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Schokolutscher

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter
01.08.2012
01.08.2012
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4.203
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01.08.2012 4.203
 
Da ist es also, mein erstes Übersetzungprojekt. Die talentierte Emma Grant hat mir die Erlaubnis dazu gegeben und ihr Original "Chocolate Head" ist auf jeden Fall empfehlenswert! http://www.queerasjedi.net/emma/fic/viewstory.php?sid=104
Über Rückmeldungen bezüglich der Übersetzungsarbeit freue ich mich, alles was den Inhalt betrifft, wird von mir übersetzt und an die Originalautorin weitergeleitet.


Schokolutscher

Harry Potter lehnte sich in seinem Stuhl zurück, legte die Füße auf den Tisch und hob seine Tasse an seine Lippen.
Es war gerade einmal Montagmorgen, doch es fühlte sich schon an, als müsste die Woche schon halb vorbei sein.
Montage waren nun einmal so. Es schien, als bräuchte am Montagmorgen jeder die Dienste der Fluchbrecher-Zentrale.
Er hatte an diesem Morgen bereits acht Lippenverschluss-Zauber rückgängig gemacht – die Pyjamaparty eines Mädchens war fürchterlich schief gegangen – und das noch bevor das Büro offiziell geöffnet hatte.
Sein Tee war inzwischen nur noch lauwarm, natürlich, das war jetzt die erste Gelegenheit, die er überhaupt hatte, um davon zu probieren.
Das Klopfen an seiner Tür war heftig genug um ihn aufzuschrecken. Er stöhnte und stellte die Tasse wieder weg. Ganze drei Minuten Ruhe. Das musste ein Rekord für einen Montag sein.
„Herein!“, rief Harry als er seine Beine wieder vom Tisch nahm.
Die Tür öffnete sich knarrend und ein großer, schwarzer Hut lugte herein. Unter dem Hut war eine Sonnenbrille, die kläglich bei dem Versuch scheiterte, die Person dahinter zu verbergen.
„Ich bin es, Potter. Hast du eine Minute?“
Harry überlegte für einen Moment, zu lügen – seine Begegnungen mit Draco Malfoy endeten selten angenehm.
Aber bevor er antworten konnte, hatte Malfoy bereits sein Büro betreten und die Tür hinter sich geschlossen.
„Heftiges Wochenende, nehme ich an? Was zur Hölle trägst du da eigentlich?“
Malfoy zog den schäbigen, geblümten Hausmantel enger um sich und verzog das Gesicht.
„Darum bin ich genau genommen hier. Siehst du- “
„Ich habe wirklich keine Zeit dafür, Malfoy. Egal, in was für Scheiße du gelandet bist, deine eigene Abteilung kann dich da herausholen.“ Er deutete auf seinen überquellenden Posteingang.
„Aber, Potter-“
„Verpiss dich. Ich bin beschäftigt.“
Malfoy nahm die Sonnenbrille ab und offenbarte so seine blutunterlaufenen Augen.
„Potter, vertrau mir – wenn es irgendjemand anderen geben würde, zu dem ich damit gehen könnte, hätte ich es getan. Das hier hat nichts mit der magischen Strafverfolgung zu tun.“
Harrys Augen verengten sich. „Willst du sagen, dass es privat ist?“
Malfoys Grimasse verwandelte sich in einen Ausdruck tiefer Verlegenheit. „Extrem privat.“
Das war gut. Harry konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„In Ordnung, du hast meine Aufmerksamkeit. Schieß los.“
Er bedeutete Malfoy sich auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch zu setzen. Er schien Schmerzen zu haben als er sich bewegte und sich vorsichtig und mit überkreuzten Beinen hinsetzte, den Mantel lose um ihn geschlungen.
Seine dicken, schwarzen Socken waren bis zu den Knien hochgezogen und er trug stilvolle Schuhe, die ihn irgendwie noch alberner aussehen ließen.
Malfoy öffnete seinen und Mund und schloss ihn wieder, die Stirn in Furchen. Er nahm den Hut vom Kopf und legte ihn auf den Boden neben sich. Seine normalerweise perfekt gestylten blonden Haare waren ein einziges Chaos.
