Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sin City- No place for no hero

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
21.08.2012
27.11.2012
17
21.616
1
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.08.2012 1.710
 
DWIGHT

Langsam löse ich meinen Mund wieder von ihren Lippen.
Ihren weichen, kalten, bebenden Lippen.

Lasse ihren Geschmack noch einen Moment auf meiner Zunge zergehen.
Süß.
Trotz aller Angst.

Habe mir für einen kurzen, egoistischen Moment meinen Spaß gegönnt.
Wenigstens eine Winzigkeit noch aus diesem versauten Abend heraus geholt.
Für mich.
Bevor hier gleich die Hölle losbrechen wird.
Ich sie ausbrechen lasse.

Amys kleine, zermarternde, persönliche Hölle.

Denn ich bin nicht zum Spaß hier.
Weit davon entfernt.
Dafür säße ich bereits seit geraumer Zeit im Kadie´s als Zaungast zu Nancys Show.
Erste Reihe.

Aber Amy kann einen unerwarteten, subtilen Sog auf Einen ausüben, dass ist die Kleine sich überhaupt nicht bewusst.
Ganz im Gegensatz zu Gail.

Mit der Straße tagtäglich vor den Augen beschränkt sich der Blick nun mal auf das Wesentliche.
Knete.
Und zwar möglichst viel davon.

Amy hat Potential.
Keine Frage.
Wenn sie erst mal aufhört zu zittern, sobald man(n) ihr an die Wäsche langt, ist das bestimmt schon mal die halbe Miete.

Sie ist hübsch.
Jung.
Wirkt auf seltsame Weise frappierend, fast schon bestürzend unschuldig.
Trotz ihrer Vergangenheit.
Oder dieser schreienden Aufmachung.
Eine kleine Rarität hier.
In dieser ganzen gottverdammten Stadt.
Geschweige denn von Old Town.

Du brauchst sie lediglich zu küssen.
Nicht einmal besonders lang.
Ein Kuss reicht.
Und du weißt Bescheid.
Kannst die Unschuld auf deiner Zunge schmecken.

Etwas, dass gewisse Männer sehr zu schätzen wissen.
Wofür der eine oder andere von ihnen mehr als bereitwillig seine Kohle ausgeben würde.
Nur um einmal im Leben vom Geschmack dieser Unschuld zu kosten.
Die Amy mit ihrem ganzen Wesen verkörpert.
Ohne es überhaupt zu bemerken
Denn sie ist echt.

Ist noch kein Kunstprodukt wie die meisten der Mädels hier in Old Town.
Alte Hasen im Geschäft.
Zeigen keine Emotion, außer die, für die du bezahlst.
Bei Amy kriegst du sie noch umsonst.
Pur.
Rein.
Unverfälscht.
Hat sich noch keine schützende Maske aufgelegt, die Kleine.
Kann noch keine, jegliche Rolle spielen, außer sich selbst.

Oder das, was Sugar Daddy von ihr übrig gelassen hat.

Aber das liegt roh und offen vor dir.
Wie eine pulsierende Wunde.
Wahrhaftigkeit.
Auch sie hat ihren verfluchten Preis.

Aber ich bin hier nicht zum Spaß.
Rufe ich mir eisern ins Gedächtnis zurück.
Zwinge mich, den Kuss von eben nicht zu wiederholen.

Das war die Kür.
Jetzt ruft die Pflicht.

Ich lange hinunter, schiebe langsam meine Hand in ihren Slip.

Mit ihrer Reaktion habe ich gerechnet.
Dem Versteifen ihrer Glieder.
Dem abrupten Luftanhalten, die darauf folgende Schnappatmung.
Das schlimmer werdende Zittern, dass erneut ihren ganzen Körper befällt.

Jetzt sind wir im Turbogang.
Von null auf hundert.
Ihr ganzer Körper verrät mir das.

Aber sie gebietet mir keinen Einhalt.
Hebt keine Hand, um sie mir vor Brust zu schlagen und mich entschieden von sich zu schieben.
Macht nicht ihren sinnlichen Mund auf.
Um mich zusammenzustauchen.
Weil ich hier gerade ganz dreist frisch und frei die Regeln breche.
Beispielsweise.

Nein.
Amy zittert noch mehr.
Wimmert leise vor sich hin.
Mit viel gutem Willen könnte man das als nein durchgehen lassen.
Vielleicht.
Als gutmütiger Mensch.
Aber davon gibt es leider nicht all zu viele in der Gegend.
Schließlich sind wir hier nicht in Kansas.
Und auch kein Regenbogen ist in Sicht.
Weit und breit.

Ich erhöhe das Tempo.
Ziehe den Slip langsam ihren Hüftknochen hinunter.

