Unsichtbares Schild.

KurzgeschichteRomanze, Angst / P16
Greed Lan Fan Ling Yao
15.08.2012
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Diese für meine Verhältnisse ungewöhnliche Geschichte ist jemanden der sich   Jessica Winchester nennt gewidmet.
Und ich sage dir gerne warum, Winschester;
Die Gründe sind die Ideen und Rollenspiele, die ich durch lästere bekommen habe und den Gesichtsausdruck, den du sicher haben wird’s wenn du das List.
Ich muss gestehen, dass ich durch die vielen Mails und den sonstigen Wortwesel (übergehen wir die Tatsache, dass ich dein Gesicht nicht kenne) dass ich so etwas "ähnliches" wie Zuneigung für dich einfinde. (Die Betonung liegt auf ÄHNLICHES)



Unsichtbares Schild.
Es schmerzte, ihr ganzer Körper schien zu brennen. Jede Faser ihres Körpers schien in Flammen zu stehen, von hunderten kleiner Teufel aufgezehrt zu werden. Schweiß rann ihr aus allen Poren, tränkte ihre Kleidung und das laute Geräusch der Maschinen und die Stimmen, die eigentlich Wörter und Sätze ergeben sollten, war nicht mehr als ein undefinierbares Summen, dass sich in ihren Schädel zu brennen schien.
Sie schrie nicht, gab nicht einmal einen Laut von sich.
Ihre Zähne bissen so fest auf ihre Unterlippe, dass nach kürzester Zeit sich der metalerne Geschmack ihres eigenen Blutes in ihren Mund ausbreitete.
Ihre Umgebung konnte sie nur durch einen dumpfen Schleier hinweg wahrnähmen und ihr Zeitgefühl hatte sie schon längst verloren.
Dieses Leid sollte zwei Stunden andauern, hatten sie zu ihr gesagt, doch es war als wäre sie schon seit Jahren auf diesen Optisch, als würden das Leid so lange andauern bis sie um Gnade bettelte, darum bettelte aufzuhören.
Lieber würde sie sterben!
Es war als wäre der Tisch ihre Streckbank und dieser Raum ihre Folterkammer.
Wieder spürte sie einen Stoß, oder mehr ein Zehren, als man wieder versuchte, etwas an ihren Körper zu binden, das nicht zu ihr gehörte.
Wieder musste sie einen Aufschrei unterdrücken. Ihre Augenwinkel füllten sich mit Tränen des Schmerzes und der Schuld, die sie überhaupt erst in diesen Raum gebracht hatte.
Ihr Körper schien jede Sekunde zusammenzubrechen, so sehr stand er unter diesen Feuer doch …doch dann wurde es schwächer, der Kampf mit Körper und Geist gegen das Schmerzensfeuer war vorüber, beide Seiten hatten aufgegeben.
Keiner gewann und keiner verlor.
Das Feuer war erloschen, hatte sich über ihren linken Arm verbreitet und war in ihm eingeschlossen, wie in einen Käfig.
Und ihr Körper war ein von Feuer gezeichnetes Schlachtfeld.
Sie meine Stimmen zu hören, ein dumpfes Geräusch, wenn jemand eine Tür aufstieß und eine Berührung an ihrer schweißbedeckten Stirn. Ihre Umgebung war verschwommen, wie durch ein unscharfes Objektiv, jedoch schaffte sie es etwas zu erkennen, das wie goldene Seide aussah.
„Du…h…geschafft….sie …at es…..t überstanden.“
Die Worte klangen wie aus einen schlecht eingestellten Radio. Sie wurden lauter, dann leiser oder fast verschluckt, als wären sie abgehackt. Sie konnte die Stimme nicht ganz zuordnen doch sie konnte heraushören, dass es eine Sprecherin war, die mit ihr sprach. Ihre Gedanken wurden mit der Zeit immer klare.
Sie musste bei der Stimme an Tee denken, an Schraubenschlüssel und an eine wütende Katze, die einen Gnom das Gesicht zerkratzte.
Dann hörte das Poltern von Schritten auf Holz und dann spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter
Die Hand war rau, warm und vertraut.
Sie hörte undeutlich ihren eigenen Namen aus dem Mund einer leicht rauchen jedoch seltsam ruhigen Stimme, ganz wie die Stimme, die ihr die Geschichten ihres Clans erzählt hatte, als sie noch ganz klein war.
Sie erkannte diese Stimme…
Ihre Lippen formten ein Wort, einen Namen, denn sie nicht einmal selbst verstand. Leise stöhnend setzte sich auf. Bewegung war um sie herum.
