Wortsuche....

GedichtFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
06.08.2012
06.08.2012
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Titel: Wortsuche und Scheitern
Autor: FullmoonShadow
Mail: FullmoonShadow@gmx.de
Genre: Drama, Freundschaft, Tragödie
Kapitelanzahl: One-Shot
Status: abgeschlossen


Wortsuche und Scheitern

Es ist nicht einfach, zumindest nicht immer.
Die Suche nach Worten ist meist vergebene Liebesmüh' und man bricht mit seinem nicht gewollten Schweigen die letzten Bande, die es noch wieder hätten richten können. Das Gegenüber deutet das Schweigen als Arroganz, Trotz oder Überheblichkeit und wird wütender als ohnehin schon. Es gibt nun nichts mehr, was diese Situation retten könnte. Sagt man etwas, so macht man alles nur noch schlimmer, schweigt man, gibt es dem Gegenüber das Gefühl, man würde sich nicht für die Gefühle des anderen interessieren.
Und so wandelt man weiter auf den verworrenen Wegen der Wortlosigkeit und dringt immer tiefer in den Wald des Schweigens ein. Man droht, niemals mehr aus diesem herauszufinden. Denn jedes Wort, welches die sichere Rettung aus der Wortlosigkeit wäre, entgleitet einem sofort wieder, sobald man auch nur ansatzweise einen Blick darauf erhaschen konnte. Sie huschen weg und alles, was von ihnen bleibt ist der Hauch einer Silbe, die sich auf dem Weg vom Gehirn zur Zunge verliert und man sinkt weiter hinab in den Schatten des Nicht-Sagens.
Man versucht, seine Gefühle und Gedanken herauszuschreien, doch alles was die Kehle verlässt, sind die unpassendsten und verletzendsten Worte, die man in dieser Situation von sich geben kann. Und genau das Gleiche bekommen man zurück, weil sich das Gegenüber nur wehrt und man selbst weiß tief in sich drin, dass man es verdient hat.
Manchmal wünschte ich, ich könnte den Ort, an dem sich meine Gedanken und Gefühle sammeln einfach aufmachen, meinem Gegenüber hinklatschen und ihm zeigen, was das alles für ein Chaos ist. Es wäre so viel einfacher, wenn manche Gefühle einen Teilen-Butten hätten, den man drücken könnte und schon wüsste der andere, was man wirklich meint und sagen will. Das wäre so viel einfacher, als sich auf die lästige Suche nach den richtigen Worten zu machen, die man am Ende sowieso nicht findet, weil man im Moment mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist, die einem jeden Sinn dafür rauben, die richtigen Worte zu finden, die es sowieso nicht gibt. Nie gegeben hat und nie geben wird. Man kann niemals die geballte Menge an Gedanken und Gefühlen in einen Satz mit simplen Wörtern stecken, so dass alle ihn verstehen.