Ihr Wimmern wird lauter.
Ihr Körper versteift sich ins Schmerzhafte.
Zumindest tut es weh, diese verdrehte Haltung ihrer Glieder nur zu beobachten.
Neue Tränen glitzern in ihren Augen.
Ihr Atem geht hektisch und stoßweise.
Wird panisch.

Abrupt löse ich mich von mir und fahre mir die Haare aus der Stirn.
Versuche, mich zu sammeln.
Für das, was ich gleich tun werde.

Ich kann ihre steigende Angst hören, als sie deckenraschelnd vor mir zurückweicht.

„Ist alles …alles...in Ordnung?“

Ich traue meinen Ohren nicht.
Sehe allerdings, dass ich richtig gehört habe.

Als mein Blick zu ihrem Gesicht zurück schnellt, macht sie gerade wieder den Mund auf.
„Tu...tut mir leid...hab...“, sie schluckt, Tränen sind in ihrer Stimme, aber noch hält sie diese eisern zurück. „Habe ich …habe ich was falsch gemacht?“

Sie fragt das mich!
Fast muss ich lachen.

Nein.
So geht das nicht.
Es muss sein.
Jetzt.

Eine Sekunde noch schließe ich die Augen.
Schüre das Feuer, dass seit Ava beständig auf großer Flamme in mir brennt.
Nur darauf wartet, entfesselt zu werden.
Wann immer ich es zulasse.
Egal zu welcher Gelegenheit.
Ich muss nur das Gas aufdrehen.

Ruckartig richte ich mich auf.
„Klappe halten“, fahre ich Amy an. „Oder habe ich dir die Erlaubnis gegeben, das Maul aufzureißen?“

Von jetzt auf gleich kippt die Stimmung.
Wie schimmelige Milch.
Endgültig.

Die Luft ist zum Schneiden dick vor Angst, die sie mit jedem ihre Atemzüge immer heftiger ausstößt.
Verdichtet sich zu einem dunklen, undurchdringlichen Käfig.
Den sie gerade im Blitztempo um sich selbst errichtet.
Eigenhändig.
Ich brauche nichts tun, als lediglich die Tür ins Schloss zu knallen.
Wenn sie fertig ist.
Mich zusammen mit ihr einzusperren.

So einfach.
So effektiv.
Und grausam.

Instinktiv weicht Amy noch weiter vor mir zurück.
Ich bilde mir ein, ihr Herz schneller schlagen hören zu können.
Dabei ist es mein eigenes.

Eine ganz miese Art, so ihren Einstand als potentiell zukünftige Nutte in Old Town zu begehen, zugegeben.
Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Muss das Ding auch durchgezogen werden.

Learning by doing.
Wie es so treffend heißt.
Wenigstens diese Chance soll sie haben.

Die nächsten Sekunden werden entscheiden, ob Amy nach dieser Nacht weiterhin unter dem Schutz der Nutten in Old Town bleiben kann.
Schließlich ist das hier keine Einbahnstraße.

Langsam ziehe ich meine 45er aus der Jackentasche und platziere sie sorgfältig auf dem Nachtkästchen.
Wortlos.
Gut sichtbar.
Und in Reichweite.

Ihre Augen werden groß vor noch mehr unerwarteten Horror und sie fängt an, heftiger zu zittern.
Was man ihr nicht mal verübeln kann.
Die Wendung der Dinge betrachtend.
Aber darauf ist jetzt keine Rücksicht mehr zu nehmen.
Schonzeit war gestern.

Zügig ziehe ich die Lederjacke aus und lasse sie achtlos zu Boden fallen.
Um meine Käsemauken dann umständlicher als nötig aus meinen Latschen zu ziehen.
Die Kleine währenddessen nicht aus den Augen lasse.

Verzweifelt schielt sie zu der Waffe hinüber.
Keine Armeslänge entfernt.
Immer wieder.

Ruckartig ziehe ich mein Shirt über den Kopf.
Spüre das Feuer in mir lodern, dass sich von meinem sprungartig wachsendem Zorn in schwindelerregende Höhen frisst.
Auf sie.
Auf Gail.
Das Dreckschwein von ihrem Vater.
Und mich.
Nicht zuletzt.
Kein Benzin der Welt könnte das in dieser kürze der Zeit auch nur annähernd bewerkstelligen.

Als ich mich umdrehe, hat sie sich enger als je zuvor an die Wand gedrückt.
Den Kopf fest zwischen ihre Arme geschraubt.
Zitternd wie Espenlaub.

Zweiter Akt.

Ich packe ich sie hart bei ihren Schultern und stoße sie auf die Matratze zurück.

Ein schmerzhaftes Aufkeuchen entfährt ihrer Kehle.
Mehr vor Schock als durch die Wucht des Aufpralls.
Wenn ich raten müsste.
Obwohl ich nicht gerade zimperlich war.

Learning by doing.

Bevor sie nach zwei Sekunden irgendwie reagiert, bin ich über ihr.
Greife hart nach ihrem Kinn, drücke erbarmungslos ihren Kopf nach hinten.

Verpflanze Avas Gesicht auf Amys Kopf.

„Komm schon“, zische ich, presse sie tiefer in die Matratze hinein.
Lasse das Monster, dass Ava in mir damals endgültig entfesselt hat, wieder von der kurzen Leine.
Etwas.

Sofort nimmt es Witterung auf.
Die Frischluft tut gut.

„Wir werden jetzt den Scheiß mit der Slow- Nummer einfach überspringen und direkt zum Spaß übergehen.“

Sie japst nach Luft, Tränen rinnen aus ihren Augen.
„Denn ich hab´s mir anders überlegt.“
„Bitte“, keucht sie, fährt mit ihren Händen verzweifelt an meine Finger um ihre Kehle.
„Bitte...ich bekommkeine Luft...bitte...“
Ich ignoriere sie, während ich mit der anderen Hand nach meinem Gürtel greife.
Meinen Griff um ihre Kehle keinen Deut lockere.

Darauf achte, dass die Waffe in Reichweite bleibt.

„Bitte!“
Sie weint.
Sie fleht.
Sie bettelt.
Zittert in einer Tour.

Ich beiße die Zähne aufeinander, bis ich meine Kiefer knacken höre.
Dann hole ich aus und schlage ihr mit der flachen Hand ins Gesicht.
Einmal.
Nicht hart.
Nicht fest.
Aber so, dass es reichen sollte.

Ihr spätestens jetzt klar sein müsste, dass das hier kein Spiel mehr ist.
Keine Generalprobe.
Sondern tödlicher Ernst.

Allerdings sehe ich hier meine schlimmsten Befürchtungen gerade mit Warpgeschwindigkeit Gestalt annehmen.

Dritter Akt also.

Fahrig greife ich an meine Jeans hinunter und öffne die ersten Knöpfe.
Ihr dünner, biegsamer Körper zittert wie ein alkoholkranker Epileptiker auf Turkey, als ich mich auf sie lege und ihre Beine mit meinem Knie weit auseinander drücke.

Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Brutal greife ich in ihren Nacken.
Ziehe ruckartig ihren Kopf nach oben.

„Ich werde dich jetzt so richtig gründlich durchficken“, flüstere ich gegen ihre schweißnasse Schläfe, „und das Geilste daran ist, dass es mich nicht einen einzigen lausigen, beschissenen Cent kosten wird, du dämliche kleine Nutte!“
Heiße Tränen schießen wie Fontänen aus ihren wundgeheulten Augen, ein lautes, gequältes Wimmern entfährt ihrer Kehle.
„Nein! Bittenein! Obitteneieihein!“
Ihr Weinen steigert sich zu einem fast unmenschlich klingenden, schmerzerfüllten Würgen.
Dass ihren gesamten Körper schüttelt.
Neben dem Zittern wie unter Elektroschocks.
Sie atmet so schnell und hektisch jetzt, dass ich mich wundere, wie sie überhaupt noch bei Bewusstsein ist.

Kurz muss ich inne halten.
Zwinge mich wiederholt, an Ava zu denken.
Der beste Weg nicht Gefahr zu laufen, sentimental zu werden.
Jetzt.

Funktioniert immer.
Bestens.

Ich fummele weiter an meiner Hose herum, während ich Amys Agonie ignoriere und mich mit der linken Hand notdürftig auf der Matratze abstütze.

Erneut einen kurzen Blick zur Seite werfe.
Auf die Waffe.
In Reichweite.

Finale.

Ich packe ihre Hüften und ziehe sie mit einem Ruck noch ein ganzes Stück tiefer unter mich.
„Und nun“, befehle ich. „sagst du mir, dass ich dich ficken soll, Miststück!“
Ein letzter Blick in ihre Augen.
„Jetzt!“
Ruckartig schießt ihr Arm zur Seite und ihre Finger krallen sich mit aller Kraft und der Macht der Verzweiflung um die Springfield.
Schon fährt ihre Hand wieder in die Höhe
Ich kann den kalten Lauf hart an meiner Schläfe aufschlagen spüren, als sie mir die Pistole gegen den Kopf knallt.

„Fick dich selbst, du widerlicher, kranker Bastard!“ zischt sie mit vor Angst und Hass zitternder Stimme.
Das ist die einzige, gottverdammte richtige Einstellung“, erwidere ich im selben Moment, als sie auf den Abzug drückt.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast