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Wut, Hass, Trauer, Verzweiflung und noch Liebe?

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
15.08.2012
07.06.2013
5
10.696
 
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15.08.2012 2.453
 
Mo´s Sicht

„Auf dein Zimmer, aber schnell junge Dame, oder du wirst mich kennenlernen!“ Schrie mein Vater mich an, bevor er mit seiner Hand ausholte und mein Gesicht traf. Ich schrie kurz auf und spürte den pochenden Schmerz in meiner Wange hoch kommen. Er hatte mich wieder geschlagen. Ich versuchte die Tränen zurückzuhalten und rannte schnell in mein Zimmer. Schloss sofort die Tür hinter mir, bevor ich an der weinend nach unten sackte.

Wie jeden Tag, er schlug mich, wenn ich nicht eine perfekte Note mit nach Hause brachte. Wenn es auch nur eine zwei war, brachte es mein Vater schon zum Ausrasten. Er duldete keine Noten unter der besten Note. Ich war sein Wunschkind und durfte keine Fehler machen und wenn ich trotzdem welche verursachte, bestrafte er mich sofort. Dieses Mal war es nur ein Schlag ins Gesicht. Letztes Mal prügelte er nur so auf mich ein, weil ich eine drei in Mathematik mit nach Hause brachte. Die Wunden und blaue Flecke waren, ein Glück, nicht mehr zusehen. Ich hatte sie verdeckt, mit Make-Up. Plötzlich spürte ich mein Handy in meiner Jacke vibrieren. Ich holte es raus und sah auf den Bildschirm.

Stella

Ich atmete tief ein, versuchte die Tränen zurückzuhalten und nahm ab.



Stella´s Sicht

„Hey Stells.“ Hörte ich Mo endlich abnehmen. Wow, ein wunder! Dachte schon sie geht nicht rann.

„Hey Mo, du, wir haben doch noch heute die Probe, wo bleibst du?“ Ich hörte sie kurz nach Luft schnappen und zog fragend eine Augenbraue hoch. Irgendwie hörte es sich gerade an, als ob sie weinte.

„Mo, alles okay bei dir?“ Ich machte mir Sorgen. Seid sie mit Scott auseinander ging, war sie wieso, vollkommen anders. Ihre Augen glänzten nicht mehr Freude aus, nein, sie waren bleich geworden, wie ihre Haut. Irgendwas stimmte nicht mit ihr, aber ich wusste nicht was.

Sie bedeutete mir schon so viel, mit der Zeit dachte ich sehr viel über Mo nach... über ihr Auftreten... ihr Verhaten... ihre braunen Augen... ihre wunderschönen schwarzen Harre... ja wie dämlich sich das jetzt anhört, aber ich glaub ich hatte mich in sie verliebt. Ich weiß auch nicht wie das kam, aber es kam, von hier auf jetzt. Seid ich sie das erste Mal beim Nachsitzen sah, da fand ich schon so eine Verbundenheit zwischen uns. Als ob wir uns anzogen. Als ob wir bestimmt für einander waren.

„Ja klar Stella, mir geht’s gut, was sollte sein? Du, ich kann heute nicht!“ Riss mich Mo´s Stimme aus meinen Gedanken. Wie sie kann heute nicht und das es ihr gut geht, ich weiß nicht, ich bin mir da nicht so sicher.

„Wie du kannst nicht, aber Mo!“ Ich hörte sie am anderen Ende seufzen.

„Ja ich weiß, wir haben heute Probe, aber wirklich Stell´s ich kann nicht, okay?“ Ich hörte Mo an anderen Ende schniefen. Okay, das hörte sich nicht so an, als ob alles okay bei ihr ist.

„Mo... weinst du?“ Ich hörte ein Keuchen am anderen Ende und sofort hörte ich nur noch ein piep piep piep. Sie hatte aufgelegt. Sie weint, eindeutig, aber warum? Wegen Scott noch? Sollte ich bei ihr vorbeischauen, oder lieber lassen? Ich lief in meinen Zimmer auf und ab. Sollte ich oder sollte ich nicht?



Mo´s Sicht

Verdammt, verdammt, verdammt! Warum hab ich aufgelegt? Jetzt weißt Stella natürlich das ich weine. Tolle Idee Mo, einfach aufzulegen. Fabelhaft. Ich schmiss mein Handy auf mein Bett und ging ins Bad. Ich suchte nach was bestimmten, was ich auch schließlich fand. Eine Rasierklinge. Ich schloss sofort das Bad hinter mir ab und lies mich an der Tür, langsam runter gleiten, bis ich schließlich die Fliesen an meinen nackten Beinen fühlte. Ich sah auf die Rasierklinge, bevor ich sie schließlich an mein Arm brachte und einen langen, tiefen Schnitt hinein brachte. Ich sah wie das Blut zu Boden tropfte und machte genau da unten drunter, noch einen, nach dem folgen noch drei und ich lies die Rasierklinge wieder verschwinden. Nahm ein Tuch und legte es auf die Wunden. Es war die einzige Chance, mich von meiner inneren Wut und Traurigkeit zu verstecken.

Diese Schnitte taten weh, aber sie halfen mir auch, mich besser zu fühlen. Ich wusste nicht warum, aber sie taten gut.
Schließlich ging ich in mein Zimmer zurück und verschloss hinter mir wieder die Tür. Ich lies mich auf meinen Bett nieder, bevor ich mein Kopf in meine Hände nahm und wieder bitterlich anfing zu weinen. Die Schmerzen in mir, wurden langsam unerträglich. Meine Mutter war nie da, also wusste sie nie davon, das ihr Ehemann, mein Vater mich häufig schlug. Er dachte anscheinend, es wäre die beste Erziehung für ein sechzehnjähriges Mädchen, aber was habe ich getan um so bestraft zu werden? Ich habe niemanden etwas zu Leide getan, habe nur versucht zu Leben, aber als Scott und Ich außer nander gingen, fühlte sich mein innerstes an wie leer. Ich hatte niemanden mehr, an den ich mich festhalten konnte... doch... jemanden hatte ich... Stella!

Ich versuchte kläglich ein Lächeln auf meine Lippen zu bringen und es gelang mir. Ja Stella, sie war die einzige die für mich da war, seid ich sie kenne, waren wir zwei so wie Pech und Schwefel, unzertrennlich, doch ich merkte das Stella sich etwas veränderte. Wie sie mich meistens ansah. So interessiert an meinen Augen. Es kam mir merkwürdig vor.  

„Mohini, komm bitte mal runter.“ Rief mein Vater in einer ruhigen Ton die Treppe rauf. Anscheinend hatte er sich wieder beruhigt. Ich nahm schnell eine Strickjacke, um die Wunden an meinen Arm zu verdecken. Öffnete die Tür und spazierte die Treppe runter.

„Ja Papa?“ Fragte ich zurückhaltend und er zeigte mit seinen Arm ins Wohnzimmer. Schließlich ging ich hinein, nur um Stella, Olivia, Charlie und Wen auf der Wohnzimmercouch wieder zu finden.

„Was macht ihr den hier?“ Fragte ich meine Freunde, die sofort alle aufsprangen, als sie mich sahen.

„Stella hat gesagt, du willst nicht kommen zur Pro... ähh ich meine Pizza essen.“ Rettete Olivia gerade noch mich vor meinen Vater. Er wusste nichts von der Band, er würde es mir auch niemals erlauben. Ich lächelte meine Freunde an und mein Blick blieb an Stella hängen, die mich besorgt musterte. Ein Glück hatte ich mich im Bad noch mal frisch gemacht, sonst sieht man ja noch das ich geweint hatte. Gerade so noch mal gut gegangen, doch ich bemerkte Stellas Blick. Sie schien immer noch besorgt zu sein.

„Ja ich kann leider nicht kommen, ich hab heute Probe hier Zuhause.“ Erklärte ich meinen Bandkollegen die traurig den Kopf hängen ließen. Mein Vater kam schließlich zu uns und lächelte in die Runde. Er konnte sehr gut in eine Rolle schlüpfen, es sah so aus als ob er der beste Vater der Welt wäre.

„Tut mir sehr leid Kinder, aber meine Tochter muss üben, wie wärs ein anderes Mal mit Pizza essen?“ Schlug er meinen Bandmitgliedern vor die alle mit den Köpfen Nicken, alle außer Stella. Sie schien etwas bemerkt zu haben. Ich hoffe mal nicht, das sie was bemerkt hat. Ich hoffe es so sehr. Niemand darf erfahren was hier vor geht, Niemand, nicht einmal meine Mutter!

„Okay, schade. Wir sehen uns in der Schule Mo!“ Verabschiedeten sich Charlie, Olivia und Wen von mir. Die einzige die in Wohnzimmer noch blieb, war Stella.



Stella´s Sicht

„Könnte ich mit dir mal alleine sprechen?“ Ich fragte Mo die zu ihren Vater blickte, der ihr ein Nicken gab. Sie nahm mich leicht am Handgelenk und ich spürte sofort eine Wärme durch mich strömen. Es fühlte sich so schön an. Mo war so ein schönes liebes wertes Mädchen.

„Komm mit!“ Brachte sie leise hervor und zog mich schließlich die Treppe hoch, anscheinend in ihr Zimmer. Ich sah mich um. Ich war noch nie in ihren Zimmer gewesen. Es sah alles so, wie soll ich sagen. Asiatisch aus. Was sollte man von einer asiatischen Familie schon erwarten? Sie schloss leise hinter uns die Tür und bat mir, sich zu setzen. Ich setzte mich schließlich auf den Boden. Ich wollte nicht auf ihr Bett sitzen. Es sah schon so schön gemacht worden aus, da wollte ich es nicht durcheinander bringen. Mo sah mich etwas fragwürdig an, als ich schließlich auf ihren Teppichboden Platz nahm. Sie folgte schließlich auf den Boden und lehnte sich an ihr Bett.

„Du wolltest mit mir reden?“ Sprach Mo leise und sah mich abwartend an. Ihre Augen blickten in meine und ich sah etwas, was ich zuvor nie sah. Angst.

„Ähm... was ich fragen wollte...“ Ich brach ab, ihre Augen blickten so ängstlich in meine und ich kroch schließlich zu ihr rüber. Nahm sie ohne Vorankündigung in den Arm. Mo war ein wenig erschrocken, aber schließlich umarmte sie mich auch leicht. Ich rieb ihr leicht mit den Daumen übern Rücken. Es schien ihr zu gefallen, weil sie sich in meinen Armen entspannte. Ich zog leicht ihren Duft in meine Nase, ihr Duft berauschte mich so sehr. Sie war so Anziehung für mich. Obwohl ich seid Jahren auf Jungs stand, fand ich etwas an Mo, etwas was mich mehr zu ihr hin ziehte als zu Jungs. Ich wusste nicht was, ob es nun ihre Augen waren oder ihr Lächeln, es war auf jeden Fall magisch. Sie zog mich an. Ich pflanzte sacht einen Kuss auf ihre Stirn und merkte sofort das sie kurz zusammen zuckte. Ich hatte so was vorher noch nie getan. Kein Wunder das sie zusammen zuckte. Es war ihr neu.

„Mo...“ Flüsterte ich leise in ihr Ohr und zog sie noch näher an mich rann. Mir kam es vor als ob sie ein zerbrechliches Wesen wäre und gleich auseinander Fallen würde.




Mo´s Sicht

Was ist plötzlich los? Warum zog mich Stella in eine Umarmung die länger als fünf Minuten schon dauerte? Irgendwas stimmte nicht und ich zog leicht zurück, nur um einmal in ihre Augen zu sehen. Sie sahen so voller... ich weiß nicht was ich genau aus ihren Augen deuten kann, aber eins wusste ich, ihre Augen faszinierten mich, auf eine Art und Weise, die ich nicht deuten kann.

„Wovor hast du Angst?“ Holte mich ihre zarte sanfte flüsternde Stimme, aus meinen Gedanken. Angst? Was meint sie? Sie sah mich eine Weile lang an und ich versuchte kläglich Worte zu finden.

„Was... was meinst du?“ Sie zog fragend eine Augenbraue hoch und schüttelte sacht den Kopf.

„Mo...“ Flüsterte sie wieder und lies ihre Hände auf meinen Schultern nieder. Sah mich durch dringlich an.

„Du kannst die andern täuschen, aber nicht mich, ich sehe es in deinen Augen. Du hast Angst, aber vor was?“ Ich sah sofort weg. Ich konnte nicht weiter in ihre Augen sehen und zog mich sofort schnell aus ihren Händen, und stand auf. Schüttelte sofort den Kopf. Ich bemerkte Stella´s Blick auf meinen Rücken.

„Mo.“ Sprach sie sanft doch ich schüttelte weiter den Kopf. Hob die Hand, das sie still war.

