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The World in our Flippers

von Newstime
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
07.08.2012
01.10.2017
9
18.247
2
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.08.2012 1.983
 
Kapitel 2

Langsam kehrten Privates Sinne zurück. Er öffnete die schweren Lider und sah sich in seinem kleinem Blickfeld um. Noch immer war er umgeben von Wasser.
Leicht stöhnend versuchte Private sich aufzusetzen, doch sein Körper gehorchte ihm nicht. Somit blieb dem jungen Pinguin erstmal nichts anderes übrig, als auf dem Bauch liegen zu bleiben. Das Rauschen des Meeres drang in seine Ohren und das sanfte hin und her wiegen der Wellen ließ ihn erneut schläfrig werden. Er schloss die Augen wieder und lauschte den Geräuschen der See. Auf eine ungewöhnliche Art beruhigte es ihn und schon bald fühlte er sich eins mit dem Meer. Wie in Trance lag er nun auf dem Stück Holz und ließ sich von den Wellen immer weiter tragen. Mit einem Entspanntem Seufzer verschwand er schließlich wieder ganz in der Welt der Träume und des Friedens.

„Wach auf!“, hörte er plötzlich jemanden sagen, „Wach auf und hör mir zu!“
Wiederwillig öffnete der junge Soldat seine Augen einen Spalt und er sah sich umgeben von tiefster Dunkelheit.
Doch mit einem plötzlich alles erhellendem Blitz stand ein strahlendweißer Hund vor ihm und blickte ihn mit seinen Feuerroten Augen an.
„Steh auf.“, befahl dieser.
„Ich kann nicht.“, keuchte Private erschöpft. Der Kleine wusste nicht wo er war oder was gerade geschah, doch er fühlte, das der Hund ihm helfen wollte.
„Doch, du kannst. Doch darfst dich nur nicht von ihnen beeinflussen lassen.“
„Von wem?“, fragte Private müde.
„Steh auf!“, schrie der Hund ihn in einem forschen Befehlston an. Blitzschnell stand Private auf seinen Füßen und in Kampfstellung. Er fragte sich, wie er das gerade geschafft hatte, wo er sich doch bis eben so gut wie gar nicht bewegen konnte.
„Das deine Reflexe noch funktionieren heißt, dass sie noch nicht vollkommen von dir Besitz ergriffen haben.“
„Wer sind ’sie’, und wer bist du und wo bin ich überhaupt?“, fragte Private verwirrt.
„Ich habe nicht viel Zeit junger Pinguin und du musst mir nun genau zu hören.“
Private nickte.
„Das Schicksal der Welt liegt in den Flossen von dir und deinen Freunden.“
„Meine Freunde leben?“, fragte Private glücklich. Doch der Hund antwortete nicht auf seine Frage sondern sprach einfach weiter: „Wenn du gleich aufwachst musst du Richtung Süden schwimmen. So sehr dein Körper auch schmerzt, du musst nach Süden, dort wartet Rettung auf dich.“
Private nickte zögernd, denn er wusste nicht, was das alles hier zu bedeuten hatte.
„Ich muss wieder los. Aber eins noch: Lass dich nicht wieder von ihnen  hypnotisieren. Du musst bei klarem Verstand bleiben und deinem Ziel folgen.“, mit diesen Worten wandte sich der Hund von ihm ab und verschwand mit der gleichen Helligkeit, mit der er auch gekommen war.
„Warte“, rief Private ihm noch nach, „Wer sind denn nun ’sie’?“ Doch er bekam keine Antwort.
Langsam umschloss Private die Dunkelheit und zog ihn immer weiter hinab ins nichts.

Eine gewaltige Energieladung durchfuhr den Körper des jungen Pinguin und Private riss die Augen auf. Er keuchte und sein ganzer Körper zitterte vor Anspannung und Erschöpfung.
„Was war das gerade nur?“, fragte er sich in Gedanken. War es nur Einbildung? Sollte er dieser Vision trauen?
Vorsichtig versuchte er sich aufzusetzen, doch seine linke Flosse schmerzte zu stark. Auch das Atmen viel ihm schwer, da seine Rippen geprellt, oder einige vielleicht sogar gebrochen waren. Doch er war fest entschlossen, irgendwie nach Süden zu kommen, er ging der Vision nach, denn es war der einzige Anhaltspunkt den er noch hatte.
Langsam bewegte er seine Füße im Wasser auf und ab und glücklicherweise tat ihm diese Bewegung nicht weh. Sein Strampeln wurde immer stärker und schließlich paddelte er über das offene Meer, immer weiter nach Süden. Dank dem Sonnenstand konnte er auch genau sehen, ob er auf dem richtigen Weg war.
Die Stunden vergingen und trotz Müdigkeit hörte Private nicht auf zu strampeln. Am späten Abend, als die Sonne schon fast hinter dem Horizont verschwunden war, entdeckte der junge Pinguin etwas am Horizont, was seine Hoffnung und Freude aufblühen ließ: Land!
Vor seinen Augen erstreckten sich Berge und mit jedem Schlag kamen sie näher. Mit dem Ziel vor Augen strampelte Private mit aller Kraft die er noch hatte. Das Festland kam immer näher und schon bald konnte Private die Küste und einige Bäume erkennen.
„Der Hund hatte recht.“, dachte Private, doch das warf gleich wieder eine neue Frage auf: Wer ist dieser Hund überhaupt?
Doch der Kleine war sich sicher, dass er das auch noch irgendwie herausfinden würde, erstmal musste er wieder festen Boden unter den Füßen bekommen.
Einige anstrengende Minuten später konnte Private den kleinen Strand schon fast berühren und schließlich war es geschafft. Vorsichtig rutschte er von dem Holz hinunter und stolperte die letzten Meter durchs Wasser ans rettende Land. Am liebsten hätte er sich einfach auf den Boden geschmissen und geschlafen, doch bevor er überhaupt an schlaf denken konnte holten ihn seine Schmerzen in Brust und Flosse ein.
„Ich brauche irgendetwas um meine Flosse zu schienen.“, flüsterte der Kleine zu sich selbst. Er nahm einen kurzen Stock und etwas trockenen Seetang der am Strand lag und verband damit provisorisch seine Flosse. Jedoch wusste er nicht, was er gegen den Schmerz der geprellten Rippen machen sollte. Deswegen ließ er sich nun doch auf die Option des Schlafens ein.
Im nahe gelegenem Wald, am Fuße des Berges rollte er sich unter einem Baum zusammen und schnell war er vor Erschöpfung des langen Tages eingeschlafen.

