Sail away with me

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
02.08.2012
19.01.2015
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Mit aufgeschnittenen Armen rennt Tarja durch die Nacht. Völlig außer Puste lässt sie sich in einem Park auf der Wiese fallen und fängt an zu weinen. Ihre Gedanken kreisen um ihn. Um ihre Ängste. Um sich. Wie konnte es so weit kommen? Was hat sie nur falsch gemacht? Warum immer sie? Warum kann sie nicht normal sein?

Nach einer Weile steht sie auf und läuft durch den Park. Auf einer Bank sitzt ein Junge, der gerade eine Zigarette raucht. „Hey, hättest du vielleicht noch eine Zigarette für mich?“, fragt sie schüchtern. Der Junge holt sein Päckchen aus der Hosentasche und hält es ihr entgegen. Dabei schaut er ihr ins Gesicht. „Sag mal, hast du geweint?“, fragt er vorsichtig. Sie nickt und nimmt sich eine Zigarette aus seinem Päckchen. „Du blutest ja!“, erschrickt er. „Hab mich am Zaun geschnitten“, flunkert sie. „Setz dich doch zu mir. Keine Angst, ich beiße nicht“, lächelt er sie an. Zögerlich setzt sie sich zu ihm auf die Bank. Er bietet ihr ein Taschentuch an. Sie wischt sich die Tränen weg und putzt sich die Nase. „Brauchst du noch eins für deine Hand?“, fragt er. Sie wischt sich mit dem benutzten Taschentuch das Blut von der Hand. Dann schaut sie ihn an: „Was machst du zu dieser Uhrzeit alleine im Park?“ „Hmm... Ich versuche, dich aufzuheitern“, lächelt er. „Aber warum bist du nicht zu Hause? Es ist schon spät“, hackt Tarja nach. „Wenn ich dir die Wahrheit sage, dann lachst du mich bestimmt aus!“ „Nein, ich denke nicht, dass ich dich auslachen würde. Aber wenn du es mir nicht sagen willst, dann ist das natürlich auch ok.“ „Vielleicht sagst du mir, warum du geweint hast...“ „Vielleicht sag ich es dir ja wirklich, aber ich glaube, ich muss erstmal zur Tankstelle. Ich brauch was zu trinken!“ „Ich komme mit!“ Die Beiden stehen auf und Tarja fängt an zu schwanken. „Alles ok?“, fragt der Junge und hält sie fest, „Du blutest ja immer noch.“ „Nicht so schlimm…“ „Lass mich mal schauen.“ Tarja setzt sich wieder auf die Bank und der Junge holt seine Taschentücher aus der Hosentasche. „Darf ich?“, fragt er. Tarja hält ihm ihre Unterarme hin. Vorsichtig zieht er die Ärmel hoch. „Das war der Zaun?“, fragt er Tarja. „Sorry, dass ich gelogen hab“, bereut sie. „Komm, wir gehen zu mir, das muss verbunden werden damit du nicht noch mehr Blut verlierst!“, sagt er, „Ich wohne gleich da drüben.“ „Ich glaube, es ist besser, du gehst alleine. Ich mache allen Menschen nur Ärger. Und ich will dir keine Umstände bereiten!“, sagt Tarja. „Du wolltest wissen warum ich um diese Uhrzeit im Park auf einer Bank sitze?“ „Ja... Und?“ „Weil ich verdammte Angst habe, Nachts alleine in meiner Wohnung zu sein! Du hältst mich bestimmt für verrückt, aber ich habe Geister in meiner Bude. Die machen mir Ärger und Umstände! Wenn du mich nicht magst oder Angst vor mir hast, dann kannst du mir das sagen, aber du kommst jetzt mit und lässt dich von mir verarzten! Oder ich rufe einen Krankenwagen.“ „Du glaubst an Geister?“ „Siehst du, war mir klar, dass du mich nicht verstehst...“ „Doch, ich verstehe dich nur zu gut. Zeig mir wo du wohnst! Ich will deine Geister kennen lernen. Ich werde mit ihnen reden. Du brauchst keine Angst vor ihnen zu haben. Sie werden dir nichts tun! Geister sind Seelen toter Menschen. Und sag nicht, dass ich dich nicht mag! Ich habe dich gerade erst kennen gelernt, aber ich glaube, ich mag dich!“
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