Schlossleidenschaften

von Lesotho
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Lachlain MacRieve OC (Own Character)
06.08.2012
27.10.2014
71
78.430
2
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198 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 
06.08.2012 915
 
Disclaimer: Dies ist eine Fanfiction zur Buchreihe "Immortals" von Kresley Cole. Die Charaktere Lachlain MacRieve, Bowen MacRieve und Harmann gehören nicht mir. Ich verdiene kein Geld mit dieser FF.

Claimer: Die restlichen Charaktere entspringen meiner Fantasie, ebenso wie der Inhalt dieser Story.

BetaReader: Bluespue


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Schlossleidenschaften:

Kacey blickte in den Spiegel und betrachtete ihr Gesicht. 78 Jahre auf der Welt und doch sah sie in die Augen einer jugendlichen Schönheit. Missfallen legte sich auf ihre Züge. Sie hasste es, so zu sein. So anders als ihre Sippe.

Der Lykae-Klan, der sich in Frankreich eine neue Heimat aufgebaut hatte und das Schloss La Mothe Chandeniers, nördlich von Loudun, sein Zuhause nannte, war seit ihrer jüngsten Kindheit ihre Familie. Aaliyah, die Anführerin des Klans, hatte sie aufgenommen und damit zum ersten Mal in der langen Lebensgeschichte der Fabelwesen einen Vampir in ein Wolfsrudel eingegliedert.

Tobey war Aaliyahs einziger Sohn und im selben Alter wie Kacey. Die beiden waren wie Bruder und Schwester und auch die anderen Mitglieder hatten mit den Jahren gelernt, Kacey als eine der ihren anzusehen.

Aber trotz alle dem empfand Kacey ein tiefes Gefühl der Einsamkeit, ein Gefühl des Ausschlusses. Sie war ein Vampir, ein Wesen, das im Sonnenlicht nicht existieren konnte, ein Monster, das lebendes Blut benötigte, um sich bei Kräften zu halten. Sie erschauderte, als sie die Reaktion ihres Körpers allein bei dem Gedanken an frisches Blut bemerkte.

Wie sich ihre Fangzähne aus dem Zahnfleisch schoben und sich ihr Magen voller Erwartung zusammenzog. Der Speichel rann ihr förmlich im Munde zusammen. Angewidert spuckte sie den Geifer ins Waschbecken und würgte kurz. So wollte sie nicht sein! Das war sie nicht! Sie war eine Lykae! Aber wie sollte sie jemals als das leben können? ...


„Hee Kace, bist du fertig?“
Die junge Vampirin fuhr leicht erschrocken zusammen. Sie war so versunken in ihre Gedanken gewesen, dass sie Tobey gar nicht wahrgenommen hatte. Und dabei hatte sie Aaliyah schon Kacey genannt. Sie schüttelte den Kopf. Ihr Name bedeutete wachsam.

Sie war vieles. Schüchtern, introvertiert, hielt sich aus Konflikten heraus, hatte einen ausgesprochenen Sinn für Architektur und Natur, liebte es zu zeichnen… aber wachsam? So wie die Lykae-Krieger, die in den Kampf zogen? Nein, das war sie sicher nicht.
Doch jetzt konnte sie Tobey spüren, wie er aufgeregt vor ihrer Tür stand.

Sie hörte sein kräftiges Herz schlagen, seinen Atem, hörte das Rascheln seiner Kleidung, wenn er sich bewegte und sie roch das Tier in ihm, und anders als andere Vampire empfand sie dabei keinerlei Ekel, im Gegenteil, sie liebte es – es bedeutet Zuhause.
Schnell lief sie zur Zimmertür und ließ ihren Bruder eintreten.

„Ich will da nicht runter“, murmelte sie leise, aber Tobey verstand.
„Weiß ich doch, Kace. Aber Aaliyah hat alles im Griff. Du brauchst keine Angst zu haben, die sind alle nur zu Gast und werden sich nicht wagen, ihre Gastfreundschaft aufs Spiel zu setzen.“

Diese Gäste, von denen Tobey sprach, waren fremde Lykae. Es gab vier Klans von ihnen, verteilt auf dem europäischen Kontinent. Als vor wenigen Monaten Vampire einen von ihnen angriffen und komplett auslöschten, löste das eine Welle von Unruhe und Panik unter den Lykae aus. Das war auch der Grund, warum sich nun die wichtigsten Vertreter der verbliebenen Klans hier in ihrem Schloss eingefunden hatten. Und es war der Grund dafür, dass Aaliyah ihr Schweigen um Kacey gebrochen hatte.

Der Grund, warum Kacey nicht hinunter in die Halle wollte, war, weil dort jede Menge ihrer natürlichen Feinde saßen und wussten, dass es sie gab. Das machte ihr eine Heidenangst. Denn diese Lykae gehörten nicht zu ihrer Familie, diese Wölfe hatten nicht gelernt, sie zu akzeptieren, im schlimmsten Falle würden sie sich auf sie werfen und in Stücke reißen.
„Warum ist es überhaupt so wichtig, dass ich mich zeige?“

„Maan, die ham Schiss. Die denken, du reißt denen die Kehle auf im Schlaf. Ich würde mich auch besser fühlen, wenn ich meinem Mörder vorher ins Gesicht geguckt hab.“
Kacey schlug ihm hart an die Schulter und erfreute sich am schmerzerfüllten Ausdruck seines Gesichts. Aber es dauerte keine drei Sekunden, da lächelte er bereits wieder.
„Hör auf, dich lustig über mich zu machen. Was werden die denn schon sehen, außer etwas, dem sie nicht vertrauen können?“

„Wir vertrauen dir, Kace. Und das müssen die anderen wohl oder übel auch tun.“
„Der König muss gar nichts“, unterbrach sie Tobeys Optimismus. Und erntete ein zustimmendes Nicken.
„Schon, aber er wird sich nicht an dir vergreifen, wenn ihm die Sache nicht schmeckt, sondern an Aaliyah. Noch ein Grund mehr, jetzt mit mir nach unten zu gehen und ihn davon zu überzeugen, dass du keine Gefahr sondern viel mehr eine Hilfe bist für uns.“

Kacey warf ihm einen zweifelnden Blick zu. Viel lieber hätte sie sich hier oben in ihrem Zimmer eingeschlossen und gewartet, bis die ganze Sache ausgestanden war. Aber so ernst, wie die Dinge momentan waren, hatte sie wohl keine Wahl. Ihr war klar, dass es der wohl schlechteste Zeitpunkt war, Werwölfe von ihren Qualitäten zu überzeugen, wo doch ein Pack ihresgleichen ein ganzes Rudel der ihren getötet hatte.

„Sie werden mich dafür verantwortlich machen, Tobey“, wandte sie sich verzweifelt an ihn.
„Wieso sollten sie. Die Vampire wissen nichts von deiner Existenz und die anderen Lykae wussten es auch nicht. Hör auf, dir so was einzureden und komm!“ Mit einem freundlichen Lächeln hielt er ihr die Hand hin. „Ich werde auch nicht von deiner Seite weichen, versprochen.“
„Hmm“, sie griff nach der Hand. „Ich nehm dich beim Wort!“…
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