„Raus damit. Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit.“
„Ich wurde verflucht.“
„Habe ich mir schon gedacht. Das ist schließlich die Fluchbrecher-Zentrale und so.“
Malfoy warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
„Ich habe mich von… von jemandem vor ein paar Nächten getrennt und dieser jemand legte einen Fluch auf meinen…“ Er verstummte und deutete vage auf seine Leistengegend.
Harry grinste so unschuldig wie er konnte.
„Entschuldigung? Du musst ein bisschen präziser werden.“
Malfoy sah absolut gedemütigt aus. „Auf meinen Penis.“
Harry konnte seine Schadenfreude kaum verbergen. „Aha. Ein Schrumpf-Fluch? Mit denen haben wir öfter zu tun als du denkst.“
„Nein. Er… er wurde in Schokolade verwandelt.“
Malfoy sank in seinen Stuhl, so als hätte das Aussprechen dieser Worte das letzte bisschen Würde aus ihm herausgesaugt.
Harry blinzelte. „Wie bitte?“
„Schokolade.“ Malfoy vergrub sein Gesicht in den Händen. „Mein Schwanz besteht jetzt aus massiver Schokolade.“
Harry war für einen Moment völlig sprachlos.
„Nun, ich muss zugeben, das ist mal was Neues. Ich sage das nur ungern aber… vielleicht sollte ich mir das mal ansehen.
„Das habe ich befürchtet“, seufzte Malfoy und fummelte an dem Gürtel seiner Robe herum. „Ich schwöre dir, wenn du lachst, dann-“
„Halt die Klappe und zeig mir deinen Schwanz, Malfoy.“ Harry musste grinsen. „Du hättest nie gedacht, dass ich so etwas zu dir sagen würde, oder?“
Malfoy sah ihn merkwürdig an. „Nein.“
Dann endlich hatte er die Robe geöffnet und schlug sie auseinander.
Es war nur Harrys jahrelange Erfahrung als Fluchbrecher, die seine Augenbrauen davon abhielten, bis zu seinem Haaransatz zu wandern.
Malfoy trug eine Erektion zu Schau, die tatsächlich aus Schokolade zu bestehen schien. Es sah fast wie ein Strap-On aus: glatt, glänzend und perfekt geformt. Das erinnerte Harry an das Jahr, als er mit einem Kerl ausgegangen war, der ihm einen sehr unanständigen Osterhasen geschenkt hatte. Das Wasser lief ihm bei dieser Erinnerung im Mund zusammen.
„Woher weißt du, dass es massiv ist?“ Dabei konnte er Malfoy nicht ins Gesicht sehen.
„Ich glaube ihm einfach mal.“
Harry sah auf. „Ihm?“
Malfoys Wangen röteten sich und er sah zur Seite.
„Entspann dich, Malfoy. Das ist etwas, das wir gemeinsam haben.“ Er hatte Gerüchte gehört, aber nie eine Bestätigung bekommen.
„Was hast du schon ausprobiert?“
Malfoy wurde noch röter. „Was?“
„Um den Fluch zu brechen. Hast du es mit irgendwelchen Gegenflüchen versucht?
„Ja, das ganze Programm. Nichts hat funktioniert.“
„Und dein… Freund? Hast du ihn gebeten, es rückgängig zu machen?“
Malfoy rollte mit den Augen. „Ja. Aber er behauptet, er wisse nicht, wie. Es ist ein Fluch, über den er irgendwo mal gelesen hat und er hat ihn benutzt ohne nachzudenken, ohne auch nur zu erwarten, dass er funktioniert und… Kannst du mir helfen, Potter? Ich weiß nicht, wie lange das noch so bleiben kann. Gestern ist er ein bisschen warm geworden und die Schokolade hat angefangen zu schmelzen. Guck.“ Er hob den Schaft an und zeigte auf eine Stelle, wo die Schokolade geschmolzen war, direkt über seinen Hoden, die immer noch normal aussahen.
Harry spürte einen Schweißtropfen seinen Nacken entlang rinnen.
