“, erwiderte Sam. „Würdet ihr endlich zum Punkt kommen“, knurrte Ashley, der das Gebaren der zwei gehörig auf die Nerven ging. „Das Problem bist du“, sagte Sam ohne Umschweife. „Ich?“, fragte Ashley erstaunt und tippte sich mit den Finger an die Brustpanzerung. „Ja du“, pflichtete Logan ihm bei. Sie nahm eine defensive Haltung ein. „Was habe ich damit zu tun? Und überhaupt...was soll das Ganze hier?“ Sie schwenkte den Lauf ihrer Waffe von einem zum anderen. „Hey, hey! Pass auf auf wen du deine Mattock richtest“, beschwerte sich Sam. „Ich richte meine Waffe auf wen ich will“, knurrte Ashley. „Und würdet ihr mir jetzt endlich sagen, was ihr hier zu suchen habt?“ „Wir haben nach dir gesucht“, erwiderte Logan und sagte es so, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt. Ashley schnaubte. „Woll eher nach Angel“, murmelte sie. Ashley straffte sich. „Würdet ihr mir jetzt endlich sagen was für ein Problem ihr mit mir habt?“ „Du kannst dich nicht entscheiden“, warf ihr Sam vor. „Warum kann ich mich nicht entscheiden?“ „Das würden wir auch gerne wissen“, erwiderte Shepard. Sie winkte ab. „Jetzt mal ganz langsam. Über welche Entscheidung reden wir hier eigentlich.“ Sam seufzte und Logan rollte mit den Augen. „Sie will es einfach nicht wahrhaben“, sagte er. „Vielleicht will sie es auch gar nicht“, mutmaßte ihr Freund. Ashley verlor so langsam die Geduld mit den zwei Männern. „Ihr könnt mich mal!“

Sie drehte sich um und wollte gehen. „Wen von uns beiden liebst du?“, fragte Sam. Ashley blieb abrupt stehen und drehte sich zu den beiden um. „Was hast du gesagt?“ „Wen von uns beiden liebst du?“, wollte jetzt auch Logan wissen. Ashley starrte die beiden ungläubig an. „Deshalb seid ihr hierher gekommen, um mich das zu fragen?“, fragte sie ungehalten. Die beiden Männer sahen sich kurz an. „Ja“, entgegnete Sam schließlich. Sie schüttelte den Kopf. „Das kann alles nicht wahr sein. Das muss ein Albtraum sein“, murmelte sie. „Und?“, fragte Shepard ungeduldig. „Wen von uns beiden liebst du nun?“ „Das ist keine Frage“, sagte ihr Freund überzeugt. „Mich natürlich.“ Logan grinste. „Ich wäre mir da nicht so sicher. Nicht wahr, Ash.“ Sam blickte seinen Widersacher finster an. Der Lauf seiner Pistole zielte auf Logans Kopf. „Ist das wahr, Ash? Sag das das nicht wahr ist!“ Er blickte sie herausfordernd an. Ashley erwiderte seinen Blick, dann schaute sie kurz zu Shepard herüber. „Haa! Ich habe es gewusst“, sagte dieser triumphierend. Und ehe Ashley reagieren konnte, hatte er abgedrückt und ihren Freund in den Kopf geschossen. Sams Augen blickten sie anklagend an, während er langsam zu Boden sank. Ashley starrte ungläubig auf die groteske Szene. Logan, ihr Vorbild und alte große Liebe, hatte Sam erschossen. Ihren Freund, Geliebten und geistlichen Retter. „Ich wusste, dass du dich für mich entscheiden würdest“, sagte Shepard und kam mit offenen Armen auf sie zu. „Du hast ihn umgebracht“, sagte sie fassungslos. Er zuckte mit der Schulter. „Er wollte dich für sich haben. Das konnte ich nicht zulassen.“ Er grinste. „Aber wenn es dich beruhigt...er hätte mich ebenso erschossen, wenn du dich für ihn entschieden hättest.“ Ashley starrte Logan ungläubig an. Sie zitterte am ganzen Körper. Ihre Finger fanden ganz automatisch die Eagle, die hinter ihrem Rücken angebracht war. Die Soldatin entsicherte sie und zielte auf Shepard. Dieser bleib überrascht stehen. „Was soll das, Ash? Ich dachte, du hättest dich entschieden?“ „Das hatte ich auch“, antwortete sie traurig und wütend zugleich. Ihr Zeigefinger krümmte sich. Die Kugel verließ den Lauf ihrer Pistole und drang in Logans Kopf ein. Genau zwischen die Augen. Sein Kopf zerbarst in tausend Einzelteile. Gehirnmasse besprenkelte ihr Visier. Rechts von ihr ertönte das irre Lachen einer Frau. Ashley kreiselte herum und konnte gerade noch sehen, wie eine nackte Frau aus dem Nebel heraus sie ansprang. Sie schwang ihre Avenger wie eine Keule. Diese sauste genau auf ihren Helm herab. Es gab ein lautes Knacken. Der durchsichtige Visier bekam Risse und Ashley wurde ohnmächtig.

