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Summerlove

von Sleipnir
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
10.08.2012
10.08.2012
12
7.040
 
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10.08.2012 656
 
So ging das einige Wochen lang. Jeden Tag der gleiche Ablauf. Außer an den Wochenenden. Da lernte, ich, anstatt in die Schule zu gehen. Aber ansonsten lief alles genau gleich aus. Mit Lilly hatte ich besprochen, dass ich, sobald ich achtzehn geworden sein würde, zu ihr ziehen würde. Und dann, zwei Wochen vor meinem Geburtstag, geschah das Unglaubliche. Meine Eltern waren ausgegangen, natürlich nicht, ohne vorherabzusichern, dass ich nicht aus dem Haus kommen könnte. Ich wuselte in meinem Zimmer umher und fing an, meine Sachen in meine große Sporttasche zu packen, da es ja nur noch zwei Wochen bis zu meinem Umzug sein würden. Da hörte ich plötzlich ein leises Ticken. Zuerst dachte ich mir nichts dabei, aber als es sich immer wieder wiederholte, ging ich der Sache auf den Grund. Es kam vom Fenster, also ging ich dort hin. Ich öffnete es, schaute hinaus und stieß einen spitzen Schrei aus. Denn unten stand niemand anderes als Philipp. „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ rief er von dort aus mit einem Grinsen im Gesicht. „Oh holder Prinz, so lang ist mein Haar nicht. Ich hoffe, ihr könnt auch mit einer Strickleiter hinauf klettern.“ Und schon warf ich die Strickleiter, die ich noch aus Kindertagen in meinem Zimmer aufbewahrte, und die meine Eltern wohl vergessen hatten, aus dem Fenster. Sie reichte zwar nicht bis ganz nach unten, aber Philipp nahm Anlauf und mit einem Athletischen Sprung und einigen affengleichen Bewegungen hatte er sich schon bald zu mir hinauf gehangelt. „Philipp! Endlich, endlich bist du da! Ich habe dich so vermisst.“ „Bella, meine wunderschöne Bella. Ich konnte nicht eher kommen, da auch für mich die ganze Sache nicht ganz ohne Konsequenzen abgelaufen ist. Deine Mutter war einen Tag nach dem Kinobesuch bei meiner Mutter und hat ihr erzählt, dass ich versucht hätte, dich zu missbrauchen. Seitdem stehe ich unter der gleichen Kontrolle wie du. Ich wäre schon viel früher gekommen, aber meine Eltern sind erst heute weg.“ „Oh Philipp, wenn du wüsstest, wie oft ich in den letzten Tagen an dich gedacht habe. Ich habe gehofft, dass du kommen würdest. Ich bin in zwei Wochen mein Gefängnis los, dann ziehe ich zu Lilly, aber was willst du machen? Du bist zwar schon achtzehn, aber deine Mutter würde einen Riesenskandal deswegen machen, oder?“ „Ja, das stimmt. Das ist halt das Problem, wenn die Eltern berühmt sind. Da ist immer und überall die Presse. Sie kann es sich nicht leisten, noch einen Riesenskandal in so kurzer Zeit in ihrer Familie zu haben.“ „Ich versteh das, keine Sorge.“ „Bella, würdest du mit mir durchbrennen?“ „Ja, Philipp, in der Theorie schon. Aber ich würde schon gerne mein Abitur abschließen. Es ist nur noch das eine Jahr, aber das ist mir schon sehr wichtig. Wenn wir absolut keine andere Lösung finden, dann ja, jederzeit. Aber wir sollten versuchen, erst einmal eine andere Möglichkeit zu finden.“ „Ja, du hast Recht. Aber wenigstens können wir uns in zwei Wochen in der Schule wieder sehen. Da freue ich mich schon drauf.“ „Ich mich auch. Du, Philipp?“ „Ja?“ „Versprichst du mir etwas?“ „Alles!“ „Glaub nichts, was Marcus oder Janessa über mich erzählen.“ „Das würde ich nie tun.“ Und endlich kam das, was ich schon so sehnlich erwartet hatte. Er küsste mich, immer wieder, wir konnten kaum voneinander lassen, doch plötzlich hörte ich ein mir nur zu gut bekanntes Geräusch. Die Haustür wurde von außen aufgeschlossen. Panikartig stieß ich Philipp von mir. „Was ist...“ „Sei still! Meine Eltern kommen zurück. Du musst verschwinden! Sofort!“ „Ich will bei dir bleiben! Ich habe so lange darauf gewartet, dich wiederzusehen.“ „Nein, Philipp, es geht nicht. Es tut mir so leid, aber du musst gehen. Verschwinde jetzt!“ Mit Tränen in den Augen küsse ich ihn ein letztes Mal und dränge ihn dann zum Fenster. Sobald er unten angekommen war, zog ich die Strickleiter hoch. Ich warf ihm noch einen letzten, tränenverschleierten Blick und einen Luftkuss zu und dann war er verschwunden.
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