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Sweet Amoris Alice Kids

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
20.08.2012
20.08.2012
30
95.067
1
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„Nein! Sperrt mich nicht wieder ein! Lasst mich raus! Ich will nicht hier drin bleiben!“
Schweißgebadet schlage ich meine Augen auf. Es war nur ein Traum. Aber dieser Traum war mal Wirklichkeit. Das ist schon mal passiert. Betrübt stehe ich auf und will gerade aus ins Bad gehen, aber ich bekommen meine Zimmertür nicht auf. Wie wild rüttele ich daran. Ich bin eingesperrt! Ok, Sakura, einen kühlen Kopf bewahren. Ich lege meine Hand auf den Türknauf. Ich weiß, warum die Tür nicht aufgeht. Ich hab die Türklinke nicht runter gedrückt. Das war jetzt wirklich bescheuert. Warum bin ich immer so panisch, wenn ich diesen Traum habe?
Endlich öffne ich die Tür und gehe ins Bad.
Ich dusche mich ziemlich lange und versuch mit dem Schweiß auch den Traum von mir abzuspülen, aber es geht nicht. Immer noch plagen mich die Erinnerungen an meine Kindheit. Wird das jemals aufhören? Ich darf mir aber auf jeden Fall nichts anmerken lassen. In meinem Zimmer stelle ich mich vor meinen Spiegel und betrachte mein gequältes Gesicht. Ich atme ein paar mal tief ein und aus und nehme sofort wieder mein altes Ich an. Meine Augen werden kalt wie Eis und mein Gesichtsausdruck sieht frech und zugleich böse aus. Schon viel besser. Dann siehe ich noch schnell ein Weinrotes Top und eine schwarze hotpant und dann verlasse ich mein Zimmer auch schon. Mein Knöchel tut mittlerweile kaum noch weh und ich kann schon normal auftreten. Draußen angekommen starre ich ein wenig verwundert in den Himmel. Es ist noch dunkel? Schnell ziehe ich mein Handy aus meiner Hosentasche. 3: 24 Uhr. Na toll. Einschlafen kann ich jetzt sowieso nicht mehr. Seufzend gehe ich wieder zu dem Baum und lege mich hin. Ein recht seltsamer Anblick, wenn Castiel nicht auf dem Ast sitzt. Es ist irgendwie viel zu ruhig.
Langsam schließe ich meine Augen und schlafe schließlich doch noch ein.
„Nein! Öffnet die Tür!“
Schreiend wache ich auf. Na toll, genau derselbe Traum. Ich vergrabe mein Schweiß nasses Gesicht in meinen feuchten Händen.
„Das du dich von nem Albtraum so aus der Fassung bringen lässt.“ höre ich Castiel spottend sagen. Ich schaue in die Höhe und sehe ihn da wieder auf dem Ast sitzen.
„Ach lass mich doch in Ruhe!“ fauche ich ihn an. Dann starre ich geschockt zur Sonne, die hoch oben am Himmel steht.
„Oh mein Gott! Es ist ja schon Mittag! Ich habe die Prüfungen verpasst!“
„Dann mach dich mal auf ne schwere Zeit gefasst.“ ruft der Rotschopf gelangweilt runter.
„Was meinst du damit?“
„Wer nicht zur Prüfung erscheint bekommt null Sterne.“
„Was bedeuten diese Sterne überhaupt?“
„Je nach dem wie gut deine Leistungen bei der Prüfung waren bekommst du Sterne von 0-5. Wenn du 5 Sterne hast, dann wohnst du in einer Luxus Suite, kannst so viel Essen, wie du willst und hast natürlich Ansehen bei allen. Bei 0 Sternen wohnst du in dem schlimmsten Zimmer, das du dir vorstellen kannst und bekommst außerdem kaum etwas zu Essen. Nicht zu vergessen, dass du von allen fertig gemacht wirst wegen deiner schlechten Leistung.“
„Und wann kann ich wieder Sterne verdienen.“
„Bei der nächsten Prüfung.“
„Und wann ist die bitteschön?“
„In einem Monat.“
„Oh je“ murmele ich.
„Was denn? Schaffst du das etwa nicht?“ fragt er wieder spottend.
„Na klar pack ich das. Ich bin ja kein Weichei oder so! Ich werds dir schon beweisen!“
Dann kommt plötzlich der blondhaarige Junge, der mir an meinem ersten Schultag meinen Stundeplan und alles gegeben hat und glaube ich Nathaniel heißt, auf mich zugelaufen.
„Sakura! Warum bist du nicht zu der Prüfung erschienen?“
„Ich hab halt gepennt. Ist das so schlimm?“ frage ich gereizt. Jetzt würden mich bestimmt so viele nach dem Grund fragen, dass ich jetzt schon keinen Bock mehr darauf habe.
„Du sollst jetzt zur Direktorin. Sie erwartet sich bereits.“
Mit einem schlechten Gefühl im Bauch stehe ich auf und folge Nathaniel. Von Castiel vernehme ich noch ein leises Kichern, dass ich ihm definitiv heimzahlen werde.


Ich betrete mit Nathaniel die Schule und er führt mich in einen Gang, der irgendwie ziemlich düster wirkt. Die Fenster sind alle mit Vorhängen verdeckt und auf ein paar Podesten stehen vertrocknete Pflanzen. In jeder Ecke hängt ein riesiges Spinnennetz und ich könnte schwören, mir ist eine Ratte gerade zwischen den Beinen durchgelaufen. Auch wenn ich eigentlich kein sehr ängstlicher Mensch bin, in diesem Gang bekomme ich doch eine Gänsehaut.
„Wir sind da.“ Nathaniel bleibt vor einer riesigen, verrosteten Tür stehen.
„Ich lasse dich dann mal allein mit ihr.“
Schnell verschwindet er aus dem Gang. Ihm ist hier scheinbar genauso unwohl wie mir. Vorsichtig klopfe ich an der Tür.
„Herein.“
Ich öffne sie und trete in einen Raum ein, der stockdunkel ist. Nur eine kleine Schreibtischlampe erleuchtet den Raum. Die Direktorin sitzt selbst auf einem riesigen Sessel, der mir allerdings den Rücken kehrt.
„Setz dich doch.“ Ihre Stimme klingt bedrohlich. Hastig setze ich mich auf den Stuhl, der vor ihrem Schreibtisch steht. Sie dreht ihren Sessel um und die Schreibtischlampe hinterlässt schwarze Schatten auf ihrem Gesicht. Ihre Augen funkeln mich an.
„Sie haben heute die Prüfungen geschwänzt. Sie wissen, dass sie deswegen bestraft werden.“
„Ja, aber ich kann das erklären…“
„Ich brauche keine Erklärung. Sie sind nicht erschienen und nun muss ich sie bestrafen.“
Eine schwarze Katze springt auf ihren Schoß. Ihre grünen Augen glitzern mich gefährlich an und sie wird von der Direktorin gestreichelt. Wow, das ist wirklich wie in den Filmen wo irgendein böser Professor seine Katze streichelnd auf seinem Drehstuhl sitzt. Das ist wirklich gruselig.
„Was wird sie sein?“ frage ich vorsichtig.
„Schweig still!“ Ich zucke leicht zusammen.
„Hier wird geredet, wenn ich es sage!“ brüllt sie. Mein Herz rast. Auch wenn ich so kalt wie Eis bin, DAS ist definitiv zu viel.
„Dein Sternenrang wird ab sofort null sein. Gleich wird dich Nathaniel in dein neues Zimmer begleiten. Du wirst ein „Null Sterne“ Abzeichen tragen, damit jeder weiß, dass du zu der Unterschicht gehörst. Dein Essen wird nur noch aus einer Schüssel Reis täglich bestehen. Dir wird dein ganzes Geld entzogen und du bekommst es erst wieder, wenn du einen besseren Sternen Rang erreicht hast. Außerdem musst du natürlich auch Strafarbeit verrichten.“
Oh je. Jetzt könnte alles kommen! Ich würde sogar erwarten, dass sie mich foltern. Mein Herz rast wie verrückt. Was kommt jetzt?
„Du wirst einen Monat lang auf Daisuke aufpassen.“
Hä? Wer zum Teufel ist Daisuke? Und warum soll ich jetzt Babysitter spielen? Ich meine auf ein kleine Kind aufzupassen ist ja nicht so schlimm. Ich hätte etwas schlimmeres erwartet.
„Und nun geh. Nathaniel bringt dich jetzt in dein Zimmer.“
Als ob er uns gehört hätte betritt der blond haarige das Zimmer. Ich stehe schnell auf und folge ihm. Ich will nur schnell raus hier.
„Warte. Ich muss ja wissen, wo ich Daisuke finde.“ sage ich zu Nathaniel und will gerade wieder zur Direktorin gehen.
„Er wird morgen selbst zu dir kommen. Ich schicke ihn zu dir.“ antwortet er, ohne mich anzusehen, und geht weiter den Gang entlang. Dann endlich erreichen wir das Treppenhaus, indem es hell, warm und schön ist, nicht wie in diesem gruseligen Gang. Nathaniel scheint auch ziemlich erleichtert.
Wir verlassen die Schule und gehen in den „Block A“, wo die Mädchenschlafsäle sind. Ich folge ihm die Treppen und es scheinen endlos viele zu sein. Nach einer gefühlten halben Stunde haben wir dann endlich das 9. Stockwerk erreicht…den Dachboden.
Schwer atmend machen wir vor einer alten Holztür eine kleine Pause.
Dann steckt er einen Schlüssel ins Schloss und die Tür öffnet sich mit einem lauten quietschen. Ich mustere das gesamte Zimmer.
„Das soll ein Scherz sein oder?“ frage ich Nathaniel, denn das Zimmer ist höchstens 2 Quadratmeter groß und darin steht kein Bett, sondern es liegt nur eine dünne Decke und ein zerfetztes Kissen auf dem Boden. Mehr gibt es in diesem Raum nicht.
„Ich mache keine Scherze.“ sagt Nathaniel ernst. Ich nehme das Zimmer noch mal genau in Augenschein. Das Fenster, das die einzige Lichtquelle bildet, ist kaputt und ein kalter Wind pfeift durch die Wände. In der Decke (also ich mein jetzt nicht die zum schlafen, sondern die über dem Kopf^^) sind unzählige Löcher. Wenn es regnet, wird es hier wohl keine trockene Stelle geben. Und hier soll ich einen Monat lang leben? Hätte ich doch bloß nicht verschlafen!
„Also dann. Ich gehe dann mal.“ Nathaniel verlässt das Zimmer und schließt die Tür hinter sich. Mich lässt er in Gedanken versunken zurück.
Jetzt reiß dich zusammen Sakura! Du wolltest Castiel doch etwas beweisen!
Mit neuer Motivation renne ich die Treppen runter in mein altes Zimmer und trage meine Sachen hoch in mein neues. Meine Kleider werfe ich einfach in irgendeine Ecke und dann gehe ich wieder raus zu Castiel, der immer noch auf dem Baum sitzt.
„Und? Was ist deine Strafe?“
„Kaum etwas zu Essen, ein heruntergekommenes Zimmer, Taschengeldentzug und ein Babysitterjob mit irgendeinem Jungen, der Daisuke heißt.“
„Wow, dass sie so streng sein würde hätte ich nicht gedacht.“
„Was meinst du?“
„Daisuke ist kein normaler Junge. Einen Monat lang auf ihn aufzupassen hat schon so manchem den letzten Nerv geraubt und in tiefste Verzweiflung gestürzt.“
So richtig kann ich das gar nicht glauben. Auch wenn er vielleicht ein Alice hat, so ist dieser Daisuke doch noch ein Kind. Der soll mich in den Wahnsinn treiben? Na das wollen wir ja mal sehen.
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