Ametyst

GeschichteAllgemein / P18 Slash
23.08.2012
15.03.2019
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Dieses Kapitel
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Willkommen zu einem neuen Kapitel!
Ich hoffe, es sind noch Leser da, die gerne wissen wollen, wie es hier weiter geht.
Über eine Rückmeldung, die mich zum weiterschreiben motiviert, würde ich mich sehr freuen.



Der dunkle Wagen hielt neben der Rollbahn, auf der normalerweise Flugzeuge starteten oder landeten. Stille hatte sich über diesen Teil der Stadt gelegt und Dunkelheit ließ sie perfekt mit der Finsternis verschmelzen. Der großgewachsene Mann und die Blondhaarige Frau, stiegen aus, gingen mit den Koffern, die sie bei sich hatten, geradewegs auf eine der Start- und Landebahnen zu, blickten in die Stille der Nacht hinein.
Die Frau rieb ihre, in schwarze Handschuhe gehüllten Hände aneinander, aber nicht wegen Kälte, sondern aufgrund von Nervosität. Eigentlich hatte sie keinen Grund, nervös zu sein. Sie hatten schon mehrfach mit ihnen Kontakt gehabt, aber dennoch, konnte man sich bei ihrem Geschäft nie sicher sein.
Als ihr Begleiter aufblickte, tat sie es ihm gleich und beobachtete atemlos, wie ein Jet landete und sicher auf sie zu rollte. Als das Flugzeug schließlich stand, wurde die Türe geöffnet und eine Treppe herbeigebracht, wo ein Mann ausstieg, in Begleitung einer Frau, die ebenfalls noch sehr jung aussah.


„Habt ihr alles?“, hakte der Mann nach. Sein Gegenüber nickte.
„Hier.“ Er überreichte ihm die Koffer und der Fremde nahm sie an sich. Kurz warf er einen Blick hinein.
„Ihr wisst, was euch blüht, wenn ihr uns betrügt?“
„Das würden wir niemals.“
Sein Gegenüber lächelte leicht. „Das will ich auch hoffen. Ihr wärt nirgends sicher.“
„Ich weiß.“
Wortlos nahm er die Koffer an sich und verschwand wieder im Inneren des Flugzeuges, während die Frau ihnen einen Aktenkoffer reichte, den sie bei sich trug.
„Das ist die Vorzahlung. Wenn es wirklich diese Informationen sind und sie sie zum Ziel führen, so erhaltet ihr den Rest. Wenn nicht…“
Sie brauchte nicht weiter zu reden und die beiden anderen schluckten schwer.
„Als würden wir an so etwas denken. Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir zusammen arbeiten.“

Die Frau vor ihm, lachte leise. Doch es war ein Lachen, das ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ.
„Wie gesagt, ich rate es Euch nicht mit dem Gedanken zu spielen, uns, oder gar ihn, zu betrügen. Ansonsten, wäre es das letzte, was ihr jemals getan habt. Denn eines könnt ihr uns glauben: Wir, werden euch überall finden. Egal wo ihr euch auch verkriecht.“
Damit war auch für sie das Gespräch beendet und sie stieg zu dem Mann zurück in die Flugzeugkabine, wo sie sich auf einen der teuren Ledersitze nieder ließ und dann regungslos dabei zusah, wie sie die Türe wieder schlossen.
Wortlos lehnte sie sich in ihren Sitz zurück, während eine Stewardess ihr ein Getränk einschenkte und es ihr dann reichte. Genüsslich trank sie den starken Alkohol, bevor sie die Beine übereinander schlug und dann zu dem Mann in ihrer Runde, aufblickte.


„Meinst du, dass es die Information ist?“
„Ich hoffe es. Um ihrer und unser Willen“, gab er leise von sich, während der Jet bereits wieder beschleunigte und dann abhob. Sie sich wieder auf den Weg, nach Hause machten.
Die Koffer, die man ihnen gegeben hatte, immer im Blick habend.





Seto saß alleine in der Küche und starrte missmutig in seinen Kaffee. Er hatte keine Ahnung, warum Yugi gestern getan hatte, was er tat. Alles was er wusste war, dass es seit dem, schwierig zwischen ihnen wurde. Es war, als hätte sich ein Abgrund zwischen ihnen aufgetan, der immer größer wurde und tiefer. Der nicht zu überwinden war.  
Seto seufzte schwer und fuhr sich mit der Hand, durch sein Haar.
Musste er jetzt wieder von vorne anfangen? Er konnte nicht abstreiten, dass er es genossen hatte, was Yugi gestern mit ihm tat, aber das dieser nun wieder so sehr auf Abstand ging, war etwas, das ihn schlimmer verletzte, als eine Klinge es konnte.

Die ganze Nacht über hatte er sich den Kopf zerbrochen, wie es dazu kam. Warum. Wieso er immer das tat, was er tat. Klar, hatte er es genossen, aber er wollte, dass auch Yugi es genoss – und danach, hatte es gestern für ihn, nicht wirklich ausgesehen. Also? Was sollte er nun tun? Erneut nahm er sich einen Schluck des Kaffees, bevor er diesen bei Seite stellte und aufstand. Unruhig begann er im Raum auf und ab zu laufen. –Verdammt, wie soll ich mich Yugi gegenüber jetzt verhalten?-
Dass er so, wie er im Moment handelte, bei ihm nicht landen konnte, hatte er längst bemerkt.
Schließlich gab er das Ganze auf und suchte einfach das Gespräch mit dem Jüngeren.


Er fand ihm draußen im Garten, wo er im Grünen lag.
Seto ließ sich neben ihm nieder.
„Was machst du hier?“
„Nachdenken.“
„Worüber?“
„Geht dich nichts an. Was willst du hier? Umsonst bist du sicher nicht gekommen.“
Seto schwieg kurz, bevor er zu einer Antwort ansetzte.
„Ich werde in den nächsten Tagen beginnen, alles für den Plan für Joeys Freilassung, in die Wege zu leiten. Außerdem möchte ich dich gerne wieder mit hinaus nehmen, wenn ich das nächste Mal weggehe.“
Yugi hob skeptisch eine Augenbraue an.
„Was soll das werden? Ein Versuch, mich rum zu bekommen?“
Seto war kurz davor, sich die Haare zu raufen.
„Verdammt, Yugi! Du machst mich wahnsinnig mit deinem Verhalten. Was war das gestern? Was sollte das? Du verbietest mir, dich auch nur anzufassen, aber du selbst, gehst immer weiter. Wie wird das das nächste Mal enden? Hm? Warum darf ich dich nicht berühren? Was ist los?“

Yugi presste die Lippen hart aufeinander.
Als er schließlich sprach, war seine Stimme leise, gebrochen, nicht mehr, als ein flüstern.
„Ich sah mich früher ständig hungrigen Blicken ausgesetzt. Gierige Blicke, die mir förmlich die Kleidung vom Leib zerrten. Hände, die mich überall anfassen wollten, Lippen, die überall auf meiner Haut sein wollten. Ich kann und werde dir niemals nachgeben, denn mein Körper, gehört mir ganz alleine. Mein Dad hat mich mit allem beschützt was er hatte. Ja er hätte sogar sein Leben für mich gegeben…“ Yugi brach ab und lachte dann, doch sein Lachen, es hatte etwas kaltes, ja fast schon hysterisches an sich.


Seto fühlte sich, als habe man ihn in Eiswasser getaucht. Er wusste nicht mehr, was er denken oder fühlen sollte. Als er schließlich sprach, war seine Stimme leise, nicht mehr, als ein flüstern.
„H-Hat dich mal jemand angefasst? Ist es zu-!“, er wagte es nicht auszusprechen. Yugi lachte, doch es war ein hysterisches, ja fast schon wahnsinniges lachen, das viel mehr zu einem Irren gehören konnte, als wie zu dem Jungen, der vor Seto im Grünen lag.
„Hätte es auch nur einer gewagt, du kannst dir sicher sein, ich hätte ihm sämtliche Knochen gebrochen und mein Dad hätte ihn umgebracht, ohne zu zögern. Er hat mich immer seinen funkelnden Edelstein genannt. Seinen Amethyst, wegen meiner Augenfarbe. Auch die Augen meines Dads sind violett, aber bei weitem nicht so intensiv wie meine. Ich weiß, dass er es gut meinte, indem er mich einsperrte. Und es war meine eigene Schuld, dass ich deinen Männern in die Arme lief.“
Seto blickte ihn fragend an. Yugi atmete tief durch.

„Ich bin abgehauen.“
„Abgehauen?“, hakte Seto nach und Yugi nickte.
„Ja, ich bin ausgebrochen, habe den Käfig gesprengt, in welchen man mich sperrte. Und landete auf direktem Wege in deinem Arbeitslager.“
Seto bekam die Worte zwar mit, hatte aber viel mehr an den Worten zu nagen, dass Yugi sich hungrigen Blicken ausgesetzt sah. Männer die ihn nur benutzen wollten, um ihre eigenen Gelüste zu Stillen.
„Und dir ist sicher nichts passiert, was, dir … unangenehm war?“, hakte er nochmals nach und Yugi gab nur einen genervten Laut von sich.
„Glaub mir, hätte jemand mich auch nur gewagt anzufassen, hätte er schlimmer ausgesehen, als alles, was ich bis jetzt mit dir angestellt habe. Außerdem hätte mein Dad den Typen ebenfalls getötet, wenn er mir auch nur etwas angetan hätte … also deine Sorge ist unbegründet.“
„Dein Dad hat dich immer beschützt. Du kannst froh sein, so einen zu haben.“

Yugi blickte schweigend in die Ferne, wandte den Blick dann schließlich ab und schloss die Augen.
„Ja, das kann ich, aber trotzdem hasse ich es, dass er mich einsperrte. Ich weiß, dass er es nur zu meinem besten tat, aber versetzte du dich mal in meine Lage. Ich war kurz davor, durchzudrehen. Und umso erleichterter war ich, als ich schließlich frei war … nur um kurz darauf, deinen Leuten in die Arme zu laufen.“


Yugi schloss die Augen und genoss die warmen Sonnenstrahlen, die auf sein Gesicht fielen.
„Du hast für ganz schönen Chaos unter meinen Leuten gesorgt. Vor allem Pegasus wollte dich um jeden Preis haben. Deshalb bin ich auch so froh, dass ich mit meinem Plan, ihm zuvor gekommen bin, ansonsten, wärst du nun in der Hölle gelandet.“
Yugi lachte leise. –Glaub mir Seto, in die Hölle, habe ich schon längst geblickt-







-Irgendwo im nirgendwo-


Die blondhaarige, junge Frau und ihr großgewachsener, braunhaariger Begleiter, gingen den langen, dunklen Gang entlang, der nur spärlich beleuchtet wurde. Es hatte einige Stunden gedauert, bis sie an ihrem Ziel angekommen waren, aber noch vom Flugzeug aus, hatten sie eine Nachricht geschickt, das sie wichtige Informationen hatten. Auch ihre Quelle, die Gruppe die ihnen die Informationen zugespielt hatten, wussten, was auf dem Spiel stand. Was los war.
Dass sich ein gewaltiger Sturm zusammenbraute.

Immerhin waren sie klug und keine Narren.
Bereits oft hatten sie mit ihnen zusammengearbeitet, gegen entsprechende Bezahlung und wussten daher, mit wem sie es zu tun hatten. Da sie selbst wie Schatten waren, war eine Zusammenarbeit niemals misstrauisch beäugt worden. Im Gegenteil.
Sie betraten einen großen Raum, in dem lauter schwere Möbel, aus dunklem Holz standen.
Der Schreibtisch, sowie die Kästen und Regale, waren mehrere Hundert Jahre alt und Tageslicht suchte man hier vergebens. Die langen Vorhänge waren zugezogen, nur die Deckenbeleuchtung tauchte den Raum in ein dämmriges Licht.

Als sie eintraten, stieß sich ein weißhaariger Mann von der Wand ab, an welcher er bis eben gelehnt hatte und eine tiefe Stimme vom Schreibtisch her meldete sich, wo die Sessellehne zu ihnen gedreht war, sodass sie den Sprecher nicht sehen konnten.
„Ihr habt Informationen?“ Die Stimme war tief, ruhig. Und dennoch wusste ein jeder, wie trügerisch diese Ruhe war.
„Ja“, antwortete der Braunhaarige Mann und überreichte dem Weißhaarigen unaufgefordert die beiden Koffer, die sie bei sich trugen. Mit einer Handbewegung wurden sie anschließend entlassen, während der weißhaarige Mann sich an einen Laptop setzte, der auf einem niedrigeren Tisch stand und die Festplatte mit dem Laptop verband.
Die Anspannung im Raum stieg.

Schließlich klickte der Weißhaarige auf eine Datei und innerhalb weniger Sekunden, gingen unzählige Seiten auf.
„Und?“, hakte der Ältere Mann nach und der Jüngere biss sich auf die Unterlippe.
Anstatt etwas zu sagen, nahm er den Laptop und stellte diesen dem älteren auf den Tisch.
Dieser schenkte dem ganzen nur einen kurzen Blick, sah im schnell durchlauf die wichtigsten Daten durch, Namen von Kunden, Edelsteininformationen, Geldbeträge, Bilder der Wahre… und etliches andere.
Ein Ruck ging durch den großen, stämmigen Körper und seine Augen begannen unheilvoll zu leuchten, als er die Edelsteine saß und die Summe an Geld.

Vor allem an dem letzten Bild, blieb sein Blick haften.
Schließlich schloss er die Augen und als er sie wieder öffnete, lag ein unheilvoller Glanz in ihnen.
„Informier die anderen. Es wird Zeit.“
„Verstanden.“ Der Weißhaarige nickte, deutete eine Verbeugung an und verließ dann wieder den Raum, den Laptop zurücklassend.
Die langen, schlanken Finger tippten noch einige Zeit lang auf dem Gerät herum, während er sich die ganzen Bilder von Setos Arbeit immer und immer wieder ansah. Und umso öfters er es tat, umso stärker wurde sein Drang, etwas zu zerstören. Schließlich stand er auf, packte eine große, alte, teure Vase, die neben dem Schreibtisch stand und schmetterte diese gegen die nächste Wand. Das gute Stück, das einige Tausend Real gekostet hatte, zersprang an der Wand in tausend Scherben.

Wut raste durch seine Adern. Wut, die ein Ventil brauchte. Wut, welche er freiließ, als er die Türe ansteuerte, ein Ziel vor Augen habend.
Und dieses Ziel, bedeutete für eine Person nichts Gutes.
Der ganzen Zeit über hatte er das Bild Seto Kaibas vor Augen. Die Bilder der Edelsteine und vielem anderen. Und jede Sekunde, in der er das vor Augen hatte, machte es für andere nur noch schlimmer. Denn es bedeutete noch mehr Leid, noch mehr Schmerz, denn sich kontrollieren zu können, war ihm in diesem Bereich absolut nicht möglich.

Und an diesem Tag, hallten grässliche Schreie durch das Unterirdische Gewölbe, eines großen Anwesens, eines Mannes. Und Seto Kaiba würde es noch bitter bereuen, was er alles getan hatte…

Denn nichts mehr würde so sein, wie es jemals war….


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Informationen werden per Flugzeug wohin geschickt. Doch wer sind die Leute, die dafür Geld bekommen? Wer jene, die im Flugzeug saßen? Seto will endlich damit beginnen, den Plan, wie sie Joey aus dem Lager bekommen, in die Tat umzusetzen, Yugi erzählt ihm von seiner Gefangennahme und zwei Menschen überbringen eine Nachricht, die noch für reichlich Ärger sorgen wird.

Doch warum ist Setos Geschäft plötzlich in Gefahr?
Wird ihr Plan, Joey zu befreien, funktionieren?
Wer sind die Gestalten?

Und wie geht es nun weiter?


Über eine Rückmeldung, die mich dazu motiviert, hieran weiter zu schreiben, würde ich mich sehr freuen.
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