„Du musst liegen bleiben!!!“
„Sei vorsichtig, du bist noch nicht bereit…“
„Ach Gottchen!!“
Sie ignorierte es. Sie spürte undeutlich wie ihre nackten Füße den Holzboden berührten, fühlte wie ihr Körper laut gegen diese Bewegung protestierte und konnte spüren wie sich Hände um ihre Schultern legten und versuchten sie wieder auf den Tisch zu legen, doch beachtete diese nicht.
Schwankend stand sie auf. Ihre Beine fühlten sie an, als wären sie aus Nudelteig, unfähig ihr eigenes Gewicht zu tragen. Doch irgendwie schaffte sie es das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
Ihre kastanienbraunen Augen wanderten nach unten.
Dort, wo ihr linker Arm bis vor wenigen Wochen an ihren Schultern gehangen hatte, war jetzt eine Nachbildung, die wie eine Schwertklinge im grellen Licht des Raumes schimmerte.
Wie nannten sie es in diesen Land?
Automail….
Sie hatten es angebracht, das hieß doch, dass sie wieder kämpfen konnte.
Dass sie ihn retten konnte!
Sie durfte keine Zeit verlieren! Sie hatten schon genug verschwendet!
Taumelnd machte sie einen Schritt nach vorne.
Eine Tat, die ihre Beine nicht mehr stand halten konnten.
Sie spürte dumpf, wie sie nach vorne fiel, wie der Boden immer näher kam.
Doch der erwartete Aufprall fiel aus.
Stattdessen spürte sie Arme, die sie auffingen und hörte vereinzelte Flüche.
Dann spürte sie wie sie zwei Arme hochnahmen und wie sie aus dem Zimmer getragen wurde. Kurze Zeit später spürte sie, wie sie sanft auf einen weichen Untergrund gelegt wurde. Vermutlich eine Matratze. Ihre Augen hielt sie geschlossen viel zu erschöpft um sie noch einmal zu heben. Wieder hörte sie die Erzählerstimme und jetzt erkannte sie auch das faltige Gesicht.
Großvater Fu….
„Ist es eine gute Idee, sie jetzt einfach allein zu lassen?“, fragte der Alte. Man hörte deutlich die Sorge um seine Enkelin.
„Keine Sorge, Ruhe ist wie Balsam, wenn man so eine sexy Automail bekommen hat.“
Tief, übertrieben süßlich und gleichzeitig nerv tötend.
Das war eindeutig Herr Grafiel.
„Selbst Erwachsene schreien bei der Operation wie am Spies. Da ist es klar, wenn sie Ruhe braucht. Morgen geht es ihr gleich besser.“
Winry Rockbell klang ungewöhnlich ruhig und vernünftig.
Sie konnte einen Seufzer hören, fühlte wie er noch kurz ihre Hand drückte, dann wie sich drei Paar Schuhe aus dem Zimmer bewegten und das Licht aufgeschaltet wurde.
Einige Sekunden herrschte Stille, in der sie nichts außer ihren eigenen Herzschlag hören konnte. Langsam öffnete Lan Fan die Augen.
Die fast schwarzen Iren schauten schwerfällig zu ihren linken Arm.
So ein merkwürdiger und erschreckender Anblick.
Daran würde sie sich gewöhnen müssen, redete sie sich ein, obwohl die junge Frau tief in ihren Innersten wusste, dass sie sich nie daran gewöhnen würde dieses Stück Metall als Arm zu haben.
Ob sie ihn heben konnte?
Lan Fan konzentrierte sich und schickte ein Signal von ihrem Gehirn zu ihren Nervenbahnen. Die Finger der Automail zuckten, doch gleichzeitig durchzuckte die junge Kriegerin ein höllischer Schmerz, der ihr die Tränen in die Augen trieb.
Nicht einmal den Arm konnte sie heben.
Alleine diese kleine Bewegung hatte sie ihre ganze Kraft gekostet.
Müdigkeit überkam sie, machte ihren Körper schwer wie Blei und brachte sie dazu ihrer Augen wider zu schließen.
Die Person am Fenster nahm sie nicht einmal war.
Jene Person verharrte für einige Sekunden auf dem Fenstersims, als wollte sie sichergehen, dass die Schwarzhaarige nicht doch noch ihre Augen öffnen würde.
Minuten verstrichen, doch dann schwang er sich vom Fenster, auf dem er gehockt hatte und betrat den Raum. Er landete geräuschlos.
