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Verlieren und Gewinnen

von oldi
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Dr. John Watson Irene Adler Mary Morstan Mycroft Holmes Professor James Moriarty Sherlock Holmes
11.08.2012
03.11.2014
26
103.667
11
Alle Kapitel
113 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
11.08.2012 1.765
 
Ihr wunderbaren, großartigen, tollen Leser,

Als Dankeschön dafür, dass ihr so zahlreich Reviews geschrieben, mitgefiebert und die Story favorisiert habt, möchte ich ein kleinen Bonbon mit euch teilen.
Die wunderbare Sturmflut hat mir letztes Jahr zum Geburtstag einen Überraschungs-Oneshot geschenkt, der quasi zu dieser Geschichte gehört.
Stellt ihn euch als kleinen Zusatz in der Phase vor, in der Holmes auf Entzug und nicht ganz bei Sinnen ist ;)
Der komplette Credit für das Bonuskapitel geht also an Sturmflut, der ich noch mal DANKE sagen möchte dafür, und für die Unterstützung bei der Story ;)

Nach dem Bonuskapitel kommt noch ein bisschen Abschluss-Blabla von mir, der !!!!!LINK ZUR FORTSETZUNG!!!!! und meine Schreiber-Playliste, falls jemand die Story noch mal lesen möchte und Hintergrundmucke braucht (wer will denn den Wust noch mal lesen? ^^).

Und nun: VIEL SPAAAAß! :)

Bonuskapitel - So weich und weiß

Das erste, was er spürte, war die Weichheit.
Eine ausgeprägte Sanftheit, die mit den Händen zu spüren war. Weicher als Watte, luftiger, fließender, aber doch
fest und stabil. Schließlich entschloss sich Holmes die Augen zu öffnen. Verwundert blickte er auf seine Hände,
die in dem weichen weißen Material wühlten und damit spielten als wäre es Sand.
Er sah sich um. Das Weiß erstreckte sich bis zum Horizont, schloss ab mit einem blauen Himmel, der sich in der
Unendlichkeit zu verlieren schien. Es war keine Sonne zu sehen und doch tauchte sie alles in ein warmes helles
Licht. Holmes richtete sich auf. Er fühlte sich gut, gesund, kraftvoll. Besser als die letzten Wochen, als er die
Tage und Nächte noch in seinem Zimmer verbracht hatte.
Plötzlich stand eine junge Frau neben ihm. Sie trug das Kleid der Dienstmädchen und verneigte sich freundlich
lächelnd vor ihm.
„Mister Holmes. Darf ich sie zum Dinner führen?“
Holmes zögerte für einen Moment, doch augenscheinlich gab es keinen Grund misstrauisch zu sein. „Gerne.“ Er
stand auf und stellte mit Erstaunen fest, dass es sich auf dem weißen Material angenehm Gehen ließ. Es gab nach
und ermöglichte doch einen sicheren Gang.
Wie in der Wüste, so schienen auch hier bestimmte Anhebungen und Senkungen als Orientierungspunkte zu
dienen. Denn die junge Frau folgte zielstrebig einem unsichtbaren Pfad. Holmes versuchte sich so gut es ging,
den Verlauf ihres Weges einzuprägen. Doch selbst er musste zugeben, dass es ihm in der Eintönigkeit der
Landschaft schwer fiel.
Schließlich erreichten sie einen reichlich gedeckten Tisch, an dessen Seite bereits ein Mann Platz genommen
hatte. Als sie näher traten, erkannte Holmes, dass es Watson war, der dort saß und an seinem Wein nippte.
Dieser blickte erstaunt in ihre Richtung als er die beiden kommen sie. Er erhob sich.
„Ich muss zugeben, es erfüllt mich mit Trauer, sie hier zu sehen,“ Watson hatte seine Hände fest ineinander
verschränkt.
Holmes konnte seine Verwunderung nicht ganz verbergen. „Warum bedauern Sie so plötzlich meine
Anwesenheit, Dr. Watson. Das erschien mir in der letzten Zeit nicht so.“ Er setzte sich, Watson folgte ihm.
„Sie scheinen noch nicht darüber unterrichtet worden zu sein, wo sie sich gerade befinden.“
„Ja, ganz offensichtlich.“
„Sie sind im Himmel.“
„Wo?“
„Im Himmel. In Gottes Reich. Sie sind tot.“
„Und in den Himmel gekommen,“ Holmes hob sein Glas, in dem der Wein im Licht der Sonne schimmerte,
„wenn das kein Grund ist, anzustoßen.“ Ein Lächeln umspielte seine Lippen.
Kopfschüttelnd erwiderte Watson. „Haben sie verstanden, was ich ihnen gerade mitgeteilt habe?“
„Ja sicher. Ich verstehe immer was sie sagen, Watson.“ Er machte eine kurze Pause. „Dann werden wir beiden
nun also bis in alle Ewigkeit gemeinsam hier dinieren?“
„Davon gehe ich nicht aus.“
Holmes hob die Augenbrauen.
„Auch im Himmel wird ihnen das schnell langweilig werden.“
„Welche Möglichkeiten stehen uns denn offen?“
„Alle.“ Plötzlich spürte Holmes, dass Watson nach seiner Hand gegriffen hatte. Verwundert starrte er auf den
Tisch. Doch er konnte seine Hand nicht zurückziehen, er wollte nicht.
Er spürte Watsons Blick auf ihm. Sein Atem beschleunigte sich.
Dann mit einem Mal, stand Watson vor ihm und zog ihn zu hoch sich. Hart presste er die Lippen auf Holmes
Mund und drückte ihn an sich. Immer noch wehrte sich Holmes nicht. Er spürte nur, dass seine Hände an
Watsons Rücken entlang glitten, den Weg zu dessen Hüften suchten und das Hemd aus der Hose herauszogen.
Watson hatte sich von Holmes Lippen gelöst. Sanft begann er das Ohr seines Freundes zu küssen, die Wange,
leckte mit der Zunge über seinen Hals…
Plötzlich schlug Holmes die Augen auf. Auf seiner Brust saß sein Hund, die Zunge hing ihm noch immer weit
aus dem Maul. Er gab ein leises Hecheln von sich. Holmes fuhr sich mit der Hand über die schweißnasse Stirn
und verscheuchte das Tier. Er richtete sich auf. Das weiche Weiß war verschwunden. Er war wieder in sein
Zimmer zurückgekehrt.

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Nachwort


Als ich anfing, die Geschichte zu schreiben, als ich das erste Kapitel zu Papier brachte, wusste ich nicht genau, wohin ich mit ihr wollte. Nach meinem ersten SH-Oneshot wollte ich mich einfach noch einmal der besonderen Freundschaft von Sherlock Holmes und John Watson widmen. Aber schon am Ende des ersten Kapitels wurde mir klar: Das hier wird etwas anderes. Das wird kein Oneshot und auch keine simple Geschichte über Freundschaft. Das hier wird eine Herausforderung. (Ich hatte zugegebenermaßen alllerdings nicht erwartet, dass diese Story ein so verschachteltes, langatmiges, dramatisches Monster werden würde.)

Ich habe noch nie zuvor eine Slash-Story geschrieben und bemühe mich auch sonst, Geschichten nicht allein um ein Pairing kreisen zu lassen. Für mich ist nicht wichtig, ob meine Figuren homo- oder heterosexuell sind. Bis zu dieser Story war mir jedoch noch kein homosexueller Charakter in meinen Plots begegnet. Es muss an der heterosexuellen Matrix unserer Welt liegen, dass es für uns alle noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, auch Geschichten über gleichgeschlechtliche Paare zu schreiben, die ebenso normal sind, wie die Geschichten, die wir über Hetero-Pärchen schreiben. Nun hatte ich aber so viele Slash-Stories zu Holmes/Watson im Guy Ritchie Universum gelesen und hatte selbst schon längst meine Theorien zu den Charakteren und ihrer Beziehung in den Filmen. Also wollte ich etwas Neues wagen. Wollte selbst einmal das Thema „Slash“ angehen, das ich in FFs schon häufig gut umgesetzt, aber auch missglückt und klischeehaft dargestellt gesehen hatte.

Für mich war dabei nicht relevant, dass ich zwei gutaussehende Männer miteinander „verkuppeln“ würde. Es ging mir nicht darum, wilde Sexszenen zu beschreiben oder meine Fantasien auszuleben (was ebenso legitim ist, no offense!). Ich wollte die Beziehung von Holmes und Watson vielmehr deshalb weiter spinnen, weil ich Andeutungen aus den Filmen aufgreifen wollte, die sie zu meinem OTP machen. Zu meinem einzigen Non-Kanonesken OTP. Mich hat die Herausforderung gereizt. Die Dreieckskonstellation, die Hindernisse der viktorianischen Zeit, das Risiko, eine Freundschaft zu zerstören, die Komplexität der Charaktere, Holmes Unfähigkeit Gefühle zuzulassen und Watsons Ehrenhaftigkeit. Es hat mich gereizt, eine Geschichte zu entwerfen, die sich bemüht, halbwegs realistisch zu sein, die Mary nicht einfach tötet und sie damit „loswird“ sondern nicht vergisst, zu erwähnen, welches Leid die Liebe anrichten kann. Und außerdem hat es mir einfach diebischen Spaß gemacht, das dadurch mögliche Drama voll auszukosten.

