Familienkrankheiten

KurzgeschichteAllgemein / P12
Edward Elric Winry Rockbell
28.07.2012
28.07.2012
1
1.057
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
28.07.2012 1.057
 
Familienkrankheiten
                                                          /*§*/
Die Idee für die Geschichte kam mir, als ich mir FMA Kids angesehen habe. Die Geschichte spielt einige Jahre nach dem Ende von Brotherhood und daher habe ich Ed und Co etwas...reifer werden lassen. Außerdem habe ich mir erlaubt Ed und Winrys Kindern jeweils einen Namen zu geben. Macht Bekanntschaft mit dem kleinen Uery Elric (nach Winrys Vater) und der kleinen Trisha Elric( Nach Ed und Al's Mutter). Gute Unterhaltung und falls ihr die Geburt der Beiden miterleben wollt, seid ihr hier vollkommen falsch!
                                                          /*§*/

Edward hatte schon einiges in seinem Leben gesehen.
Er hatte künstliche Menschen getroffen,
hatte gesehen, wie jemand ein Hundertfaches seines eigenen Körpergewichts in sich reinschaufeln konnte, ohne dabei zu platzen,
hatte gesehen wie Olivia Armstrong ihren Bruder umarmt hatte (diese Erinnerung suchte ihn noch heute in seinen schlimmsten Albträumen heim),
hatte gesehen, wie sein eigener Vorgesetzter seinen Leutnant zum Essen einlud, ohne von ihr(zu Eds großen Bedauern) erschossen zu werden,
und hatte sogar miterlebt wie er seiner Kindheitsfreundin das Ja-Wort gegeben hatte und wie sein eigener Sohn Milch trinken konnte, als wäre es Wasser( ein weiterer Punkt in seiner Albtraumliste).
Um ehrlich zu sein, hatte er sogar so viel gesehen, dass man meinen konnte, ihn würde nicht einmal das Ende der Welt mehr erschüttern.
Diese Überzeugung hatte er selbst noch vor wenigen Augenblicken gehabt, bis er das Zimmer betrat.
Wie war er noch mal da hineingeraten?
Ach ja, jetzt fiel es ihm wieder ein.
Er war eben erst von einer seiner Forschungsreisen nach Hause gekommen. Kaum hatte er einen Fuß aus dem Zug gesetzt, hatten sich zwei kleine Teufel auf ihn gestürzt und ihn so fest in die Mangel genommen, dass er fast wieder in den Zug gestolpert wäre. Die kleinen „Teufel“ hatten ihren Vater vor lauter Wiedersehensfreude fast erwürgt, noch bevor er seiner Frau (unter großen „Pähhhhh"-Rufen) einen Kuss geben konnte.
Winry hatte zusammen mit seinem Bruder Al, May und den Kindern auf ihn gewartet und erwiderte den kurzen Kuss unter dem Gejammer ihrer kleinen Teufel. Doch kaum, dass die kleine Familie wieder vereint war, hatten die Kleinen ihren Vater an jeweils einem Jackenärmel gepackt und zu ihrem Haus geschleift. Lachend und schwatzend hatte sie sich auf den Weg nach Hause gemacht.
Zu diesen Zeitpunkt war noch alles beim Alten.
Doch kaum, dass die Haustür offen stand, schlug dem ehemaligen Staatsalchemisten ein altbekannter Duft entgegen, der seine Nase dazu brachte, auf Hochtouren zu arbeiten.
Apfel, Zucker und ein feiner Hauch von Rosmarin.
Sein Magen gab ein verräterisches Knurren von sich.
Ed hatte keinen Zweifel, das war eindeutig ein Apfelkuchen à la Winry.
Eigentlich wäre es der richtige Zeitpunkt gewesen in die Küche zu gehen, doch seine kleinen Teufel dachten nicht einmal daran ihren Vater aus ihrem Klammergriff zu befreien. Unter großem Protest wurde der Blondschopf in sein eigenes Arbeitszimmer gezerrt, bis sich der Gefangene endlich von seinen Kletten befreit befreien konnte.
