[ Läufer des Schatten ]

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
13.08.2012
24.08.2014
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♠ Schwarzer Schatten


Auftrag in Bruma

Sanft hauchte sie ihm einen heißen Kuss auf die Lippen und leckte das Blut von seinen Mundwinkeln.
Die Assassine bäumte sich vor dem gefallenen Krieger auf, aus dessen Mund warmes Blut quoll.
„Die Mutter der Nacht soll dich zu ihr nehmen.“ sprach sie leise, nahm ihren silbernen Dolch und rammte ihn in das Brustbein des Nords.
Noch einmal küsste sie den kräftigen Mann auf den Mund und strich über seine angespannten Wangenknochen.
Ein letztes Mal zuckte seine Hand und kurz darauf hörte sein durchbohrtes Herz auf zu schlagen.
Der Schnee um den leblosen Körper färbte sich rot, das Nachtgestirn stand hell und voll am Himmel.

Es war eine kalte Nacht um Bruma und die Assassine beschloss sich in eine der abgelegenen Höhlen zurückzuziehen.
Langsam schritt sie durch den Schnee, der bei jedem Schritt ein dumpfes Geräusch von sich gab.
„Meinst du nicht, dass dich jemand gesehen hat, hier draußen in der Wildnis?!“ fragte der schwarze Schatten, der behutsam neben ihr lief.
„Der fallende Schnee ist zu dicht und wir sind zu weit von Bruma entfernt, als dass uns jemand höre.“ antwortete die Assassine und rieb sich leicht ihre Oberarme.
„Schwester.“ flüsterte der Schatten und trat näher an sie heran.

Die alte Holztür zur Borealsteinhöhle lag unmittelbar vor ihnen.
Die Tür gab ein leises Knarren von sich, als sie sie öffnete und in die Höhle herein trat.
„Unser Quartier für die Nacht. Die dunkle Bruderschaft kann es sich nicht leisten, Assassinen im Schneesturm zu verlieren.“ meinte Tama'tes und setzte sich auf einen der Steine, die sich aus dem Wasser erhoben.
Sie nahm die enge Kapuze ab, die zu der Rüstung der dunklen Bruderschaft gehörte und atmete schwer unter dem Leder auf.
„Sobald sich der Sturm gelegt hat. werde ich nach Cheydinhal in die Zuflucht zurück kehren.“ erwiderte der Schatten und ließ die Dunkelheit um sich herum fallen.
Der starke Wind bließ durch die Spalten des Holzes und ließ eine der Fackeln erlischen.
„Noch hat sich das wilde Wetter nicht gelegt und dir ist es erlaubt, dich ein wenig auszuruhen, Bruder Lucien.“ sprach Tama'tes darauf und bot ihrem dunklen Bruder den Platz neben sich an, der von lodernden Flammen erleuchtet war.
Lucien kam aus der Dunkelheit heraus getreten und stellte sich seiner Schwester gegenüber.
Seine schwarze Robe verschluckte die Helligkeit und lag eng an dem Oberkörper des Assassinen an.

Die Dunkelheit zerrte an ihren Körpern und sie spürten, wie der dunkle Vater Sithis die beiden immer näher aneinander führte.
Tama'tes richtete sich auf und schmiegte sich eng an den warmen Körper ihres Bruders, der in den dunklen Stoff seiner Robe gehüllt war.
Aus halb geschlossenen Augen sah die Dunmer zu dem Assassinen auf und vorsichtig, gleichzu zögerlich, kamen ihre Gesichter auf einander zu.
Seicht berührten sich ihre Lippen und starke Hitze durchströmte ihren Körper.
Sie pressten sich immer stärker aneinander und darauf entflammete ein leidenschaftlicher Kuss zwischen Bruder und Schwester der Nacht.
Ihr Blut schoss durch ihre Adern und impulsiv erwiderte sie die Berührungen von Lucien.
Tama'tes legte ihre Hände auf seinen Rücken und zog ihn noch näher an sich heran.
Im hellen Schein der Fackel begannen sie ein Spiel der Liebe miteinander und  der Sturm schien sich nicht zu legen.


Einsame Rückkehr

Der nächste Morgen war angebrochen und Tama'tes hatte einen schweren Kopf, doch was noch schlimmer für sie war, war die Tatsache, dass die gestrige Nacht vorüber gegangen war.
Ihr Körper war kalt und ihre Haut war bedeckt von kühlem Wasser.
Hektisch sah sie sich nach ihrer Rüstung um, da sie großen Scham entfand nackt in einer Höhle zu liegen.
Lucien hatte ihr seinen Mantel gelassen, damit sie darauf schlafen konnte und hatte ihre dünne Rüstung ordentlich zusammengelegt.
„Lucien.“ flüsterte die Assassine und durch die Spalten im Holz der Tür drangen schwach goldene Sonnenstrahlen.

Sie striff sich ihre Kleidung über und nahm den dicken Mantel an sich.
Langsam ging Tama'tes durch das Wasser, welches den Boden der Höhle füllte und lugte zuerst durch das Holz in die Wildnis.
Keine menschliche Seele war zu sehen, so weit wie sie blicken konnte.
Helles Tageslicht flutete die steinerne Kluft, als sie die Tür weit aufriss und vorsichtig in den Schein der Sonne trat.
Die gelblichen Strahlen tauchten ihre rote Iris in einen goldigen Hauch und sie versteckte ihre Augen in dem Schatten, den ihre Kapuze warf.

Nun ging es darum irgendwie nach Cheydinhal zurückzukehren, in dessen Zuflucht die kalte Liebe ihrer Familie wartete.
Es war leichtsinnig und sehr gefählich das Herzland und damit zahlreiche Wälder zu durchqueren. „Mutter. Wenn du mich zurück in deinen dunklen Armen willst, so führe mich durch die Länder Cyrodiils zurück zu meiner Familie, ohne jeglichen Gefahren zu begegnen.“ flüsterte die Assassine, schloss langsam die Augen und führte ihre Hand auf die Stelle, wo ihr steinernes Herz in ihrer Brust saß.
Sie fasste Kraft und ein starker Strom der Gewissenheit durchfloß ihren Körper.
Tama'tes öffnete ruckartig ihre Augen, worauf hin ihre Pupillen zusammen fuhren, die von ihrer roten Iris eingehüllt wurden.

Sie stieß sich mit einem kräftigem Ruck vom Boden ab und schlitterte die Steile hinunter, die sich kurz vor dem Eingang der Höhle erstreckte.
Hektisch hob und senkte sich ihr Brustkorb, sie überwand die felsenreiche Landschaft um den Stadtmauern von Bruma, an denen sie kurz darauf vorbeisprintete.
Wie ein Schatten zerriss die Dunmer das Tageslicht und außer einem Windhauch hinterließ sie keine Spur, als sie an den Wachen des Stadttores vorbeikam.
„Mutter der Nacht. Bitte mache mich zu einem Läufer des Ungewissen und lass mich unsichtbar werden für jene Augen, die den Anblick meines Anlitzes, das Anlitz deines Kindes, nicht verdient haben.“ flüsterte sie ihrer Mutter zu, als sie nach einem Sprung über einen großen Felsen flog und  sie vollkommene Ruhe umgab.
Ihr Herz pulsierte und sie spürte,  wie reine Gebirgsluft ihren Körper und Geist stärkte.

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Oblivion. *o*
Es gibt kein besseres Spiel für mich!!
&die dunkle Bruderschaft ist meine Familie.
Freue mich über Reviews &so. :3
Bis dann ~
VaMpire WithOut LOve ♥
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