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Vampirjäger - Van Helsing

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
23.08.2012
14.12.2012
9
19.511
4
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6 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
23.08.2012 2.665
 
Sooo, wie versprochen, jetzt wird es etwas spannender ;) (ich hoffe zumindest, das es so ist ;D) Viel Spaß beim lesen :)
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Er öffnete die Augen. Die Sonne war untergegangen. Es war Zeit für ihn, aufzustehen und zu jagen. In welcher Gestalt? Hund? Fledermaus? Oder Gestaltenlos, wie Nebel?  Eigentlich war es egal, denn er bekam immer, was er wollte, und kein Opfer war vor ihm sicher. Doch vor der Jagd musste er Renfield einen Besuch abstatten. Er war ihm ein treuer Diener gewesen, jedoch wurde er gefährlich. Er wusste zu viel. Dracula spürte, dass sie bei ihm gewesen sein musste, er spürte die Erregung Renfields, als er sie erblickte. Der Vampir lächelte. Bald. Schon bald. Dann würde sie ihm gehören. Nicht mehr lang. Nein, nicht mehr lang. Er stieg aus dem Sarg und verschwand in der dunklen Nacht.


~ † ~


Catie bat ihn schon zum achten Mal an diesem Tag. „Ach bitte, Herr Professor. Nur für eine Stunde. Ist das mit dem Friedhof wirklich so ein Klischee?“ Zufrieden sah sie, wie Van Helsings Mundwinkel zuckten. „Nein, nicht direkt, doch Sie wissen sicher, dass Vampire sich in Särgen zur Ruhe legen. Wir können morgen auf den Friedhof gehen, wenn es Tag ist. Jetzt wird es schon in zwei Stunden dunkel.“ Die junge Frau verdrehte die Augen. „Meine Großmutter hätte aber heute Geburtstag gehabt, und die Nelken halten auch nicht mehr bis morgen.“ Der Professor seufzte. „Ich bin dagegen. Wenn Dracula nun doch in einer der Friedhofsgruften ruht, kann ich nicht für Ihre Sicherheit garantieren!“ Catie stemmte die Hände in die Hüfte. „Aber Professor, wenn Sie bei mir sind, wird mir schon nichts passieren!“ Van Helsing schloss die Augen. Catie betete, dass er aufgab. Dieser Tag war für sie wirklich wichtig, sie hatte ihre Großmutter sehr geliebt. „Na schön.“ Er nahm ihren Mantel von der Garderobe und half ihr hinein. „Dann aber jetzt sofort, bevor es ganz dunkel wird.“ Sie strahlte. „Vielen Dank, Professor!“

