Technisch Inkompatibel

KurzgeschichteHumor, Freundschaft / P12
Count D Leon Alcott
19.08.2012
14.12.2012
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Titel: Technische Inkompatibilität
Serie: Technisch Inkompatibel
Fandom: Pet Shop of Horrors
Autorin: Enaty
Übersetzerin: Nani Namenlos
Altersfreigabe: P12
Warnungen: keine – außer, man möchte aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes anfangen zu weinen...
Disclaimer: Die Charaktere aus PSoH.
Claimer: Diese Übersetzung gehört mir, sie ist in Absprache mit der Autorin entstanden.
Kurzbeschreibung: Count D und Technik, was ergibt das? Richtig, im Regelfall Ärger... nur wer den letzten Endes hat, das ist ja noch die Frage...

Technische Inkompatibilität


Leon war fertig.

Naja, fast. Und noch nicht mal geistig, bemerkte er mit einem gewissen Gefühl des Triumphs. Noch zwei oder drei Sätze und dieser verdammte Bericht war endlich fertig.

Glücklich drückte er Enter und – der Bildschirm wurde schwarz.

Zuerst starrte er ihn nur an, wollte nicht glauben, was er sah, immer nach davon überzeugt, dass es eine Illusion sein müsse.

Aber als sich nach einigen Augenblicken nichts geändert hatte und der Bildschirm so schwarz war, wie er nur sein konnte (zusätzlich fing auch noch der Computer an, seltsame klackernde Geräusche zu machen), sprang er auf, verpasste der Kiste einen kräftigen Tritt und zog den Stecker. Nur für den Fall, dass sie explodieren wollte. Wäre ja nicht das erste Mal, dass ihm so etwas passierte.

Dann ging er, ausführlich fluchend, und holte seinen Laptop. Vor Wut kochend begann er den ganzen Bericht nochmal von vorne zu tippen. Wenigstens hatte er ihn schon quasi auswendig gelernt, und da es ein weiterer Bericht über Count D war – welche Überraschung! – wusste er ohnehin alles, das er dem Kriminalhauptkommissar über diesen chinesischen Bastard mitteilen wollte, aus dem Kopf.

Und er hatte tatsächlich aus seinen Fehlern gelernt: dieses Mal speicherte er alles auf seinem USB-Stick ab.

Der Bericht wurde länger und länger. Leon vergaß die Zeit und die Seitennummer, während er mit einer Begeisterung tippte, die er sonst nur bei Auseinandersetzungen mit dem Count persönlich zeigte. Die Lüftung des Laptops sprang an, surrte geschäftig, der blonde Polizist nahm sie jedoch nicht wahr. Seine Konzentration war ganz auf den Bericht gerichtet.

Und deshalb bemerkte er auch nicht, dass die LED des USB-Sticks zu flackern begann. Das Flackern wurde hektischer, dringlicher und dann … erstarb es einfach.

Seine Festplatte beschloss zum selben Zeitpunkt, jenen Punkt der Überhitzung erreicht zu haben, um sich mit einem letzten röchelnden Geräusch der Lüftung zu verabschieden. Zum zweiten Mal an diesem Tag wurde ein Bildschirm vor Leons Augen schwarz. Seine Hände erstarrten über der Tastatur. Ein Auge zuckte.

Der nachfolgende Strom an Flüchen hätte Count D dazu gebracht, ihn nicht nur aus seinem Laden, sondern gleich aus der Stadt zu prügeln, hätte er ihn hören können. Keifend wie ein Fischweib zog Leon den Stick aus dem Laptop und stürmte zum Präsidium, um dort den Bericht zu beenden.

Jill war ernsthaft versucht, beim Chef einen Schutzbunker zu beantragen, als er bemerkte, dass der Stick ungefähr so brauchbar war wie Count Ds Vorstrafenregister – nämlich gar nicht.

Was zuviel war, war zuviel.

Wütend stürmte Leon zum Pet Shop und platzte ohne Rücksicht auf etwaige anwesende Kunden durch die Tür. „Du dreckiger, kleiner Bastard!“, schrie er wutentbrannt.

D drehte sich überrascht zu ihm um. „Und dürfte ich auch erfahren, was ich diesmal angeblich verbrochen habe?“, erkundigte er sich frostig.

Ein USB-Stick landete in seiner noch halbvollen Tasse. Einige Luftblasen begleiteten seinen Untergang.

Der Chinese beobachtete den Vorgang mit wissenschaftlichem Interesse. „Ich nehme mal an, dass Ihre hochgeschätzte Technologie wieder einmal versagt hat, oder lag es doch an der mit ihr arbeitenden Person?“, bekundete er mit einem schadenfrohen Lächeln. Leon deutete mit zitterndem Finger auf ihn. „Du! Du bist nicht nur die schlimmste Technikniete, den ich kenne, du bist auch vollkommen technisch inkompatibel mit jeder Art von Maschine!“

Und dies gesagt drehte er auf der Ferse um und stürmte aus dem Laden.

Ds Lächeln wuchs. Er fischte den Stick aus seinem Tee und trocknete ihn vorsichtig, ehe er zu einer Kommode ging und die oberste Schublade öffnete. Der kleine Gegenstand wurde in die schon vorhandene Kollektion eingereiht. Ds Augen funkelten vor Vergnügen, als er die Schublade wieder schloss und nach oben griff, um Kyus Kopf zu streicheln.

„Nur noch ein paar, Kyu, nur noch ein paar mehr, dann ist meine Sammlung komplett!“

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