Der nächste Morgen kam schnell, etwas zu schnell für den Geschmack den jungen Pinguins. Doch er musste aufstehen und endlich etwas zu Trinken und zu Essen finden.
Langsam quälte er sich hoch. Erst jetzt bemerkte er, an welch schönem Ort er sich eigentlich befand. Private stand in Mitten eines lauschigen Laubwaldes, der sich über einen Hügel erstreckte und schließlich vor einer massiven Felswand halt machte, die Teil eines langen Berges war. Er hörte das Rauschen des naheliegenden Meeres mit kleinem Sandstrand und die Möwen die ihre Runden zogen. Ja, es war ein schöner Ort, an dem er gelandet war, auch wenn die momentanen Umstände ihn nicht dazu verleiten ließen, hier Ferien zu machen.
Schritt für Schritt schlich er durch den Wald auf der suche nach Trinken und Essen. Nach einiger Zeit kam er an einem Busch vorbei, der voll war mit rot leuchtenden Beeren.
Freudig lief er hin, doch kurz bevor er sich eine einverleibte hielt er Inne. Was wenn diese Beeren giftig waren? Er schaute auf die kleine Frucht in seinen Flossen, er hatte solch eine Beere noch nie gesehen und auch wenn sein Magen knurrte, ging er ohne etwas gegessen zu haben an dem Busch vorbei. Das Risiko sich jetzt eine Vergiftung zu holen, war ihm doch zu hoch.
Minuten später horchte er plötzlich auf. War das nicht das plätschern eines Baches, das er da hörte? Er ging diesem Geräusch nach um kann schon bald an einen kleine Quelle, die aus dem Berg sprudelte.
„Wasser!“, rief Private freudig auf rannte gleich zum kühlen Nass. Nachdem er etwas getrunken hatte, nahm er noch etwas Wasser und wusch damit einige seiner kleinen Schnittwunden sowie die mittlerweile heilende Platzwunde auf seinem Kopf sauber. Als er auch dies vollendet hatte schaute er sich um und er versuchte sich die Gegend so gut es ging einzuprägen, damit der zu der Quelle wieder zurückfand. Doch wie er feststellte, war dies gar nicht so einfach, da jede Stelle für ihn gleich, oder zumindest ähnlich aussah.
Dennoch ging er weiter, doch er versuchte in der Nähe zu bleiben und sich den Weg zu merken den er seid der Quelle gegangen war. Private suchte noch nach etwas zu essen und bald fand er erneut einen Busch mit Beeren die ihm bekannt waren. Brombeeren.
Ohne auch nur eine Atempause zu machen, verschlag Private eine Brombeere nach der anderen. So kam es schnell, dass der Busch vollkommen leergegessen war.
Private setzte sich zufrieden ins Gras und lehnte sich an einen Baum. Sein Schnabel und seine heile Flosse waren von den Beeren lila-schwarz gefärbt.  
Nach einigen Minuten der Verdauung setzte er seinen Weg fort. Er ging wieder zur Quelle, die er glücklicherweise auch schnell fand. Hier, in der Nähe von Wasser und Essen würde er eine Art Lager aufschlagen.
Er sammelte etwas Farn und Laub zusammen um sich daraus eine Art Bett zu Bauen. Einige Tannenwedel klemmte er so in den Baum über sich, das sie ein Dach ergaben.
Nun hatte er einen Unterschlupf in der Nähe des Baches und des Brombeerbusches den er gefunden hatte. Denn er wusste, wo ein Busch mit Beeren war, konnte ein Zweiter nicht weit sein.
Zufrieden ließ er sich auf seinen Schlafplatz sinken. Doch nun, da er alles überlebenswichtige fertig hatte, kam ihm der Gedanke des Hundes und seiner Freunde wieder in den Kopf.
„Dieser komische Hund weiß wo meine Freunde sind, da bin ich mir sicher.“; sagte Private zu sich selbst, „Ich muss ihn finde, oder versuchen wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen.“ Der junge Pinguin seufzte, denn leider hatte er nicht die geringste Ahnung wo er Anfangen sollte zu suchen, er wusste ja nicht mal wer dieser Hund genau war.
Die Sonne neigte sich schon wieder Richtung Horizont.
„Kommt es mir nur so vor oder werden die Tage wirklich kürzer?“, fragte Private sich selbst. Vielleicht hatte er auch nur nicht gemerkt wie die Stunden vergingen, weil er nach Lebensmitteln gesucht und sich einen Unterschlupf gebaut hatte.
Gähnend rollte er sich zusammen. Ob die Nacht nun schnell kam oder nicht, er war müde und da kam ihm die Dunkelheit doch sehr gelegen. Doch die Gedanken an seine Freunde und an den Hund ließen ihn nicht los und so kam es, dass Private erst einschlief, als die Sterne am Himmel funkelten und der Vollmond durch das Blätterdach schien.
Jedoch hatte der junge Pinguine keinen erholsamen Schlaf. Die ganze Zeit wälzte er sich hin und her. Er hatte einen der schlimmsten Alpträume die er sich nur vorstellen konnte.
Er sah seine Freunde vor sich liegen, Tod. Ertrunken. Verblutet. Verhungert.
Private konnte den Anblick nicht ertragen. Er schrie aus vollem Herzen, doch kein Ton kam aus seiner Kehle. Er war wie gefangen im eigenen Körper. Die leblosen Augen seine Freunde starrten den Kleinen vorwurfsvoll an und alles um ihn herum schien sich drehen. Die Leichen verschwanden und Private war nun alleine in unendlicher Dunkelheit.
Ein Blitz ließ ihn erwachen und er lag nun schweißgebadet auf seinem Blätterbett. Er setzte sich auf und schloss erneut die Augen, er versuchte die Bilder von eben zu verarbeiten. Doch ein erneuter Blitz ließ ihn aufschrecken. Als er die Augen öffnete sah er ein paar Meter entfernt einen weiß leuchtenden Hund, der langsam auf ihn zuschritt. Private zitterte vor Angst und Aufregung.
Zwei Meter vor Private blieb das vierbeinige Tier stehen und starrte ihn mit seinen leuchtend roten Augen an. Plötzlich fing sich das Fell des Hundes vom Kopf an schwarz zu färben. Wie Farbe die an dem Körper herunterlief wurde der Hund fast komplett schwarz. Nur ein Strich auf dem Bauch, der sich zwischen der Vorderbeinen teilte und aussah wie ein “Y“ blieb strahlend weiß. Die Blutroten Augen kamen nun noch mehr zur Geltung und ließen das vierbeinige Tier noch unheimlicher aussehen.
Dennoch milderte sich Privates Angst, da der Hund Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte.
„Dur hast die erste Hürde überwunden.“, sagte der Hund ernst, jedoch sanft mit einer ruhigen Stimme die Private jegliche Angst vergessen ließ.
Der Hund  kam näher und war nur noch wenige Zentimeter von Private entfernt. Er jetzt viel dem jungen Pinguin auf, dass das Tier vor ihm so groß, oder eher noch kleiner, war als er selbst.
„Wer bist du und was willst du von mir?“, fragte Private vorsichtig.
„Zunächst möchte ich dir helfen. Auf dich wartet noch großes, kleiner Private.“
„Woher kennst du meinen Namen?“, fragte der Kleine verwirrt.
„Das tut nichts zur Sache, aber ich denke es ist nur fair, wenn du auch meinen kennenlernst.“, der Hund machte einer Pause und setzte sich hin, „Mein Name ist Yps“.
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