„Schade, dass du zu dem Zeitpunkt erregt warst. Das kann man doch unmöglich verbergen.“
„Deshalb die Robe.“ Malfoy sah wieder weg.
Harry seufzte.
„In Ordnung. Ich sehe, was ich tun kann. Mit diesem speziellen Fluch bin ich nicht vertraut, also muss ich ein paar Nachforschungen anstellen. Ich setzte es an die Spitze meiner Prioritätenliste, da die Situation eindeutig… dringend ist.“
Malfoy nickte, noch immer nicht in der Lage, Harry in die Augen zu sehen.
„Danke, Potter. Das meine ich ehrlich. Ich schulde dir was.“
„Nun ja, ich habe es noch nicht behoben. Kannst du heute Nachmittag wiederkommen, vielleicht gegen vier Uhr? Dann bringe ich dich dann auf den neusten Stand.“
Malfoy nickte und hüllte sich wieder in seine Robe ein.
Nachdem Malfoy gegangen war, lehnte sich Harry in seinem Stuhl zurück. Er nahm einen Schluck kalten Tee und überlegte, wo er anfangen sollte.

*****

Er war unter einem Stapel aus staubigen Zeitschriften begraben, als Malfoy am Nachmittag klopfte. Er trug immer noch die geblümte Robe und sein Gesichtsausdruck hätte nicht noch besorgter aussehen können.
Harry fragte sich, ob Malfoy sich für heute hatte krankschreiben lassen. Das war es auf jeden Fall, was er getan hätte.
„Schon Glück gehabt?“ Malfoy hatte sich um einen beiläufigen Tonfall bemüht, doch es kam ein wenig gepresst heraus.
„Ich denke schon.“
Harry schnappte sich drei Zeitschriften vom kleinsten Stapel und blätterte die erste durch. Er deutete auf einen Artikel und reichte sie Malfoy. „Das ist die erste Erwähnung eines Schokoladenfluchs, den ich in der Literatur finden konnte. Der Artikel bezieht sich auf eine Legende und den Versuch einer Hexe namens Helga Bromtilden, im späten 19. Jahrhundert den Fluch nachzumachen.“
Malfoy nahm die Zeitschrift und sah sie finster an.
„Ist das alles, was du gefunden hast?“
Harry ignorierte die Frage.
„Sie hat es anscheinend geschafft, ihre eigenen Hände in massive Schokolade zu verwandeln und konnte den Zauber nicht rückgängig machen. Ihre Hände sind weggeschmolzen, so dass es für sie unmöglich war, weiterzumachen.“
„Das ist ja sehr aufbauend.“
Harry entging nicht die Anspannung in Malfoys Stimme.
Er schlug die nächste Zeitschrift auf.
„Ihr Enkel hat den Versuch fortgesetzt. Er wollte einen Weg finden, den Fluch rückgängig zu machen. Er hat ein paar grauenvolle Experimente an Tieren durchgeführt, aber auch er war nicht erfolgreich. Der Zauber wurde 1914 als illegal eingestuft. In den Büchern gilt er immer noch als ein Unverzeihlicher der Klasse 4.“
„Verdammte Scheiße“, murmelte Malfoy. Die Zeitschrift rutschte von seinem Schoß und fiel auf den Boden.
„Wenn du also ein Gerichtsverfahren einleiten willst, ist das absolut-“
„Willst du mich verarschen?“
Harry biss sich auf die Lippe.
„Ich wollte es nur erwähnen. Jedenfalls…“ Er machte eine Pause um die letzte Zeitschrift zu durchsuchen, bis er die richtige Seite gefunden hatte. „Es gab mehrere Fälle in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als der Fluch eine elegante Art zu sein schien, sich an Feinden zu rächen.
In allen Beispielen hier wurden Hände oder Füße in Schokolade verwandelt. Ich glaube da waren auch ein paar Ohren bei und vielleicht eine Nase.“
„Aber kein Penis?“
„Nein.“ Harry sah zu ihm auf und wappnete sich für das Kommende. „Aber es gibt eine Möglichkeit, es rückgängig zu machen.“
Malfoys Augen weiteten sich.