Ich hoffe, ich bin wenigstens ein paar meiner Vorsätze gerecht geworden, habe die Charaktere nicht zu sehr dem Original entfremdet oder bin zu sehr in Kitsch, Theatralik oder Realitätsferne abgerutscht.
Wie jeder Schreiberling liebe ich den Konflikt und dieses Thema bot so viel Konflikt, dass ich mich kaum losreißen konnte. Die Reise von Holmes und Watson hat mir viel, viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass sie euch auch ein bisschen Freude bereitet hat.

Danke, dass ihr mit ihnen gelitten und gelacht habt, dass ihr euch mit ihnen gefreut habt und dass ihr mir so viel wunderbares Feedback gegeben hat. Es bedeutet mir viel, dass meine kleine Geschichte so viele Leser gefunden hat!
Diese Geschichte hat mich über so lange Zeit hinweg begleitet, sie hat mit mir das Studienende, einen Umzug und den Beginn eines weiteren Studiums überlebt und mir geholfen, in eine ganz andere Welt des Schreibens hinein zu blicken, in eine andere Ausdrucksweise. Deshalb fällt mir das Loslassen so, so schwer.

Weil mir Holmes/Watson also 1. zu viel Spaß machen und ich 2. finde, dass ihre Geschichte doch gerade erst angefangen hat, wird es eine Fortsetzung geben.
Filme enden gerne dort, wo das glückliche Paar sich gefunden hat, mögliche spätere Probleme werden einfach ausgeblendet und nicht erzählt. Ich finde aber, dass dort der Spaß erst anfängt!

Die Fortsetzung wird sich weiterhin der Frage widmen, was eigentlich aus Mary wird, wie ihr neues Leben aussieht und ob John sie wirklich „sterben“ lassen wird.
Außerdem wird es natürlich – hauptsächlich – darum gehen, wie das geheime Zusammenleben unseres beliebten Ermittlergespannes aussehen soll.
Ihr habt doch nicht etwa geglaubt, ich würde den beiden ein friedliches Happy ever after gönnen? *Insert evil grin here*

Wer mag, kann also hier in das erste Kapitel der Fortsetzung (die nicht wieder so ein Monster werden soll wie diese Story, aber wer weiß….) reinlesen. Ich freue mich über jeden, der die Geschichte weiter entdecken mag 
HIERLANG ZUM SEQUEL: http://www.fanfiktion.de/s/545802b20000532c1d1ee41d/1/Beyond-the-sunset

Am Ende dieses schwülstigen Geschwurbels bleibt mir nur, DANKE zu sagen.
Also: DANKE an jeden einzelnen Leser. Es war schön mit euch.

Auf bald,
oldi

EXTRA: WRITING PLAYLIST
Brandon Flowers – Playing with fire
Angus&Julia Stone – Big jet plane
Anthony Hamilton & Elayna Boynton – Freedom
Anya Marina – Satellite Heart
Damien Rice – 9 crimes / grey room / accidential babies
Dario Marianelli – I understood something / Curtain
Florence + the machine – heavy in your arms
The Fray – look after you
Jean-Yves Thibaudet – Darcy’s Letter
Johnny Cash – Redemption / Hurt
King’s of Leon – Closer / Cold Desert
Mumford & Sons – Thistle and Weeds
Onerepublic – Can’t stop / What you wanted / Burning bridges / Au revoir
Patrick Doyle – Felicity / To die for love
Pink – Just give me a reason
Placebo – Protect me (from what I want) / Follow the cops back home / In the cold light of morning / Black eyed / Meds / Jackie / Special Needs
Rachel Portman – We all complete /Mistake of your life / I think of you all the time
Sebastian Lind – My heart
Philipp Poisel – Markt und Fluss
Lilly Allen – Somewhere only we know
Madeline Juno – Error
Snow Patrol – Run
Radiohead – Creep
Linkin Park – Valentines Day / In Pieces
Jack White – Love is blindness
Hellsongs – Paranoid
Coldplay – Trouble / We never change
Sarah MacLachlan – Angel
The gaslight anthem – Red at night
The common linnets – Hungry Hands
Lana Del Ray – Blue Jeans / Born to die / Young and beautiful
Jennifer Rostock – Ein Schmerz und eine Kehle / Wo willst du hin? / Schlaflos
Die Toten Hosen – Herz brennt
Billy Talent – Lies
Alex Clare – Up all night
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Endgültiges Ende Ende ;D
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