~ † ~


Sie hatte es geschafft. Sie hatte ihn überredet. Van Helsing staunte über sie und über sich selbst. Es war bisher erst einer Person je gelungen, ihn von seinen Plänen abzubringen... Er schüttelte den Kopf, um die dunklen Erinnerungen zu verjagen und setzte sich seinen Hut auf. Dann öffnete er Catrina die Tür. Sie hatte sich die langen Haare hochgesteckt und hielt mit beiden Händen einen Strauß Nelken umklammert.
Die Luft draußen war an diesem Abend noch kühler. Van Helsing wickelte seine Stola enger um die Schultern. Sie liefen schweigend nebeneinander her. Als dem Professor die Stille unangenehm wurde, räusperte er sich. „Sie... standen Ihrer Großmutter wohl sehr nahe?“, fragte er vorsichtig. Er wollte ihr nicht zu nahe treten. Vielleicht wollte sie ebenso wenig über eine geliebte, verstorbene Person reden, wie er über … „Ja, ich habe sie sehr geliebt. Ich gehe jede zweite Woche zu ihr auf den Friedhof. Am Anfang bin ich fast jeden Tag gegangen, doch dann habe ich gemerkt, dass es schwierig war, loszulassen. Sie ist vor fünf Jahren gestorben. Seitdem lege ich zu jedem Besuch Blumen auf ihr Grab. Nelken waren ihre Lieblingsblumen, weshalb ich diese Blumen immer zu ihrem Geburtstag besorge.“ Sie lächelte matt. „Es ist immer noch schwer. Aber immer, wenn ich dort bin, werde ich ruhig. Dann ist es für einen Moment gar nicht mehr so schlimm.“ Van Helsing spürte, wie sein Atem augenblicklich schneller ging. „Ich... verstehe Sie. Eine geliebte Person zu verlieren, hinterlässt oft tiefe Wunden.“ Er hoffte, nicht zu viel gesagt zu haben. Leider ging sie darauf ein. „Haben Sie auch jemanden verloren, der Ihnen nahe stand?“ Es widerstrebte ihm, sie anzulügen, aber er war noch nicht soweit, dass er darüber sprechen konnte. Instinktiv kratze er sich am linken Unterarm. „Als ich 16 war, ist mein Vater gestorben. Da ich älter als mein Bruder bin, war ich auf einmal das männliche Oberhaupt der Familie. Das war für mich zu dieser Zeit sehr schwer.“ Innerlich wurde ihm leichter ums Herz. Das war keine Lüge, sein Vater war wirklich früh gestorben. Darüber war er jedoch mittlerweile hinweg. Nein, ihm lag etwas anderes wie ein Pfund Steine auf dem Herzen.
„Oh, das tut mir leid.“ Er spürte ihre Hand auf seiner Schulter. Sanft nahm er sie wieder herunter und umschloss sie mit seinen Händen. „Das muss es nicht. Es ist schon sehr lange her.“ Er ließ sie wieder los, obwohl Catrinas Finger eiskalt waren. Er wollte nicht zu weit gehen. Den restlichen Weg schwiegen sie.

Als Catrina am Grab ihrer Großmutter niederkniete, blieb Van Helsing aus Rücksicht ein paar Schritte hinter ihr stehen. Seine Augen glitten wachsam über die Gräber. Er war vorsichtig. Und er war vorbereitet. Er hatte ein Kruzifix aus seinem Koffer geholt und hielt es in der rechten Hand. Sollte die Kreatur auftauchen, würde er nicht zögern, sie zu töten. Dies könnte die Chance sein, auf die er so lange gewartet hatte. Das Geräusch von Pferdehufen riss den Professor aus seinen Gedanken. Instinktiv hob er das Kruzifix auf Augenhöhe und suchte den dunkler werdenden Friedhof nach der Ursache der Geräusche ab. Im Licht einer Straßenlaterne sah er eine Droschke auf sich zureiten. Ein kurzer Blick zu Catrina sagte ihm, dass sie nichts mitbekam. Van Helsing wollte die Droschke schon wieder ignorieren, als er aus den Augenwinkeln sah, wie sie langsamer wurde und anhielt. Der Kutscher kam ihm vage bekannt vor. „Professor Van Helsing?“, rief er, als er vom Kutschbock hinunter sprang. Sein Name ließ Catrina den Kopf heben. „Mr. Oliver? Was machen Sie hier? Ist etwas mit Jack?“ Jetzt erinnerte er sich wieder. Der Mann war der Pfleger gewesen, der ihnen in Jacks Anstalt die Tür geöffnet hatte. „Ich bin Professor Van Helsing. Was gibt es, junger Mann?“ Zur Antwort hielt Mr. Oliver ihm einen Brief hin. „Den soll ich Ihnen geben. Dr. Seward sagte, ich solle es so schnell wie möglich machen.“ Misstrauisch sah der Professor ihn an. „Woher wussten Sie, wo Sie mich finden können?“ Der Mann deutete auf Catrina. „Der Doktor meinte, Sie wären mit ihr auf dem Friedhof, wegen ihrer Großmutter oder so.“ Bevor Van Helsing ihn für seine Taktlosigkeit tadeln konnte, deutete er wieder auf den Brief. „Bitte, Herr Professor, Dr. Seward sagte mir es sei sehr sehr wichtig!“ Mr. Oliver klang sehr besorgt. Van Helsing öffnete den Brief und fand eine hastig gekrakelte Nachricht vor:
Professor, kommen Sie schnell! Renfield hat Besuch. Vermutlich von Dracula. Versuche, ihn aufzuhalten, bis Sie kommen! Jack S.
„Ist er verrückt?!“ Der Professor gab den Brief an Catrina weiter. Während sie las, wurden ihre Augen immer größer. „Dracula ist bei Jack in der Anstalt? Um Himmels Willen, Professor! Das ist so gefährlich!“ Van Helsing biss sich auf die Lippe. „Ja, sehr gefährlich. Und ich muss ihm sofort helfen! Das Problem ist nur... Ich möchte Sie ungern mitnehmen. Wenn es tatsächlich Dracula ist, der in der Anstalt erschien, könnte das Ganze ungut für Sie ausgehen. Hierlassen möchte ich Sie jedoch ebenso wenig...“ Mr. Oliver hob sofort die Hände. „Mich brauchen Sie, um die Droschke zu fahren. Die Pferde laufen nur mit mir oder Dr. Seward. Tut mir Leid.“ Van Helsing schüttelte den Kopf. „Nein, keine Sorge.“ Er blickte Catrina an. „Meinen Sie, wenn ich Ihnen ein Kruzifix, Knoblauch und Weihwasser gebe, sind Sie gut geschützt?“ Sie zeigte auf ein paar Gräber. „Professor, hier sind überall Kruzifixe! Mir wird bestimmt nichts passieren.“ Sie lächelte ihn aufmunternd an, obwohl ihr doch leicht mulmig zumute war. Mit so einem schnellen Erscheinen Draculas hatte sie nicht gerechnet...um ehrlich zu sein hatte sie sogar daran gezweifelt, dass er jemals auftauchen würde.
Die Antwort des Professors schreckte sie aus den Gedanken. „In Ordnung... Mir ist zwar immernoch nicht wohl bei der Sache, aber sicher ist es besser, als wenn Sie in die Nähe von Dracula kommen.“ Er suchte ein Kruzifix, ein Fläschchen Weihwasser und eine Knoblauchzehe heraus und reichte sie ihr. „Ich versuche, so schnell wieder da zu sein wie ich kann.“ Er sah zum Himmel. „Meinen Sie, dass Sie wenn es dunkel wird den Weg nach Hause allein finden?“ Sie lachte. „Natürlich.“ Van Helsing nickte. „Gut, dann gehen Sie am besten nach Haus, wenn Sie zu Ende gebetet haben.“ Er wartete keine Antwort mehr ab. Rasch folgte er Mr. Oliver in die Droschke und fuhr los.

~ † ~


Als sie aus ihrem Sichtfeld verschwunden waren, kniete Catrina sich wieder an das Grab, legte Kruzifix und Knoblauch neben sich, steckte das Weihwasser in die Manteltasche und faltete die Hände. Still begann sie wieder zu beten. Oft hatte sie sogar den Eindruck, ihr höre jemand zu. Ob es nun ihre Großmutter, der heilige Vater oder nur der Friedhofsgärtner war, wusste sie allerdings nicht. Es war ihr auch egal. Sie betete für ihre Familie, für Jack und Lucy, für sich selbst und dieses Mal auch für Professor Van Helsing. Dieser Mann hatte so viel geopfert. Er machte sich so viel Mühe, um jemanden zu beschützen, den er nicht einmal kannte. Er schien bereit zu sein, bis auf den Tod gegen jemanden (oder etwas) zu kämpfen, was sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte. Ja, heute betete sie vor allem für den Professor.
Ein plötzliches Geräusch ließ sie aufschrecken. Schnell nahm sie das Kruzifix in die eine und den Knoblauch in die andere Hand. Als sie jedoch aufstand und sich einmal um die eigene Achse drehte sah sie, dass nur ein anderer Friedhofsbesucher eine Gießkanne fallen gelassen hatte. Etwas verwirrt kniete sie sich wieder hin. So verweilte sie für eine ganze Zeit, ohne zu merken, dass der Himmel sich immer weiter verdunkelte, und irgendwann nur noch der Mond und die kleine Straßenlaterne am Weg ihr Licht spendeten.

~ † ~


Es war eine Falle. Er hätte es wissen müssen. Van Helsing beugte sich über den toten Körper Renfields. Nein, da konnte er nichts mehr tun. Es wurde ganze Arbeit geleistet. Er wandte sich an Mr. Oliver. „Kommen Sie allein zurecht?“ Der Pfleger kniete auf dem Boden, er hatte Jack Seward die Hände auf den Rücken gedreht und drückte ihn auf den Boden. „Ich denke schon, Professor. Seine Augen haben wieder eine normale Farbe, er wird bestimmt gleich wieder normal...“ Der Professor nickte. „Ich muss wieder zum Friedhof... Wie komme ich am schnellsten dorthin?“ Mr. Oliver überlegte kurz. „Einen Moment.“ Er schrie: „CLAUDE!“ Ein weiterer Pfleger erschien. „Was ist de-?“ Er erblickte den toten Renfield und seinen auf dem Boden festgehaltenen Chef. Mr. Oliver stand auf. „Kümmer dich um Dr. Seward. Er hatte einen Anfall. Spritz ihm zur Not irgend etwas. Ich komme gleich wieder.“ Er erhob sich und deutete zur Tür. „Sie hatten es doch eilig?“ Van Helsing nickte. Er folgte dem Pfleger hinaus. Jetzt durften sie keine Zeit mehr verlieren! Hoffentlich kamen sie nicht zu spät.

~ † ~


Diesmal war es kein Geräusch, das Catie aufschrecken ließ. Es war diese vollkommene Stille. Ein leichter Windhauch ließ die losen Strähnen in ihrem Gesicht fliegen. Leise stand sie auf. Sie hatte das Gefühl, wenn sie zu laut war, würde sie etwas Schreckliches aufwecken. Vorsichtig nahm sie das Kruzifix und den Knoblauch wieder in die Hand. Sie unterdrückte einen Schrei, als plötzlich eine Fledermaus über ihren Kopf geflogen kam. Sie versuchte ihren Puls zu beruhigen. Fledermäuse … Als wenn dieser Vampir sich in … Nein, das war zu abwegig! Um sich selbst zu überzeugen, ging sie einmal um die alte Eiche herum, in deren Richtung die Fledermaus geflogen war. Plötzlich erstarrte sie. Es stand jemand hinter ihr, da war sie sicher. Sie schloss kurz die Augen und öffnete sie wieder. Das Holz des Kruzifixes bohrte sich in ihre Hand, doch sie hielt es nicht lockerer, aus Angst, es zu verlieren. Mit einem Ruck drehte sie sich um – und ließ vor Schreck die Sachen fallen, die ihr zum Schutz dienen sollten. Vor ihr stand ein Mann. Es war zweifellos der schönste Mann, den sie je gesehen hatte. Er war groß, viel größer als sie, und seine Haare waren hellbraun und kurz. Sein Gesicht war schmal, und etwas an diesem Gesicht ließ Catrinas Härchen im Nacken stehen. Es waren seine Augen. Sie waren nicht blau, wie die von Jack, und auch nicht braun, wie die von Van Helsing. Nein, sie waren blutrot. Und auch sein Mund sah anders aus. Da er lächelte, konnte sie seine Zähne sehen. Sie standen in perfekten Reihen aneinander, nur die Eckzähne stachen hervor. Sie waren spitz, wie die eines Wolfes. Es gab keinen Zweifel. Vor ihr stand der Vampir Graf Dracula.
Eigentlich wollte Catrina fliehen. Oder zumindest das Kruzifix und den Knoblauch aufheben. Doch sie konnte sich nicht rühren. Es schien ihr, als sei sie eingefroren, beim Anblick dieses Mannes. Nein, dieses Wesens. Ein Mensch war er keinesfalls.
„Guten Abend, meine Schönheit.“ Seine tiefe, wohlklingende Stimme jagte einen Schauer durch Caties ganzen Körper. Sie war unfähig zu reden. Tief in ihrem Inneren hatte sie Angst, sie wusste, dass dies ihre letzten Minuten sein konnten. Doch wirklich wahr haben wollte sie es nicht. Dracula kam näher. „Ich habe lange auf diesen Moment gewartet, Catrina.“ Er sprach perfekt englisch, es war nur ein kleiner Akzent heraus zu hören. Einen Meter vor ihr blieb er abrupt stehen und sah auf ihre Füße. Erst begriff Catie nicht, doch dann sah sie das Kruzifix dort liegen. Bevor sie sich aufhalten konnte, kickte sie es mit dem Fuß ein paar Meter hinter sich. Das gleiche tat sie mit dem Knoblauch. Jetzt lächelte Dracula wieder. „Îngerul meu, sângele dumneavoastră este un tribut, care îmi dă viață nemuritoare.“ Sie verstand nicht viel. Sie wusste nur, das „Înger“ Engel und „sângre“ Blut bedeutete. Und „viată nemuritoare“ bedeutete „unsterbliches Leben“. Über den Sinn dieser Worte dachte sie jedoch nicht mehr nach, denn jetzt hatte Dracula die Distanz zwischen ihnen überwunden und stand nun direkt vor ihr. Sanft legte er seine Hand an ihre Wange. Catie sah Bilder in ihrem Kopf, in denen er seine Lippen sanft auf ihre legte, und konnte diesen Moment kaum noch abwarten. Eine kleine Stimme in ihrem Unterbewusstsein schrie, sie sagte ihr, dass sie weglaufen sollte, doch Catie verstand sie nicht. Wieso sollte sie vor diesem wunderbaren Wesen fliehen? Tatsächlich senkte Dracula den Kopf, doch anstatt zu ihrem Mund, wanderten seine Lippen zu ihrem Hals. Sie erschauderte.  In dem Moment als er zubiss, strömten alle möglichen Emotionen durch ihren Körper. Begehren, Lust, Angst. Alles zur selben Zeit. Ihre Augen waren geschlossen, und ihr Mund war zu einem stummen Schrei geöffnet. Sie spürte, dass Dracula Blut von ihr trank. Schmerz fühlte sie jedoch nicht.
Ein Ruf holte sie aus ihrer Trance. Die Stimme rief ihren Namen. „Catrina! Nein!“ Sie öffnete die Augen und entdeckte Professor Van Helsing. In dem Augenblick, als sie in seine Augen sah, waren all die unwirklichen Emotionen in ihr verschwunden, und sie spürte nur noch eines: Todesangst. Der Vampir saugte immer mehr Blut aus ihr heraus. Bald würde sie keines mehr haben, und dann würde sie sterben. Auch sie schrie jetzt. „Aufhören!“ Doch Dracula hörte nicht auf. Im Gegenteil. Er schien den Professor nicht gehört zu haben, und klammerte sich förmlich an sie. „Weg von ihr, Kreatur!“ In dem Moment, als er diesen Satz rief, sah Catie etwas in Van Helsings Augen, was sie für einen Moment ihren eigenen Schmerz vergessen ließ: Sie sah blanken Hass.
Nun schien der Vampir ihn gehört zu haben. Er ließ von ihr ab, hielt sie jedoch weiterhin fest. „Du alter Narr! Hast du immer noch nicht aufgegeben?“ Seine Stimme klang höhnisch, beinahe belustigt. „Du kannst nichts mehr tun. Das Mädchen gehört mir!“ Van Helsing holte etwas aus seiner Manteltasche. „Oh nein! Ich beschütze sie!“ Er hob die Hand. Er hielt ein Kruzifix. Tatsächlich ließ Dracula die junge Frau los und hielt sich seine Hände schützend vor das Gesicht. „Teufel! Nimm das Ding weg!“ Catie nutzte seine kurze Schwäche und rannte los. Sie hatte jedoch kaum noch Kraft in den Beinen und fiel. Mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, zog sie sich in die Richtung, wo sie Van Helsing sprechen hörte. „Deine Zeit ist vorbei, Vampir!“ Auch Caties Arme gaben nun nach. Sie sah noch, wie der Professor auf sie zu lief, dann wurde alles schwarz.
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