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Sweet Amoris Alice Kids

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
20.08.2012
20.08.2012
30
95.067
1
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Schnell packe ich in meinen Rucksack einen Block und ein Mäppchen. Dann ziehe ich mir noch ein weinrotes Top mit einer schwarzen Jacke und einem schwarzen Rock an, Käme meine pinken, gelockten Haare und schnappe mir noch den Zettel, den Nathaniel mir gestern gegeben hat und renne dann ins Schulgebäude.
Ich schaue auf meinen Zettel. Einen Stundenplan habe ich nicht, schließlich trainieren wir hier nicht Mathe und Physik, sondern unser Alice und das muss man nicht in verschiedene Fächer einteilen. Auf dem Zettel steht groß Raum 165. Ich schaue auf die Schilde an den Türen, die die Raumnummer angeben.
„135, 136, 137…“ ich renne immer weiter, denn ich bin schon ziemlich spät dran, bis ich endlich bei dem Raum 165 bin.
Ich bleibe erst vor der Klasse stehen und verschnaufe ein wenig. Dann klopfe ich vorsichtig an der Tür.
„Herein.“ erklingt eine tiefe, aber sanfte Männerstimme.
Ich öffne die Tür und betrete den Raum. Mindestens 30 Köpfe drehen sich zu mir um und mustern mich.
„Äh…Ich bin hier die Neue.“
„Ach ja! Wir haben bereits auf dich gewartet.“
„Tut mir Leid für die Verspätung.“
„Ist schon gut. Stell dich doch mal vor.“
„Also, ich bin Sakura Watanabe und ja, ich bin 17 Jahre und seit gestern hier auf der Alice Academy.“
„Was ist denn dein Alice?“ fragt der Lehrer gespannt.
Ich seufze. Ich bin nicht gerade stolz auf mein Alice, da ich nur deswegen in diesem Gefängnis gelandet bin. Trotzdem strecke ich meine Hand in die Richtung des Lehrerpults aus und lasse Wasser in einem Glas, das darauf steht, einfrieren.
Der Lehrer klatscht begeistert.
Ich lasse das Eis wieder schmelzen und setze mich auf einen freien Platz am Fenster. Die Blicke meiner Mitschüler ignoriere ich bewusst.
„Willkommen, in der Natur Alice Klasse.“ ruft dann der Lehrer noch durch die Klasse. Das heißt dann wohl, dass hier in der Klasse jeder ein Alice hat, das irgendwie mit der Natur zu tun hat.
Ich starre gelangweilt aus dem Fenster, bis mir schließlich jemand auf die Schulter tippt.
„Du solltest lieber aufpassen. Das hier ist alle wichtig.“ flüstert mir ein braunhaariges Mädchen zu.
Genervt richte ich meinen Blick auf den Lehrer. Ich habe überhaupt keine Lust auf das ganze hier.
„Demnächst stehen wieder eure Prüfungen an. Zeigt den Prüfern mal, was ihr dazu gelernt habt. Wie ihr wisst hängt die Anzahl der Sterne, die ihr erreicht von eurem Ergebnis ab.“
Man, sogar hier gibt es blöde Prüfungen. Naja, wenigstens muss ich hierfür keine Formeln oder sowas lernen. Meiner Meinung nach ist mein Eis Alice eigentlich nicht mehr ausbaubar, von daher kann ich nur eine hohe Anzahl an Sternen bekommen, auch wenn ich gar nicht weiß, was mir das bringt oder was diese Sterne überhaupt bedeuten.
Dann endlich klingelt es. Jetzt habe ich 4 Stunden lang in diesem Raum gesessen und nicht mal zugehört. Das hats ja echt voll gebracht. Genervt verlasse ich mit meiner Tasche den Raum und steuere wieder auf die Bank zu, auf der ich heute Nacht schon gesessen habe. Nur, dass die Bank diesmal schon besetzt ist. Ich will gerade wieder gehen, als mich jemand ruft.
„Hey! Lauf doch nicht weg! Ich beiße doch nicht.“ sagt der Junge kichernd. Es ist derselbe Junge von heute Nacht. Er klopft mit seiner Hand neben sich auf die Bank, um mir zu bedeuten, dass ich mich neben ihn setzen soll. Seufzend werfe ich meine Tasche auf den Boden und lasse mich auf die Bank fallen.
„Was ist denn los?“
„Ach, ich habe keinen Bock auf das ganze hier. Das ist hier ja wie in einem Gefängnis.“
„Du gewöhnst du dich dran. Nach einer Zeit wirst du dich hier sogar wohler fühlen, als draußen, weil hier Menschen sind, vor denen du dein Alice nicht geheim halten musst.“
„Ich will mein Alice aber gar nicht erst haben. Es hat mir doch das ganze hier eingebrockt.“
Ich starre auf den Teich und denke an zu Hause, an meine Freunde und an meine Familie. Das alles habe ich jetzt verloren.
„Du hast mich in der Klasse gar nicht beachtet.“ durchbricht er plötzlich das Schweigen.
Verwundert schaue ich ihn an.
„Du bist in meiner Klasse?“
„Ja, Wasser ist ja schließlich auch ein Teil der Natur.“
„Tut mir Leid, ich habe mich nicht richtig umgesehen.“
Ich richte meinen Blick wieder auf den Teich.
Dann fängt es aber plötzlich an sich zu bewegen und spuckt eine riesige Wasserfontäne aus, die wirklich schön ist. Ich beobachte es noch ein wenig, bis ich schließlich meinen Kopf zu dem Jungen drehe. Sein Blick ist starr auf die Fontäne gerichtet und er sieht sehr konzentriert aus. Keine Frage, er ist derjenige, der das macht. Ich schaue wieder zum Teich und beobachte ein kleines und hübsches Wasserspiel.
Dann seufze ich noch mal. Es gibt nichts, das mich jetzt wirklich aufheitern kann.
Das Wasser platscht wieder in den Teich und der Junge redet wieder mit mir.
„Ach komm. Lächel doch mal! Du wirst schon sehen, das ganze hier ist gar nicht so schlimm wie du denkst.“ Auch wenn er die ganze Zeit versucht, mir das einzureden kann ich das nicht wirklich glauben.
„Oh, hallo Castiel. Was führt dich zu uns?“ Ich drehe meinen Kopf zu der Person, mit der der Junge wohl eben gesprochen hat.
„Was machst du hier? Gibst du dich etwa wieder mit so einem blöden Mädchen ab? Du musst dich auch wirklich immer um die Neuen Kinder kümmern.“ Der rothaarige Junge, der offenbar Castiel heißt, sieht ziemlich genervt aus und mustert mich von oben bis unten.
„Bin ich ein Bild, das man von oben bis unten anstarren muss? Guck gefälligst wo anders hin!“ fauche ich ihn an.
„Jetzt pass du mal schön auf, was du sagst!“ er ballt seine Fäuste, die jetzt plötzlich von Feuer umgeben sind. Ein Feuer Alice. Das passt ja auch gut zu ihm, aber ich lasse mich nicht davon beeindrucken.
„Halt doch einfach die Klappe.“ sage ich genervt, schnappe meine Tasche und gehe in die Richtung der Mädchenschlafsäle. Ich spüre, wie es hinter mir immer wärmer wird, aber ich habe blitzschnell ein Eisschild hinter mir errichtet, sodass mich Castiels Feuer nicht erwischt. Es hält der enormen Hitze stand und das Feuer verschwindet.
„Lass mich in Ruhe!“ fauche ich ihn mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen an. Sein Gesicht sieht ziemlich wütend aus, aber das interessiert mich kein bisschen.
Siegreich stolziere ich zum Block A, ohne die Jungs auch nur eines Blickes zu würdigen. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich schon wieder vergessen habe, nach seinem Namen zu fragen. Wenn das so weiter geht wird er für mich noch ewig der Namenlose bleiben. Seufzend lege ich mich auf mein Bett und höre mit meinem MP3-Player Musik.
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