„Stella, wie kommst du auf so einen Blödsinn? Mir geht es gut okay? Sehr gut sogar, hast du das verstanden? Ich hab keine Angst, wovor sollte ich den auch bitteschön Angst haben? Mir geht es gut, das sieht man mir doch an, ich bin ein glückliches gelauntes Mädchen!“ Schrie ich beinah Stella an, die Aufstand und ihre Arme vor der Brust verschränkt. Sie ging schließlich auf mich zu und drückte leicht ihren Zeigefinger auf meine Brust. Ich schluckte hart. Was wird das jetzt? Sie holte Luft.

„Mo, um eins klar zu stellen. Ich mach mir große Sorgen um dich!“ Sie pickte leicht auf meine Brust mit ihren Zeigefinger und betonte „dich“ am meisten, bis sie schließlich fort fuhr.

„Und glaubst du ernsthaft, ich glaub dir ein Wort von dem was du gerade vor geschwafelt hast? Nee, glaub ich nämlich nicht, aber wenn du dir nicht helfen lassen möchtest, bitte, nicht mein Problem! Bye! Wir sehen uns bei der Probe!“ Und im nächsten Moment knallte meine Zimmertür zu und ich blieb alleine zurück.



[Stella´s Sicht

Ich rannte mit schnellen Schritten die Treppe runter und aus dem Haus von Mo. Ich schüttelte den Kopf. Versuchte die Tränen zurückzuhalten. Verdammt Mo, merkst du nicht wie viel du mir bedeutest und wie sehr ich dir helfen möchte? Ich stieß wütend ein Stein weg, der eine kleine Rauchwolke herbei beschwörte. Ich will dir doch nur helfen, aber was machst du? Willst nichts davon hören, verschließt dich nur noch mehr. Man Mo, ich merk doch wenn was nicht stimmt und in Moment, ist gar nichts okay bei dir, so wie du es sagst! Ich hielt inne und atmete aus. Ich war jetzt knapp eine halbe Stunde gelaufen, war weit weg von Mo´s Grundstück und lies mich schließlich auf ein Spielplatz nieder. Ich lief sofort zu den Schaukeln und pflanzte mich erschöpft hin.

wenn du dir nicht helfen lassen möchtest, bitte, nicht mein Problem...

Ich lies traurig den Kopf hängen. Ich glaub ich war ein wenig zu hart zu ihr. Warum schreie ich sie eigentlich an? Sie ist schon wie eine angebrochene Hülle, jetzt Stochere ich nur weiter darin rum, wunderbar Stella, grandios was du machst, aber hallo. Ich bin so eine Idioten. Schreie das Mädchen an, das ich über alles Liebe, als ich sie das erste Mal gesehen habe. Also echt ey, Stella, besser kann es nicht werden. Ich lies einen traurigen Seufzer von mir und blickte traurig hinauf zum Himmel. Es kamen dunkle Wolken hervor und keine fünf Sekunden später, fing es wie aus Eimern an zu schütten. Na wunderbar, genau das, was ich jetzt brauche, echt ey!



Mo´s Sicht

Ich lies mich weinend auf mein Bett nieder. Stella war jetzt seid über einer halben Stunde weg und ich holte mir die Seele aus dem Leib. Stella sah das es mir scheiße ging, aber um Himmelswillen, ich konnte ihr nie davon erzählen, was mein Vater mir antat und was ich mir antat. Ich seufzte traurig und versuchte die Tränen zu stoppen, die über mein Gesicht liefen.

Wenn Stella davon wüsste, was dann? Sie konnte nichts dagegen unternehmen, vielleicht würde mein Vater sie auch schlagen. Nein, so was kann ich nicht ertragen. Nicht Stella, nicht das Mädchen das mich immer auf bessere Laune brachte, die immer für mich da ist, die sich um mich Sorgen macht, die einfach da ist wenn ich sie brauche. Sie ist einfach mein bester Freund, ich kann es ihr nicht sagen, auf keinen Fall! Wenn sie davon wüsste, dann würde sie ausrasten. So wie ich Stella kenne, würde sie. Ich drehte mich schließlich auf den Rücken und starrte meine Decke an. Und was jetzt? Stella ist mein bester Freund, aber irgendwie schien etwas da nicht zu stimmen. Irgendwie schien mein Magen an zu kribbeln, wenn ich nur über Stella nachdachte. Was ist mit mir los? Hab ich mich verliebt? In Stella? Meinen besten Freund? Nie im Leben, das darf nicht sein!
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