---

Liara schlich seitlich versetzt neben Ashley her und deckte gleichzeitig ihre Rücken. Statt der Mattock hatte sie die Eagle gezogen. Auf so einem beengten Raum war die Pistole geeigneter, als das schwere Gewehr. Außerdem verursachte sie nicht so einen großen Schaden, wie die Mattock. Nicht auszudenken, was passierte, wenn hier die Rohre und Energieleitungen getroffen wurden. Die Asari blickte sich immer wieder nervös um. Noch immer keine Spur von Edi. Die Hitze in dem Gang wurde immer unerträglicher. Zudem zogen Nebelschwaden auf, die irgendwie aus dem Röhren- und Leitungsgewirr zu kommen schienen. Physikalisch eigentlich völlig unmöglich, da hier eine trockene Hitze herrschte. Liara blickte auf ihre Helmanzeige. Die Luftfeuchtigkeit tendierte gegen null. „Völlig unmöglich“, flüsterte sie. Liara konnte noch immer die bösartige Präsenz in ihrem Kopf spüren, die versuchte ihre Gedanken zu vergiften. „Wenn du das Unmögliche ausgetilgt hast, das, was bleibt, so unwahrscheinlich es auch sei, muss die Wahrheit sein.“ Die Asari blieb abrupt stehen. Wer hatte das gesagt? Es klang nicht wie Edi. Es klang irgendwie nach….. Eine alte Erinnerung bahnte sich ihren Weg an die Oberfläche. „Ashley hast du das auch…?“ Sie blickte sich erschrocken um. Ihre Anführerin war verschwunden! Das konnte doch nicht sein. Der Versorgungsgang zu den Triebwerksgondeln verlief doch nur schnurgeradeaus. „Ashley!“ Die Asari drehte sich im Kreis. Doch das einzige was sie sah, war dieser unheimliche Nebel. Liara schwenkte ihre Waffe nervös hin und her. „Ist es so schwer an das Unmögliche zu glauben, mein kleiner Flügel?“ Sie hielt erschrocken inne. Die Stimme kam ihr bekannt vor. Aber das war unmöglich! Sie...war tot! „Mu...Mutter?“ Eine Person schälte sich aus dem Nebel. Es sah gerade so aus, als würde sie über dem Boden schweben und nicht gehen. Liara stolperte erschrocken zurück. „Mutter. Aber das kann nicht sein. Du bist auf Noveria gestorben.“ Matriarchin Benezia lächelte. „So sehen wir uns also in der Dämmerung wieder, mein Kleines.“ „Ich bin aber noch nicht tot!“, schrie sie ihrer Mutter entgegen. Benezia lächelte nachsichtig. „Finde dich mit der Wahrheit ab, dann wirst du erkennen, wie schön es auf der anderen Seite ist.“ „Die Wahrheit“, schnaubte Liara. „Die Wahrheit ist, dass du dich von Saren hast indoktrinieren lassen. Und wir dich haben töten müssen. Das ist die Wahrheit, Mutter!“ Die Matriarchin lächelte noch immer. „Du bist verbittert. Das kann ich gut verstehen. Die Galaxie liegt in Trümmern. Viele Asari wurden getötet. Unsere Heimat wurde verbrannt und vernichtet.“

„Woher willst du wissen, wie es auf Thessia aussieht, Mutter? Du bist längst tot und vergessen.“ „Sag so etwas nicht, mein Kind.“ Liara machte zwei Schritte auf ihre tote Mutter zu und hob anklagend einen Finger, den sie gegen Benezia richtete. „Du hattest ja nicht den Mut dich gegen Saren aufzulehnen! Warst viel zu geschmeichelt durch seine Worte! Wolltest durch ihn ja nur höher in der Hierarchie aufsteigen!“ Liara holte tief Luft. „Aber soll ich dir etwas sagen, Mutter? Wer hoch hinaus will, der muss auch damit rechnen, dass er tief fallen kann!“ Benezia hatte Liaras Wutausbruch ungerührt zur Kenntnis genommen. Jetzt schüttelte sie mitleidig den Kopf. „Du bist so voller Verbitterung, meine Kleine. Die Jahre mit diesem Shepard haben dir wirklich nicht gut getan. Sieh nur, was er mit dir gemacht hat.“ Liara schnaubte. „Was er mit mir gemacht hat? Er hat mir die Augen geöffnet, Mutter. Mir gezeigt, dass es sich lohnt gemeinsam gegen einen überlegenen Feind zu kämpfen. Und was soll ich dir sagen…? Wir haben gesiegt! Wir haben gegen die Reaper und ihre Schergen bestanden.“ Die Matriarchin verschränkte die Arme vor der Brust. „Es werden neue Bedrohungen kommen“, erwiderte sie ruhig. „Mag schon sein“, antwortete Liara, die sich wieder gefangen hatte. „Eure losen Bündnisse werden nicht auf ewig halten“, wand Benezia ein. „Auch damit könntest du Recht haben“, entgegnete Liara gelassen. „Aber ganz egal, was in der Zukunft noch passieren mag, ich weiß immer wohin ich gehöre. Die Leute von der Normandy sind meine neue Familie und wir werden immer auf uns aufpassen.“ In das Gesicht ihrer Mutter stahl sich hinterhältiges Grinsen und der Druck auf Liaras Kopf wurde immer größer. „Das ist wirklich bedauerlich zu hören, mein Kleines.“ Der Druck nahm immer weiter zu. Kaum das Liara noch einen klaren Gedanken fassen konnte. „Wir hätten als Mutter und Tochter über die Dämmerung herrschen können. Doch zu ziehst es ja lieber vor bei deinen Freunden zu bleiben. Und bei deiner genetisch unreinen Menschenfrau.“ Liaras Eingeweide zogen sich zusammen. „Sie heißt Miranda und du wirst ihr kein Haar krümmen!“ Unter Aufbringung ihrer letzten Kraftreserven hob Liara ihre Pistole, zielte auf geratewohl den Kopf ihrer toten Mutter an und drückte ab. Der Kopf von Benezia verging in einer großen Explosion, die das gesamte Licht in ihrer Umgebung auslosch. Sekunden später hatte die Dunkelheit Liara erreicht. Dann spürte die Asari gar nichts mehr.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast