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L.S.C. - Logan Shepard Chronicles: Geschichten aus dem Mass Effect Paralleluniversum. "Auf der Erde gestrandet"

GeschichteSci-Fi / P18 / Gen
Commander Shepard Doctor Chakwas Garrus "Archangel" Vakarian Jack "Subject Zero" Liara T'Soni Tali'Zorah vas Normandy
23.08.2012
03.07.2016
90
226.139
7
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06.05.2015 2.939
 
Natürlich hatte ich damit gerechnet, dass meine Frau wie auf heißen Kohlen in unserer Blockhütte sitzen und mich bei meiner Rückkehr mit Fragen durchlöchern würde. Aber auf diesen Ansturm war ich dann doch nicht vorbereitet gewesen! Unser Haus platze fast aus allen Nähten! Na schön....auf der Normandy war ich auch immer und zu jeder Tageszeit von einer Menge Leute umgeben gewesen, wenn man mal von den seltenen Momenten in meiner Kabine absah, in denen ich völlig allein war und abschalten konnte. Aber es war schon erstaunlich, wie schnell man sich doch an die verhältnismäßig großen Räumlichkeiten unserer bescheidenen Blockhütte gewöhnen konnte. Die vor allem nur von zwei Menschen und einem großen Wolf bewohnt wurden. Ich fuhr mir etwas überrumpelt durch meine kurzen Haare und fing an zu zählen. Die gesamte Normandy-Stammcrew nebst Angehörigen hatte es sich in unserem Wohnzimmer und der angrenzenden Küche gemütlich gemacht. Zwischen ihnen wuselte Wrex hin und her und beschnupperte aufgeregt jeden einzelnen Gast. Angel konnte ich nirgends finden, doch dafür meine kleine, kahlköpfige Halb-Schwester, die es sich zusammen mit ihrem Freund, Garrus und Kasumi in der Küche gemütlich gemacht hatte. „Was soll dieser ganze Aufstand hier?“, fragte ich sie ein wenig ungehalten. Jack ging zum Kaffeeautomaten, füllte meine Lieblingstasse, die ich noch auf der Citadel erstanden hatte, mit dem heißen Getränk und reichte sie mir. „Danke!“, entgegnete ich unwirsch. „Du hast mir aber immer noch nicht erklärt, was das Ganze hier soll!“ Ich ließ meinen Blick über die ganzen Besucher schweifen. Dann fixierte ich Jack über den Tassenrand hinweg. Sie grinste mich an. „Schmeckt der Kaffee?“ „Jack...!“ „Kannst du dir das nicht denken?“, sprudelte es aus ihr heraus. Ich schüttelte den Kopf. „Irgendwie bin ich heute wohl ein wenig begriffsstutzig!“ Sie seufzte. „Das sage ich zu Jack auch immer, wenn er mal wieder......“ Sie stockte. „Das geht dich nichts an!“ „Jaack!“, erinnerte ich sie ein wenig ungehalten. Die tätowierte Frau verdrehte ihre Augen. „Nun habt dich mal nicht so, Brüderchen!“ „Jack!“ „Wir wollen alle erfahren, was es nun mit dieser Raloi auf sich hat“, sprang Garrus für sie in die Bresche. „Man erzählt sich bereits die tollsten Geschichten über sie.“ Ich verschränkte die Arme vor die Brust und wand mich an meinen turianischen Freund, der ein wenig gesprächiger zu sein schien, als meine Halb-Schwester. „Soso....tut man das?“, erwiderte ich bissig, doch der Turianer ignorierte geflissentlich meinen etwas genervten Tonfall. „Du weiß doch, wie das in so einer kleinen Gemeinschaft ist....alle kennen sich....Gerüchte kommen auf....“

„Gibt es noch mehr Gerüchte über die ich Bescheid wissen sollte?“, fragte ich argwöhnisch. „Nicht das ich wüsste“, erwiderte Garrus ruhig. Er wusste, dass ich wusste, dass das glatt gelogen war. Doch ich ließ es damit vorerst bewenden, denn ich konnte mir durchaus gut vorstellen, welches Gerücht noch die Runde in unserer kleinen Kolonie machte. „Noch ein bisschen Kaffee gefällig?“, fragte Jack liebenswürdig. Ich funkelte sie an. „Immer schön gelassen bleiben, Pfadfinder.“  „Commander!“ Verwirrt drehte ich mich nach dem Sprecher um. Eine Frau mit schwarzen Haaren, die ihr bis zur Schulter reichten, rannte auf mich zu. „Shepard hat mittlerweile den Rang eines Captain“, korrigierte Edi die Frau und erst jetzt erkannte ich sie. „Kelly. Kelly Chambers“, sagte ich erfreut und mein früherer Yeoman fiel mir um den Hals. „Es tut gut sie wiederzusehen“, schluchzte sie. Ich ließ sie gewähren und erntete von meiner kleinen Schwester einen bissigen Kommentar. „Wenn das jetzt Angel sehen könnte! Hat die Kleine eigentlich jemals mehr als nur deine Fische gefüttert?“ Ich schickte einen vernichtenden Blick Richtung Jack, doch diese grinste mich nur weiterhin frech an. Kelly machte sich von mir los und wandte sich an die kahlköpfige Frau. „Und du hast noch immer eine große Klappe, Jack. Aber ich hatte dich damals schon längst durchschaut. Hinter dieser impulsiven, pöbelnden und oftmals ziemlich zickigen Fassade verbirgt sich eine äußerst sensible und schüchterne Frau, die in ihrer Kindheit eine Menge schlimmer Dinge durchgemacht hat. Und tief in deinem Inneren sehnst du dich nach Ruhe, Stabilität und Geborgenheit.“ Jack fiel fassungslos die Kinnlade herunter. Dann verengten sich ihre Augen und um ihre Hände herum knisterte ihre Biotik. „Genau das meinte ich“, sagte Kelly ruhig. Jack berührte sanft den Arm seiner Freundin. „Du....du....wie hast du uns eigentlich gefunden?“, fragte die tätowierte Frau immer noch um Beherrschung bemüht. „Da habe ich ein wenig nachgeholfen“, sagte meine Frau von oben. Zusammen mir Liara kam sie gerade die Treppe herunter. Ich beobachte sie genau. „Alles in Ordnung?“, flüstere ich in ihr Ohr, als wir uns umarmten. „Ja“, flüsterte sie zurück. „Jetzt wieder.“ Ich schaute ihr fragend in die Augen. „Die Kopfschmerzen“, sagte sie leise. „Hat mich wohl schlimmer erwischt, als dich. Liara sagt, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass ich mich sozusagen zischen den Verschmelzungsprozess gedrängt habe.“

Sie zog die Stirn kraus. „Und ich würde es immer wieder tun. Ich lasse meinen Mann doch nicht mit einer.......“ Wir sahen uns um. Plötzlich war es ziemlich still in unserem Haus geworden. Sämtliche Gäste hingen uns ganz ungeniert und neugierig an den Lippen. „Was?“, fragte ich gereizt. „Kann der Captain nicht einmal in seinen eigenen vier Wänden ungestört mit seiner Frau reden?“ „Ich kann Lippen lesen“, sagte Edi in die Stille hinein. Jeff schlug sich gegen die Stirn. Er wäre in diesem Augenblick wohl gerne mit Edi an einem anderen Ort gewesen. „Unterstehe dich“, drohte ich der künstlichen Frau und Angel seufzte belustigt. Ich hob resignierend die Schulter. „Garrus, mein Freund. Du weiß ja, wo der Alkohol steht. Ich geb einen aus.“ Die Menge jubelte und der Turianer machte sich erleichtert an die Arbeit. Dieser Kelch war zum Glück an ihm vorüber gegangen! Jemand stieß mich von der Seite her an. „Ich werde noch hinter euer kleines schmutziges Geheimnis kommen“, sagte Jack grinsend. Sie richtete einen vernichtenden Blick gegen Kelly Chambers, drehte sich um und marschierte in die Küche zurück. Mein ehemaliger Yeoman schüttelte den Kopf. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass sie deine Halbschwester sein soll.“  „Ich auch noch nicht so ganz.“, antwortete ich bissig. Dann wandte ich mich wieder meiner Frau zu. „Wie hast du sie gefunden?