„Warum zur Hölle hast du mir das nicht sofort erzählt?“
„Ich dachte, dass gerade du die dunkle Geschichte dieses Fluchs zu schätzen wüsstest.“
„Raus damit, Potter.“
„Es gab 1948 eine Hexe, deren Hände von einem sitzengelassenen Liebhaber verflucht wurden. Sie war so beschämt, dass sie sich entschloss, ihre eigenen Hände zu essen, um es hinter sich zu bringen. Und obwohl die Schokolade komplett massiv erschien, schmolz sie weg, als wäre es nur ein dünner Überzug. Zuerst glaubte ihr niemand diese Geschichte, da schon so viele andere ihre Gliedmaßen verloren hatten, als sie schmolzen oder abgeschnitten wurden. Aber weitere Experimente haben das Resultat bestätigt.“ Er lehnte sich zurück und grinste Malfoy an.
Malfoy starrte zurück.
„Ich habe keine Ahnung, was du gerade gesagt hast, Potter.“
Harry verdrehte die Augen.
„Erinnerst du dich nicht mehr an die Grundlagen des Zaubertrank-Brauens? Der Speichel einer Hexe oder eines Zauberers hat starke magische Eigenschaften. Und eine davon kann anscheinend den Zauber rückgängig machen.“
„Willst du damit sagen, dass ich mich einfach bespucken soll?“
„Nicht ganz.“ Harry hob eine Augenbraue. „Aber ich bin mir sicher, du kommst selber dahinter.“
Malfoys Augen weiteten sich, bis es komisch aussah.
„Ich soll… Das ist unmöglich! Ich bin nicht so gelenkig, noch nicht einmal mit Magie!“
„Oh, zum Teufel nochmal! Du musst es doch nicht selber machen. Es kann jeder mit magischen Fähigkeiten sein.“
„Du meinst, ich soll mir jemanden suchen, der…“
„Dir die Schokolade vom Schwanz lutscht, ja. Dann bist du wieder auf dem Damm.“
Harry sammelte die Zeitschriften mit einem Schwenk seines Zauberstabs zusammen und schob sie an den Rand seines Tischs.
„Wie soll ich jemanden finden, der das tut?“
Malfoy sah ziemlich durcheinander aus.
„Auf dem üblichen Weg. Eine Bar, ein Stricher. Fordere einen Gefallen von einem Freund ein. Ich denke dein Ex schuldet dir immerhin etwas, meinst du nicht auch?“
„Kannst du nicht einfach mit dem Zauberstab wedeln? Du sollst doch der beste Fluchbrecher in ganz England sein!“
Harry lächelte.
„Und ich habe meinen Job erledigt, oder? Da ist die Tür. Ich wünsch dir viel Glück.“
Malfoy starrte ihn noch einen Moment an, dann stürmte er mit wehender, geblümter Robe raus.
Harry legte seine Füße wieder auf den Tisch und grinste. Das war definitiv der beste Montag aller Zeiten.

*****

Am Dienstagmorgen war sogar noch mehr los, da Harry den gesamten Montag damit verbracht hatte, Malfoy mit seinem Schokoladen-Schwanz-Problem zu helfen. Er war buchstäblich unter einem Berg aus Papierkram vergraben, als Malfoy in das Büro gestürzt kam, ohne auch nur zu klopfen.
„Was zum Teufel..?“, brachte Harry heraus.
Malfoys Robe war heute gestreift.
„Das.“ Er öffnete seine Robe. Eine Schokoladenerektion zeigte von seinem Genitalbereich aus immer noch nordwärts.
Harry keuchte unwillkürlich. „Es hat nicht funktioniert?“
„Ich weiß es nicht. Ich habe niemanden gefunden, der es versuchen wollte.“
„Wie sehr hast du es denn versucht?“
„Bestimmt kennst du jemanden, der mir helfen könnte. Du könntest ihnen erklären, dass es ja nicht so ist, als würden sie mich tatsächlich essen.“
„Ich kenne ehrlich gesagt keinen, der dir mit so etwas helfen würde.“
„Ich kann sie bezahlen!“
Harry verdrehte die Augen.