Obwohl kein Licht eingeschaltet war konnte man deutlich seine Umrisse erkennen. Das silbrige Mondlicht erhellte seine Züge, als wäre es Tag. Es war ein junger Mann, vielleicht fünfzehn Jahre alt. Er war komplett in schwarz gekleidet und selbst seine zum Zopf gebundenen Haare waren Rabenschwarz. Auch seine Augen waren schwarz gewesen, doch jetzt leuchteten sie in einem fast künstlich wirkenden Violett. Ja er hatte sich verändert, doch sein Körper gehörte immer noch ihm.
Jedenfalls für diesen Augenblick.
Langsam und lautlos, als wäre er ein Schatten, ging der zwölfte Sohn des Kaisers von Xing auf das Bett der Schlafenden zu, bis er schließlich direkt vor ihr stand.
Lings Blick hatte die ganze Zeit über auf seiner Vertraute gelegen.
Wie lange hatte er sie schon beobachtet?
Lange…um genau zu sein schon seit sie sich der Operation unterzogen hatte.
Bei dem Anblick ihres zitternden Körpers hatte es ihn innerlich erschauern lassen.
Und jetzt….
Jetzt lag sie einfach nur da. Ihre Haare fielen ihr offen über ihr leicht gerötetes Gesicht und glänzten im silbrigen Mondlicht, wie Rabenfedern, oder die Sojasoße, die er einmal aus Versehen über sie geschüttet hatte.
Die Erinnerung über seine eigene Ungeschicktheit und Lan Fans knallrotes Gesicht ließen seine Mundwinkel zucken.
Er konnte ihr rotanlaufendes Gesicht immer noch vor sich sehen, als wäre die Erinnerung nur Stunden alt und nicht mehrere Jahre.
So wie sie da lag, sah sie so anders aus.
So unschuldig, so schön….
Er versuchte sich zusammenzureißen, um den Gedanken nicht laut auszusprechen.
Er machte es schon wieder!
Ling raufte sich verärgert die Haare.
So durfte er nicht denken! Die Gründe waren offensichtlich.
Erstens verbietet es ihm sein Stand, zweitens wäre es ihm nie erlaubt etwas einzugehen, das über ihre Dienerschaft hinausging.
Und drittens…..
Hatte er es nicht geschafft Kaiser zu werden und damit ihr beider Ziel zu erreichen.
Noch nicht…
Doch er konnte nicht zurück. Am liebsten hätte er sie aufgeweckt, hätte Fu geholt und wäre mit ihnen unverzüglich nach Xing aufgebrochen.
Doch Greed hinderte ihn daran.
Das sein neuer „Untermitter“ ihn überhaupt „erlaubt“ hatte hier her zu kommen grenzte an ein Wunder. Ling konnte spüren wie unzufrieden der Homunkulus war, doch er beklagte sich nicht. Seltsamerweise hielt er sogar die Klappe.
Er bereute ihren Handel nicht eine Sekunde.
Doch er bereute etwas anderes.
Sein Blick glitt von Lan Fans schlafendem Gesicht zu ihrem Automail. Ohne es selbst zu merken streckte er seine Hand nach ihr aus. Der Stahl fühlte sich kalt unter seiner Haut an.
Es war seine Schuld, daran war nicht zu beschönigen.
ER hatte Edwards Plan zugestimmt.
ER wollte, dass sie nicht von seiner Seite wich.
Und ER hatte es zugelassen, dass Bradley sich auf sie stürzte und ihr….
Plötzlich regte sich etwas.
Ling zuckte erschrocken zusammen.
Lan Fan hatte sich in Schlaf geregt.
Der Blick des Schwarzhaarigen wanderte von ihren Arm zu ihrem Gesicht, das wie das eines Engels im Mondlicht schimmerte.
Die hohen Wangenknochen, die kleine Nasse, ihre vollen Lippen.
Ihre Haare hingen ihr unordentlich ins Gesicht, umrahmten ihre bleichen Züge und lies ihre gewohnt ernsten Züge, weich und friedlich wirken.
Wie füllte es sich an?
Vorsichtig strich er ihr eine der verirrten Strähnen aus dem schmalen Gesicht. Er hätte erwartet, dass sie unter seiner Berührung zusammenzucken würde, doch stattdessen spürte er, wie sie sich in seine Handfläche schmiegte und sich ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen stahl.
Ihre Haut war weiß wie eine Lotusblüte und ebenso schön. Ling beugte sich so nah zu ihr, dass er ihren warmen Atem in sanften Wellen auf seinem Gesicht spürte und ihren Duft mit sich brachte.
Orchideen vermischt mit einem leichten Hauch von Schwarzpulver.