“ Angel lächelte mich unschuldig an. „Ich habe ganz zufällig deine verschlüsselten Nachrichten an sie gefunden.“ „Rein zufällig“, erwiderte ich amüsiert. Sie zuckte mit der Schulter. „Naja...ich bin die Listen der aktiven und ehemaligen Crewmitglieder der Normandy durchgegangen.....und da bin ich eben über Kelly und euren Schriftwechsel gestolpert. Du hast ihr geholfen unterzutauchen. Laut Geheimdienstberichten waren auf sie und andere ehemaligen Cerberusmitglieder, die die Seite gewechselt hatten, Agenten angesetzt, die sie töten sollten.“ Angel seufzte und blickte mir tief in die Augen. „Und ja...ich gebe es zu.....ich war ein wenig neugierig. Noch eine Frau, die in deinem Leben eine Rolle gespielt hatte. Es war nicht gerade leicht sie zu finden......das kannst du mir glauben.“ Kelly berührte meine Frau sanft am Arm. „Du musst dich nicht weiter rechtfertigen. Ich wusste schon längst, dass Comm....Captain Shepard mit dir verheiratet ist.“ Sie lächelte mich an. „Ich war zwar untergetaucht, aber immer auf dem Laufenden was die Crew betraf. Die Erde mag zwar verwüstet worden sein und ihre Bewohner mit den Folgen schwer zu kämpfen haben, aber gegen ihre Begeisterung für Klatsch und Tratsch....für ein bisschen Abwechslung von ihrem schweren Alltag, dagegen ist kein Kraut gewachsen.“

Ich stöhnte. „Das hatten wir auch schon festgestellt!“ Kellys Lächeln wurde noch eine Spur weicher. „Außerdem habe ich längst den Mann meiner Träume gefunden. Wir sind jetzt seid gut einem halben Jahr verheiratet. Die Zeremonie fand aus naheliegenden Gründen im Geheimen statt und bestand nur aus meinem Mann, einer Freundin und mir, aber für mich war es trotzdem der schönste Moment in meinem Leben.“ Die schwarzhaarige Frau stockte und lächelte in sich hinein. „Wenn ich es mir recht überlege, dann war es wohl eher der zweit schönste Moment. Der schönste Moment war, als ich Shepards Gesicht durch das durchsichtige Stasefeld meines albtraumhaften Gefängnisses gesehen habe und er mich und die anderen Gefangenen aus diesen abscheulichen Kollektorenkapseln befreit hatte.“ Sie blickte uns verschwörerisch an. „Sag das aber bitte nicht meinem Mann.“ „Hey....Fischflüsterin.....wir waren auch dabei und haben eure Ärsche gerettet!“ Kelly lächelte dankbar und aus ihren Augen rollten die ersten Tränen. „Dafür werde ich dir und den anderen auch mein ganzes Leben lang dankbar sein, Jack.“  Die kahlköpfige Frau blickte sie stumm an, dann winkte sie ab. „Vergiss es einfach. Kein Grund sentimental zu werden“, erwiderte sie und wischte sich dann schnell ein paar eigene Tränen ab.  Wir starrten Jack überrascht an. „Ich habe etwas ins Auge gekriegt“, sagte sie ärgerlich, aber nicht sehr überzeugend. Kelly stürmte auf sie zu und umarmte meine überraschte Halb-Schwester. Diese umarmte schließlich ebenfalls meine ehemalige Yeoman. Doch dann befreite sich Jack energisch aus ihrer Umarmung. „Das reicht jetzt aber! Was sollen die Leute sonst über mich denken!“ „Verstehe“, schniefte Kerlly. „Trotzdem danke.“ Ich schüttelte den Kopf. Diese Bilder würde ich wohl mein Lebtag nicht mehr vergessen! Gleichzeitig kamen allerdings auch wieder die Bilder unser selbstmörderischen Mission auf der Kollektorenbasis wieder hoch. Diese Bilder würde ich leider auch nie mehr vergessen! Ich betrachtete schnell meine Frau und die schrecklichen Bilder begannen langsam wieder zu verblassen. Ich würde immer wieder so handeln und diese Basis in die Luft jagen!

Ich schaute in die Runde und sah überall betrübte Gesichter. Diese Selbstmordmission war nach den Kämpfen gegen die Reaper mit das Schlimmste, was meiner Stammcrew und meinen restlichen Untergebenen je passiert war. Diese Bilder würden wohl noch auf Jahre hinweg für den einen oder anderen Albtraum sorgen. Und jeder ging anders mit dem Geschehenen um. Andererseits konnte ich zufrieden feststellen, dass unsere Gemeinschaft dadurch enger zusammengerückt war und jeder durch den anderen getragen wurde, wenn es ihm mal schlecht ging. Ich stand zwischen Angel und Liara und aus einem plötzlichem Impuls heraus, nahm ich beide in den Arm und küsste sie auf die Wange. „Oh...womit habe ich das den verdient?“, fragte die Asari verwirrt. „Nur so...einfach nur so...“, erwiderte ich zufrieden. „Aha.“ Angel legte ihren Kopf an meine Schulter. „Ich dich auch mein Schatz.“ Liaras Gesicht hellte sich auf. „Verstehe“ Sie legte jetzt ebenfalls ihren Kopf an meine linke Schulter. „Ich dich auch, Logan.“ Garrus nickte mir zu und hob sein Glas mit turianischen Brandy. „Auf uns, mein Freund“, entgegnete ich lächelnd. Nach und nach erhoben alle anderen Crewmitglieder und Angehörigen ihre Tassen und Gläser. „Auf uns und unseren Captain, der nie an uns gezweifelt...der uns nie aufgegeben hat! Auf Captain Logan Shepard!“, rief Ashley und salutierte. Meine Crew salutierte vor mir und ich grüßte sie zurück. Plötzlich stand Tali in der Tür und blickte uns verwirrt entgegen. Sie trug einen quarianischen Umweltanzug nebst Helm auf ihrem Arm. „Was ist denn hier los? Habe ich irgendwas nicht mitbekommen?“ Garrus drückte seiner Freundin ein Glas in die Hand. „Alles bestens, meine quarianische Feinmechanikerin.“ Tali errötete ein wenig. „Ich glaube das geht niemanden etwas an“, nuschelte sie Garrus zu. Wir lachten. Ich ließ meine beiden Frauen los und nahm den Umweltanzug, den Tali mittlerweile auf einen kleinen Tisch im Wohnzimmer abgelegt hatte, in Augenschein. „Der ist für die Raloi?“ Die Quarianerin nickte stolz. „Du wirst keinen besseren Umweltanzug finden, der innerhalb so kurzer Zeit für die Bedürfnisse einer Raloi umgearbeitet worden ist.“ Ich grinste. „Etwas anderes hatte ich von dir auch nicht erwartet.“ Sie errötete erneut. „Danke.“ „Apropos Raloi!“, platze Jack in unser Gespräch hinein. „Wir wissen immer noch nicht, was du mit der Raloi bis jetzt besprochen hast.“ Ich seufzte und fing an zu erzählen. Allerdings war mein Bericht schon nach ca. 10 Minuten beendet. „Das war alles?“, fragte meine Halb-Schwester enttäuscht.