„Oh, ja, das wird ihre Meinung bestimmt ändern. Warum gehst du nicht einfach in dir Nockturngasse und bezahlst einen Stricher, wie ein normaler Mensch?“
Malfoy schniefte indigniert.
„Man kann nicht wissen, was für Krankheiten ich mir da einfange.“
„Besser als überhaupt keinen Schwanz zu haben, würde ich sagen.“ Harry drehte sich zu seinem Schreibtisch um. „Ich habe gestern fünf Stunden damit verbracht, eine Lösung für dich zu finden. Ich bin mir sicher, du kommst ab jetzt alleine klar. Würdest du dich jetzt freundlicherweise verpissen?“
Er sah sich nicht um, als Malfoy ein weiteres Mal aus seinem Büro stolzierte.

*****

Als die Tür sich am Nachmittag wieder öffnete, sah Harry noch nicht einmal von seinem Papierkram auf.
„Immer noch keinen Erfolg?“
„Nein.“ Malfoy ließ sich in den Stuhl gegenüber von Harrys Schreibtisch plumpsen. „Potter, ich flehe dich an.“
Harry sah ihn an und erkannte einen Ausdruck völliger Niedergeschlagenheit in dem Gesicht des anderen.
„Malfoy, ich hab alles getan, was ich kann. Du bist ein gut aussehender Kerl. Bestimmt findest du jemanden, der dir einen bläst.“
„Ja, nun… Darüber wollte ich mit dir sprechen.“ Malfoys Gesicht war ungewöhnlich ausdruckslos.
Harry starrte ihn an, bis es unangenehm wurde.
„Willst du sagen, ich soll es machen?“
Malfoy versuchte ein Lächeln.
„Warum nicht? Du hast selber gesagt, dass ich gut aussehe, also wäre also kein totaler Flopp, oder? Ich weiß, da ist die ganze Sache, dass du mich hasst, aber wir haben es geschafft, die Vergangenheit so weit hinter uns zu lassen, dass wir im selben Gebäude arbeiten können. Und du bist schwul, also…“
„Also denkst du, ich habe kein Problem damit, mich vor dich hinzuknien? Mit einem freundlichen Lächeln für den Kunden?“
„So habe ich das nicht gemeint. Potter – Harry, bitte. Ich weiß nicht, an wen ich mich sonst wenden soll.
„Was ist mit deinem Ex?“
„Ich weiß nicht, wo er ist. Er hat nicht auf meine Eulen geantwortet. Ich denke, dass er wahrscheinlich das Land verlassen hat.“
Harry drückte sich von seinem Tisch weg und schüttelte den Kopf.
„Ich kann das verdammt noch mal nicht glauben. In Ordnung, vielleicht kann ich einen Gefallen einfordern. Ich bin vor einer Weile mit einem Typen ausgegangen, der möglicherweise dazu bereit ist.“
Malfoys Blick richtete sich auf den Boden.
„Gut. Danke. Es ist nur… Ich glaube, ich habe nicht mehr viel Zeit. Ich schlafe mit Kühlzaubern in meinem Schlafzimmer, aber es gibt schon Schäden.“
Harry rieb sich die Stirn mit einer tintenverschmierten Hand.
„Ich sag ihm, dass es sich heute Nacht mit dir treffen soll. Wo findet er dich?“

*****

Um neun Uhr stand Harry vor der Tür eines großen Steingebäudes. Es starrte auf den Zettel in seiner Hand und verglich die Adresse, die Malfoy darauf gekritzelt hatte, mit der Gravur über dem Eingang des Gebäudes. Er biss die Zähne zusammen und richtete seinen Zauberstab auf die Wasserspeier, die in die schwere Messingtür gemeißelt waren.
„Passwort?“, fragte einer und öffnete seine funkelnden Augen.
„Harbintius.“
Der Wasserspeier beäugte ihn argwöhnisch.
