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Projekt: 100 Filmzitate zu "Jekyll und Hyde"

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Edward Hyde Henry Jekyll Lisa Carew
01.08.2012
04.09.2012
4
3.845
1
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01.08.2012 744
 
„Henry?“ Lisa klopfte an die Tür zu seinem Arbeitszimmer und trat ein. „Du arbeitest noch?“ Jekyll nickte. „Aber ich hatte vor, bald aufzuhören.“ „Kluge Entscheidung. Sonst bist du wieder so übernächtigt. Henry, ich muss morgen zu einem Vortrag und wollte dich fragen, ob du mich begleiten möchtest.“ „Natürlich, Lisa. Das bedeutet dann nur, dass ich meine Arbeit morgen nicht fortsetzen kann.“ „Du kannst dir doch mal einen Tag freinehmen. Du arbeitest sowieso viel zu viel.“ „Na gut. Wenn du meinst. Wichtiger als meine Arbeit ist mir, dass du glücklich bist.“ Lisa lächelte. „Noch vor zwei Monaten hätte ich das nie von dir gehört. Da warst du von deiner Arbeit regelrecht besessen.“ „Ich weiß, und es tut mir aufrichtig leid. Aber ich musste mich nun mal meinen Forschungen widmen.“ „Ich bin froh, dass du nach unserer Hochzeit ein bisschen mehr auf mich eingegangen bist. Schließlich bin ich eine Frau und diese Wesen wollen von ihrem Ehemann geliebt werden und ihn nicht nur tage- und nächtelang in seinem Labor sitzen sehen.“ Jekyll grinste ein wenig. „Das heißt, ich habe mich gebessert?“ „Ja“, sagte Lisa. Sie schlang die Arme um seinen Nacken und schmiegte sich an ihn. „Aber die Einladungen zu unserem griechischen Abend hast du immer noch nicht abgeschickt. Ich habe sie auf dem Küchentisch liegen sehen.“ Jekyll seufzte. „Entschuldige, Lisa. Ich hatte einfach zu viel zu tun.“ Seine Frau lächelte. „Denkst du schon wieder nur an deine Forschungen?“ „Nein. Außerdem sagtest du gerade, ich hätte mich gebessert.“ „Das hast du auch, aber du lässt dich von deinen Ideen immer noch nicht leicht abbringen.“ „Entschuldigung.“ Lisa seufzte. „Henry, du entschuldigst dich zu oft.“ „Entschuldige.“ „Henry!“, sagte Lisa gespielt tadelnd. „Entschul-, nein, ich sage es nicht.“ „Gut so“, meinte Lisa lächelnd. Dann schaute sie über seine Schulter auf sein Blatt, auf das er allerlei chemische Formeln gekritzelt hatte. „Was brütest du da nur wieder aus? Das sieht ziemlich kompliziert aus. Ich verstehe gerade mal die Formeln H2O und CO2. Und die Formel für Kohlensäure war irgendetwas mit H3C2 oder so.“ „H2CO3“, berichtigte Jekyll geistesabwesend, mit den Gedanken schon wieder bei seinen Formeln. „Siehst du? Ich war in Chemie noch nie gut. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich mich ausgerechnet in einen Chemiker verliebt habe.“ Sie küsste ihn sanft in den Nacken. „Nun sag schon, was wird das für ein Teufelselixier?“ Jekylls Stirn verdüsterte sich. Unwillkürlich hatte sie ihn damit wieder an Hyde erinnert. Dieser Verrückte hatte während ihrer Hochzeit versucht, auszubrechen und die Kontrolle zu übernehmen, doch Jekyll hatte ihn erfolgreich niederringen können. Seit dieser Zeit war er nicht mehr aufgetaucht, doch Jekyll war sich nicht sicher, ob er wirklich verschwunden war oder ob er sich nur zurückhielt und immer noch irgendwo tief in seinem Innern schlummerte. Wenigstens hatte so niemand von seinem Doppelleben erfahren. „Bitte, Lisa, nenn meine Chemikalien nicht so.“ „Wieso? Was hast du dagegen?“ „Ich verbinde einige unschöne Ereignisse damit, an die ich nicht erinnert werden möchte.“ Lisa nickte. „Okay.“ Ihr Blick zeigte tiefstes Verständnis für ihren Mann. „Willst du nicht mal langsam ins Bett gehen? Es ist schon spät und du hast den ganzen Tag gearbeitet.“ „Gleich, Lisa. Nur noch ein paar Minuten. Zieh dich schon mal aus, ich komme gleich nach.“ „Soll das etwa eine Aufforderung sein?“ Sie grinste anzüglich. „Nein, so habe ich das nicht gemeint“, wehrte Jekyll rasch ab. „Ich weiß, Liebster. Gute Nacht.“ „Gute Nacht, Lisa.“ Lisa nahm ihr Nachthemd und ging ins Badezimmer. Jekyll rechnete die soeben erstellte Formel noch einmal nach, korrigierte einen Fehler in einer anderen und überflog seine Aufschriebe zur Herstellung von Hexacyanidoferrat. Dann räumte er seine Sachen sorgfältig zur Seite und zog sich um. Als er sich zu Lisa ins Bett legte, lächelte sie. „Ich hab dich vermisst“, flüsterte sie. „Du hast mich doch vorhin erst gesehen“, sagte Jekyll verwundert. „Ich habe deine Nähe vermisst“, hauchte sie und kuschelte sich an ihn. Jetzt lächelte auch Jekyll. „Ich liebe dich, Lisa Carew.“ „Und ich liebe dich, Dr. Henry Jekyll“, erwiderte sie. „Auch, wenn du dich manchmal zu sehr in deine Experimente vertiefst.“ Sie hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn. Jekyll legte den Arm um sie. „Komm her, meine Süße“, sagte er. „Am Tag mag ich mich mit meinen Experimenten beschäftigen, aber in der Nacht gehöre ich nur dir alleine.“ Er gab ihr einen sanften Kuss. Dann zog er sie ganz nah zu sich her. Sie kuschelten sich eng zusammen und genossen die Nähe des anderen. Bald schon waren sie eingeschlafen.
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