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L.S.C. - Logan Shepard Chronicles: Geschichten aus dem Mass Effect Paralleluniversum. "Auf der Erde gestrandet"

GeschichteSci-Fi / P18 / Gen
Commander Shepard Doctor Chakwas Garrus "Archangel" Vakarian Jack "Subject Zero" Liara T'Soni Tali'Zorah vas Normandy
23.08.2012
03.07.2016
90
226.139
7
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16.05.2015 2.899
 
Das laute Rauschen eines näher kommenden Athmospährenfliegers ließ mich erschrocken zusammenfahren. Ich hatte zu lange auf Angel und ihre kleine Truppe geschaut und dabei völlig regelwidrig meine nähere Umgebung vernachlässigt! Bei meiner Frau waren die besten Kampfgefährten, die man sich vorstellen konnte! Ihr würde so schnell nichts passieren! Was man von mir wohl nicht behaupten konnte! Das Brausen nahm an Intensität zu. "Vorsicht, Sir! Bomber aus 06.00 Uhr!" Genau hinter mir! Während ich mich zum dritten Male in den Dreck warf und hinter einem zerfetzten Baum Schutz suchte, hämmerten die ersten Geschosse des Bombes in das aufgeweichte Erdreich hinein. Die Geschossspur verfehlte meinen hölzernen Schutz nur um wenige Zentimeter. Dreck, Holz und zerfetzte Insekten, die im Erdreich lebten, spritzen hoch und trafen meinen Körper. Verdammt! Ich musste besser aufpassen! Schon war der Bomber wieder aus meinem Sichtfeld verschwunden. Abwehrraketen sausten los. Ihre heiße Flammenbahn konnte ich fast körperlich spüren, da die Abwehrbatterie ganz in meiner Nähe stand. Held der Reaperschlacht von den eigenen Abwehrraketen gebraten! Das wäre mal eine Schlagzeile! Daran hätte sicherlich auch Cerberus seinen Spaß! Noch immer hinter dem zerfetzen Baum hockend sah ich an mir herunter und verfluchte zum gefühlten tausensten Male diese paramilitärische Gruppierung. Nicht einmal am Wochenende war man vor denen sicher! Das war sicherlich die Retourkutsche für das Zerstören ihrer Wasserbasis! Wie hatten sie uns gefunden? War Angel Schuld daran? Ich schüttelte den Kopf. Solche Fragen waren im Augenblick nicht sehr hilfreich! Ich wischte mir den schmierigen Dreck von der Kleidung. Eine Panzerung wäre jetzt nicht schlecht gewesen. Aber die lag unten in der Waffenkammer und ein Anlegen würde viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich lugte um meinen hölzernen und halb zerstörten Schutz herum und riskierte einen Blick über den See. Zwischen den Bäumen in der Nähe unseres Blockhauses konnte ich den ersten Atlas-Mech erkennen. Etwas blitze auf und eine Rakete raste auf die kleine Truppe zu. Ein biotisches Feld entstand! Ich konnte nicht sehen, ob Jack oder Liara es erschaffen hatte. Doch das Ergebnis konnte man dafür um so deutlicher erkennen! Die Rakete wurde abgelenkt und prallte gegen die Vorderseite unserer Hütte. Sie explodierte und hinterließ ein großes Loch in der Häuserfront. Fassungslos starrte ich über den See und auf das Chaos da drüben. Wenn das so weiterging, dann würden hier bald keine Hütten mehr stehen in denen man noch leben geschweige denn wohnen konnte!

Ich ballte meine Hand zur Faust. Da ging jetzt eindeutig zu weit! Jetzt wurde es persönlich! Ein Stampfen ganz in meiner Nähe holte mich wieder in die Realität zurück. Ich knackte mit den Fingern und stand entschlossen auf. Jetzt würde Cerberus mich mal so richtig kennenlernen! Ich eilte zum Raketenwerfer, der erstaunlicherweise immer noch am Baum lehnte, schulterte ihn auf und überprüfte seine Funktion.

..........