Ed hatte gerade noch Zeit festzustellen, dass das Arbeitszimmer noch verwüsteter war, als das letzte Mal, bevor die beiden Geschwister jeweils ein Ende des roten Teppichs gepackt, ihn zu Seite geschleudert und ihre Hände auf den Boden gelegt hatte.
Blaue und weiße Blitze erhellten das Zimmer, die Geschwister grinsten sich an und dann...
Stille.
Ab diesem Zeitpunkt schien Ed in eine Art Schockzustand versetzt. Er glotzte apathisch auf den Boden und sein Kiefer war weit aufgerissen.
Die beiden Teufel grinsten sich über den Rand des ordentlich gezogenen Transmutationskreises hinweg verschwörerisch an, ehe sie synchron ihren Vater anblickten, der sie mit offenem Mund anstarrte.
„Papa?“ fragte Trisha vorsichtig, offenbar besorgt über seine Reaktion. "Fühlst du dich nicht gut?“
Ja, wie fühlte er sich eigentlich?
Er hatte das Gefühl, als würde sein Automail-Bein gleich unter ihm nachgeben und ihm war ein bisschen schwindelig.
Sein Blick war nach wie vor starr auf das Ding vor ihm gerichtet.
Gerade als er etwas sagen wollte, er wusste noch nicht so genau was, betrat Winry, dicht gefolgt von May und Al das Zimmer.
Endlich fand Edward seine Sprache wieder.
„Sch...Schatz...“ fragte er. Seine Stimme klang trotz aller Mühe zittrig, als kostete ihn jede Silbe ungeheure Selbstbeherrschung.
„Wann haben die Beiden das gelernt?“
„Als du weg warst", antwortete die Mechanikerin, die lässig an der Tür stand, gerade so, als würde sie nichts Spannenderes sehen als eine Alltäglichkeit.
„Ich meine, was hast du erwartet?“ fragte sie ihren völlig geschafften Ehemann, der immer noch keine Anstalten machte sich je wieder zu bewegen.
„Dass sie dir eine Willkommenskarte basteln?“
Ed starrte sie fassungslos an.
„Du Papa,“ kam es unsicher von Urey. „Gefällt es dir etwa nicht?“
Jetzt erst wand Ed seine Aufmerksamkeit wieder auf das Transmutierte vor ihm.
Mit gerunzelter Stirn sah er erst seinen Sohn und dann seine Tochter an.
Er ging auf den Kreis zu und hob den transmutierten Gegenstand auf.
In seinen Händen lag ein Bär. Er hatte goldenes Fell, eine Knopfnase und sah Edward aus zwei ebenso knopfgroßen Augen an.
Was bei dem kleinen Plüschtier besonders auffiel, waren sein Bein, das offensichtlich aus Metall war und sein roter Umhang oder vielleicht die Tatsache, dass er Edward die pelzige Zunge herausstreckte.
"Urey...Trisha...", sagte Ed gedehnt, "aus welchem Buch habt ihr das?"
„Aus deinem Notizbuch,“ antworteten die beiden stolz.
„Und ihr versteht, was da drinnen steht?“
„Ein bisschen davon“
„Schlaue Biester,“ nuschelte er.
„Ich nehme mir Apfelkuchen,“ sagte er an niemand bestimmten und verließ fast schon fluchtartig den Raum.
„Ich hab’s dir ja gesagt.“ zischte Urey seine Schwester an. „Deine Automail war viel zu übertrieben.“
„Nein, mit den Umhang hast du es übertrieben.“
„Schluss jetzt!“ beendete Winry die Streiterei ohne große Umschweife. Ihre Kinder wollten eigentlich protestieren doch ein gewisser Schraubenschlüssel brachte sie dazu die Klappe zu halten.
„Hat Papa sich etwa gar nicht gefreut?“ fragte die kleine Trisha enttäuscht.
"Weißt du, Trisha," sagte ihr Onkel Alphonse liebevoll, "euer Papa ist so glücklich..."
Durch die Holzwände drang ein lauter Schrei, dicht gefolgt von dem Geräusch von zerbrechendem Porzellan.
Review schreiben