Eifersüchtig?

von Daydream
KurzgeschichteAllgemein / P12
04.08.2012
04.08.2012
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Also, das hier ist ein Beitrag zu dem Projekt von Fredi Ann, ihr findet es unter http://forum.fanfiktion.de/t/9462/1

Meine beiden vorgegeben Sätzen stammen von Katha the Cat und lauten:
1. "Mach was du willst, es ist mir eh egal."
2. "Wie kannst du nur, du hast es Versprochen oder... hast du es etwa vergessen?"
Na dann viel Spaß beim lesen ^^
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Der Blumentopf schlägt an der Wand neben ihm auf. Knapp, ganz knapp. So ein Mist, warum habe ich ihn nicht getroffen? Tom sieht mich mit riesigen Augen an, so als würden sie gleich aus seinem Kopf springen. Verärgert ziehe ich mich aufs Sofa zurück, verkrieche unter der Decke.
"Lana? Was hast du nur?", fragte er mich irritiert. Was ich habe? Was ich habe? Dieser Idiot! Will er mich doch ganz alleine lassen! Heute ist unser Tag und wir sind seid fünf Jahren zusammen. Dieses Schwein. "Ich habe doch nur gesagt, dass ich mit deiner Schwester weg muss. Ich bin heute Nachmittag wieder da." Er kniete sich vor das Sofa und sah mich mit seinem Hundeblick an. Oh nein, so würde er mich diesmal nicht rumbekommen!
"Dann fahr doch! Mit meiner Schwester.", ich spuckte die Worte förmlich vor seine Füße. Was verstand er sich mit dieser kleinen Ziege überhaupt so gut in letzter Zeit? Bestimmt hatte sie ihn total um den kleinen Finger gewickelt, mit ihrem süßen Lachen und den blauen Augen. Ekelhaft! Ich seufzte. Da war es, das eifersüchtige kleine Monster. Ich versuchte es herunter zu schlucken, aber dann sah ich sein ruhiges Gesicht, völlig ahnungslos und überhaupt keine Spur schuldbewusst. "Dann fahr doch!", wiederholte ich. Er stand auf.
"Ja, mach ich auch!", knurrte er zurück. "Und ich werde eine Menge Spaß haben. Und ich werde dir nicht verraten, wo ich hinfahre." Ich verzog die Lippen verärgert.
"Schön! Mach was du willst, es ist mir eh egal." Ich versuchte so trocken wie möglich zu klingen.
"Schön. Schön, dass es dir so egal ist.", knurrte er. Er stand bebend da, die Augen ganz verdüstert. Schon tat es mir leid, aber ich konnte die Worte nicht zurücknehmen.
"Ja ist es.", murmelte ich, den Tränen nahe.
"Du bist schon wieder eifersüchtig, nicht wahr?", fragte er etwas ruhiger.
"Bin ich überhaupt nicht!"
"Bist du wohl! Und das, obwohl du versprochen hast, nicht mehr eifersüchtig zu werden! Und du weißt wohin ich fahre!", meckerte er. Ich sah ihn an. Hatte er das erwähnt? Wohin sie fuhren? Ich konnte mich nicht erinnern.
"Das liegt daran, dass es meine blöde kleine Schwester ist! Ich verschwinde!", zischte ich und warf die Decke zur Seite, sprang wütend auf. Er sah mich entsetzt an.
"Wie kannst du nur, du hast es versprochen oder... hast du es etwa vergessen? Du weißt schon... Wohin ich heute fahre... Weil wenn du es noch wüsstest, dann wärst du garantiert nicht eifersüchtig.", murmelte er. Ich runzelte die Stirn.
"Na ja, es ist ja auch schon Jahre her... Kein Wunder das du dich nicht daran erinnerst...", murmelte er. Er wirkte wirklich geknickt. Ich hatte etwas vergessen?
"Wie bitte?", fragte ich genervt, konnte aber nicht verhindern, dass es beinahe weinerlich klang. Ein schlechtes Gewissen durchzog mich. Etwas vergessen, etwas vergessen... Was hatte ich vergessen? Wo fuhr er hin? Er drehte sich einfach um und ging. "He warte!", rief ich, aber er verschwand nur mit einem "Bis heute Abend..."
Den ganzen Tag tigerte ich unruhig umher. Diesmal war ich wirklich zu weit gegangen! Und dann hatte ich anscheinend etwas wirklich Wichtiges vergessen, aber was nur? Ich wollte mich schnellstens wieder mit Tom versöhnen! Sofort! Also begann ich Lasagne zu kochen. Die liebte er.
Ich sah auf die Uhr, die Stunden vergingen, während die Lasagne im Ofen brutzelte. Ich hatte den Tisch bereits gedeckt, mit Kerzen und Blüten. Das gute Geschirr. Plötzlich schellte der Wecker. Das Essen war gut, aber Tom war noch nicht hier. Die Stunden vergingen. 8 Uhr, 9 Uhr. Hatte ich ihn endgültig vergrault? Aber das wollte ich nicht! Ich brauchte Tom! Er war mein Ein und Alles.
Ein lautes Knacken verriet mir, dass er wieder da war. Sofort eilte ich in den Flur, sprang ihm um den Hals und begann zu schluchzen.
"Es tut mir so leid! Ich bin nicht eifersüchtig! Nie mehr! Bitte geh nicht weg!" Ich hörte ein leises Lachen von ihm, dann schob er mich sanft von sich. Im Flur war es dunkel, aber der Schein der Kerzen warf ein angenehmes Licht auf sein Gesicht. Er lächelte sein wunderbares Lächeln. Dann bemerkte ich den riesigen Strauß Rosen in seiner Hand.
"Ähm, tut mir leid wegen dem Streit...", murmelte er. Ich schüttelte den Kopf.
"Nein, es war meine Schuld." Dann drückte er mir die Rosen in die Hand. Mein Herz begann etwas schneller zu Pochen.
"Also, da du es anscheinend vergessen hast... Wir haben das hier vor 4 Jahren und 10 Monaten ausgemacht... Also... Ich war mit deiner Schwester einkaufen. Sie hat guten Geschmack und weiß, was dir gefällt." Er räusperte sich und sank auf die Knie. Dann hielt er mir ein kleines Kästchen unter die Nase.
"Lana, willst du meine Frau werden?"
Tränen stiegen in meine Augen und ich lachte. Natürlich! Das hatten wir ausgemacht, als wir gerade zwei Monate zusammen gewesen sind. Dass er mir an unserem 5. Jahrestag einen Heiratsantrag machen wird. Es war eigentlich eher ein Scherz gewesen, aber er hatte wirklich daran gedacht! Er hatte all die Jahre daran gedacht! Nur an mich gedacht, an keine Andere. Ich warf meine Arme samt Rosen um seinen Hals.
"Ja!", rief ich laut aus. Ich war so glücklich. Unendlich glücklich! Ich dachte kurz nach.
"Ach und es wird mir niemals egal sein, was du tust.", fügte ich dann noch entschuldigend hinzu.