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Strigoiwelt

von Roza
GeschichteAbenteuer, Familie / P16 / Gen
Christian Ozera Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
08.08.2012
31.10.2012
42
55.644
5
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08.08.2012 1.016
 
Ein Jahr war vergangen, seit wir angegriffen wurden und hier in dieser Zelle festsaßen. Ein Jahr, indem wir nichts machen konnten. Ein Jahr der Demut. Inzwischen war ich 20 Jahre alt und ich hatte keinen blassen Schimmer, ob meine Mum noch lebte, wie es mit meinem Dad aussah oder mit Dimitris Familie. Ich wusste nur, es musste was passieren. Und wenn ich dafür mich aufgeben musste.

Lissa lag mal wieder weinend in meinen Armen und wollte, dass sie jemand tötet, doch das wurde uns nicht gestattet. Wir mussten leiden oder zu Strigoi werden und keiner von uns wollte das. Wir waren stark, wir alle. „Rose, können wir nicht einfach uns gegenseitig umbringen?“, fragte Christian. „Wir geben nicht auf. Wir schaffen das“, sagte ich. Dimitri sah mich an und in seinen Augen leuchtete das, was ich in mir spürte. Doch Lissa zerstörte meinen Kampfgeist aufs Neue. „Wie sollen wir dass den machen? Wir kommen hier nicht raus.“ Da musste ich ihr Recht geben und dachte nach. Mir kam auch eine Idee.

Zwei Tage später war ich mir sicher, dass es überhaupt keinen anderen Weg mehr gab. Ich sah sie mir alle an und versuchte mir die Gefühle dabei zu merken und machte mir eine Mission, die ich unter gar keinen Umständen vermasseln durfte. Ich musste diese Welt retten! Es war klar, weshalb ein Moroi oder auch ein Dhampir das wollte, doch für die Strigoi … mir viel jedoch ein Grund ein: Sie alle waren ihrer Freiheit beraubt worden und mussten Master Gorm dienen. Das war ein Grund, mit mir zu kämpfen. Die Freiheit. Mit diesen Gedanken setzte ich mich auf den Boden und dachte darüber nach, wie ich es ihnen erklären konnte. Eins war jedoch klar, das war meine Mission und ich musste da alleine durch. Sie durften sich nicht aufgeben.

„Lissa, Christian, Dimitri, kommt mal her“, sagte ich. Ich saß in der hintersten Ecke, soweit wie möglich von der Wache entfernt. Die drei kamen zu mir. „Was gibt’s, Rose?“, fragte Christian lustlos. „Halt die Klappe!“, brüllte ich. Er sah verwirrt aus. „Ich hab einen Plan“, murmelte ich. „Aber …“, meinte nun Dimitri. „Das gilt auch für dich, du billige Auslandskraft“, zischte ich, laut genug, damit es die Wache vor unserer Zelle mitbekam. Er sah verletzt aus. Ich grinste. „Rose, was soll das?“, fragte Lissa. „Ich mach nur dass, was ich schon seit einem Jahr tun sollte, mich von euch abwenden. Wir hängen hier auf einem Haufen, wie die Hühner auf der Stange und langsam wird’s mir zu viel. Ich steige aus“, sagte ich. Alle drei sahen mich geschockt an. „Macht mir das nicht nach, ihr müsst unbedingt ihr selbst bleiben. Ich liebe euch, vergesst das nicht“, murmelte ich, stand auf und ging zu unserem Wächter.

„Entschuldigung, könnten Sie bitte Master Gorm holen? Ich hab meine Meinung geändert“, sagte ich kalt. Der Wächter lächelte. „Natürlich. Ich bin gleich wieder da“; sagte er und ging. Wir hatten nicht viel Zeit. Ich rannte zu Dimitri und küsste ihn heftig. „Es tut mir leid, was nun passieren wird. Pass auf die beiden auf“, sagte ich zu ihm. Ich nahm Liss noch kurz in den Arm und wiederholte noch mal das, was ich vorhin gesagt hatte: „Ihr müsst ihr selbst bleiben und dürft mir das nicht nach machen.“ Die drei nickten und auch Christian umarmte ich kurz. „Rose, du kannst das doch nicht wirklich wollen“, sagte Dimitri und klang verletzt. „Wer sagt, dass ich es will? Ich muss die Moroi retten und das geht nicht aus einer Zelle heraus. Sie kommen zuerst. Ich liebe dich Dimitri, aber nun ist es echt genug“; flüsterte ich. Keiner sagte noch ein Wort und auch ich schwieg. Dann ging ich wieder an die Gitterstäbe und wartete, bis er kam.

5 Minuten später kam Master Gorm und unser Wächter zurück. „Ich hab gehört, Sie haben es sich anders überlegt, Miss Hathaway“, sagte er. Ich lächelte kalt. „Ja, ich will eine Strigoi werden“, antwortete ich. Die drei hinter mir sogen scharf die Luft ein. „Ich hoffe, ich hab mich nicht verhört“, sagte er. „Nein, nein, eure Majestät, Sir. Sie hat sich schon von denen ab gewand und sie angeschrieen“, erklärte der Wächter eifrig. Master Gorm lächelte fies und öffnete die Tür. „Noch ein paar letzte Worte?“, fragte er. „Einen Augenblick“, sagte ich und ging zu Dimitri.

Das was ich nun tun würde, tat weh. Sehr sogar. Ich tat so, als ob ich ihn küssen wollte und er schloss die Augen. Ich trat von ihm weg und lachte ihn aus. „Hattest du wirklich gedacht, es gäbe einen Abschiedskuss?“, fragte ich verächtlich. Ihm standen die Tränen in den Augen. Ich lachte noch mehr und das tat weh. Am liebsten wollte ich ihm sagen, dass es nicht wahr ist und dass ich es nur machte, damit die Strigoi mir glaubten. Ich wollte ihm die Tränen wegwischen und mich entschuldigen, bei allen. Lissa weinte und ich hatte das Bedürfnis sie in den Arm zu nehmen und ich tat auch so.

Sie wollte sich an mich klammern, doch ich trat ein Stück zurück und sie weinte nur noch mehr. „Hattest du wirklich geglaubt, wenn er kein Abschiedskuss bekommt, dass ich dich noch einmal in den Arm nehmen würde? Dummes kleines leichtgläubiges Kind.“, zischte ich. Die Strigoi hinter uns amüsierte es. „Rose, so gehst du nicht mit Lissa um“, keifte Christian und ging auf mich los. Ich wehrte ihn ab und prompt lag er auf dem Boden und bekam kaum Luft. Ich lachte und ging zu Master Gorm.

Lissa kniete sich neben Christian, der nach Luft rang und weinte. Ich wollte ihnen sagen, wie leid es mir tut, wollte Christian irgendwie helfen und mich entschuldigen, doch das durfte ich nicht. Stattdessen drehte ich mich um. „Komm Kleines, du gefällst mir. Eine wahre Kämpferin bist du“, sagte Master Gorm. Er bedeutete mir ihm zu folgen und ich war gehorsam. Der andere Strigoi verschloss hinter mir die Tür und stellte sich vor das Gitter. Er lachte die anderen aus. Jetzt hatten sie ein Problem. Eine Blutquelle weniger …

Ich folgte Wächter Gorm den Flur entlang, hoch und raus aus dem zu einem Gefängnis umfunktionierten Wächtergebäude.
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