Ich stöhnte. „Wenn ihr mich nicht alle von der Arbeit abhalten würdet, dann hätte ich vielleicht schon viel mehr zu berichten!“ Jack zeigte mir ihren Mittelfinger. „Du mich auch, Jacqueline!“, sagte ich. Jack hasste diesen Namen und ich wusste das! Bevor mir die tätowierte Frau noch irgendetwas biotisch an den Kopf schmeißen konnte, nahm ich den Umweltanzug an mich, winkte Tali zu und marschierte zusammen mit der Quarianerin aus unserer Blockhütte. „Du wirst ihr beim Anlegen behilflich sein.“ Tali nickte. Zusammen erreichten wir den Zugang zu den unterirdischen Anlagen unter dem See. Aus dem Augenwinkel registrierte ich, dass die Landeplattform in der Mitte des Sees ausgefahren war. Wir erreichten die Quarantänestation in der Miranda und Dr. Chakwas nach wie vor  ihren Dienst verrichteten. „Ihr glaubt gar nicht, was bei mir zu hause los ist?“, sagte ich zur Begrüßung. „Kelly Chambers ist wieder da“, entgegnete Miranda mit einem triumphierenden Grinsen. „Woher wisst ihr das?“, fragte ich erstaunt. „Die Kolonie ist klein, Logan“, antwortete Karin. „Und der Buschfunk groß!“ Ich stöhnte. „Das hätte ich mir ja denken können!“ Tali war in der Zwischenzeit an das Beobachtungsfenster herangetreten und starrte auf die Raloi. „Was für ein faszinierendes und gleichzeitig geheimnisvolles Wesen“, sinnierte sie. Ich klopfte ihr auf die Schulter. „Und du hast die Ehre ihr in den Anzug zu helfen.“ Sie sah mich fragend an. Ich winkte ab. „Nein, nein! Geh du mal alleine.“ Tali blickte mich spöttisch an und begab sich in den Schleusenbereich. Den Umweltanzug legte sie vorher in ein Extrafach für Gegenstände. Nach dem Dekontaminationsprozess öffnete sich die innere Schleuse und die Quarianerin betrat vorsichtig den Raum. Die Aviani drehte sich nach ihr um und hielt erstaunt inne. „Eine Quarianerin“, sagte sie begeistert und stürmte auf Tali zu. Medea betrachtete sie von allen Seiten. „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ihr Quarianer es einmal wieder  schaffen würdet, auf eure Umweltanzüge zu verzichten.“

„D...das Mittel hält noch nicht sehr lange an“, stotterte Tali völlig überrumpelt. Die Raloi nickte. „Immerhin ein Anfang“, erwiderte sie lächelnd.  Die Quarianerin drehte sich um und holte den dekontaminierten Umweltanzug aus seinem Fach. „Ich..ich soll ihnen helfen den Umweltanzug richtig anzulegen.“ „Danke sehr.“ Tali drehte sich zur Beobachtungsscheibe herum. „Worauf wartet sie?“, murmelte ich. Karin stieß mich an. „Auch wenn du uns fast alle schon einmal nackt gesehen hast, heißt das noch lange nicht, dass du unseren Gast auch nackt sehen darfst!“ Miranda kicherte und ich drehte mich grummeln um. „Weiber“, fluchte ich leise. Nach einer Weile klopfte es am Glas. „Du kannst dich wieder umdrehen“, sagte Miranda amüsiert. Ich warf ihr und Karin einen finsteren Blick zu und drehte mich dann um. An der Scheibe stand die in den Umweltanzug eingehüllte Aviani und winkte uns zu. „Perfekt“, murmelte ich. Wenige Minuten später stand ich an der Schleuse und holte unseren Gast persönlich ab. Medea sah sich interessiert um. „So sieht es also hinter dem Glas aus“, sagte sie und zwinkerte mir zu. Ich deutete auf Miranda und Dr. Chakwas, die mir gespannt gefolgt waren. „Das sind....“ „...Miranda und Dr. Chakwas“, vollendete die Raloi meinen Satz. Ich nickte beeindruck. „Genau.“ „Es ist schön sie einmal persönlich vor mir zu sehen.“ Die beiden Frauen umringten Medea. Währenddessen trat Tali aus der Schleuse und tippte mich an. „Ich hab hier unten noch etwas zu erledigen. Ich stoße später zu euch.“ Ich nickte und die Quarianerin marschierte zum Ausgang. Die Raloi blickte mich fragend an. „Tali kommt nach“, erklärte ich kurz. Die Aviani nickte. „Die Quarianer sind ganz bezaubernde Wesen.“ Ich lächelte und wies in Richtung Ausgang. „Wollen wir?“ „Unbedingt“, erwiderte Medea und schloss sich mir an. Miranda und Karin folgten uns im geringen Abstand. „Ihr habt große Probleme?“, fragte die Raloi plötzlich. Ich nickte. „Ja.“, antwortete ich uns seufzte. „Um es kurz zu machen.....es sind Ereignisse eingetreten, die zur Deaktivierung und teilweisen Zerstörung der Portale beigetragen haben. Ohne diese Portale können wir aber nicht mit den anderen Welten außerhalb dieses Sonnensystems Kontakt aufnehmen...geschweige denn dorthin fliegen. Es ist uns also zur Zeit unmöglich zu sagen, wie es auf den Heimatplaneten der jeweiligen Spezies aussieht, die uns aktiv oder passiv unterstützt haben.“ Ich blickte sie an. „Aus diesem Grunde ist es uns auch nicht möglich dich wieder nach Turvess zu bringen. Tut mir sehr Leid.“

Medea blickte mich einen Augenblick lang prüfend an, dann lächelte sie. „Für jedes Problem gibt es eine Lösung, Shepard“, erwiderte sie prophetisch. Ich zuckte mit der Schulter. „Schön wärs. Unsere Wissenschaftler arbeiten schon mit Hochdruck an diesem Problem, aber zur Zeit haben sie noch keine Lösung gefunden.“ Wir durchquerten die Ausgangszone und traten ans Licht. Nur nebenbei bemerkte ich noch, dass die Landeplattform in der Mitte des Sees immer noch nicht heruntergefahren war. „Eigenartig“, dachte ich. „Und das ist noch nicht unser ganzes Problem“, fuhr ich fort. „Wie schaffen wir es von der Erde aus die anderen Portale zu reaktivieren? Denn ohne aktiviertes Gegenportal können wir keine Distanzflüge unternehmen.“ Die Aviani nickte. „Verstehe.“ Ich schaute sie überrascht an. „Ehrlich?“ „Ehrlich“, erwiderte sie kichernd. „Die Portale sind...wie sagt ihr dazu...wie Kerzen. Wenn sie ausgeblasen wurden, dann müsst ihr sie einfach wieder anzünden.“ Ich blickte sie skeptisch an. „Und das soll alles sein?“ Sie nickte. „Und was ist mit den anderen Portalen?“, fragte ich sie. „Die Portale verhalten sich wie Dominosteine?“ „Dominosteine?“, fragte ich verwirrt. „Dominosteine“, beharrte Medea. „Ein kleiner Schubs genügt. Und schon entzünden sich nach und nach die anderen Portale.“ „Was mag das wohl für ein gewaltiger Schubs sein?“, überlegte ich laut. Die Raloi lachte. Plötzlich ertönten die Alarmsirenen. Flugabwehrbatterien schoben sich aus ihren unterirdischen Verstecken und richteten sich auf einen noch unsichtbaren Feind aus. Ich erstarrte. Dann blickte ich alarmiert zu Miranda und Karin zurück. „Bringt sie in Sicherheit! Schnell!“ Sie nickten, nahmen die Aviani zwischen sich und rannten zurück zum Bunkereingang. „Und bleibt bei ihr!“,rief ich ihnen hinterher. „Was zum Teufel geht hier vor?“, fluchte ich. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich ja noch nicht ahnen, dass uns das letzte Gefecht bevor stand!
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