„Wen wollen Sie besuchen?“
„Draco Malfoy.“
Der Wasserspeier sah ihn lange an und für einen Moment befürchtete Harry, er würde ihm den Zutritt verweigern. Großartig. Gerade als er sich dazu durchgerungen hatte.
„Treten Sie ein“, sagte der Wasserspeier schließlich und die Tür schwang auf und enthüllte eine schmale Eingangshalle aus Marmor. Hinten befand sich eine verzierte, geschwungene Treppe.
Malfoys Wohnung lag zwei Etagen höher, die dritte Tür auf der linken Seite. Harry klopfte zweimal und glättete seine Haare ein wenig. Er fühlte sich, als müsste er sich übergeben.
Der Türknauf begann sich zu drehen und für einen Sekundenbruchteil wollte Harry fliehen.
Malfoy blinzelte ihn aus dem Eingangsbereich an, immer noch in der albernen gestreiften Robe.
„Potter?“ Er sah über Harrys Schulter hinweg auf den Korridor.
„Er konnte nicht kommen. Also… Kann ich reinkommen?“
Malfoy öffnete die Tür und Harry fühlte sich, als würde er einen Muggel-Kühlschrank betreten. Er konnte fast schon seinen Atem sehen.
Die Wohnung war klein, aber elegant und mit modischer Einrichtung ausgestattet.
Sie standen im Wohnbereich, wo die Möbel für Gespräche in netter Runde angeordnet waren. Ein Kamin, der groß genug zum Flohen war, beherrschte den Raum und auf der anderen Seite konnte Harry eine kleine, gut eingerichtete Küche sehen.
„Verdammt, ist das kalt hier.“ Er drehte sich um und sah Malfoy noch immer mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an der Tür stehen.
„Also heißt das, dass du…“
Harry atmete durch. „Ja.“
Sie starrten sich beide an, unsicher, was sie als nächstes sagen sollten.
Schließlich versuchte Harry ein Lächeln.
„Also, wie willst du mich?“
„Du musst das nicht tun.“ Malfoys Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Wirklich.“
„Nein, ich mach’s. Ansonsten wirst du alle paar Stunden in mein Büro reinplatzen, angezogen wie ein verwirrter Penner. Die Leute fangen schon an zu reden.“
Malfoy sah entsetzt aus. „Sie wissen es?“
Harry winkte ab. „Nein, ich meine… Vergiss es. Können wir es hinter uns bringen?“
Malfoy nickte und glättete seine schäbige Robe, anscheinend aus Gewohnheit.
„Gut. Natürlich. Soll ich mich aufs Sofa setzen?“
Harry nickte und Malfoy setzte sich. Seine Robe rutschte zur Seite und die Schokoladenerektion ragte albern empor. Harry ließ sich auf dem Boden vor ihm nieder und drückte die Knie auseinander. Malfoys Gesichtsausdruck war erschreckend offen, fast verletzlich. Er vertraute Harry hier vollkommen und Harry konnte nicht anders, als das ein bisschen rührend zu finden.
„Ich schätze, das ist ein schlechter Zeitpunkt dir zu sagen, dass ich allergisch bin?“
Malfoy wurde bleich. „Was?“
„Nur ein Scherz. Entspann dich.“ Er grinste schief und ließ seine Hand über die nackten, vor ihm gespreizten Oberschenkel gleiten.
Malfoy atmete tief ein und Harry beschloss, nicht zu ihm aufzusehen. Das würde auch so schon merkwürdig genug werden.
Er beugte sich weiter zu Malfoys Schwanz vor, nahm die Form und die Größe wahr, die leichte Krümmung nach oben, alles perfekt aus Schokolade gemacht.
Er musste nur vergessen, dass das hier Malfoy war und alles war gut. Auf die Schokolade konzentrieren. Und auf den Schwanz darunter, denn wenn Harry ehrlich war, liebte er Blowjobs. Das würde, gelinde gesagt, interessant werden.
Es fühlte sich in seinem Mund genauso an wie er es erwartet hatte, glatt und kühl, anfangs noch geschmacksneutral bis die Wärme seiner Zunge es etwas schmelzen ließ. Er nahm die Spitze ganz in den Mund, umkreiste sie mit seiner Zunge und spürte, wie sich die Struktur von glatt zu rau wandelte, als die oberste Schicht wegschmolz. Es war sogar sehr gute Schokolade – vollmundig und nicht zu süß.
