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L.S.C. - Logan Shepard Chronicles: Geschichten aus dem Mass Effect Paralleluniversum. "Auf der Erde gestrandet"

GeschichteSci-Fi / P18 / Gen
Commander Shepard Doctor Chakwas Garrus "Archangel" Vakarian Jack "Subject Zero" Liara T'Soni Tali'Zorah vas Normandy
23.08.2012
03.07.2016
90
226.139
7
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23.08.2012 3.699
 
Ich war jetzt seit vier Wochen im „Spezial-Feldlazarett der Vereinigten Erd-Verteidigungs-Streitkräfte“, welches man außerhalb von New London aufgestellt hatte. Meine Crew kümmerte sich rührend um mich. Selbst Jack kam ab und zu vorbei um zu sehen, wie es mir ging. Heute war Dr. Chakwas an der Reihe, mich zu „bespaßen“.
„Na Logan...wie sieht es aus? Kleiner Spaziergang, damit du wieder zu Kräften kommst?“, fragte sie mich gut gelaunt. „Warum nicht“, brummte ich. „Ein bischen Abwechslung kann nicht schaden.“ Voller Elan schwang ich mich aus dem Medo-Bett, dass in meinem eigenen Zelt stand. „Aaah.......Scheiße!“, fluchte ich und verzog das Gesicht. Karin sah mich besorgt an. „Schmerzen?“ „Nur wenn ich lache!“, erwiderte ich grimmig. Ich sah auch wirklich noch zum Fürchten aus. Mein Kopf war bandagiert, das Gesicht grün und blau geschwollen. Von den zahlreichen Blutergüssen am Körper ganz zu schweigen. Ich fühlte mich, als hätte mich ein Mako bei voller Fahrt gerammt. Ich humpelte um das Bett herum und hakte mich bei Dr. Chakwas ein. Gemeinsam verließen wir langsam das Zelt und gingen durch die kleine Zeltstadt spazieren. Es herrschte immer noch ein geschäftiges hin und her. Plötzlich hörte ich eine mir bekannte Stimme. „Karin..halte mal kurz an.“ Ich lauschte. Nichts! Ich musste mich wohl getäuscht haben. „Was ist denn?“, fragte sie. Ich schüttelte den Kopf. Ich wollte gerade weitergehen, als ich die Stimme erneut hörte. „Das kann doch nicht sein? Hier? Nach so langer Zeit?“, flüsterte ich. Ich machte mich von Dr. Chakwas los und humpelte in die Richtung, aus der ich die Stimme gehört hatte. „Logan, was ist los?“, fragte mich Karin besorgt und kam hinter mir her. Ich bog um eine Ecke und blieb wie vom Blitz getroffen stehen.

In fünf Meter Entfernung stand eine junge, rothaarige Frau und hielt ein Datenpad in den Händen. Ihr Gesicht war voller Ruß und Blut. Auf der Stirn hatte sie ein großes Pflaster kleben. Ihre Kleidung war verdreckt und an einigen Stellen zerrissen. Sie sprach mit einem Mann, der neben ihr Stand. Ihre Haare sind jetzt länger, dachte ich. „Aber das kann einfach nicht sein.“, flüsterte ich tief getroffen.