Ihr Duft war leicht, fast nicht wahrnehmbar und doch hätte er ihn unter tausenden heraus riechen können, so vertraut schien er ihn. Eine wahrlich wunderbare Kombination die er immer bei sich haben wollte.
Warum brachte ihn so etwas Vertrautes so aus dem Konzept?
Genüsslich sog er ihn ein, drückte sein Gesicht in die rabenschwarze Mähne, als könnte sie sich jeden Moment auflösen.
Bitte, bitte bleib bei mir!
Er ließ seine Lippen zu ihren freigelegten Hals wandern und streifte sie ganz licht, liebkosten sie fast. Wie konnte so etwas aus Flesich und Blut nur so weich sein? Ein Schauerlief durch ihren Körper und er horte wie ihr Atem für einen Augenblick stoppte.
Sie war wach oder zumindest noch nicht vollständig eingeschlafen.
Angestachelt durch die vorige Reaktion glitt seine Zungenspitze über die fast schon angebotene Haut, biss sanft hinein, was sie zu keuchen brachte oder bildete er sich das ein?
„Junger Herr.“
Urplötzlich wurde Ling aus dem süßen Meer ihres Körpers gerissen. Er sah auf und blickte in ihre halb geschlossene Augen.
Braun, die Farbe von Dunkelschokolade.
Lan Fans Blick war leicht verschleiert. Offensichtlich war sie nicht hundertprozentig wach. Doch trotz dieses Nebels ruhte ihr Blick liebevoll auf ihn. So wie sie es immer tat.
Warum hatte er das nicht bemerkt?
Leicht zittrig strich er über ihre Wange, unsicher wie sie reagieren würde. Doch ihre nächste Reaktion brachte sein Herz fast zum zerspringen, als sie sich in seine Handfläche schmiegte und sich dieses selige Lächeln auf ihren Gesicht ausbreitete.
„Ich bin hier.“, hauchte er leise und hauchte ihr einen Kuss auf ihre Stirn.
„Bleib bitte bei mir.“, hauchte sie leise, doch es rechte um Lings Atem zum Stillstand zu bringen.
Hatte sie das wirklich gesagt? Nein, das musste Einbildung gewesen sein. Oder etwas nicht?
Darum fragte er vorsichtig nach.
Sie nickte.
„Sonst kann ich euch nicht nach Hause bringen.“ Die Antwort klang ganz wie eine kindische Ausrede.
Ein leises Lachen drang in das Ohr der Kriegerin und lies sie wohlig erschaudern.
„Wenn das so ist, dann bleibe ich bis du eingeschlafen bist und sobald wir zurück sind weiß ich schon welches Gesetzt ich gleich ändern werde.“, fügte er flüsternd hinzu. Lan Fan stimmte leise in sein Lachen mit ein und dann schloss sie wieder ihre Augen.
Ewigkeiten verstrichen in denen sie einfach nur beisammen waren, in der Ling ihre Haare aus dem Gesicht strich und sie einfach nur ansah, obwohl er ganz genau wusste, dass er sie NIE an ihr satt sehnen würde.
Er hätte ewig so da sitzen können doch dann schaltete sich eine nervige Stimme in seinen Hinterkopf ein
„Verzeihung wenn ich deine Kuschelstunde unterbreche, kleiner Kaiser, aber du musst jetzt endlich deinen Arsch bewegt, sonst wird der Alte misstrauisch.“
KUSCHELSTUNDE?
Ling verfluchte Greed für seinen unverschämten Wortschatz. Als ob er und Lan Fan es… nein alleine das Wort zu denken war zu peinlich!
Ein letztes Mal beugte er sich zu der Schlafenden hinunter und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn und schließlich auf ihre Lippen. Es kribbelte, aber auf eine verdammt angenehme Art und Weiße. Schließlich stand er schweren Herzens auf und kletterte wieder auf die Dächer das Schlafenden Rush Valley. Kaum hatten seine Füße die Dachziegel berührt wich der junge Thronfolger in die tiefste Ecke seines Selbst zurück und überließ Greed das Steuer.
„Na, endlich fertig mit den Flirten?“
„Ich weiß nicht was du meinst“
„Ach komm schon! Deine Gedanken waren ja nicht zu überhören! Du hättest ruhig etwas weiter gehen können!“
„Wie bitte?“
„Na du weißt schon! Du hättest ruhig etwas tiefer wandern können, immerhin hat sie….“
Lings Kopf lief scharlachrot an und er musste seine Ohren auf Durchzug stellen.
„Gibs einfach zu!“ riet ihn Greed. „Du stehst voll auf die Kleine, oder?“
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