Er zog sich zurück und schluckte, dann bearbeitete er die Spitze weiter mit seinem Mund.
Ein Keuchen ertönte über ihm und im selben Moment wurde ihm bewusst, dass seine Zunge an einigen Stellen schon über heiße Haut fuhr. Erleichterung durchströmte ihn – er war sich sicher gewesen, dass es funktionieren würde, aber es war gut zu wissen, dass er richtig lag und dass bei Malfoy hinterher tatsächlich alles noch intakt war.
Bald war die Spitze von Malfoys Schwanz befreit und Harry wurde klar, dass er das nicht gut durchdacht hatte. Der gesamte Schaft war noch in Schokolade gehüllt und es würde verdammt  viel lecken müssen, um alles wegzuschmelzen.
Aber es gab natürlich noch eine Alternative.
Er legte seine Brille zur Seite, holte tief Luft, zwang sich, sich zu entspannen und schluckte Malfoys Schwanz bis zur Basis.
„Oh scheiße, Potter, ich wusste nicht, dass du…“
Der Rest endete in einem gepressten Stöhnen, als Harry sich langsam wieder zurückzog und dabei seine Zähne und seine Zunge nutzte, um die Schokoladenschicht abzuschaben. Er gönnte sich gerade genug Zeit um zu schlucken, bevor er wieder und wieder runter ging.
Es war herrlich und bald konnte er nicht mehr sagen, wo die Schokolade aufhörte und Malfoy anfing. Er war sich vage bewusst, dass er überall in seinem Gesicht geschmolzene Schokolade hatte, aber er näherte sich rapide dem Punkt, wo ihn das nicht mehr interessierte. Er liebte das Gefühl des Schwanzes in seinem Mund, und schluckte um ihn herum. Malfoys Körper reagierte unmittelbar. Er fing an sich schwindelig zu fühlen und er stöhnte, als sich Finger in seine Haare gruben und sanft gegen seine Kopfhaut drückten.
Er wollte, dass diese Hand ihn runter drückte, ihn an Ort und Stelle hielt, aber die Finger verstärkten den Griff um seine Haare und zogen ihn nach oben.
„Vergiss nicht zu atmen“, wisperte Malfoy heiser.
Harry schnappte nach Luft, als ihm bewusst wurde, dass er es tatsächlich vergessen hatte. Er schnaufte für einen Moment und versuchte wieder zu Atem zu kommen, während Malfoy seinen Kopf tätschelte.
In seiner Jeans war er schon steinhart und er ließ eine Hand zwischen seine Schenkel gleiten, um der Erektion durch den dicken Stoff Gegendruck zu bieten.
„Ich denke, du hast alles erwischt. Wenn du jetzt aufhören möchtest, ist das in Ordnung.“
„Auf gar keinen Fall“, antwortete er. Er grinste zu Malfoy hoch und legte seine Finger um den immer noch klebrigen Schaft und fing an zu streicheln.
„Ich will es absolut gründlich machen.“
Er ließ seine Zunge hervorschnellen, an der Unterseite der Erektion, was Malfoy ein Wimmern entlockte.
Hier und da waren noch Rest von Schokolade und er leckte und saugte jedes Bisschen weg.
Malfoy schien sein Bestes zu geben, um leise zu sein, aber seine Körpersprache war deutlich genug: Er stand kurz vor dem Höhepunkt.
Harry presste seine Zunge gegen die Spitze und genoss die Mischung der Geschmäcke. Er war selber schon kurz davor, an dem Punkt der Glückseligkeit, komplett verloren in dem Moment.
Das Universum war zusammengeschrumpft auf das heiße Fleisch in seinem Mund, die Geräusche von Malfoys heftigem Atem und dem Druck seiner eigenen Hand gegen die Härte in seiner Jeans.
Seine Zunge kroch die Unterseite der Spitze entlang, während er saugte und dann hörte er schließlich Malfoy aufschreien. Er verströmte sich in Harrys Mund und dann war es vorbei. Harry saugte und leckte bis ihn eine Hand wegschob. Er presste seine Stirn gegen Malfoys Hüfte und fummelte an dem Reisverschluss seiner Jeans, um sich selber zu berühren.
„Lass mich das erledigen“, sagte Malfoy und Harry wurde nach hinten gedrückt, bis er auf dem Boden lag. Malfoys kühle Finger griffen nach seinem Schwanz und strichen in kurzen, schnellen Bewegungen darüber bis Harry Sterne sah.
„Oh verdammt“, keuchte Harry. Malfoys Mund drückte sich auf seinen eigenen in einem ungestümen Kuss, der beide mit geschmolzener Schokolade bedeckte.
Es dauerte nicht lange. Harry war normalerweise ziemlich laut beim Sex, doch als er kam wurde alles zu einem Stöhnen in Malfoys Mund abgedämpft.
Er lag anschließend mehrere Minuten lang auf dem harten Holzfußboden und wollte seine Augen nicht öffnen. Er war sich nicht sicher, ob er schon bereit war, sich dem eben Geschehenen zu stellen.
Malfoy saß auf dem Sofa und betrachtete ihn mit undurchdringlicher Miene. Seine Robe war irgendwann runtergefallen und er war nun komplett nackt. Sein ent-fluchter Penis hing schlaff zwischen seinen Schenkeln. Er säuberte sich, bis keine Spuren der Schokolade mehr zurückblieben.
Harry schloss seine Jeans wieder und setzte sich auf. Sein schwarzes T-Shirt hatte ein paar Flecken, aber mit etwas Magie wäre das schnell behoben. Er langte nach seinem Zauberstab, der weggerollt war und zielte damit zuerst auf sein Gesicht.
„Nichts zu danken“, sagte er schließlich um die Stille zu durchbrechen. „Die Befriedigung, einen Job gut gemacht zu haben, ist genug für mich.“ Er schenkte Malfoy ein schwaches Grinsen.
Malfoy lächelte und schüttelte den Kopf. „Das war verdammt gut und das weißt du auch.“
„Der Blowjob oder das Fluchbrechen?“
„Beides.“
Harry erwiderte das Lächeln, unsicher wie er auf das Kompliment von Draco Malfoy reagieren sollte. Das war das erste Mal seit, nun ja, immer.
„Hast du Hunger?“, fragte Malfoy.
„Eigentlich nicht. Ich bin etwas voll.“
Harry grinste breit und Malfoy lachte.
„Das kann ich mir vorstellen. Danke. Wirklich.“
Harry nickte und fühlte wie ihm warm wurde.
„Kein Problem. Stets zu Diensten.“
Malfoy hob eine Augenbraue und Harry guckte weg.
„Nun, ich denke es ist das Beste, wenn ich jetzt gehe. Muss morgen früh raus und alles.“
Er stand auf und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Malfoy war es offensichtlich nicht unangenehm, komplett nackt vor Harry zu stehen.
„Möchtest du morgen nach der Arbeit mit mir zusammen was essen?“
Harry richtete seinen Blick zurück auf Malfoys Gesicht.
„Okay. Klar.“ Er blinzelte. „Warte, fragst du mich gerade nach einem Date?“
Malfoy zuckt e mit den Schultern. „Ich schätze ich schulde dir zumindest ein Abendessen. Ein anständiges Abendessen jedenfalls.“
Harry zögerte für einen Moment, aber er konnte keinen vernünftigen Grund finden abzulehnen. Er schob seine Hände in seine Taschen. „In Ordnung. Ein Abendessen.“ Er sah zu Malfoy auf und grinste. „Aber erwarte nicht, dass ich dich ranlasse. Ich bin normalerweise nicht so leicht zu haben.“
Malfoy lachte und zog ihn zu sich heran.
Fünf Minuten später apparierte Harry in seine Wohnung. Er spürte immer noch den letzten Kuss auf seinen Lippen und ein Lächeln auf seinem Gesicht. Das würde definitiv interessant werden.

FIN
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