Ein Film aus meiner Jugend lief vor meinen Augen ab: Angel! Mit vierzehn Jahren. Sie stand vor unserer Blockhütte und grinste mich frech an. Ihre kurzen, roten Haare standen ihr wirr zu allen Seiten. Sie war ein richtiger Wildfang und ich gerade fünfzehn Jahre alt geworden. Es war das erste Mal, dass meine Eltern zusammen Urlaub bekommen hatten. Meine Mutter war Captain bei den Raumverbänden und mein Vater beim ADS - Allianz Defense Service. Dem militärischen Geheimdienst der Allianz. Sie hatten sechs Monate Landurlaub erhalten und sich auf der Erde eine Blockhütte an einem schönen See, tief im Wald, gemietet. Am Anfang war es ziemlich langweilig für mich. Bis.......ja bis Angel auf der Bühne erschien. Sie wohnte im angrenzenden Dorf und brachte mir vieles bei: Das Besteigen eines Baumes, das Bauen eines Unterschlupfs aus Holz, das Feuer machen mit Stöcken oder das Schwimmen. Tja, wer nur auf Raumschiffen oder Raumstationen lebte, der hatte nicht so viele Gelegenheiten schwimmen zu lernen. „Du kannst wirklich nicht Schwimmen?“, fragte sie mich eines Tages ungläubig. „Na los...ich bringe es dir bei!“ Ich erschauerte jedes mal, wenn sie ihre Hände unter meine Brust legte, um mich bei meinen ersten Schwimmversuchen zu unterstützen. Auch erinnerte ich mich noch gut an den ersten, zaghaften Kuss, den sie mir gegeben hatte. Der Landgang meiner Eltern war leider viel zu schnell vorbei und so kauften wir zwei elektronische Plaketten, die, wenn man sie zusammen hielt, miteinander verschmolzen und einen Satz bildeten: „Für immer zusammen“. Der Tag unserer Abreise war der traurigste Tag meines bisherigen Lebens. Wir weinten, ich küsste sie und versprach ihr, mich zu melden. Das war jetzt so ca. fünfzehn Jahre her und ich konnte sie die ganze Zeit über nicht vergessen. - Die Bilder verblassten wieder.

Die junge Frau sah von ihrem Pad auf und schaute in meine Richtung - genau in mein Gesicht. Sie stutzte...überlegte. Dann erhellte sich ihre Miene und sie rammte das Pad dem Mann vor die Brust. „Logaaan!“ Sie rannte auf mich zu und umarmte mich stürmisch. „Uff!“, schnaufte ich schmerzerfüllt. „Entschuldigung!“, erwiderte sie und ging ein Stück zurück. Sie musterte mich und ich blickte in ihre wunderschönen, grünen Augen, die vor Energie blitzen. „Gut siehst du aus!“, meinte sie spöttisch. „Und .....du bist....wunderschön....Angel! Deine langen Haare......gefallen mir.“, stammelte ich. „Wer ist der Mann da? Dein Ehemann...Freund?“ Sie blickte irritiert zurück. „Nein, dass ist mein Assistent. Ich bin nicht verheiratet und habe zur Zeit auch keinen Freund!“, erwiderte sie bissig. „Und du?“ „Nein, das Selbe“, stotterte ich kleinlaut. Ich hatte gar kein Recht eifersüchtig zu sein. Verlegen drehte ich mich zu Dr. Chakwas um. „Karin, darf ich vorstellen...Angel.“ „Dr. Angelica Gérôme“, verbesserte mich Angel. „Leiterin vom Katastrophenschutz Nord.“ „Dr. Karin Chakwas, Ärztin und Anstands-Dame von dem da.“, antwortete sie und deutete spöttisch auf mich. Die beiden Frauen gaben sich die Hand. Ich sah von Karin zurück zu Angel. Dr. Chakwas räusperte sich. „Ich bin dann mal nach einen anderen Patienten schauen. War schön, sie kennengelernt zu haben, Dr. Gérôme.“ Karin verschwand zwischen den Zelten und Angel blickte wieder zu mir. Ich hatte sie die ganze Zeit weiter angestarrt. Sie wurde unvermittelt wütend und pieckste mit ihrem Finger in meine Seite. „Weißt du eigentlich wie lange ich auf ein Lebenszeichen von dir gewartet habe, du blöder Kerl!“ Ihr liefen die Tränen über die verschmutzen Wangen und ich nahm sie in den Arm. Sie weinte an meiner Schulter und hielt mich fest umschlungen. Plötzlich stieß sie mich von sich fort. „Und jetzt stehst du hier vor mir! Ein Held, mit verbeultem Gesicht, der mitgeholfen hat, die Erde zu retten!“ „Ich war die ganze Zeit auf Raumschiffen und Raumstationen.“ „Und da gab es keine Kommverbindungen?!“, blaffte sie mich an. „Wohin hätte ich mich denn verbinden lassen sollen? Ich wusste ja noch nicht einmal, wo du wohnst.“, erwiderte ich geknickt. „Ich wohnte die ganze Zeit in dem kleinen Dorf am See! Später habe ich sogar die Blockhütte gekauft, die deine Eltern gemietet hatten. Damit du immer weißt, wo du mich finden kannst!“ Ihre Augen blitzten wütend und ich senkte voller Scham meinen Kopf. „Aber der Herr war ja damit beschäftigt die Galaxie zu retten!“ Das war jetzt unfair, aber eigentlich hatte sie ja recht. Ich hatte sie nicht angerufen, weil ich sie so sehr vermisste. Wenn ich sie im Komm gesehen hätte, wäre mein Wunsch sie persönlich zu sehen, viel zu groß geworden. Und ich konnte damals nicht zur Erde zurück. Das alles roch nach einer ziemlich schwachen Ausrede. Und das Schlimme...ich wusste das auch.

Ich hielt noch immer meinen Kopf gesenkt. „Ich liebe dich!“ Sie blickte mich verblüfft an. „Was hast du gesagt?“ Sie stach mir schmerzvoll mit dem Finger in die Brust. Ich schaute ihr direkt in die Augen. „Ich Liebe Dich!“ Sie starrte mich mehrere Sekunden lang fassungslos an. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten und öffneten sich wieder. Schließlich wurde ihre Miene weich und ihr kamen erneut die Tränen. „Ich Liebe Dich auch, du dummer Kerl!“ Unsere Gesichter näherten sich, die Lippen fanden automatisch zueinander und wir küssten uns innig. Wir ließen voneinander los und Angel blickte mir in die Augen. „Und da musste nun fast die ganze Welt untergehen, bevor du wieder zu mir findest?! Da hast du dir wirklich einen tollen Zeitpunkt ausgesucht, Commander!“ Ich lächelte sie an und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht. Leider verschmierte ich nur noch alles. Sie sah mich an. „Du bist ebenfalls dreckig.“ Ich zuckte mit den Schultern. „C’est la vie!“ Wir küssten uns erneut.

„Soll ich dir ein bischen meine Arbeit zeigen, wenn du noch kannst?! Hinterher fahre ich dich zu deiner......zu meiner Blockhütte. Dort kannst du mir dann mehr von dir erzählen.“ Ich wollte nichts lieber als das und rief mithilfe des Multitools Karin an. Wir erzählten ihr von unseren Plänen. „Wenn Dr. Gérôme verspricht, dich morgen wieder hier abzuliefern, habe ich keine Einwände.“ Ich grinste Angel an. „Alles klar.“ Gemeinsam gingen wir zu ihren Assistenten, der uns die ganze Zeit interessiert beobachtet hatte. „Alan, Commander Shepard. Commander Shepard, Alan“ Ich schüttelte seine Hand. „Es ist mir eine große Ehre, sie kennenlernen zu dürfen!“ „Ganz meinerseits!“ Angel stand ungeduldig neben mir. „Der Held ist morgen auch noch da, Alan! Für heute übernehmen sie die Leitung!“ Sie gab ihm das Pad zurück. „Aber Dr. Gérôme?“ „Kein aber, Alan. Ich bin heute für niemanden mehr zu sprechen.“ Wie ließen ihren überforderten Assistenten stehen. „Durchsetzungsstark warst du ja schon immer.“, sagte ich bewundernd. „Ich weiß was ich will.“, antwortete sie energisch. „Und im Augenblick will ich mit dir alleine sein!“ Ich hob eine Augenbraue. Wir gingen zu ihrem privaten Gleiter und flogen in Richtung London. Ich erschrak sehr, als ich die Verwüstungen sah und wurde sehr wütend. Angel erklärte mir im ruhigen und sachlichen Ton ihre Arbeit. Wir flogen durch verschiedene Stadtteile Londons. Das Riesenrad war in die Themse gestürzt und der Big Ben existierte nicht mehr. „Wenn du das Ganze nicht so nah an dich heran lässt, dann schaffst du es vielleicht, nicht wahnsinnig zu werden.“, erklärte sie mir und ich konnte ihr nur recht geben.

Schließlich flogen wir aus der Stadt heraus aufs Land. Hier wurden die Zerstörungen weniger. Wir erreichten das kleine Dorf und bogen in Richtung See ab. Vor der Blockhütte gab es jetzt einen Landeplatz und Angel senkte den Gleiter nach unten. Wir betraten Hand in Hand die Blockhütte und sofort stürmten die Erinnerungen auf mich ein. Ich lächelte und dachte an die schöne, ungezwungene und vor allem unbeschwerte Zeit zurück. Angel verschwand in der Küche und machte uns zwei Kaffee. Danach ging sie ins Bad, um zu duschen und sich etwas Neues anzuziehen.
Währenddessen betrat ich das große Wohnzimmer. An der Stirnseite stand noch immer der rustikale Kamin. Ich legte frisches Holz hinein und zündete es an. Ich stand auf und drehte mich um. Angel stand frisch geduscht und umgezogen mit zwei Tassen Kaffee in der Hand im Raum. Sie sah lächelnd auf das Feuer im Kamin und dann auf mich. Wow.....selbst mit Pflaster auf der Stirn sieht sie wunderschön aus, dachte ich benommen. Wir setzten uns auf ihre bequeme Couch und ich nahm ihr eine Tasse Kaffee aus der Hand. Ich nippte vorsichtig. „Hmmm, das ist mal ein guter Kaffee. Nicht das komische Gebräu, von dem unser Koch immer behauptet, dass es ebenfalls Kaffee wäre.“ Angel saß mir gegenüber und sah mich fragend an. „Wie....ach so...meine Geschichte.“ Sie nickte erwartungsvoll.

Und so erzählte ich ihr von meinen „Heldentaten“. Das mich der Citadelrat zum ersten menschlichen Spectre gemacht hatte. Von dem Kampf mit Saren und den Kollektoren. Von der protheanischen Technik usw.. Als ich ihr schließlich erzählte, wie die Normandy SR-1 von einem Reaper zerstört und ich aus dem Schiff gesogen wurde um fast in der Atmosphäre zu verglühen, hielt Angel sich vor Schreck eine Hand vor den Mund. Ihr kamen die Tränen, sie rutschte an meine Seite und legte ihren Kopf an meine Schulter. Ich erzählte ihr vom „Unbekannten“, Cerberus und von Miranda, die mich innerhalb von zwei Jahren wieder „zusammengeflickt“ hatte. „Dann bin ich ja jetzt ein Jahr älter, als du“, stellte sie erstaunt fest. „Ich stehe auf ältere Frauen“, behauptete ich grinsend. Angel schlug mit einen Kissen nach mir. „Darf ich jetzt weitererzählen?“, fragte ich spitz. „Oh Verzeihung großer Held! Bitte berichte weiter!“ Ich erzählte von dem Konflikt der Quarianer mit den Geth und ihrer Versöhnung. Und schließlich von dem großen Finale, wo wir in letzter Minute, unter großen Verlusten, doch noch gesiegt hatten.
Angel hatte die ganze Zeit nichts gesagt und streichelte mir jetzt vorsichtig über das Gesicht. Es war weit nach Mitternacht und ich hatte ihr im Groben mein ganzes Leben erzählt. Allerdings hatte die ganze Erzählerei mich müde gemacht. „Ich muss mal kurz die Augen zumachen.“ Sie nickte und gab mir einen Kuss. Ich schloss die Augen und war kurz danach fest eingeschlafen. Angel war aufgestanden, hatte mich richtig auf die Couch gebettet und eine Decke über mich gezogen. Sie setzte sich in einen gegenüberliegenden Sessel und schüttelte lächelnd den Kopf. Sie war nicht besonders gläubig, aber jetzt dankte sie Gott, dem Schicksal und Miranda dafür, dass Logan noch lebte und zu ihr zurückgekehrt war.