"Tali!" Angel stoppte mitten im Lauf und wäre beinahe noch über eine Wurzel gestolpert. Entsetzt blickte sie auf Kelly hinab, die bewegungslos am Boden lag. Die Quarianerin drehte sich blitzschnell um und schoss sofort auf den Cerberussoldaten, der ihnen gefolgt war. Das Energiefeld um seine Panzerung schwankte nach ihrem Beschuss, doch noch stand der Gegner aufrecht und legte erneut auf sie an. Dieses Mal nahm er Angel ins Visier. Er schoss! Ein bläuliches Feld hüllte Angel und Kelly innerhalb eines Sekundenbruchteils ein. Die Kugel prallte ab und schlug als Querschläger in einen nahe stehenden Baum ein. "Nun legt das Schwein endlich um!", knurrte Jack. Kleine Schweißtröpfen hatten sich auf ihrer Stirn gebildet, denn das war mittlerweile das zweite Energiefeld, dass sie erzeugte. Außerdem hämmerten immer mehr Geschosse auf ihren großen Biotikschild ein, den sie zusammen mit Liara erzeugte, um ihren Rückzug zu decken. Langsam rückwärts gehend näherten sie sich ihren an vorderster Front stehenden Kameraden. Edi und der auf einem Bein hinkende Jeff verlangsamten die kleine Gruppe zusätzlich. Tali schoss erneut. Das Ernergiefeld der Panzerung erlosch und der Cerberussoldat stand plötzlich ohne Schutzschild da. Der durchsichtige Teil seines gepanzerten Helmes zersplitterte. Sein rechtes Auge tropfte als geleeartige Masse über seine Wange, dann kippte der Soldat tödlich getroffen um. Tali blickte sich um. Ihr Freund Garrus hatte auf den Gegner angelegt und genau ins Schwarze getroffen. Sie nickte ihm anerkennend und dankbar zu. Währenddessen hatte sich Angel über Kelly gebeugt und sie in aller Eile untersucht. In Höhe des linken Oberschenkels bildete sich ein roter Fleck auf Kellys Hose. "Bin ich tot?", krächzte die junge Frau. Angel atmete erleichtert aus. "Nein", flüsterte sie und untersuchte oberflächlich die verwundete Stelle. "Das sieht nach einem glatten Durchschuss aus. Noch einmal Glück gehabt." "Warum fühle ich mich dann nicht so", jammerte Kelly und stemmte sich ächzend hoch. An ihrer linken Augenbraue prankte eine große Platzwunde. Blut und Dreck waren über die ganze linke Gesichtshälfte verschmiert. Ihre Lippe war aufgeplatzt. "Stell dich nicht so an, Fischflüsterin!", sagte Jack ärgerlich. Ihr Gesicht war mittlerweile vor Anstrengung schweißgebadet.

"So ein kleiner Kratzer bringt dich....." Wie in Zeitlupe konnte Angel zusehen, wie ihre Schwägerin beim Rückwärtsgehen über eine Baumwurzel stolperte und wild mit den Armen rudernd zu Boden ging. Sie schlug dabei so unglücklich mit dem Hinterkopf auf den harten Untergrund auf, dass sie sofort bewusstlos wurde. Ihre beiden erzeugten biotischen Felder erloschen augenblicklich. Zum Glück für Jack waren bei diesem Angriff keine Kameras dabei, so daß dieser, für sie äußerst peinliche Zwischenfall, niemals in die Öffentlichkeit gelangte. Und diejenigen, die ihren Sturz live mitverfolgen konnten, hüllten sich in Schweigen und erzählten keiner Menschenseele jemals etwas über diesen Vorfall! Jack war bekannt für ihre Zornesausbrüche und keiner, der bei klarem Verstand war, wollte sie zu spüren bekommen! Liara reagierte sofort und erweiterte ihr eigenes Feld. Die geballte Geschossmacht von Cerberus bekam sie nun ganz alleine ab und alle konnten sehen, dass die Asari an ihre Grenzen angelangt war. Jack schulterte sich seine Waffe um und nahm seine ohnmächtige Freundin auf seine muskelbepackten Arme. Ashley, Sam, Kasumi und die übrigen Soldaten feuerten derweil auf den zahlenmäßig überlegenen Gegner. Aber die Geschosse ihrer Waffen richteten keinen großen Schaden an. "Wir müssen zum Bunker und uns bessere Waffen besorgen!", sagte Ashley und deutete zum Bunkereingang. Nur noch wenige hundert Meter trennten sie von dem sicheren Unterschlupf. Ein Atlas Mech feuerte eine Rakete auf sie. Sie prallte vom biotischen Feld ab und wurde gegen eine Abwehrbatterie geschleudert. Diese explodierte in einem Feuerball. Zwei Abwehrraketen wurden durch das Feuer ausgelöst und rasten auf die Blockhütten der beiden Asari zu. Weitere Explosionen erfolgten und die beiden hölzernen Hütten brachen teilweise in sich zusammen. "Die legen hier alles in Schutt und Asche!", heulte Ashleys kleine Schwester Sarah. Angel hatte Kelly aufgeholfen und stütze sie. Einer der Allinazwachsoldaten des Bunkers fiel tödlich getroffen zu Boden. "Nun macht schon!", drängte Tali. Ein Kodiakshuttle rauschte brennend über ihre Köpfe hinweg. Eine große Gestalt stand am geöffneten Schott und sprang hinaus. Der Shuttle flog aus ihrem Sichtbereich und verging irgendwo hinter den Bäumen in einer großen Feuerexplosion. Das typische Geräusch einer Katana-Schrotflinte war rechts von ihnen zu hören. Gleich zwei Cerberussoldaten gingen zu Boden. Dann stürmte Grunt aus dem Unterholz auf sie zu. "Schön dich zu sehen", sagte Liara erleichtert und wankte.

..........

Miranda konnte das dumpfe Grollen von Explosionen hören. Die Wände des Bunkers erzitterten. Die Beleuchtung flackerte. Die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin trat aus dem Frauenhygienebereich und wandte sich nach links. Medea war bei Karin in guten Händen. Wenn sie schon nicht an die Oberfläche durfte um mitzukämpfen, dann konnte sie wenigstens ihre Freunde vom Kontrollzentrum aus unterstützen! Eine neuerliche Explosion ließ den Bunker erschüttern. "Hoffentlich halten die Schotte zum gefluteten Hangar", murmelte sie. Einer der Wachleute kam auf sie zu und ging grußlos an ihr vorbei. Miranda erschauderte. Der Kerl war ihr irgendwie unheimlich! Dieser Blick! So feindselig....so....fanatisch! Sie stockte. Diesen Blick kannte sie doch...hatten ihn schon öfters gesehen. Aber hier? In ihrem Refugium....in ihrer kleinen, heilen Idylle? Miranda lief es eiskalt den Rücken herunter! Cerberus! Aber das war völlig unmöglich! Sie drehte sich um, doch der unheimliche Wachmann war längst verschwunden. Unwillkürlich griff sie an ihre Seite. Verdammt.....ihre Waffe lag in einem gesicherten Fach in ihrem Spind! Die schwarzhaarige Frau blickte wieder in die andere Richtung. Wo war dieser Typ hergekommen? Miranda ging vorsichtig weiter und kam an eine Stahltür, die zur Energieversorgung dieser Anlage führte. Sie schaute durch das kleine Sichtfenster in den schummrigen Raum hinein. Dort.....ein kleiner Lichtblitz am Ende das Raumes! Ehe sie sich noch Gedanken um die Bedeutung dieses Blitzes machen konnte, wurde es hinter der Tür taghell. Ohne groß darüber nachzudenken hechtete Miranda zur Seite und hüllte sich in einen biotischen Schirm ein. Ein ohrenbetäubender Knall maltretierte ihre Ohren, dann flog die Stahltür aus den Angeln und wurde gegen die gegenüberliegende Wand geschleudert. Eine heiße Feuerzunge leckte aus der so entstandenen Öffnung.

Ihr Schild wankte. Dann wurde es dunkel! Nur ihr biotischer Schild gab ein difuses Licht ab. An einer anderen Stelle des Bunkers sprangen die Notstromaggregate an. Die Beleuchtung flackerte. Schließlich brannte in der gesammten Anlage wieder das Licht. Doch was war mit den Verteidigungsanlagen? Miranda stand benommen auf und schüttelte sich. "Miranda? Was ist hier los?" "Cerberus hat die Energieversorgungs ausgeschaltet", antwortete sie hustend. Die internen Feuerlöschsysteme sprangen an und innerhalb weniger Sekunden hatten sie das Feuer erstickt. Die Entrauchungsanlage sog die gefährlichen Dämpfe aus der Anlage und Miranda konnte wieder freier atmen. "Cerberus?", fragte Dr. Chakwas ungläubig. "Hier? In unserem Bunker?" Miranda nickte, obwohl die Ärztin diese Geste natürlich nicht sehen konnte.
"Ich kann es selbst noch nicht so ganz glauben. Geht es Medea gut?"
"Den Umständen entsprechend"
Miranda nickte erneut. "
Gut. Hast du eine Waffe?"
"Ja, aber wozu.....?"
"Verschanz dich mit Medea in der Quarantänestation und schieße auf jeden, der versucht dort einzudringen!"
"Aber..."
"Ich muss mir ersteinmal einen Überblick verschaffen! Konntest du Samara erreichen?"
"Nein. Und wenn ich deinen Ratschlag befolgen soll, dann werde ich auch nicht persönlich nach ihr sehen können."
"Ich kümmere mich darum!"
Miranda beendete das Gespräch mit der Ärztin und blickte in den zerstörten Raum hinein. "Nichts mehr zu machen", sagte sie grimmig und wandte sich in Richtung Krankenstation. Aus dem Halbdunkel eines Nebenkorridors schälte sich eine große Gestalt. "Samara?", fragte die schwarhaarige Frau leise. Die Gestalt trat ins Licht und jetzt bemerkte Miranda ihren Fehler.

"Sie?!", sagte die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin erschrocken und trat einen Schritt zurück. Der Wachmann richtete ein Sturmgewehr auf sie. Seine Augen blitzen sie fanatisch an. "Verräterin", geiferte er verächtlich und spuckte vor ihre Füße. Miranda ballte ihre Hände zu Fäusten. Kleine Blitze zuckten darüber. "Das wird dir auch nichts mehr nützen!", brüllte der Mann hasserfüllt und legte auf sie an. Ein großer Schatten wurde hinter ihm sichtbar. In einer kaum sichtbaren Bewegung sauste ein grauer Gegenstand gegen den Kopf des Cerberus-Agenten. Sein Schädel wurde zur Seite geschleudert. Ein Geräusch von brechenden Ästen ließ in Miranda Übelkeit aufkommen. Blut spritze gegen die Wände. Der Kopf des Mannes war unnatürlich verdreht. Er stürzte zu Boden. Seine gebrochenen Augen starrten ungläubig zur Decke. Und das, obwohl der Wachmann nach vorne gefallen war. Miranda hielt sich angewidert eine Hand vor den Mund. Sein Gewehr fiel scheppernd neben ihn. Der Schatten trat jetzt ebenfalls ans Licht. "Samara!", sagte Miranda erleichtert. "Bin ich froh dich zu sehen!" Die Asari lächelte grimmig. Sie hatte einen großen und schweren Ringschlüssel in ihrer Hand. Blut und Hautfetzen tropften von dem Werkzeug herab. "Nicht einmal auf der Krankenstation hat man seine Ruhe!", erwiderte sie zur Begrüßung. Die schwarzhaarige Frau zeigte auf den ungewöhnlichen Gegenstand in ihrer Hand. "Interessante Waffe für eine Justicarin." Samara zuckte mit der Schulter. "Hat wohl ein Techniker liegen gelassen." Miranda hob skeptisch eine Augenbraue. Die große Asari lächelte. "In solch außergewöhnlichen Zeiten wird selbst eine primitive Keule zur durchschlagenden Waffe." Wie zur Bestätigung ihrer Aussage konnten die beiden Frauen von oben ein dumpfes Donnergrollen vernehmen. Putz rieselte von der Decke und die Beleuchtung flackerte. Samaras Blick richtete sich nachdenklich nach oben. "Ich habe zwei Fragen! Was bei der Göttin Athame ist hier los? Und warum hat dich dieser Mann angegriffen?" Miranda strich sich eine Strähne aus der Stirn und schaute die Asari verbissen an. "Cerberus", quetschte sie hervor. Samara nickte, dann lies sie den Ringschlüssen auf den toten Wachmann plumpsen. Sein verdrehter Kopf wackelte hin und her. Es sah so aus, als würde er noch im Tode die beiden Frauen verhöhnen. "Was ist mit ihm?" Das Gesicht der ehemaligen Cerberus-Wissenschaftlerin verfinsterte sich.
"Ich fürchte, diese Anlage wurde von Cerberus infiltriert!"
"Wieso?"  
"Er hat die Energieversorgung des Bunkers sabotiert!"
"Kein Wunder das die medizinischen Überwachungsgeräte in meinem Zimmer verrückt gespielt haben! Ich dachte schon, ich wäre gestorben!"

Samara lachte trocken, dann wurde sie unvermittelt wieder ernst. Sie hob das Gewehr auf und reichte es Miranda. Diese schulterte sich die Waffe um. "War er der einzige?" Die schwarzhaarige Frau zuckte mit der Schulter. "Keine Ahnung. Wenn ich eine Basis des Gegners infiltrieren würde...wo würde ich dann noch zuschlagen? Sie überlegte fieberhaft. "Wie sieht es oben aus?", fragte Samara dazwischen. Miranda starrte die Asari an. "Verdammt! Die Kommmandozentrale!" Samara knackte mir ihren Halswirbeln. Miranda verzog das Gesicht. "Muss das sein?" Die Asari grinste wölfisch. Die beiden Frauen rannten die schummrigen Korridore des Bunkers entlang. Sie hatten die Kommandozentrale noch nicht ganz erreicht, da hörten sie schon von weitem mehrere Schüsse. "Verdammt.....wir kommen zu spät!", fluchte Miranda außer Atem. Sie erreichten den großen Raum, der das Gehirn dieser Anlage darstellte und positionierten sich rechts und links der beiden großen Türhälften. Miranda nickte der Asari zu. Samara berührte die Touchoberfläche des Öffnungsmechanismus und die beiden Türhälften glitten zischend auseinander. Die beiden Frauen stürmten in den Raum hinein. Vor ihnen an den Überwachungspulten stand ein NCO-Grade mit einer Pistole in der Hand. In seiner Nähe lagen die letzten drei Angehörigen des Bunkerpersonals tot am Boden. Blutlachen hatten sich um ihre Körper gebildet. Die äußersten Ränder verschmolzen bereits miteinander, so daß sie eine einzige große Lache bildeten. Mehrere Monitore waren durch den Beschuss zerstört worden. Kleine Rauchwölckchen stiegen von ihnen auf. Es roch nach verschmorter Technik. Erst jetzt schien der Mann sie wahrgenommen zu haben, denn sein Kopf drehte sich ruckartig zu ihnen herum. Miranda erschauderte. In seinen Augen glomm der beginnende Wahnsinn. Speichel tropfte aus seinem rechten Mundwinkel. Benetzte den Kragen seiner Uniform. Einer Uniform, die er nicht verdient hatte! Das Gesicht des NCO's verzog sich zu zu einer grauenvollen Fratze. Ansatzlos richtete er seine Waffe auf sie und drückte ab. Samara glühte bläulich auf und erschuf eine biotische Barriere. Der Mann schoss Kugel um Kugel gegen die Barriere, doch die Geschosse prallten von ihr ab und trafen als Querschläger weitere Monitore oder Armaturen. Funken sprühten. Die Luft war erfüllt von Ozon und kleinen Schwelbränden.

Der Speichel rann ihm bereits in Bahnen über das Kinn, den Hals und tropfte schließlich vor ihm auf den Boden. Schließlich hatte er seine komplette Munition verschossen, doch der Cerberus-Agent drückte weiter den Trigger seiner Waffe durch.
Klick..Klick...Klick....Klick...Klick
Samara ließ die Barriere zusammenbrechen und schlug den Ringschlüssel provozierend in ihre Hand. "Ich warte", höhnte sie. Mit einem unmenschlichen Aufschrei ließ der Mann die Pistole fallen und stürzte sich auf die beiden Frauen. Ehe Samara ihr großes Wekzeug an dem zweiten Cerberus-Agenten ausprobieren konnte, glühte Miranda bläulich auf und schmetterte den Mann biotisch gegen die Monitorwand. Glas und Knochen splitterten um die Wette. Der Mann rutsche mit verdrehten Gliedern zu Boden. Er schüttelte sich wie ein begossener Pudel und versuchte trotz seiner zahlreichen Knochenbrüche wieder aufzustehen. Eine erneute dumpfe Explosion ließ den Raum erschüttern. Es knackte und knirschte! Plötzlich löste sich ein großer Bildschirm, der genau über dem Cerberus-Agenten hing, aus seiner Deckenverankerung. Der Mann wollte instinktiv seine Arme heben, um sich zu schützen. Doch zwei Trümmerbrüche in den Oberarmknochen hinderten ihn daran. Der schwere Bildschirm zermalmte seinen Kopf und begrub die Überreste gnädigerweise unter sich. "Kein schlechter Schlag", sagte Samara anerkennend. "Danke", antwortete Miranda grimmig. Sie schauten sich in der Zentrale um. "Die ist total hinüber!", stellte die ehemalige Cerberus-Wissenschaftlerin ärgerlich fest. "Was für eine Schweinerei!" Die beiden Frauen drehten sich zu Dr. Chakwas um, die mit der Raloi am Eingang zur Zentrale stand und sich entsetzt umsah. Miranda nickte. "Und ich fürchte, wir haben noch ein viel größeres Problem." Die Ärztin deutete in den Raum. "Noch größer, als das hier?" Miranda holte tief Luft. "Wenn Cerberus schon diese Anlage infiltrieren konnte, wie sieht es dann mit den anderen Basen und Einrichtungen aus?" Sie machte eine kurze Pause, um den anderen Frauen die Möglichkeit zu geben ihr zu folgen. Miranda blickte sie ernst an. "Ich fürchte, die Allianz wurde von Cerberus unterwandert! Wir haben sie total unterschätzt! Auch ohne den Unbekannten scheinen einzelne Zellen noch recht aktiv zu sein!" Miranda aktivierte ihr Multitool. "Ich muss dringend mit Logan sprechen!"
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