Am nächsten Morgen wachte ich erfrischt auf. Ich hatte im Schlaf die Decke von der Couch geworfen. Nun schielte ich zu Angel, die im Sessel schlief. Ich erhob mich leise stöhnend und stand von der Couch auf. Anschließend reckte ich meine steifen Glieder. Leider stieß ich dabei an den Couchtisch. Angel wachte von dem Geräusch auf und sah mich liebevoll an. „Guten Morgen, mein Held. Hast du gut auf der Couch geschlafen?“ Wie ein Murmeltier“, behauptete ich. Ich roch an mir und verzog das Gesicht. „Ich glaube, ich müsste mich mal frisch machen.“, sagte ich entschuldigend. Sie zeigte aufs Bad. „Bedien dich. Handtücher findest du ebenfalls dort .“ Ich zog noch vor Ort mein Oberteil aus.  „Bist ein hübsches Kerlchen geworden.“, erwiderte sie spitzbübisch. „Allerdings musst du noch etwas gegen deine blauen Flecken machen!“ „Hahaha...die Dame!“ Jetzt bemerkte sie meine Hälfte der Plakette, die an einer Kette um meinen Hals hing. „Du hast also deine Hälfte noch?“, fragte sie mich freudig überrascht. „Ja! Die ganze Zeit über!“ Sie ging zu einem Schreibtisch, der ebenfalls im großen Wohnzimmer stand. Neugierig folgte ich ihr und entdeckte auf diesem ein eingerahmtes Bild, das meine Eltern von uns damals aufgenommen hatten. Daneben stand ein ziemlich aktuelles Bild von mir. Ich starrte auf das Photo und Angel, die meinen Blick bemerkt hatte, sagte schüchtern: „Ich habe deine Karriere die ganzen Jahre über im Allianz-Net mitverfolgt. Naja...zumindest das, was das Militär freigegeben hat. Da habe ich auch dieses Photo gefunden und es ausgedruckt.“ Liebevoll streichelte sie über das Bild und an dessen Bilderrahmen war die zweite Hälfte der Plakette befestigt. Beschämt musste ich feststellen, dass Angel viel mehr an unserer kurze Jugendliebe festgehalten und geglaubt hatte, als ich. „Wie viele Beziehungen hast du schon gehabt?“, fragte ich sie leise. „Nicht viele. Außerdem haben sie alle nicht sehr lange gehalten. Vielleicht habe ich immer noch auf den Richtigen gewartet!“ Sie machte ihre Hälfte vom Rahmen ab, sah mir direkt in die Augen und hielt mir ihre Plakettenhälfte hin. Ich machte meine Hälfte von der Kette ab und hielt sie an die Schnittstelle der Anderen. Die beiden Plakettenhälften verschmolzen mit einem Zischen und es erschien dieser eine Satz: „Für immer zusammen“. Wir lächelten, fielen uns in die Arme und küssten uns. Angel löste sich von mir und verzog das Gesicht. „Du hast recht! Du musst wirklich dringend unter die Dusche!“ Ich grinste sie an. „Schon unterwegs!“

Ich ging ins Bad und zog mir dort noch die Hose und Unterhose aus. Schließlich stand ich nackt vor der Dusche. Angel, die um die Ecke lugte, um mich sehen zu können, pfiff begeistert. „Dein Hinterteil ist auch nicht zu verachten!“ „Passen sie bloß auf junge Frau, dass ich nicht gleich bei ihnen eine „Hintern-Kontrolle“ durchführe!“ Zehn Minuten später kam ich, mit einem Handtuch um die Hüften, aus dem Bad heraus. Ich schnüffelte. „Man riecht das gut! Du hast Frühstück gemacht?“ Angel, die Kleidung in der Hand hielt, nickte und musterte mich aufmerksam. „Du gefällst mir sehr, aber im Augenblick siehst du wirklich schlimm aus. Hast du große Schmerzen? Wenn du öfters zu mir in die Blockhütte kommen willst, sollten wir von Dr. Chakwas Medikamente und Verbandszeug mitnehmen.“ Ich nickte und schielte auf die Kleider. „Ach so ja...hier habe ich hoffentlich ein paar passende Klamotten für dich.“ „Von wem stammen die denn?“, fragte ich vorsichtig. „Hmmm....na ja.....also....das sind frische Kleider, die noch niemand getragen hat.“ Ich sah sie irritiert an. „Ich habe deine Größe aus den Videos heraus berechnet, die über dich im Allianz-Net zu sehen waren.“, platzte es aus ihr heraus. „Ich habe immer gehofft, dass du zu mir kommst....und dann....hätte ich die passende Kleidung für dich, wenn du......hier übernachtet hättest. Oh man...ich bin eine moderne und selbstbewusste Frau, aber in deiner Gegenwart werde ich wieder zu einem verliebten, pubertierenden Teenager!“ „Das haben mir schon etliche Frauen erzählt“, behauptete ich grinsend. In gespielter Entrüstung klatschte Angel mir die Kleidung an die Brust. „Hier, du Frauenheld, ich hoffe, sie passen!“ Mein Grinsen wurde noch breiter und als sie keine Anstalten machte sich um zudrehen, machte ich eine entsprechende Geste mit der Hand. „Der Herr ist auch noch schüchtern.“, erwiderte sie spöttisch und drehte sich um. Ich zog die neue Kleidung an und sie passte genau. Ich pfiff anerkennend. Währenddessen war Angel in die Küche gegangen und hatte sich an den Küchentisch gesetzt. Ich setzte mich ebenfalls an den Tisch und wedelte mit der Hand die Gerüche ein. „Hmm...herrlich!“ Ihre Augen funkelten amüsiert. Wir begannen zu essen.

Plötzlich hielt sie inne und sah mich nachdenklich an. „Es...fällt mich nicht leicht, das zu sagen, aber....es tut mir Leid, dass ich dich gestern so angefahren habe! Du und die Anderen, ihr seid für die Erde durch die Hölle gegangen und habt nebenbei noch die gesamte Galaxie gerettet. Das ist mehr, als ich jemals leisten werden kann.“ Sie senkte ihren Kopf. Im ersten Moment war ich ganz verdattert. Doch dann beugte ich mich über den Tisch, legte meine Hand unter ihr Kinn und hob ihren Kopf. Ich sah ihr tief in ihre schönen Augen. „Wo ist diese selbstbewusste, junge Frau geblieben, die ich gestern getroffen habe? Du, dein Team und die Anderen hier auf der Erde leisten großartige Arbeit, die sich nicht zu verstecken braucht! Und das, was ich durchgemacht habe, wünsche ich keinem Anderen. Du solltest also nicht einmal daran denken, etwas Ähnliches erleben zu wollen.“ Sie nickte. „Warum hast du dich nicht bei mir gemeldet?“, schluchzte sie. Ich kam um den Tisch herum und nahm sie in den Arm. Sie fing an zu weinen und ich versuchte ihr mein Verhalten zu erklären. „Du hast recht, es ist wirklich eine schwache Ausrede und ich verstehe es nicht.“, nuschelte sie an meiner Schulter. „Aber weißt du, was komisch ist?“ Sie rückte ein Stück von mir ab und lächelte zaghaft. „Auf der anderen Seite kann ich dich aber auch verstehen. Das ist verrückt, oder? Vielleicht hätte ich in deiner Situation auch so gehandelt.“ Ich lächelte sie verlegen an. „Das entschuldigt dein Verhalten trotzdem nicht du...du.....Mann!“, brauste sie auf. Ich zog sie zu mir heran und küsste sie. Sie wehrte sich. „Nein...Logan.....so geht ....das nicht!“ Ihr Widerstand erlahmte langsam. „Logan...du bist...unmöglich...hmmm!“ Ihre Küsse wurden jetzt intensiver, fordernder. Sie stieß mich von sich fort, nahm meine Hand und zog mich zur Treppe, hinauf in ihr Schlafzimmer. „Wenn du Pech hast, bekommst du gleich noch ein paar blaue Flecken mehr, mein Held!“

Wir lagen noch immer in Angels Bett. Sie kuschelte sich an meine Seite und grinste mich an. „Na du starker Mann? Alles gut überstanden?“ Ich grinste zurück und machte ein gespielt, entsetztes Gesicht. „Ich hoffe, Karin fallen die zusätzlichen, blauen Flecken nicht auf.“ Angel kicherte. „Du kannst ihr ja sagen, dass du gegen einen Nadelbaum gelaufen bist.“ „Haha...sehr witzig! Wie spät ist es eigentlich?“ Sie zeigte mir ihre Uhr. „Ach du sch.....ich komme zu spät zur Untersuchung! Kannst du mich bitte schnell ins Lazarett bringen?“ Angel murrte und reckelte sich lasziv. Ich sah sie flehend an. „Na guuut!“ Wir zogen uns in aller Eile an und ich stürmte die Treppe hinunter. Ich riss die Haustür auf und humpelte in Richtung Landeplatz. Dann verließ mich mein Glück und ich stolperte über eine Wurzel. Ich fiel der Länge nach auf den Boden. Zu allem Überfluss hatte es noch in der Nacht geregnet und dieser war jetzt ziemlich aufgeweicht. Angel, die mir etwas langsamer gefolgt war, kicherte. „Was machst du denn da? Prima Idee, jetzt kannst du sagen, deine zusätzlichen, blauen Flecken kommen von einem Sturz auf den Boden. Logan...alles in Ordnung?“ Ich stöhnte. „Damit könntest du sogar recht haben. Zu deiner anderen Frage: In meinem zweiten Beruf bin ich Geologe und ich wollte mir die Beschaffenheit dieses Bodens aus nächster Nähe angucken!“ „Im ernst, Logan?“ „Nein, natürlich nicht!“, knurrte ich. Plötzlich sah ich im Matsch eine größere, dicke Mutter liegen. Ich drehte sie zwischen meinen Fingern, rief mir Angels Finger ins Gedächtnis und hatte einen völlig bescheuerten Geistesblitz, mit dem es mir aber völlig ernst war. Ich richtete mich langsam auf. Meine schönen, neuen Sachen waren wieder dreckig und mein Gesicht war voller Schlamm. Ich drehte mich zu Angel um, ging vor ihr unter Schmerzen in die Knie und hielt ihr schließlich die Mutter hin. „Willst du mich heiraten?“ Angel blickte mich überrascht und völlig fassungslos an. Dann drehte sie sich um und ging in die Blockhütte. Ich schaute ihr irritiert nach. Sie kam mit einer Kamera zurück. „Was willst du denn damit?“ „Beweisphotos! Sonst glaubt mir doch keiner, dass ein völlig verdreckter Commander Logan Shepard, Held unzähliger Schlachten, einem unbekannten Mädchen vom Lande einen Heiratsantrag macht!“ Jetzt war es an mir, sie fassungslos anzustarren. Währenddessen machte sie in aller Ruhe ihre Bilder. „Und...was sagst du?“, fragte ich sie. Sie legte die Kamera zur Seite. „Ja....ich will!“ Sie sprang mich an und wir landeten zusammen wieder im Matsch. Wir lachten und küssten uns. Jetzt waren wir beide wieder völlig dreckig und benötigten eine Dusche. „Ich hoffe, du hast noch mehr Anziehsachen für mich?!“ Angel funkelte mich nur an. „Ich muss dringend Karin Bescheid sagen, dass ich später komme!“ Ich stand auf und half Angel hoch. Ich verband mich mit Dr. Chakwas, hatte aber leider vergessen, die Bildübertragung abzuschalten. „Logan..wie siehst du denn aus?“, fragte sie mich auch prompt. „Ich bin in den Matsch gefallen. Deshalb wird es auch ein bischen später, liebe Karin.“ Angel kicherte im Hintergrund. „Soso...in den Matsch gefallen“, erwiderte Dr. Chakwas skeptisch. „Halt Logan...so genau will ich das jetzt gar nicht wissen! Hauptsache, du kommst heute überhaupt noch an!“ Ich beendete das Gespräch und wir prusteten los. „Na komm Logan! Lass uns duschen, damit deine Frau Dr. Chakwas nicht noch länger auf dich warten muss!“ Angel zog mich ins Haus und wir duschten gemeinsam.
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